"Sadisten" hat bei mir ein bisschen das Gefühl ausgelöst, einen True-Crime-Podcast zu lesen. Eine gut recherchierte Geschichte, interessante Informationen, eine gewisse Unklarheit, wohin die Reise geht und am Ende das Gefühl, unterhalten worden zu sein, ohne gleich einen Narzissten/Sadisten oder Borderliner analysieren können zu müssen. Macht auch Sinn, schließlich braucht man dazu immernoch ein paar Jährchen an der Uni. Trotzdem lässt es mich ein bisschen unbefriedigt zurück.
Der erste Teil über die Männer von Evelyn Nesbit war mir zeitweise etwas zu detailreich ausgeführt und schon sehr erzählerisch ohnee große Faktendichte, dafür fand ich den zweiten Teil zu den gefährlichen und ungefährlichen Sadisten äußerst spannend. Hier kam dann auch der psychologische Hintergrund der Autorin zu tragen, und das True-Crime-Podcast-Gefühl hat sich aufgelöst.
Die eine Information aus "Sadisten", die ich aber wohl nie wieder vergessen werde, ist dass Lydia Beneke auch ein Buch geschrieben hat, das "Auf dünnem Eis: Die Psychologie des Bösen" heißt. Dabei will ich nichtmal kritisieren, dass sie auf ihr vorheriges Buch verweist,ich wäre auch sehr stolz auf ein von mir geschriebenes Buch und würde Leuten davon erzählen wollen. Und auch wenn ich es noch nicht gelesen habe, bin ich mir sicher, dass es gute Informationen beinhaltet - wie "Sadisten" wohlgemerkt ebenfalls. Nur hätte sie den Verweis sicherlich mittels "in meinem anderen Buch" + Fußnote oder mit "in meinem Buch "Auf dünnem Eis" lösen können, ohne ständig diesen ellenlangen Titel zu wiederholen. Wie man in den Rezensionen hier lesen kann, bin ich auch nicht die Einzige, die diese dauernde Wiederholung gestört hat.