'Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern.' So lautet die Begrüßung des Autors, bevor er einen hinabreißt in die Abgründe der Welt. Mit seinem literarischen Skalpell zelebriert er ein Massaker des Lebens, das fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen. Wie in Tarantinos 'Pulp Fiction' reihen sich scheinbar zufällige Ereignisse aneinander, um später wieder aufgenommen zu werden. So spinnt sich ein roter Faden - und bald ist klar, dass Blut den Faden so rot schimmern lässt.
Ein kaputtes Buch. Ein tolles Buch. Macht irgendwie fertig, das zu lesen, soll es auch. Rohe Aggression, schale Depression, leidende Gewalt. Die Entwicklung der Geschichten war besonders erstaunlich. Anfangs wird man knallhart in die Gewalt geworfen, viel Fluchen, sehr hart, sehr direkt alles. Dann kommt eine Mischung aus Gewöhnungseffekt und Linderung. Die grossen Gewalttaten gehen beinahe ein wenig unter, weil man nicht mehr so mit kurzen, prägnanten Sätzen bombardiert wird, oder wenn doch, dann merkt man es nicht mehr. Ein sehr interessanter Effekt, weiss nicht, ob das so sein soll, aber für mich war es so. Dann kommt das Ende mit einem Knall. Hat mich ein wenig zerrissen. Ein wenig kaputt gemacht. War sehr toll. Kann ich nur empfehlen. Wenn man kaputte Bücher mag.
das war der größte quatsch den ich je gelesen hab, typ versucht wie irvine welsh zu schreiben aber schafft es nur edgy cringe gedanken die ich mit 12 schon hatte zu fassen die letzten gedichte musste ich skippen weil die so unangenehm peinlich waren ich würd mich schämen sowas zu veröffentlichen sorry
Unglaublich krass. Wahrscheinlich das ekeligste, das ich je gelesen habe - die Unschuld hat gekotzt, und ich fast auch. Und das bei so wenig Inhalt. Die Geschichten sind wirklich nichts besonderes, aber die Sprache beeindruckt ein wenig, zumindest am Anfang. Die Idee, Schicksalsgeschichten an einander zu koppeln ist auch ganz nett.
Eigentlich ganz geil aber auch nur, wenn man mindestens ne mittelgradige Depression hinter sich hat. Sonst versteht man diesen pessimistischen, ekelhaften, “Alles und jeder ist scheisse” Blick auf die Welt, den Bernemann ziemlich deutlich ausdrückt, vielleicht nicht.
Teilweise unrealistisch? Vor allem die Kapitel wo er versucht aus der Sicht einer Frau zu schreiben? Natürlich immer verbunden mit extremen und unkontrollierbarem Gefühlschaos. Aber okay. Das Buch startet immerhin mit einem Mann, der einen Femizid begeht. Also vielleicht doch garnicht so unrealistisch.
Einige Kurzgeschichten sind natürlich stärker als andere aber dafür sind die, die gut sind, wirklich gut! Und die schwachen meistens nur unverständlich. Die Gedichte am Ende sind auch sehr lesenswert!
3,5/5🌟
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Inhaltlich abstoßend und überzogen (fast alle Personen, die sich hier zufällig begegnen, sind gewalttätig, nehmen Drogen und/oder bringen sich oder andere um - ernsthaft?). Die bemüht hochtrabende Sprache, die sich bei allen Figuren ähnelt, wirkt nicht glaubwürdig. Der Ansatz, die Schicksale verschiedener Figuren auf diese Weise miteinander zu verknüpfen, ist das einzig Positive an diesem Buch.
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"wir liegen mit mehr krebszellen als verstand im kopf auf diesem durchgefickten sperrmüllsofa. wir sind engel, die verführer, die verführten des amokzustandes, mancherorts fälschlicherweise leben genannt." mich hat lange kein buch mehr so gefesselt! bernemann ist sprachlich unfassbar spannend, man liest dieses buch, man folgt irgendwie einem handlungsstrang (gibt es denn einen? irgendwie schon, oder? bis zum gotteskomplex bin ich noch mitgekommen) lässt sich von der verrücktheit der charaktere einlullen und hinterfragt mit jedem kapitel ein stückchen mehr die individuen unserer gesellschaft. denn bernemann hat recht. die unschuld kotzt. und was ist schon unschuld in einem so sinnfreien und ungerechtem system? sie existiert nicht. deswegen lasst sie kotzen.
Ich fand das Buch absolut fürchterlich! Nicht, weil der Inhalt so explizit dargestellt wird, sondern weil die Strategie Tabus und Brutalität in Poesie zu packen nicht gleich auch Poesie bedeutet. So hatte ich gehofft das dieses brutale Werk bei mir doch auch eine Art bleibenden Eindruck hinterlässt… Anstelle dessen bleibt lediglich die Freude daran, dass es sich mit unter hundert Seiten nicht in die Länge gezogen hat.
Ich nahm dieses Buch vor vielen Jahren zum ersten Mal in die Hand und verschliss und verlieh, verlor und besaß mittlerweile sicherlich mindestens fünf Exemplare. Bernemann beschreibt die vielen hässlichen Seiten der Gesellschaft mit den zärtlichsten Worten, die man für Müll aufbringen kann. Er machte mich mit diesem Buch unheimlich verliebt in seine Kunst.
Brutal real trifft es wohl am besten. Mit diesem Buch rückt Bernemann die tragische Willkürlichkeit des Lebens in ein völlig neues Licht, zumindest für mich. Diese Geschichte hat mir gnadenlos vor Augen geführt, dass niemand, aber auch niemand, der Scheiße, die uns das Leben entgegen schleudern kann, entkommen kann. Niemand ist sicher.
This is quite possibly one of the worst books I've read - this is of course subjectively seen, although I do wonder how anyone could like this. And yet, clearly there are plenty of people who've enjoyed this, enough to spawn more of these books no less. It's a mystery to me and a regret that I've had to read this at all. I believe the title just about sums it up nicely: I saw innocence puke.
Ein Staffellauf an möglichen, grausamen Schicksalen die so verdichtet taub und stumm machen. Ist das Fiction oder schon Realität? A relay race of possible, cruel fates so condensed, leave you deaf and mute. Is this fiction or already reality?
ich habe das buch nur aufgrund des titels und der geringen seitenzahl gelesen. die schreibweise gefiel mir nicht, obwohl ich selber auch mal fluche, aber das war mir doch zu viel. die gedichte am ende hab ich mir nicht angetan
Zum Inhalt: "Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern. Ich sammle sie auf. Errichte daraus neue Gebäude. Konstruiere neue Städte. Kann man wohnen drin. Oder weiträumig umfahren." So begrüßt einen dieses Stück Literatur, bevor es einen hinabreißt in die Abgründe einer Welt, die in uns etwas zum Klingen bringt, denn sie ist uns sehr vertraut. Es ist unsere Welt! Wenn man Bernemanns Buch liest, kommt es einem vor, als hätte man uns endlich die rosa Brille abgenommen, ja vom Kopf geprügelt. In einer poetischen Klarheit zelebriert er ein Massaker des Leben, dass fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen.
Cover: An sich wirkt das Cover im Gegensatz zum Inhalt eher harmlos. zu sehen ist auf weißem, schlichten Grund eine blonde Puppe, welche erst nach genauerem Hinsehen ein bisschen abgewrackt wirkt. Erst der Titel lässt den Betrachter stutzen, besonders weil das Wort "Kotzen" farbig hervorgehoben ist. Spätestens jetzt ist man neugierig oder eben abgeschreckt, wenn man sich den Inhalt oder die ersten Seiten durchliest. Trotzdem passt das Cover durchaus zu dem Klientel, welches der Autor hier bedient und ist für jenes Klientel sicher auch ein absoluter Blickfang.
Eigener Eindruck: Er sitzt auf seinem Sofa mit seiner Freundin. Sie haben wieder zu viel getrunken und die Wut kommt in ihm auf. Er will sie zerstören. Er hasst sie. Und so verteilt sich ihre Hirnmasse auf den Fliesen, was wenig später den Kommissar auf den Plan ruft. Doch auch er hat ein Geheimnis, was wiederum den Auftragskiller auftauchen lässt. Als dieser nicht wieder auftaucht ist seine Freundin und Prostituierte mit den Nerven am Ende... und so zieht sich der rote Faden immer mehr durch die kurzen Episoden der Geschichte.
"Ich habe die Unschuld kotzen sehen" ist ein Buch, welches mich hat ein paar mal den Atem anhalten lassen. Das Buch ist wirklich sehr anschaulich geschrieben und allein durch die Handlungskette einfach nur genial. Zwei Protagonisten geben sich jeweils immer die Klinke in die Hand. Sei es nun durch eine zufällige Begegnung oder durch mehr Kontakt. So treffen wir auf einen jungen Bengel der mit seiner Freundin kein Kind will. Sie hat die Idee das Kind mit einer Stricknadel zu beseitigen, doch das geht schief und so macht er nichts mehr aus seinem Leben, ganz zum Leidwesen seiner Mutter, die sich nun fortan um ihn kümmern muss und so weiter. Dirk Bernemann beschreibt die Geschichten so detailliert, dass man das Gefühl hat direkt neben den Protagonisten zu stehen. Man fühlt mit ihnen. Angst, Kummer, Verwirrung, Wut, Ekel, Verzweiflung. Es ist von jeder Emotion etwas dabei und obwohl die Geschichten bisweilen sehr morbide und dunkel sind, machen sie einfach Spaß. Das Buch ist in meinen Augen ein kleines Kunstwerk für sich, denn es behandelt menschliche Abgründe und regt zum nachdenken an. Wirklich gut gemacht.
Ach Scheiße! Ich fand "Wie schön alles begann und wie traurig alles endet" wirklich großartig und hatte mich darauf gefreut, noch mehr von Bernemann zu lesen. Sein Erstlingswerk ist für mich allerdings eine herbe Enttäuschung. Ich kann mit dem Buch so wenig anfangen, dass es sich für mich wie eine willkürliche Aneinanderreihung misanthroper Gewaltphantasien ließt, die so überdreht, billig, unauthentisch und gewollt schockierend daherkommen, dass ich mich als Leser verarscht fühle. Und die Gedichte, die man auf den letzten 20 Seiten vorgesetzt bekommt, finde ich schlichtweg nervig. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu den Gedichten keinen Zugang gefunden habe, da der Rest des Buches bei mir auch nicht funktioniert hat. Vielleicht bin ich ein Idiot und habe nicht im Ansatz verstanden, was Anti-Pop bedeutet. Vielleicht musste der Autor aber auch nur eine Mindestseitenanzahl für den Druck erreichen.
Bernemann begeht einen großen Fehler: Er versucht mögichst provokant zu sein. Während andere "Sozialkritiker" dies auch schaffen, ohne irgendwie lächerlich zu wirken, da sie ihre Kritik eher durch die Blume zeigen, so zeigt Bernemann dem Leser, der sich den beschissenen Seiten dieser Welt schon vorher bewusst war, nichts neues. Literarisch sensationell ist das Werk nämlich nicht, durch diesen krampfhaften Versuch zu schockieren wirkt es zudem leider eher lächerlich. Denn das hätte auch ein frustrierter Möchtegern-Punk (besser noch: Emo) aus der 8. Klasse schreiben können, denn dieser Einruck wird durchaus gegeben.
Das Buch ist echt super! Jede Kurzgeschichte hat mich gefesselt. Ich hab schon immer versucht zu erraten, um welche Person es als nächstes gehen könnte. Dirk Bernemann hat die Beziehungen zu den Personen echt toll hingekriegt. Ich kanns echt nur empfehlen, aber nur für Leute, die schon was abkönnen..
Wenn man das Buch selbst gelesen hat, braucht es wirklich kein Comic dazu. Es ergänzt nichts und gibt einem auch generell nichts hinzu. Im Endeffekt bestimmt für Leute die faul zum lesen sind nicht schlecht, aber für mich als auch Comic-Fan muss ich sagen, dass es unnötig war m