Ein konzentrierter Bericht über die DDR in den 1980er Jahren. Rosa, eine desillusionierte Akademikerin, nimmt eine Stelle als Sekretärin bei Beerebaum an, einem pensionierten hochrangigen DDR-Beamten. Sie beschließt, seine Memoiren einfach so aufzuschreiben, wie sie es ihr diktiert hat, ohne Kommentar oder Rücksichtnahme. Schnell stellt sie fest, dass ihr dies unmöglich ist, und kann ihre Wut über den ihrer Ansicht nach von der SED begangenen Verrat an den Hoffnungen und Ambitionen junger Ostdeutscher nicht zurückhalten.
Mit bewundernswerter Ehrlichkeit (da Rosa eindeutig die Autorin darstellt) enthüllt Maron die psychischen Konflikte, die Rosa plagen, während wir von ihrer schwierigen Beziehung zu ihrem Vater erfahren. Wir treffen ihren amüsanten Freundeskreis in der Kneipe, die sie häufig besuchen, und erfahren dann von dem Unrecht, das einem von ihnen widerfahren ist.
Dies ist eine ruhige, ernsthafte Studie über Konflikte zwischen Herrschenden und Beherrschten, zwischen Generationen und zwischen Männern und Frauen. Anregend und lohnend.