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Sorry, aber...

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Eine scharfsinnige und humorvolle Analyse unserer Entschuldigungskultur von Bestseller-Autorin Tara-Louise Wittwer alias @wastarasagt
Wir entschuldigen uns ständig: »Sorry, dass ich störe «, »sorry, ich muss mal durch«, aber ist das wirklich notwendig?
»sorry, aber...« Bestseller-Autorin Tara-Louise Wittwer (»Drama Queen«) nervt es, dass ihr eine schnelle Entschuldigung oft so viel leichter über die Lippen geht als für sich einzustehen. Und dass sie sich so oft schuldig fühlt, obwohl es keinen Grund dazu gibt.

Warum ist es überhaupt wichtig, sich zu entschuldigen – und was bedeutet eine Entschuldigung, wenn sie nicht ernst gemeint ist? Entschuldigen wir uns, um die Schuld abzuladen? Entschuldigen wir uns für andere, damit sie sich besser fühlen? Kann man sich überhaupt aktiv entschuldigen, oder muss man um Entschuldigung bitten? Entschuldigen sich Frauen mehr als Männer? Hat sich die Art und Weise, wie wir uns entschuldigen, im Laufe der Zeit verändert? Welchen Einfluss haben die sozialen Netzwerke auf unsere Fehlerkultur?

In ihrem neuen Sachbuch »Sorry, aber...« hält Tara-Louise Wittwer unserer Gesellschaft erneut den Spiegel vor - und natürlich auch sich selbst.

209 pages, Kindle Edition

Published May 2, 2024

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About the author

Tara-Louise Wittwer

6 books364 followers

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Community Reviews

5 stars
909 (27%)
4 stars
1,478 (44%)
3 stars
768 (23%)
2 stars
138 (4%)
1 star
23 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 296 reviews
Profile Image for Marcel Ruesch.
47 reviews176 followers
May 13, 2024
Das war vermutlich eines der schwer zu bewertesten Bücher, die ich je in meinem Leben gelesen habe.

Tara-Louise Wittwer geht hier mit dem ständigen Entschuldigen, welches sich in Deutschland stark verbreitet hat, ins Gericht.

Sorry, dass ich hier vorbei muss.
Sorry, dass ich so groß bin.
Sorry, dass ich ich bin.

Während ich von diesem Buch mehr einen allgemein Umschlag mit der Entschuldigungskultur erwartet habe und lediglich einem Subkapitel zum Thema Entschuldigungen und das Patriarchat, fand ich stattdessen ein hochfeministisches Werk vor mir. Zugegebenermaßen hat mich dies anfangs irritiert.

Immer wieder habe ich mich während des Lesens gefragt, ob nun auch einmal im Allgemeinen über die Thematik gesprochen wird und nicht nur im Kontext von Frauen.

Doch nach ca. der Hälfte offenbarte sich mir das Problem:

Das Problem war ich.

Wittwer nutzt wie auch schon in ihrem vorherigen Buch (welches ich nicht gelesen habe) das generische Femininum. Eine Wahl die provokativ gedacht und mit einem klaren Statement verbunden ist. Und genau das war der Grund warum ich mich so oft nicht angesprochen gefühlt habe. Ich “durfte” einmal das erleben, woran sich Frauen in unserer Gesellschaft gewöhnen mussten.

Trotz dessen bezieht sich weiterhin ein großer Teil des Buches auf die spezifischen Probleme der Entschuldigungskultur in Bezug auf Frauen. Dabei wird in den Kapiteln gerne mal komplett vom roten Faden abgewichen und man fragt sich immer wieder, was dies nun mit dem eigentlichen Thema des Kapitels zu tun hat.

Die Sprache ist auch abseits vom generischen Femininum provokativ gewählt. Immer wieder werden bewusst Seitenhiebe eingebaut, die zwar vom Inhalt her durchaus berechtigt waren, mich aber ehrlich gesagt beim Lesen irgendwann genervt haben.

Letztlich hat mich das Buch jedoch zum Nachdenken angeregt und das ist genau das, was gute Gesellschaftskritik ausmacht. Dieses Buch hat mir nicht all die Antworten vor die Nase gelegt und gesagt “Wenn du das nicht so siehst, bist du halt Kacke”, sondern mir eine Ansicht unterbreitet, über die ich mir anschließend eine Meinung bilden kann.

Für fünf Sterne haben mich zu viele Kleinigkeiten in der Form gestört, als Gesamtwerk betrachtet jedoch ein wirklich gelungenes Buch.
Profile Image for Harey97.
31 reviews
May 20, 2024
Ich mag Tara & ihren Content eigentlich total gerne - auch ihr letztes Buch „Drama Queen“ mochte ich sehr. Deshalb habe ich mich auch total auf ihr neues Buch gefreut und frage mich jetzt: Warum eigentlich?

Als Tara in ihrem Podcast Werbung für „Sorry aber“ gemacht hat, hat sie erzählt, dass ein Großteil des Buches unter Zeitdruck kurz vor der Abgabefrist entstanden ist… so hat das Buch sich auch für mich gelesen.
Viel Selbstdarstellung á „Ich war so ein rebellisches Kind, ich war andere als die anderen“, viel Pathetisches und weil das noch nicht für ein ganzes Buch gereicht hat, in der Mitte noch ein Kapitel über die Geschichte des Entschuldigens Back to Sokrates - für mich persönlich total langweilig.

Durch die letzten 70 Seiten habe ich mich nur noch durchgequält. In ihrer Danksagung schreibt sie, dass das Thema des Buches sie Anfangs überfordert hat - und ich finde, das merkt man auch. Für mich ist es einfach nicht rund und ich kann beim besten Willen kaum was aus diesem Buch mitnehmen.

Sorry, aber… mehr als 2 Sterne sind für mich, wohlgemerkt als Tara-Fan, nicht drin…
Profile Image for Erlesenes.Zerlesenes [Berit] .
219 reviews36 followers
May 8, 2024
Dieses Buch ist keine Nautilus Flugschrift, kein vom Hölzchen aufs Stöckchen kommendes Sachbuch, keine trockene Aneinanderreihung von Zahlen und Fakten.
Versteht mich nicht falsch, ich lese die o.g. Flugschriften gelegentlich sehr gerne. Aber Taras - mit persönlichen Anekdoten gespickte - Reise durch die Geschichte der Entschuldigung und ihrem Stellenwert in der modernen (Social Media-)Welt erreichte mich auf einem intimeren Niveau.
Stilistisch bleibt sich Tara wunderbar treu, Hörbuch und Printausgabe fühlen sich demnach an wie eine lange Podcast-Folge, stellenweise wie ein Gespräch unter Freundinnen auf Augenhöhe. Da passt die Verwendung einer geolino-Website als Quelle ebenso perfekt ins Bild wie dieser ganz spezielle Sarkasmus, der dafür sorgt, dass ich beim Lesen nicht nur Taras Tonlage im Ohr, sondern auch ihre Mimik und Gestik vor Augen habe.

Inhaltlich würde ich das Buch bei 4 Sternen einordnen, weil es Tara ist und ich ihre Arbeit sehr schätze, gibt es 5. Sorry, not sorry :)
11 reviews
July 25, 2024
3,5
- Roter Faden hat leider gefehlt
-Schreibstil war wieder top (könnte 50000 Seiten so weiter lesen)
-Mir persönlich zu viele Anekdoten (teilweise sehr abgeschwiffen vom Thema und stark in Richtung biografischem Textstück tendierend)
- Anregungen und Gedankengänge haben mir zwar gefallen und zum Hinterfragen persönlicher und fremder Verhaltensweisen geführt, aber es hat mir oftmals doch an analytischer Tiefe gefehlt

Profile Image for Bine.
804 reviews111 followers
December 2, 2025
Wunderbares Buch, das aus der Seele spricht.
Teilweise etwas wiederholend, ich habe mir mal wieder gedacht, dass es auch ein Artkel oder eine Kolumne getan hätte. Aber sehr kurzweilig. Gut gelesen als Hörbuch!
Profile Image for  jouli ✨.
12 reviews1 follower
June 14, 2024
"Sorry, aber..." das war einfach nur langweilig, wenig fundiert und hat leider auch keine tiefsinnigen Erkenntnisse geliefert (obwohl die Autorin das vermutlich gerne geliefert hätte oder glaubt, dass sie es getan hat).
Profile Image for Fabienne die Lesemaus.
134 reviews
January 7, 2025
Am Anfang dachte ich noch, dass das Buch ein Feminismus-Anfänger*innen Buch ist und ich das meiste sowieso schon weiß. Aber ab ca. der Mitte hat es mich dann mehr gepackt und zum Denken angeregt. Ich fühlte mich oft ertappt und möchte mich wirklich zukünftig weniger für sinnloses entschuldigen und Entschuldigen (und Nonpologies) akzeptieren.
Die letzten Kapitel über Entschuldigungen von Prominenten fand ich nochmal auf einer anderen Ebene spannend, weil diese Diskurse beispielsweise über Elhotzo ja sehr aktuell sind. Insgesamt ein gelungenes Buch :)
Profile Image for Atta.
25 reviews
July 29, 2024
Ein sehr gelungenes Buch für People Pleaser. Sehr beflügelnd und stärkend. Es werden sehr viele Themen angeschnitten und für mein Empfinden hätten die Themen alle noch mehr beleuchtet werden können. Andererseits hätte man noch tausend Themen mehr ansprechen können. Es wird einem mal wieder vor Augen geführt in welchen patriarchalen Strukturen wir leben und wie insbesondere Frauen sozialisiert werden. Löst viel Wut aus. Werde mich erstmal nicht wieder so schnell für Nichtigkeiten entschuldigen.
Profile Image for Katharina.
43 reviews
May 30, 2024
Kein super schweres, hoch komplexes oder innovatives Buch - aber absolut super zu lesen, feministisch und vor allem: es führt mir Leserin stets den Spiegel vor und regt mich zum nachdenken an.

Wer auf der Suche nach einem Easy-Feminist-Read ist, der ein großes Problem der Gesellschaft leicht aufarbeitet und thematisiert: hier wird man fündig ✨
Profile Image for NAT.orious reads ☾.
961 reviews413 followers
June 2, 2024
Ein durchaus lesenswertes und kurzweiliges Buch in dem ich mich in vielen Dingen wiedererkannt habe. Manche Details hätte ich mir aber besser recherchiert oder ausgearbeitet gewünscht.
Profile Image for QueenInTheNorth.
519 reviews11 followers
Read
May 30, 2024
Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Die Message, die transportiert werden sollte, ist ohne Frage wichtig. Trotzdem fühlte es sich für mich doch recht vage an - und einen Punkt muss ich anmerken: beichten gehen und Absolution bekommen, heißt nicht, dass einem die schlimmsten Sünden "einfach so" vergeben werden! Absolution kann verweigert werden, wenn der Beichtende nicht aufrichtig bereut - und letztendlich dient das Sakrament der Beichte meines Erachtens weniger dazu Schuldlosigkeit zugesprochen zu bekommen, sondern schlichtweg sein Gewissen zu erleichtern, denn Priester sind an das Beichtgeheimnis gebunden, deine mittelalterlichen Freundinnen Hildburga und Waltraut aber nicht, die können dich also fröhlich beim Dorfschulzen verpfeifen, wenn sie lustig sind oder es rutscht ihnen versehentlich gegenüber ihren Männern raus, die es wiederum jemandem verraten könnten.
Tara sagt ja selbst, sie hat mit Religion nichts an der Mütze, völlig fine. Dann sollte man allerdings besonders tiefgehend recherchieren und mit mehr als einem Katholiken sprechen (Beichte = katholisches Sakrament, für die, die es nicht wissen, die evangelische Kirche hat das nicht, da hat der Pastor aber natürlich auch seelsorgerische Aufgaben!), statt nur eine Website der kath. Kirche in Deutschland aufzurufen, sich mal kurz durchs Wiki zu klicken und sich an seine Schulzeit zu erinnern. Hier hätte ich mir mehr Sorgfalt gewünscht, tbh.

An sich war es kein schlechtes Buch, ich finde durchaus, dass ich jetzt Entschuldigungen unter anderen Gesichtspunkten betrachte als vorher. Für mich war es allerdings nicht so gut wie Dramaqueen, das meiner Meinung nach eine klarere Botschaft hatte und mich nicht mit so einem "Hm"-Gefühl zurück gelassen hat. Ansonsten kann ich aber allen nur empfehlen, Tara auf Instagram zu folgen, denn sie macht wirklich guten & wertvollen Content!
Profile Image for Jasmin.
165 reviews20 followers
June 13, 2024
Eigentliches Rating: 3,5 ✨ (vielleicht)

Ich weiß nicht genau, weshalb mir das Rating für dieses Buch so schwer fällt, aber ich habe direkt (wie so oft) das Bedürfnis, mich zu entschuldigen. Womit wir direkt beim Kern des Buches angekommen wären. Ich selbst entschuldige mich auch viel zu viel und habe mich erschreckend häufig an vielen Stellen des Buches wiedererkannt. Und es hat mich zum Nachdenken angeregt und wird mich wahrscheinlich auch in Zukunft in diversen Momenten begleiten.

Nichtsdestotrotz hat mir irgendetwas gefehlt. Vielleicht mehr Hilfe? Mehr Vorschläge für das, was machen machen könnte? Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß, ist dass ich Tara’s Art sehr gerne mag und ihr Buch (ein Glück) nicht so trocken war, wie es andere Sachbücher gerne einmal werden können. Es gibt auf jeden Fall eine Leichtigkeit, ohne dass die Ernsthaftigkeit des Themas verloren geht.
Profile Image for _eat.read.love_.
476 reviews20 followers
June 24, 2024
Super interessant, lehrreich, humorvoll und ehrlich! Ich hab mich sehr oft ertappt bzw. verstanden gefühlt und einige Kapitel haben mich ordentlich zum Nachdenken angeregt! Was ist eine Entschuldigung, was bedeutet es eigentlich sich zu entschuldigen, wie sieht eine gute Entschuldigung überhaupt aus und ist sie immer notwendig oder sogar wichtig? Viele viele Fragen und sehr viele interessante und spannende Ansätze! Ich glaube beim nächsten ,Sorry aber…‘ im Alltag werde ich definitiv Taras Stimme im Ohr haben! ;)
Profile Image for clari.
43 reviews
April 15, 2025
wichtig aber nichts weltbewegendes.. ich als Tara Fan war sehr hyped und hab mich auf das Buch gefreut. Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht wurde, nur mega geflashed bin ich auch nicht. Es hat sich (vor allem am Ende) für mich so angefühlt, als würde sie das Buch so schnell wie möglich einfach beenden wollen, was sie tat. Sie teilte selber bei social media, dass sie bei dem Buch unter Zeitdruck litt & das habe ich zumindest auch etwas gespürt.
Ich würde es trotzdem Leute empfehlen, die merken dass sie sich oft für die kleinsten Dinge entschuldigen & people pleasen! Außerdem gab es viele Passagen bei denen ich schmunzeln musste oder etwas gelernt habe!:)
Profile Image for Steffi.
16 reviews1 follower
July 18, 2025
Das Thema hat mich total angesprochen und ich habe mich beim Lesen selbst wiedererkannt (fellow people pleaser & chronic apologiser). Stilistisch top und sehr unterhaltsam. Aber ich habe irgendwie den roten Faden vermisst. Es wirkt eher wie eine Aneinanderreihung von Anekdoten. Ich würde das Buch als eher persönlich und weniger faktenbasiert beschreiben. Daher ist es für mich wahrscheinlich auch eines der Bücher, bei dem ich schon nach kurzer Zeit den Inhalt nicht mehr wirklich wiedergeben kann, deshalb 3 Sterne.
Profile Image for Chiara.
69 reviews
November 5, 2024
3.5
Ich hatte mir etwas mehr erhofft und konnte keinen roten Faden finden. Dennoch interessante Thematik und guter Input zu verschiedenen Artikeln und Literatur.
Dass sie, wie in allen ihren Büchern, das generische Femininum verwendet finde ich passend um auch andere Perspektiven aufzuzeigen.
Profile Image for PiaReads.
345 reviews8 followers
April 1, 2025
Manchmal begegnet man einem Hörbuch, das einen überrascht – im positiven Sinne. Bei diesem war es so. Obwohl ich zunächst skeptisch war, ob mich das Thema wirklich fesseln würde, hat die Autorin es geschafft, mich mit ihrer angenehmen, nahbaren Art in den Bann zu ziehen.

Besonders vorteilhaft ist, dass sie ihr Buch selbst liest. Dadurch kommt die persönliche Note noch stärker zur Geltung. Ihre Stimme transportiert nicht nur die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern auch ihren eigenen Humor und ihre authentischen Emotionen. Besonders charmant fand ich die Momente, in denen sie selbst über die Absurdität mancher Textpassagen lachen musste. Das macht das Ganze umso greifbarer und sympathischer.

Inhaltlich punktet das Hörbuch mit einer gelungenen Mischung aus persönlicher Reflexion, gesellschaftlicher Analyse und historischen Fun Facts. Auch wenn das Thema „Entschuldigungskultur“ für mich zunächst nicht besonders reizvoll klang, wurde es durch nachvollziehbare Anekdoten und interessante Hintergründe zu einem spannenden Hörerlebnis.

Empfehlen kann ich das Hörbuch also auf jeden Fall – vor allem für Menschen, die Lust auf eine smarte, humorvolle Reflexion über Sprache, Kultur und unser soziales Miteinander haben. Ein kleiner Vorbehalt für diejenigen, die sich an nicht ganz korrekt ausgesprochenen englischen Begriffen stören – das könnte den Hörgenuss hier und da trüben. Für alle anderen ist es definitiv eine lohnende Wahl!
Profile Image for Denise.
298 reviews12 followers
July 8, 2024
Grob gesagt, geht es in diesem Buch darum, dass sich Frauen viel häufiger entschuldigen als es nötig ist. Wittwer zeigt das anhand einiger Beispiele aus ihrem realen Leben, in denen ich mich häufig wiedererkannt habe. Männer sehen in den meisten Fällen gar nicht die Notwendigkeit, sich zu entschuldigen, während Frauen sich teilweise allein für ihre Existenz entschuldigen oder dafür, Raum einzunehmen. Und genau das beobachte ich sehr häufig in meinem Alltag. In Situationen, in denen Männer in meinem Umfeld sich nicht entschuldigen, obwohl ich das in der Situation getan habe. Oder Momente, in denen ich an Personen vorbei möchte und mich dafür entschuldige, dass sie mir Platz machen. Das sind Situationen, die mir bekannt sind, die mir nicht neu sind, die ich jetzt aber doch noch einmal mit anderen Augen betrachte.

Wittwer erzählt einige Anekdoten bezüglich des Entschuldigens aus ihrem eigenen Leben, aber sie beleuchtet auch die Historie der Frau, die natürlich dafür verantwortlich ist, dass wir heute noch danach handeln. Dass uns Frauen seit Generationen vorgesagt wird, dass wir ruhig sein müssen, nicht auffallen dürfen, dass wir nicht unangenehm sein dürfen – und uns eben jetzt, im 21. Jahrhundert genau aus diesem Grund noch dafür entschuldigen, wenn uns jemand im Weg steht. Es ist so absurd und dennoch können viele von uns Frauen nicht aus ihrer Haut.


Besonders interessant fand ich hier tatsächlich den historischen Kontext. Beispielsweise die Konsequenz für Frauen, die zu geschwätzig, zu laut sind, einen Maulkorb tragen zu müssen, der um den gesamten Kopf gelegt wird – manchmal sogar noch mit Dornen im Mundbereich, was nicht nur erniedrigend für die Frauen war, sondern auch schmerzhaft. Genauso interessant fand ich aber die Information, dass sich Marie Antoinette bei ihrer Hinrichtung beim Henker entschuldigt haben soll, weil sie ihm auf den Fuß getreten ist. Sie weiß, dass sie in wenigen Minuten durch die Hand dieses Mannes sterben wird, und entschuldigt sich dennoch bei ihm. Es ist so unbegreiflich und gleichzeitig kann ich mich in so eine Situation gut hineinversetzen.

FAZIT
„Sorry, aber …“ hat mich mal wieder zum Nachdenken gebracht, was es bedeutet, eine Frau zu sein. Und wieder habe ich denk Gedanken, wie ätzend es sein kann, eine Frau zu sein. Obwohl mir all die Situationen, in denen ich mich unnötigerweise entschuldige, bewusst sind, hat mir dieses Buch noch einmal mehr die Augen geöffnet. Es ist keines dieser weltbewegenden Bücher, die die eigene Weltanschauen nachhaltig beeinflussen. Aber es ist ein Buch, durch das ich mich verstanden gefühlt habe. Und das mit einigen interessanten Fakten rund um Frauen und das Entschuldigen punkten konnte.
Profile Image for Pauline.
23 reviews2 followers
June 17, 2024
An sich ein interessantes Thema und ich hab auch super viel gelernt und mich in vielen Sachen wiedergefunden. Aber leider bedient das Buch eher eine heteronormative und sehr doll eine cisnormative Perspektive, was mich an diesem Popkultur-Feminismus immer wieder stört.
35 reviews
July 4, 2024
Vermisse einen roten Faden, aber sehr wichtige Themen - sollte man gelesen haben
Profile Image for Jenny.
689 reviews21 followers
December 30, 2025
https://viciousbooknerd.wordpress.com...

Mit „Sorry, aber …: Eine Verzichtserklärung an das ständige Entschuldigen“ legt Tara-Louise Wittwer ein Sachbuch vor, das sich einem Verhalten widmet, das so alltäglich ist, dass es kaum noch hinterfragt wird: dem ständigen Entschuldigen. Schon der Titel macht klar, dass es hier nicht um Benimmregeln oder Höflichkeitsfloskeln geht, sondern um ein tief verwurzeltes gesellschaftliches Muster – und um die Frage, wem dieses Muster nützt und wem nicht.

Ausgehend von persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen zeigt Wittwer, wie früh wir lernen, uns zu entschuldigen. Bereits in der Kindheit werden Kinder – vor allem Mädchen – dazu angehalten, Verantwortung für Situationen zu übernehmen, die sie weder verursacht noch kontrolliert haben. Mädchen sollen ausgleichen, beruhigen, vermitteln. Sie werden neben „schwierige“ Jungen gesetzt, um deren Verhalten zu regulieren, und wachsen mit der unausgesprochenen Erwartung auf, sich anzupassen, statt Raum einzunehmen. Dieses Muster zieht sich, so Wittwer, durch Jugend, Berufsleben und schließlich bis in die Mutterschaft, wo Frauen gesellschaftlich ohnehin für nahezu alles verantwortlich gemacht werden.

Besonders eindrücklich ist dabei die Analyse der Schuldverteilung: Kritisiert wird häufig nicht das System, das strukturelle Ungleichheit aufrechterhält, sondern die einzelne Frau, die in diesem System versucht zu funktionieren. Wittwer bringt diese Dynamik pointiert auf den Punkt und zeigt, wie eng Entschuldigung, Schuld und Macht miteinander verknüpft sind.

Ein großer Pluspunkt des Buches ist die Art und Weise, wie komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge aufbereitet werden. Popkulturelle Beispiele – etwa prominente Skandale oder öffentliche Fehden – werden gezielt eingesetzt, um zu verdeutlichen, wie sehr unser Umgang mit Fehlern und Entschuldigungen auch durch Medien, Stars und soziale Netzwerke geprägt ist. Ergänzt wird dies durch historische Einordnungen, die zeigen, dass sich Entschuldigungen im Laufe der Zeit gewandelt haben und keineswegs so „natürlich“ oder neutral sind, wie sie oft erscheinen. Dadurch entsteht ein rundes, vielschichtiges Gesamtbild, bei dem man als Leserin nicht nur emotional abgeholt wird, sondern auch inhaltlich einiges mitnimmt.

Der Schreibstil ist humorvoll, ironisch, direkt – und immer wieder bewusst provokant. Gerade diese Mischung macht das Buch sehr zugänglich. Viele Informationen sind leicht verdaulich, ohne oberflächlich zu wirken. Die zahlreichen Anekdoten sorgen dafür, dass man sich beim Lesen immer wieder selbst ertappt fühlt. Wer dazu neigt, sich ständig zu entschuldigen – selbst dann, wenn man eigentlich nur Mitgefühl ausdrücken oder höflich sein möchte – wird sich in vielen Passagen schmerzhaft gut wiederfinden.

Wittwer zwingt ihre Leser*innen dazu, einmal die Erfahrung zu machen, die Frauen im Alltag ständig machen müssen – nämlich nicht selbstverständlich mitgedacht zu werden. Dieser Perspektivwechsel ist unbequem, aber wirkungsvoll, und verleiht dem Buch eine zusätzliche Tiefe.

Gleichzeitig ist nicht zu leugnen, dass „Sorry, aber …“ ein stark feministisches Werk ist. Der Fokus liegt klar auf den Erfahrungen von Frauen, und manche Kapitel entfernen sich spürbar vom eigentlichen Thema der Entschuldigungskultur. Der rote Faden geht stellenweise verloren, und nicht jede Abschweifung wirkt inhaltlich zwingend notwendig.

Fazit:
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt das Buch äußerst wirkungsvoll. Es regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu sein. Wittwer präsentiert keine endgültigen Wahrheiten und erhebt nicht den Anspruch, die eine richtige Sichtweise zu liefern. Stattdessen lädt sie dazu ein, eigene Verhaltensmuster, Reflexe und gesellschaftliche Prägungen zu hinterfragen – und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Für fünf Sterne haben mich zu viele formale Kleinigkeiten gestört, insbesondere die mangelnde Stringenz einzelner Kapitel. Als Gesamtwerk betrachtet ist „Sorry, aber …“ jedoch ein kluges, wichtiges und inspirierendes Buch, das Potenzial hat, den eigenen Umgang mit Entschuldigungen nachhaltig zu verändern.

4 von 5 Sternen!
Profile Image for Vivi.
40 reviews
November 30, 2025
Sorry, aber.....es gibt keinen Grund dieses Buch nicht zu lesen und es für gut zu befinden!
27 reviews14 followers
August 7, 2025
Folge Tara seit ewig und drei Tagen und war daher sehr gespannt, wie sie sich als Kulturwissenschaftlerin dem Thema der Entschuldigungskultur widmet. Leider empfinde ich schon fast das Bedürfnis, mich dafür zu entschuldigen, dass ich die Auseinandersetzung leider als wenig analytisch empfunden habe (und gelegentlich bei den historischen Einordnungen auch deutlich innerlich Einspruch erhoben und mehr Tiefgang und Differenzierung eingefordert habe). Das ist dann ja doch schon etwas meta - wer ist jetzt "Schuld" daran, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden? 🤭 Jedenfalls: unterhaltsam, aber leider auch recht oberflächlich, mäandernd und sehr selbstreferenziell.
3 reviews
July 21, 2024
Ich habe mich ziemlich durch das Buch gequält und fand es leider sehr belanglos.
Profile Image for Janine.
1,440 reviews19 followers
December 29, 2024
Was soll ich sagen? Ich habs einfach geliebt. Dieses Buch habe ich diesmal nicht gelesen, sondern habe es mir angehört und ich kann es euch nur empfehlen dies gleich zu tun, denn die Autorin Tara hat ihr eigenes Buch eingesprochen. Sorry, aber diese Frau hat die Message ihres Buches einerseits humorvoll und unterhaltsam rübergebracht und andererseits hat sie einen zum Nachdenken gebracht und sich selbst reflektieren können, was halt eben nun nicht jeder kann. Außerdem liebe ich auch ihren trockenen Humor und ihre sarkastische Art. Lieben wir einfach nur. Nun zum wichtigen Teil: ich habe mich wirklich in der einen oder anderen Situation selbst wiedererkennen können und stellenweise dachte ich mir: Krass ja stimmt oder krass ja das Gefühl oder diese Situation kennst du doch. Mir hat es auch gefallen, dass Tara dem Leser einfach Mut gemacht hat und man sich nicht entschuldigen kann muss, dass man so ist wie man ist oder dass man vor allem als Frau seine Meinung kundtut oder sich vielleicht sogar lautstark wehrt. Und das macht Tara alles auf eine authentische Art und Weise, stellenweise mit persönlichen Anekdoten und mit Ratschlägen, die nicht belehrend sein sollen, sondern man das Gefühl hat, dass eine gute Freundin neben dir sitzt und dir einen guten Tipp gibt. Für mich persönlich ist es ein Highlight gewesen und ich kann es euch wärmstens und von Herzen nur weiterempfehlen. Must have and must read für jede Frau.
Profile Image for Tabea Maria .
13 reviews
August 20, 2025
Eher 4.25/4.5 Sterne: Diese Buch ist eine Art persönliche Abrechnung der Autorin mit verschiedenen Arten von Entschuldigungen: Nonpologies, manipulative Entschuldigungen, sich als Frau übermässig zu entschuldigen, etc. Oder ein - wie es Demi Lovato nennen würde - sorry, not sorry!
Anstatt einer trockenen Aufarbeitung von verschiedenen Arten, Gesichtern und Geschichten von Entschuldigungen, bringt die Autorin selbstkritische, humorvolle und teils auch rührende Anekdoten ihrer Kindheit, Jugend und roaring twenties - alles im generischen Femininum. Was den Lesefluss anfangs noch "stört", zeigt doch bald das auf, was die These vieler Gendersternchenphobiker (generic masculine form intended) widerlegt: die Frauen sind einfach nicht mitgemeint
Profile Image for SophieBlack6.
67 reviews1 follower
April 29, 2025
Ich denke ich werde dieses Buch mit einem Zitat zusammenfassen: „Es ist immer einfach Verhaltensweisen losgelöst von jahrhunderterlanger gesellschaftlicher Sozialisierung und Gender zu beachten und das kompakt zusammenzufassen mit - hä, ja lass das doch einfach“
Hab mich sehr oft in den gleichen Situationen gesehen.
4/5 ⭐️
Displaying 1 - 30 of 296 reviews

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