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Erinnerungen an eine glückliche Kindheit überfluten ihn, als er 1979 in Pankow in die Crusemarkstraße einbiegt, und kurz darauf seiner Ziehmutter Johanna Zorn nach 46 Jahren zum ersten Mal wieder in den Armen liegt. In den 20er-Jahren kamen Han Sens Eltern, beide glühende Verfechter der in der Oktoberrevolution geborenen kommunistischen Idee, zum Studium nach Göttingen. Interessantes Detail: unter den Studenten befand sich auch Zhou Enlay, Maos späterer Stellvertreter und wichtige Figur im späteren Leben unseres Helden. Nachdem Han Sens Mutter unter nie geklärten Umständen 1926, ein Jahr nach seiner Geburt, die Familie verlassen hatte, übernahm Jonna, Genossin und Freundin des damals alleinerziehenden Vaters, die Stelle einer Ersatzmutter.
Han Sens Berliner Kindertage, aller chaotischen Umstände zum Trotz eine harmonische Zeit, wurden mit der Machtergreifung Hitlers jäh beendet. Nach dem Exil in der Schweiz (Han Sens Erinnerungen nach ein Land, rassistischer als Nazideutschland), beschließt der Vater, mit seinem Sohn in die chinesische Heimat zurückzukehren; Endpunkt einer Kindheit -- und eine für den Jungen traumatisch verstörende Erfahrung.
Gerd Ruge kann in seinem Geleitwort nur staunen über diese Odyssee durch zwei Kulturen. In China in den kommunistischen Apparat eingegliedert, studiert Han Sen, wird Übersetzer Zhou Enlays, lehnt aber schließlich einen hoch dotierten Posten im Außenministerium ab. Er hat nur noch einen Traum: Einmal wieder der Chinese mit dem Kontrabass sein zu können. --Ravi Unger
Paperback
Published March 1, 2003