Ich bin sehr unsicher, was ich von diesem Buch halten soll, in Weihnachtsstimmung versetzt hat es mich nicht so recht, denn nur weil diverse Weihnachtsmärkte besucht werden oder die ein oder andere Lichterkette irgendwo hängt, heißt es ja nicht, dass das gleich dieses heimelige, warme und gemütliche Gefühl hervorruft. Man begleitet Ava auf der Reise mit ihrer besten Freundin Debs nach Paris- vieles möchte sie hinter sich lassen, ihre nervige Mutter, den Exfreund, der sie betrogen hat. Klar, dann fährt man eben spontan mit, auch ohne einen Koffer zu packen, denn was braucht man im
Winter kurz vor Weihnachten schon an Klamotten. Angekommen nervt der Ex immer noch rum und plötzlich kommt vor dem Hotel ein fremder Typ daher, der einfach mal Fotos von einem macht, man ist tierisch wütend und am Schluss geht man halt doch mit ihm, seinem besten Freund und der Freundin essen. 😂
Besagter Fotograf hat auch eine harte Zeit hinter sich, hat seine Schwester in einem Feuer verloren und wurde selbst dabei verletzt. Die Familie ist nicht mehr so, wie sie war und überhaupt fällt alles schwer.
Die beiden verlieben sich erwartungsgemäß ineinander und am Ende ist alles tuttifrutti. Was mich ja überhaupt nicht stört, aber das alles in einer Woche? Und alles, was vorher einem Scherbenhaufen glich, fügt sich wie auf wundersame Weise zusammen?
Alles in allem fand ich das Buch ja nicht schlecht, es hat mich unterhalten und konnte es auch relativ schnell lesen. Doch die letzten 80 (?) Seiten war ich recht genervt davon, wie schnell dann alles abgefertigt wurde und die Probleme sich lösten. Dieses Kribbeln, das ich schon bei diversen anderen Liebesromanen/-geschichten hatte, kam hier einfach nicht auf.
Und zum Schluss, dieser (moderne) Dirtytalk, der ja eigentlich irgendwie lasziv und erotisch und heiß wirken soll, ist einfach irgendwie peinlich.
1. Witze über coq (au vin) machen keinen geil. Finde ich.
2. Plötzlich heißt man nicht mehr Hans-Hubert und Bärbel oder in dem Fall Ava und Julien, sondern Monsieur Fitoussi. “Hey, monsieur Vieh-Tussi, lass uns ma ‘n büsschn coq essen 😏!” Fand ich schon bei Shades of Grey doof. Wer redet denn (auch speziell kurz vorm Koitus 😂) so? Ich würde wahrscheinlich laut loslachen, wenn das mein Partner auf einmal auspacken würde. Am besten auch noch mit der rauchigsten Stimme, die er aufbringen kann.
3. Sich mit Fruchtfleisch einschmieren und ablecken? Ah ja. Okay. Cool cool cool cool cool. I’m out (obwohl Fruchtsäurepeelings ja echt gut für die Haut sind... 🤔).
EDIT: Gelegentliches Einwerfen französischer Wörter im Sprachfluss und die Erwähnung von Camembert machen KEIN französisches Feeling. Nope. Sorry.