Wie ist uns eigentlich die Zukunft abhandengekommen? Was war noch mal die Frage, auf die Fortschritt und Wachstum eine Antwort sein sollten? Und: Wie kann aus der Zukunft wieder ein Versprechen werden statt einer Bedrohung? Harald Welzers Buch gibt Antworten auf diese Fragen. Es lotet die Abgründe des erdrückenden Konsumwahns und politischen Illusionstheaters aus und zeigt, wie viele konkrete und attraktive Möglichkeiten zum widerständigen und guten Leben es gibt. Die ersten Schritte sind ganz einfach: sich endlich wieder ernst nehmen, selbst denken, selbst handeln.
Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. "Der Spiegel" stellte ihn im August 2007 in seiner Serie herausragender Wissenschaftler als "produktiven Quergeist" einem breiten Publikum vor. (Klappentextinformation aus "Klimakriege" 2008)
Ich muss gestehen, dass ich lange nicht mehr so eine frustrierende Lektüre in der Hand hatte, wie Harald Welzers „Selber Denken: Anleitung zum Widerstand“.
Auf der einen Seite hat Welzer immer wieder gute Gedanken (individuelles Handeln schafft Realitäten, Bildung von Resilienzgesellschaften, Ineffektivität staatlicher Intervention usw.) aber seine Schlussfolgerung aus diesen Erkenntnissen sind oftmals hanebüchen, widersprüchlich und zeugen zumeist von einem stark simplifizierten respektive limitierten Verständnis komplexer Vorgänge und Systeme.
Welzer kann Konsum- nicht von Kapitalismuskritik trennen, versteht die Implikationen einer keynesischen Wirtschaftsordnung nicht (insbesondere in Hinblick auf seine hayeksche Alternative) und reduziert diese auf einen vermeintlich feststehenden expanisven Kapitalismusbegriff den er attackiert. Seine geistige Kurzatmigkeit führt dabei zu regressiven, fortschrittsfeindlichen, ja schon fast neo-ludditischen Ideen
Dabei setzt er allerlei Behauptungen in die Welt, welche er zumeist lediglich mit anekdotischer Evidenz belegt anstatt sie mit greifbaren Daten, Zahlen oder Fakten unter Bezugnahme auf seriöse Studien usw. zu untermauern. Viele dieser Behauptungen sind einfach nur abstrus, manche schlichtweg falsch und andere wiederum so naiv begründet oder hergeleitet, dass sich der geneigte Leser regelmäßig mit der flachen Hand gegen die Stirn schlagen und laut aufstöhnen möchte.
Eine Kostprobe Nonsense gefällig?
1. Welzer behauptet: Kreditvergabe ist für den Kreditgeber immer ein profitables Geschäft. —> Von Zahlungsausfällen für Kreditgebern scheint Welzer noch nie etwas gehört zu habe. Die Wirtschaftskrise 2008 wäre nach seiner Logik somit gänzlich unmöglich gewesen.
2. Welzer behauptet: Menschliche Kooperation lässt sich nicht mit Rational Choice Theorie erklären. —> Ich war eigentlich immer davon ausgegangen, dass Axelrods spieltheoretische Untersuchungen zum Gefangenendilemma und die daraus resultierenden Zusammenhänge von rationaler Entscheidungsfindung und Kooperation weithin bekannt sein. Auch hier scheint Herr Welzer eklatante Defizite zu haben.
3. Welzer behauptet: Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen erhalten Arbeit und Freizeit den gleichen Wert. —> Dies ist natürlich völliger Unsinn. Produktivität und das Schaffen von Nutzen wird systematisch entwertet, Einsatz von Ressourcen in Form von Arbeitskraft erhält ganz im Gegenteil sogar einen negativen Faktor (z.B. bei Finanzierung eines BGE (über die Welzer natürlich kein Wort verliert) durch eine negative Einkommenssteuer) ggü. Freizeit.
Welzer bläst permanent Utopien wie z.B. ein BGE in den Raum, geht aber nie auf konkrete Aspekte der Machbarkeit, Finanzierung oder potentielle mittelfristige Auswirkungen auf die Incentivierung und Produktivität sowie die Bedeutung für Preisbildung und Marktsignale ein.
Dabei kommt noch erschwerend hinzu, dass Welzers Buch keinerlei roten Faden hat und er offenbar unfähig ist, seine Argumente auch nur ansatzweise stringent vorzutragen. Er springt von einer Sache zur anderen und wieder zurück, er wiederholt sich und widerspricht sich in schöner Regelmäßigkeit. Das Ganze ist beim Lesen so frustrierend, dass ich das Buch mehrmals angeschrien habe, was dieser Scheiß eigentlich soll und ob diese eklatantem Mängel wirklich keinem Lektor aufgefallen sind.
In Summe kann man Welzers Buch nicht ernstnehmen, nicht mal als Populär-Sachbuch. Welzers Dialektik ist eigentlich eine Beleidigung für jeden geistig gesunden Menschen mit einem IQ über Raumtemperatur und sein herablassend-arroganter Duktus passt mal so gar nicht zu den gigantischen Defiziten im Wissen um das, über dass er da schreibt.
Kurzum: Dieses Buch ist irrelevant und trägt nichts Wertwolles zur wichtigen Debatte um Freiheit, Zukunft und Gesellschaft bei. Umso erschreckender ist die Größe von Welzers Gefolgschaft und die Verkaufszahlen die seine Bücher regelmäßig erreichen.
Eigentlich ein sehr nettes Buch. Hier einige lesenwerte Zitate und Argumente, die - wenn auch nicht immer wasserdicht - in jedem Fall guten Diskussionsstoff bieten können (weiter unten dann Kritik und Fazit):
- "Wir wissen von keiner Gesellschaft, die sich selbst ausserhalb eines generationenuebergreifenden Geschichtsverhältnisses verstanden hätte."
- Wie manche Unternehmen - insbesondere Lifestyle brands - Konsumenten zu ihren eigentlichen Produkten gemacht haben, indem sie deren "aussengeleitete Beduerfnisse" als Verbraucher komplett ueberfluessiger Erzeugnisse befriedigen." (p.39)
- Dass wir es im 21. Jahrhundert mit einer post-Ideologie zu tun haben, die unter sich alle "denkbaren Regierungs- und Staatsformen duldet, sofern diese nur kapitalistisch wirtschaften" und dass jegliche Form von Widerstand eben auch kommerzialisiert und der Systemlogik unterworfen werde kann. Dafuer gibt es natuerlich viele Beispiele, wie etwa das Abbilden von Widerstandssymbolen auf ueberteuerten Konsumguetern oder die Kommerzialisierung und das Mainstreaming von konträren Gegenbewegungen wie etwa der Punk Szene.
- Die mentale Umstrukturierung der Welt in einen blossen Herstellungsvorgang, einen Arbeitsgang (p.63), ähnlich wie Frederico Campagna in Technic and Magic argumentiert. Welzer teilt Campagna's Analyse, dass das grundlegende Problem der moderne nicht in den Details einer bestimmten Wirtschaftslogik sondern in der Weltanschauung "ALLE IMMER" liegt. (p.66) siehe auch: "jede Technik ist nur so gut oder schlecht, wie die Kultur, die sie zur Anwendung bringt." (p.107)
- "Die Idee, man könne nach einem Masterplan eine umfassende Transformation planen und erfolgreich umsetzen, könnte allerdings nicht nur naiv sondern auch politisch folgenreich sein. Wo so etwas durchgefuehrt wurde, endete es regelmässig im Desaster - die russische Revolution war ja ebenso ein intentionaler Transformationsprozess wie die nationalsozialistische." Ein gutes Argument, dass die auch vor kurzem vom kanadischen Psychologen Jordan Peterson angefuehrte Kritik aufgreift, man solle Leuten gegenueber kritisch sein, die versuchen die Welt zu verändern, indem sie andere verändern. (p.68)
- "konsumbuerger können nur reagieren, nicht gestalten." (p.78)
Die Ökobewegung kritisierend schriebt Welzer: "Mit dieser Utopieferne hängt ein eklatanter Mangel an Reflektivität zusammen: Wenn ich vor allem die Schäden im Auge habe, die Fischereiunternehmen und Chemiekonzerne anrichten, gerät ja schnell aus dem Blick, dass die Fische fuer einen Markt gefangen und die Waschmittel fuer einen Markt produziert werden, auf dem ich selber auftrete. Diese Form der Betrachtung hat den Vorteil, dass ich Probleme immer genau dort identifizieren kann, wo ich nicht bin, weshalb ich elegant Forderungen nach dem Abbau von Missständen erheben kann, ohne meine eigene Position ins Spiel zu bringen." (p. 103)
- Der Unterschied zwischen "dagegen sein" und "die Rolle des Dagegenseins annehmen" (p.105)
- Utopien sind ein grossartiges Mittel, um Denken und Wuenschen zu ueben. (p.136)
- "Die Bedeutung solcher Wir- und Selbstbilder kann fuer eine Kultur der Transformation gar nicht hoch genug eingeschätzt werden." (p.184)
- "Die seit JAhren sinkende Wahlbeteiligung und die rapide abnehmenden Mitgliederzahlen von Parteien und Gewerkschaften sind nicht Ausdruck von politischem Deinteresse, sondern spiegeln einerseits das verbreitete Gefuehl, durch solche Organisationen nicht mehr angemessen vertreten zu sein. Andererseits zeigen sie den Strukturwandel der kommunikativen und politischen Öffentlichkeit an." (p. 193)
- "Soziale Veränderungen, bei denen niemandem etwas weggenommen wird, wo kein Privilegierter etwas abgeben muss, die ohne Umverteilung auskommen, denen jeder Aussenstehende Beifall klatscht, können keine sein. Irgandjemand wird dann mit Sicherheit betrogen." (p. 236)
- "Die Entkoppelung von Wissen und Denken" (p.245)
- "das Prinzip der Fremdversorgung bildet die Benutzeroberfläche einer rechenschaftslosen Welt, in der es keine Verbindung zwischen Produktion und Konsumtion gibt, ausser jender, die das Geld stiftet, mit dem das Produkt bezahlt wird. Aber Geld ist seinerseits eine Abstraktion." (p.244)
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Kritik
Welzer prangert auf Seite 74 das Moralisieren und Skandalisieren von Konsumentscheidungen an, da diese nicht "zum politischen Protest im eigentlichen Sinn, sondern lediglich zu einer politisch motivierten anderen Konsumentscheidung [fuehrt]". Ueber Menschen, die unnachhaltig (zu viel) konsumieren schreibt Welzer (direkt an den Leser, also mich gewandt) jedoch selbst auf Seite 53: "Sie betruegen jetzt nicht mehr nur die anderen, irgendwo da draussen in der Welt, sondern inzwischen auch Ihre eigenen Leute - Ihre Kinder, Nichten, Neffen, Enkel und wer nach Ihnen noch so kommt. Und damit auch sich slbst, denn so schlecht wollten Sie ja nie sein." Wenn das nicht Moralisieren und Skandalisieren, so ganz im Widerspruch zu dem oben angefuehrten Zitat ist, dann weiss ich auch nicht.
Auf Seite 108 steht: "eine Kultur, die nicht dem expansiven, sondern inem reduktiven Paradigma folgen wuerde, wäre an Effizienzsteigerung gar nicht interessiert: Sie wuerde nämlich darueber befinden, was sie fuer ihre Vorstellung von gutem Leben braucht, und danach ihren Mitteleinsatz bestimmen." (p.108) Das ist natuerlich vollkommener Blödsinn. Selbst eine auf Reduktion gepolte Kultur wäre an Effizienz interessiert. Warum, mehr verbrauchen, wenn es auch mit weniger ginge. Diese Argumentation macht schlicht weg keinen Sinn.
Auf Seite 147/8 kommt diese uebertriebene Kritik, dass sich Hollywood nur mit Endzeit Szenarien befasse oder dass Sportarten wie Klettern oder andere "extremsporte" die Fragen aufwuerfen, ob sich die Leute "nichts besseres vorstellen könnten." Check ich nicht. Muessen wir jetzt gegen alles sein, was nicht dem politischen Entgegensein entspricht?
Und Welzer's Darstellung des BGE ist so unglaublich vereinfacht und von jeglicher - berechtigter Kritik entfernt - dass es schwer ist, sich mit ihr ueberhaupt ordentlich ausseinander zu setzen.
Auf Seite 99 scheibt Welzer: Ich habe gelernt, "dass politische Sozialiation primär nicht ueber Inhalte geschieht, sondern ueber die Gemeinsamkeit von Erfahrung im Prozess des Dagegenseins." Das ist ein Problem, denn Dagegensein, ist der einfache Teil und wenn unser politische Charakter sich allein durch diese Erfahrung definiert, sieht es mit einem konstruktiven Blick in die Zukunft schlecht aus. Ja, dieses Buch ist eine "Anleitung zum Widerstand." Aber Widerstand alleine reicht nicht. Welzer stellt da natuerlich seine Utopie - die er auch als solche benennt - vor, betont jedoch gleichzeitig wie gefährlich Utopiene, in ihrer Verinfachung komplexer Sachverhalte sein können. Die letzten Kapitel mit anschaulichen Beispielen aus dem wahren Leben wie die Zukunft aussehen könnte hat mir gefallen, doch bleibt hier leider eine Auseinandersetzung mit der einer flächendeckenden Umsetzung dieser Beispiele völlig aus.
Die Anleitung zum Widerstand ist Welzer gelungen und in vielen Punkten fuehlte ich mich initial stark von seiner Polemik mitgerissen. Das Buch hat viel Potential und regt ordentlich zum Nachdenken an, wenn man denn daran interessiert ist, durch die Polemik hindurch den Kern einiger seiner Argumente von verschiedenen Seiten zu ertasten. Nach längerem Nachdenken und zweitem Durchkämmen des Buches sind mir trotzdem eine Hand der oben angefuehrten Widersprueche, Fehlformulierungen und allgemeinen starken Vereinfachungen aufgefallen, die in ein Fazit einfliessen sollten. Trotz der genannten Schwächen hat mir das Buch gefallen, denn es hat in jedem fall etwas zur Debatte um die Zukunft unserer Gesellschaft beizutragen. /d.
Die Kritik der Konsumgesellschaft und der Wachstumsfixierung fand ich sehr interessant. Aber nach einer Weile hat der Autor einfach alles kritisiert, sogar Umweltschutsmaßnahmen (irgendwann dachte ich, der Titel des Buches hätte auch "Alles ist sch***e" sein können). Die Wiederholungen nahmen gegen Mitte des Buches auch zu, sodass ich mir dachte, wofür ich das überhaupt noch weiterlesen soll. Übrig bleibt für ihn nur Konsumverzicht - eine Sicht, die weniger weit entwickelt ist als z.B. die von Ugo Bardi in seinem Buch "Der geplünderte Planet". Der schlägt zum Beispiel vor, Elektronikartikel aus einfacher zu recyclenden Komponenten herzustellen, in denen einzelne Materialien in höheren Konzentrationen vorkommen.
In het begin had ik het gevoel verzamelde columns te lezen en hij herhaalt sommige voorbeelden al wel eens, maar gaandeweg ontstaat er ook een structuur, of eerder een flow van kritiek op de huidige maatschappij naar een uitnodiging om een eigen, concreet verhaal te schrijven met je daden. Het boek noemt zich 'een leidraad voor verzet', maar het is niet praktisch ingesteld. Het wil eerder een mindset installeren, namelijk: durf voor jezelf denken, maak je los van het doodlopende verhaal van het extractieve kapitalisme en zijn mantra van onbeperkte groei. En ook: maak iets voor de gemeenschap, niet voor de winst. Ik zag veel overeenkomsten met andere boeken die ik onlangs gelezen had, al bleef dit meer aan de oppervlakte. Hoe de menselijke geest beïnvloedbaar is en bewust moeite moet doen om van een standaardverhaal af te geraken, wordt overzichtelijker uitgelegd in Ons feilbare denken: thinking, fast and slow bijvoorbeeld. Welzer haalt bijna uitsluitend Duitstalige voorbeelden aan en grijpt nogal graag terug naar de nazitijd als hij een verfoeilijk voorbeeld nodig heeft, De ongelijkheidsmachine biedt dus wel een breder perspectief. En om te beseffen dat we meer verbondenheid met de natuur moeten hebben, heb ik nog altijd meer gehad aan Braiding Sweetgrass: Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge and the Teachings of Plants. Wat dit boek voor mij toevoegt zijn eerst en vooral bepaalde termen, zoals morele fantasie ('plaats uzelf in de voltooid toekomende tijd' is een goede manier om je fantasie op een morele manier in te zetten) – (aansluitend bij de mogelijkheidszin van Musil:) essayistisch leven – prosociaal gedrag – een generatieoverschrijdend tijdsconcept – ... Sowieso zit verzet niet in een grote heldendaad, maar in kleine drempels overwinnen. Weet er trouwens iemand een cursus 'sokken stoppen' in de buurt zijn? Minder houd ik ervan als hij probeert spitant te zijn in zijn kritiek, want dan wordt hij wat gemakzuchtig. Als hij bijvoorbeeld schrijft: 'de economen, de vertegenwoordigers van de enige wetenschappelijke discipline die haar bestaansrecht ontleent aan het achteraf uitleggen waarom ze zich eerder heeft vergist', dan denk ik: maar je verdedigt toch essayistisch schrijven? En leert niet elke wetenschappelijke discipline uit zijn fouten? Hij mag de lachers op zijn hand proberen te krijgen, maar dan trapt hij wel in de val waar hij zijn lezers voor wil waarschuwen. Of bewijs ik hiermee dat ik iets van zijn boek heb opgestoken?
Ein Buch mit äußerst viel Bezug zur heutigen Zeit. Viele Perspektiven und Sichtweisen werden aufgezeigt, was es heißt Widerstand in einem schier unaufhaltsamen Kapitalismus mit seinen Folgen zu leisten und wie dieser möglich ist. Die Grundlage dafür: Selbst denken. Habe das Buch sehr gemocht, fand es stellenweise sehr amüsant und ich habe das Gefühl durch die vielen dargestellten Ideen einiges mitgenommen zu haben.
Wirklich eine Anleitung zum Selberdenken. Ich dachte ja, zur Postwachstumsdebatte gibt es nicht mehr viel neues zu sagen, aber Harald Welzers Buch habe ich am Stück durchgelesen, so energetisierend und erheiternd war es. und natürlich voller Denkanstöße. Vorsicht: Das Buch macht zeitweise aggressiv :-)
Oft undifferenziert wie zuletzt bei Rage against the machine. Bisweilen verlogen. Insgesamt arrogant, anmaßend, oberlehrerhaft, besserwisserisch, privilegiert.
Das eigene Verhalten während des Lesens zu reflektieren hat mir am besten gefallen. Ich konnte oder wollte nicht in allen Punkten folgen, aber es bleibt eine gut tuende Nabelschau in Bezug auf das eigene Konsumverhalten.
Interessant aber an vielen Stellen sehr pauschalisierend und ungenau.
Die Illustration von Consumerism und der Kommerzialisierung von allen Teilen der Gesellschaft ist zwar in Teilen ein wichtiger Appell, es werden jedoch kaum sinnvolle Handlungswege aufgezeigt. Verzicht und Widerstand stehen im Zentrum dieses Kampfes gegen oben genannte Aspekte. Okay - das macht Sinn. Gleichzeitig wird vom Autor alles verteufelt und neues pauschal abgelehnt. Dazu gehören auch Klimadiskussionen und Innovationen, die aus der Perspektive des Autors auch nichts anderes sind als eine perverse Version von Kapitalismus und auch sonst allem bösen. Wie hilft dieses Buch wenn beim lösen von wichtigen Problemen, wenn er doch die Realität und den Pragmatismus vollends verkennt?
Neben netten Denkanstößen ist hier leider nicht viel zu finden.
Was der Harald Welzer in diesem Buch beschreibt ist aus meiner Sicht eine Anleitung, wie sich die Gesellschaft und das was uns Menschen auszeichnet auf einen Weg bringen könnte, um die Zukunft wirklich positiv und würdevoll zu gestalten. Wenn man es schafft, das Angesprochene nicht zu persönlich zu nehmen, und mit Widerstand gegen das geschriebene/gesagte zu nehmen, sondern als Anregung mal darüber nachzudenken, was einem tatsächlich in der heutigen Gesellschaft anscheinend Scheissegal ist und was nicht, dann ist der Inhalt gar nicht hoch genug zu bewerten. Wir schaffen es nur gemeinsam etwas zum positiven zu bewegen. Aber einer muss anfangen. Ich fange an :)
Interessante Gedanken, teilweise aber extrem selbstgerecht und paternalisierend. Hin und wieder zu verhaftet in einer ethnozentrischen und privilegierten Denkweise eines alten weißen Mannes. Schreibt auch wie einer und wirft gerne mit intelligent klingenden worthülsen um sich. Hat mich aber dazu gebracht, mein eigenes denken und verhalten zu bedenken, weshalb ich ihm 2.5 sterne geben würde, wenn ich könnte. Fühle mich aber nicht positiv dem Buch gegenüber eingestellt, dass ich drei Sterne geben wollen würde.
Irgendetwas stört mich an diesem Buch. Ich kann aber nicht genau sagen, was es ist. Ist es der nicht vorhandene rote Faden? Die Gedankensprünge? Die an manchen Stellen mit Systemkritik vertauschte Konsumkritik? Keine Ahnung. Das Buch hat dennoch viel Potential und erfüllt seine eigentliche Aufgabe: ein Aufruf zum Selbst- und Nachdenken.
“Ohne ein Verständnis historischer Prozesse entgeht einem schnell, dass Maßnahmen zur Stützung eines Systems beitragen können, obwohl man sie zu seiner Abschaffung erdacht hat”.
Welzer haelt uns den Spiegel vor. Fuer diejenigen von uns, die sich (zu recht) schuldig fuehlen und nichts aendern wollen ist das Buch vielleicht anmassend, arrogant, und "von oben herab". Fuer diejenigen von uns, die sich (zu recht) schuldig fuehlen und wirklich etwas aendern wollen ist das Buch tatsaechlich eine gut gelungene Anleitung. EIne Anleitung zum kritischen Denken, zum etwas veraendern, zum "selbst denken".
Mhh, was genau ist meine Meinung zu dem Buch? Irgendwie all over the place, aber dadurch jetzt nicht schlecht, nur leider ein bisschen viel und wenig zugleich. Viele gute Ansätze für weitere Gedanken. Es ist allerdings auch schon ein bisschen älter das Buch und daher nicht mehr ganz up to date.
Sehr schönes Buch, das dazu verleitet, seine eigenen Werte zu überdenken und ermutigt, nach ihnen zu handeln. Es ist leicht zu lesen und an einigen Stellen sehr humorvoll.
I'll need this again for school and the author is really cool. His books are complicated but he's so cool I might consider buying another on, but that's what he kinds preaches against....
Ich empfehle jedem dieses Buch zu lesen! Egal wo man mit seinen persönlichen Ansichten steht, es erweitert auf jeden Fall den Horizont. Herr Welzer drängt auch niemanden seine Meinung auf, sondern wie der Titel treffend beschreibt, gibt eine Anleitung zum Selbstdenken und zum Widerstand.
Harald Welzers "Selbst denken" ist eine wahre Fundgrube und Beispielen, warum und wie es mit der aktuell vorherrschenden Haltung des Konsumismus nicht weitergehen kann. Er klagt an, dass viele sich ausschliesslich dem Konsum verschrieben haben und eben nicht mehr selber denken und zeigt gleichzeitig auf, das selbst denken für alle möglich ist. Man muss es aber wollen und sich nicht nur in der Bequemlichkeit des Status Quo einrichten. Hinweise auf seine eigenen "fails" rücken den Autor näher an seine Leserschaft, denn so zeigt er auf, dass er selber immer wieder in die Fallen des Konsums und Konsumismus geraten ist und gerät. Niemand ist perfekt, aber alle können etwas für die Veränderung hin zu einer "nachhaltigen Moderne" tun. Der sich als Geschichtenerzähler verstehende Welzer tut genau das in diesem Buch und zeigt anhand verschiedener Beispiele aus der Praxis auf, was "Selebstdenker" Positives für die Zukunft bewirken können. Nur, dass die Schweizer Bahn so toll sein soll, kann ich aus dem Alltag nicht wirklich unterschreiben... .
Aufbruch, Veränderung, Reduktion, Lebenslust und Sinn. Harald Welzer regt an, sein Leben genau zu betrachten, zu hinterfragen und schliesslich zu ändern. Sein Buch "Selbst denken" ist ein intelligentes Schriftstück, das so manchen Zusammenhang in der aktuellen Gesellschaft neu erklärt und uns dabei vor Augen führt, wie gefangen wir im System eigentlich sind. Jeder noch so "individuelle" und "freie" Mensch im Kapitalismus ist doch nur ein Diener der Struktur. Was man nun aber dagegen tun kann ist eigentlich einfach: Widerstand leisten, nicht immer Ja sagen, die eigene Umgebung verändern. Das Buch gibt dabei nicht nur den Denkanstoss, sondern auch Hoffnung und Beispiele. Nach der Lektüre fühlte ich mich nun wieder etwas sicherer und desillusionierter, trotzdem bereit, nie aufzugeben. Jetzt muss nur noch der Sprung von der Schrift zum Alltag gelingen.
Niet meteen een vrolijk boek, maar toch een must-read voor iedereen die durft stilstaan bij z'n levensstijl... Ik heb het uiteindelijk weggelegd omdat de sprankels die ons (ok, valse) levensvreugde schenken (eten, reizen, communiceren, ...) genadeloos worden neergesabeld en ik daar triest van werd. ;-)
Für mich genau das richtige Buch, um es an Neujahr zu beenden und ein paar Utopien mitzunehmen. Ob es um Resilienzgemeinschaften, "Möglichkeitssinn" oder bedingungsloses Grundeinkommen ging, es war durchgängig anregend und im besten Sinne unbequem.