Die Welt im Jahr 2036: Absolute Mobilität ist Realität geworden. Frühstücken auf den Fidschis, arbeiten in Berlin, abends ein Konzert in Tel Aviv, kein Problem. Mithilfe eines weltweiten Tornetzes beamen Menschen sich in Sekunden von einem Ort zum anderen, ebenso Informationen und Ressourcen. Da geschieht plötzlich das Unfassbare: Das Netz bricht zusammen und damit die gesamte Welt. Die Freunde Celie, Alex und Bernie könnten ein rasantes Leben genießen und sich sehen, wann und wo immer sie wollten. Doch der tragische Tod von Celies Mutter, Erfinderin des Tornetzes, hat einen Schatten auf ihre Freundschaft geworfen. In ihrer Trauer will Celie alles hinter sich lassen. Bis plötzlich die Katastrophe eintritt das Netz versagt. Wie alle anderen auch sitzen die drei Freunde fest: Alex in Berlin, Celie in Irland, Bernie in der mecklenburgischen Wildnis. Jeden Tag fällt die Welt um sie herum ein Stück mehr auseinander: Städte ohne Strom und Wasser werden zu Todesfallen, Krankheit, Hunger und Gewalt breiten sich aus. Die zivilisierte Welt kollabiert. Celie, Alex und Bernie müssen jeder für sich ums Überleben kämpfen. Und sie müssen einander finden. Denn vielleicht hat der Tod von Celies Mutter etwas mit dem Zusammenbruch des Netzes zu tun...
Cover Das Cover ist sehr schön und passt auch sehr gut zum Buch. Ich finde gerade durch die Farben sticht es aus der Menge heraus und bleibt im Kopf. Es leuchtet ein bissen und erweckt so die Aufmerksamkeit des potentiellen Lesers. Für mich war es ein absoluter Cover-Kauf. Ich habe mir den Klappentext nicht einmal wirklich durchgelesen, weil ich das Cover so toll fand.
Meine Meinung Die Autorin erzählt die Geschichte von Celie, Alex und Bernie, die befreundet sind und gemeinsam in einer Welt leben, die vom technischen Fortschritt geprägt ist. Durch sogenannte Tore können sie innerhalb von Sekunden überall auf der Erde sein. Alex lebt daher in Berlin und arbeitet dort in einem Krankenhaus als angehender Arzt, während Celie in Irland in einer Gemeinschaft lebt, welche die Tore verabscheut. Bernie hingegen möchte Tortechniker werden und befindet sich gerade in der Wiltnis.
Auf einmal bricht die Verbindung aller Tore zusammen. Städte werden zu Todesfallen und die Menschen kämpfen um das nackte überleben. In dieser Welt versucht Alex alles Menschenmögliche, um zu Celie zu gelangen. Die Idee und das Setting dieser Geschichte sind extrem gut und waren noch ein kleiner Anreiz für mich, das Buch doch endlich zu lesen. Die Welt hat auf mich einen wirklich spannenden Eindruck gemacht und ich konnte es kaum erwarten, zu erfahren wie sich das alles entwickelt. Die Figuren fand ich durchaus auch sympathisch. Am liebsten mochte ich noch Bernie, der zu Beginn am wenigsten Anpassungsfähig wirkt und sich aber meisterhaft schlägt.
Im Laufe des Buches ist mir irgendwann klar geworden, dass ich eine völlig andere Geschichte erwartet habe, als die, die ich schließlich gelesen habe. Es geht nicht um die Zerstörung und den Wideraufbau dieser Welt, sondern tatsächlich eher darum, wie die drei es in dem Chaos schaffen zu überleben und sich wieder zu finden. Als Leserin bin ich zwischen den Sichtweisen der Figuren hin und her gesprungen. Es gibt so viele unwichtige Nebencharaktere, die im ersten Moment alle wichtig erscheinen, nach ein paar Seiten aber schon wieder nicht mehr gebraucht werden. Bereits am Anfang habe ich mich gefragt, wie die imposante Geschichte auf so wenig Seiten passen sollte. Am Ende wusste ich es: Denn es gab keine imposante Geschichte. Das hat mich mehr als nur etwas enttäuscht zurück gelassen. Die Geschichte selbst ist nicht schlecht, nur hat sie einfach überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen, dass ist ihr einziger, großer Fehler. Gerade im Mittelteil zieht sie sich dann auch noch in die Länge und man verzweifelt mit den ganzen Nebencharakteren, aber das wars auch schon.
Trotzdem bin ich schwer enttäuscht gewesen, als ich das Buch schließlich zugeklappt habe. Und auch jetzt schwingt noch ein bitterer Nachgeschmack mit, wenn ich an das Buch denke. Daher gibt es von mir zwei von fünf Monstern.
Erwartet hatte ich beinahe, dass wir mitten drin starten, dass das Netz schon zusammengebrochen ist, dass Chaos herrscht und man sich gemeinsam mit den Charakteren in diesem Chaos zu Recht finden muss. Aber so ist es nicht. Die ersten paar Kapitel bleibt alles ruhig. die drei Protagonisten Celie, Alex und Bernie werden eingeführt, es gibt durch Rückblicke mit Hilfe von Tagebucheinträgen mehr Hintergrundinformation. Die Spannung ist trotzdem von Beginn an hoch. Das ist der Idee des Beamens zu verdanken. Man wünscht es sich ja so oft, dass es ganz einfach möglich wäre und hier ist es nun Alltag. Im Jahr 2036. Schon in den wenigen Kapiteln, in denen man die Protagonisten kennen lernt, erkennt man auch ihre Stärken, ihre Schwächen und ihre wichtigen Charakterzüge. Sie drei sind alle sympathisch und alle grundverschieden, dabei kann man sich schnell in jeden von ihnen hinein fühlen. Die Tagebucheinträge sind ein schönes Mittel, um die Zeit zwischen Jetzt und der Zukunft zu überbrücken, zu verstehen wie die Welt geworden ist, wie sie 2036 ist. Die Erzählerperspektive wechselt regelmäßig zwischen den drei Protagonisten und um einen Einblick ins gesamte Weltgeschehen zu geben, werden auch in bedeutenden Situationen komplett fremde Charaktere gezeigt. Diese muss man nicht genau kennen, um zu verstehen, was uns die Autorin zeigen will. Zum Beispiel das Chaos, das in dem Moment entsteht, wenn plötzlich das Netz zum Beamen ausfällt. Damit wird ein realistisches Szenario der Zukunft aufgebaut. Gabi Neumayer gelingt es ohne Schwierigkeiten etwas zu erschaffen, dass man sich wirklich vorstellen kann, dass der Leser als mögliche Zukunft annehmen kann. Unterstützt wird dies durch die vielen wissenschaftlichen Aspekte, die angesprochen werden. Das ist ein zweischneidiges Schwert, denn die einen werden die wissenschaftliche Seite faszinierend finden, wissen wollen wie das Beamen und die Roboter funktionieren, für andere ist es eher anstrengend und mühsam sich da durch zu kämpfen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber beide Parteien kommen auf ihre Kosten, denn die Haupthandlung kommt nicht zu kurz. Es werden viele verschiedene Fragen und Probleme aufgeworfen. Die Charaktere gehen unterschiedlichen Problemen nach, bevor sie erstmals aufeinander treffen und so bricht der Spannungsbogen niemals ein. All diese Punkte führen dazu, dass das Buch trotz einer eingängigen Sprache konzentriert gelesen werden muss, um die Zusammenhänge zu verstehen und immer mittendrin zu sein. Andernfalls kann es passieren, dass die Geschichte mehr an dem Leser vorbeifließt, ohne dass er davon berührt wird. Hier ist die Altersempfehlung ab 12 vielleicht etwas zu früh angesetzt. Besonders bemerkenswert, aber gleichzeitig nur ein Detail, ist dass die Autorin vermittelt, wieviel sie von Sprache versteht. Das Buch spielt in der Zukunft und Gabi Neumayer legt ihnen Worte in den Mund, die heute definitiv nicht zur Alltagssprache gehören. So wird in Fremdsprachen (Spanisch und Hindi) geflucht, das ist ganz normal, so wie wir heute einige englische Kraftausdrücke benutzen. Und statt "mega-", wie in "megacool", heißt es jetzt "tera-", also "teracool". So funktioniert Sprache. "Mega" ist irgendwann langweilig und aufgebraucht, dann suchen sich die Sprecher neue Ausdrücke, ganz intuitiv ohne sich darüber Gedanken zu machen. Das wird hier im Buch nicht erklärt und wer es nicht weiß, kann sich eventuell an diesen ungewohneten Ausdrücken stören. Wer es aber weiß, kann es anerkennen und den Flair des Zukünftigen auf sich wirken lassen.
Fazit: Eine Geschichte mit einem spannenden Zukunftsszenario, das den Leser schon auf den ersten Seiten zu faszinieren weiß. Viele Fäden werden am Ende zu einem realistischen und durchaus befriedigenden Ende zusammengeführt, bei dem aber sicher nicht alles voller Friede und Freude ist. Obwohl Gefahren durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft sowie Fehler der Menschheit angesprochen werden, verzichtet die Autorin auf den erhobenen Zeigefinger und regt trotzdem zum Nachdenken an. Erwartet hatte ich beinahe, dass wir mitten drin starten, dass das Netz schon zusammengebrochen ist, dass Chaos herrscht und man sich gemeinsam mit den Charakteren in diesem Chaos zu Recht finden muss. Aber so ist es nicht. Die ersten paar Kapitel bleibt alles ruhig. die drei Protagonisten Celie, Alex und Bernie werden eingeführt, es gibt durch Rückblicke mit Hilfe von Tagebucheinträgen mehr Hintergrundinformation. Die Spannung ist trotzdem von Beginn an hoch. Das ist der Idee des Beamens zu verdanken. Man wünscht es sich ja so oft, dass es ganz einfach möglich wäre und hier ist es nun Alltag. Im Jahr 2036. Schon in den wenigen Kapiteln, in denen man die Protagonisten kennen lernt, erkennt man auch ihre Stärken, ihre Schwächen und ihre wichtigen Charakterzüge. Sie drei sind alle sympathisch und alle grundverschieden, dabei kann man sich schnell in jeden von ihnen hinein fühlen. Die Tagebucheinträge sind ein schönes Mittel, um die Zeit zwischen Jetzt und der Zukunft zu überbrücken, zu verstehen wie die Welt geworden ist, wie sie 2036 ist. Die Erzählerperspektive wechselt regelmäßig zwischen den drei Protagonisten und um einen Einblick ins gesamte Weltgeschehen zu geben, werden auch in bedeutenden Situationen komplett fremde Charaktere gezeigt. Diese muss man nicht genau kennen, um zu verstehen, was uns die Autorin zeigen will. Zum Beispiel das Chaos, das in dem Moment entsteht, wenn plötzlich das Netz zum Beamen ausfällt. Damit wird ein realistisches Szenario der Zukunft aufgebaut. Gabi Neumayer gelingt es ohne Schwierigkeiten etwas zu erschaffen, dass man sich wirklich vorstellen kann, dass der Leser als mögliche Zukunft annehmen kann. Unterstützt wird dies durch die vielen wissenschaftlichen Aspekte, die angesprochen werden. Das ist ein zweischneidiges Schwert, denn die einen werden die wissenschaftliche Seite faszinierend finden, wissen wollen wie das Beamen und die Roboter funktionieren, für andere ist es eher anstrengend und mühsam sich da durch zu kämpfen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber beide Parteien kommen auf ihre Kosten, denn die Haupthandlung kommt nicht zu kurz. Es werden viele verschiedene Fragen und Probleme aufgeworfen. Die Charaktere gehen unterschiedlichen Problemen nach, bevor sie erstmals aufeinander treffen und so bricht der Spannungsbogen niemals ein. All diese Punkte führen dazu, dass das Buch trotz einer eingängigen Sprache konzentriert gelesen werden muss, um die Zusammenhänge zu verstehen und immer mittendrin zu sein. Andernfalls kann es passieren, dass die Geschichte mehr an dem Leser vorbeifließt, ohne dass er davon berührt wird. Hier ist die Altersempfehlung ab 12 vielleicht etwas zu früh angesetzt. Besonders bemerkenswert, aber gleichzeitig nur ein Detail, ist dass die Autorin vermittelt, wieviel sie von Sprache versteht. Das Buch spielt in der Zukunft und Gabi Neumayer legt ihnen Worte in den Mund, die heute definitiv nicht zur Alltagssprache gehören. So wird in Fremdsprachen (Spanisch und Hindi) geflucht, das ist ganz normal, so wie wir heute einige englische Kraftausdrücke benutzen. Und statt "mega-", wie in "megacool", heißt es jetzt "tera-", also "teracool". So funktioniert Sprache. "Mega" ist irgendwann langweilig und aufgebraucht, dann suchen sich die Sprecher neue Ausdrücke, ganz intuitiv ohne sich darüber Gedanken zu machen. Das wird hier im Buch nicht erklärt und wer es nicht weiß, kann sich eventuell an diesen ungewohneten Ausdrücken stören. Wer es aber weiß, kann es anerkennen und den Flair des Zukünftigen auf sich wirken lassen.
Fazit: Eine Geschichte mit einem spannenden Zukunftsszenario, das den Leser schon auf den ersten Seiten zu faszinieren weiß. Viele Fäden werden am Ende zu einem realistischen und durchaus befriedigenden Ende zusammengeführt, bei dem aber sicher nicht alles voller Friede und Freude ist. Obwohl Gefahren durch neue Erkenntnisse der Wissenschaft sowie Fehler der Menschheit angesprochen werden, verzichtet die Autorin auf den erhobenen Zeigefinger und regt trotzdem zum Nachdenken an.
"Futuristisches Beamnetzwerk, das in Endzeit Stimmung untergeht …"
Inhalt: im Jahr 2036 gibt es auf der Erde ein weltweites Tornetz, mit dessen Hilfe sich die Menschen von Ort zu Ort beamen können. Plötzlich werden Autos und Flugzeuge unnötig und weit entfernte Ziele können binnen Minuten erreicht werden. In dieser Welt sind Celie, Alex und Bernie groß geworden und sie können sich eine Zeit ohne Tore überhaupt nicht mehr vorstellen. Die Tore sind zu einem festen Bestandteil der Erde geworden, nicht nur was den Transport angeht, sondern auch im Punkt Energie- und Wasserversorgung. Doch als in dieser technisch fortgeschrittenen Welt am 14. Juli 2036 auf einmal die Tore vollständig ausfallen, beginnt die Welt sich zu verändern. Schneller als geahnt kämpfen alle drei Freunde um ihre Leben und versuchen wieder zueinander zu finden, denn Celie, Alex und Bernie wollen nicht kampflos aufgeben, sondern dem Problem auf die Schliche kommen …
Story 4/5 Spannung 3.5/5 Charaktere 4/5 Endzeit 4.5/5 Tiefgang 3/5
Meinung: “Als die Welt zum Stillstand kam” ist ein neuer Endzeit-Jugendroman aus dem Hause Beltz & Gelberg. Gabi Neumayer erschafft eine technisch fortgeschrittenere Welt, einen herannahenden Weltuntergang und eine gute Portion Spannung.
Die Hauptrolle nehmen drei Jugendliche ein: Celie, Alex und Bernie. Alle drei sind gute Freunde und zwischen Celie und Alex läuft sogar mehr. Die drei sind begeisterte Tor-Nutzer und beamen sich von Ort zu Ort. Doch dann stirbt Celies Mutter plötzlich bei einem Beamunfall und ihre Welt verändert sich schlagartig. Sie will Abstand zu den Toren, die ihre Mutter erfunden hat und sucht die Kommune der “Mobilen” auf, bei denen beamen strengstens verboten ist. Alex und Bernie versuchen stattdessen wieder einen Draht zu Celie zu bekommen bzw. leben sie ihr Leben weiter. Alex arbeitet versuchsweise im Krankenhaus, während Bernie gerne mit den Toren arbeiten würde. Alles drei Freunde kann man gut kategorisieren. Celie ist ungestüm und emotionsgeladen. Alex ist hilfsbereit Menschen gegenüber und Bernie ist der wissenschaftliche Denker. Somit gibt es in dem Dreierteam eine gute Abwechslung. »Das ist doch nicht einer von deinen Tests, oder?«, fragt er, aber im Grunde kannte er die Antwort schon. »Ich wünschte, es wäre einer«, sagte Camille. »Ich hab nämlich nicht die geringste Ahnung, was das alles bedeutet.« Sie ging aus dem Tor hinaus. (Seite 78)
Celie, Alex und Bernie sind in einer Welt aufgewachsen, die von einem Tornetz geprägt ist. An vielen verschiedenen Orten auf der Welt gibt es Tore, die jeder Mensch benutzen kann. Mit diesen Toren kann man sich innerhalb weniger Minuten quer durch die Welt beamem. Die Möglichkeiten der Menschen sind dadurch immens gestiegen. Autos, Flugzeuge und allgemein der Verkehr erliegen dem neuen Beamverkehr. Meiner Meinung nach hat die Autorin dieses Thema sehr gut in ihre Geschichte eingearbeitet. Der Beamvorgang wirkt authentisch und wird versucht dem Leser näher zu bringen. Dabei geht Gabi Neumayer auch auf Probleme dieser fortgeschrittenen Technik ein, denn es gibt natürlich noch viele weitere Dinge außer das Beamen. Dabei fehlen an manch einer Stelle ein paar weitere Informationen. Mir hat das Gesamtkonzept dieser zukünftigen Welt allerdings sehr gut gefallen. Vieles kann man sich beim Lesen selbst erschließen, denn wenn die Autorin auch hier ins Details gehen würde, wären es in jedem Fall zu viele Infos.
Außerdem spielt natürlich auch die Endzeit Stimmung eine wichtige Rolle in der Geschichte. Auf einmal fallen die Tore aus und die Gesellschaft im Jahre 2036 ist von nun an auf sich alleine gestellt. Es gibt Chaos und Nahrungsknappheit, Gewalt und Tod. Celie, Alex und Bernie kämpfen alle drei auf ihre Weise ums Überleben. Die Schilderung der Autorin wirken hier nicht übertrieben, sondern realistisch. Gelungen ist hier vor allem der Wechsel der Perspektiven, denn durch die drei Freunde sieht man das Chaos aus drei verschiedenen Augenpaaren. Zudem befindet sich Celie in der Kommune der “Mobilen” wodurch man nicht nur Chaos erlebt, sondern auch Menschen kennenlernt, die sich solch ein Chaos für ihre eigenen Pläne zunutze machen. Schweißgebadet und schreiend schreckte er hoch, griff nach der Pistole unter seinem Kopfkissen und zielte wild in die Dunkelheit, bevor er begriff, wo er war. (Seite 171)
Allerdings hat auch “Als die Welt zum Stillstand kam” so seine Schwächen. Das packende Ende geht zum Schluss etwas in der Endzeit Stimmung unter bzw. konnte ich mir beim Lesen das Ende erahnen. Es gibt zwar Erklärungen, wie es zum Ausfall der Tore kommen konnte, doch diese Informationen waren sehr technisch. Und dennoch waren mir diese Erklärungen nach den ersten Kapiteln des Romans schon bewusst, wenn man die Geschichte aufmerksam liest. Somit hat dieser Aspekt etwas an der Spannung gekratzt, weshalb ich letztendlich auch einen Stern abziehe.
Insgesamt hat mir vor allem die Idee gefallen, was mitunter wohl auch daran liegen mag, dass ich großer Stargate-Fan bin ;-) Alles in allem hat mir die Reise mit den drei Freunden, die Endzeit Stimmung, der technische Fortschritt und die Tore sehr gut gefallen. Ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt, auch wenn mir am Ende ein wenig zu viel fachgesimpelt wurde. Insgesamt verdient “Als die Welt zum Stillstand kam” 4 gute Sterne, für eine solide und durchaus spannende Jugend-Endzeit Geschichte, die jedoch ab und an etwas schwächelt. Jason packte ihre Arme und riss sie hoch. Dann, ganz plötzlich, beruhigte er sich. Er holte zwei Stühle, ließ Birgid auf einem Platz nehmen und setzte sich ihr gegenüber. Birgid verschränkte die Arme und lehnte sich so weit zurück, wie es ging. (Seite 282)
Der Schreibstil ist locker und gut zu lesen. Es werden einige Fachausdrücke verwendet, die sich entweder im Kontext erschließen oder noch einmal am Ende des Buches erläutert werden. Ansonsten sind mir vor allem die Perspektivenwechsel aufgefallen, denn man wechselt nicht nur unter den Freunden, sondern erfährt auch einiges aus der Sicht von Celies Mutter, also der Erfinderin der Tore. Dazu gesellen sich noch weitere Perspektiven, sodass der Leser eins ehr gutes Bild über das Chaos nach dem Torausfall erhält.
Das Cover ist mir direkt ins Auge gesprungen, auch wenn der Titel ein wenig lang erscheint. Meiner Meinung nach passt das Cover auch sehr gut zum Inhalt und spiegelt Celie in der Kommune wieder, weit weg von jedem Tor. Plötzlich war da das Meer. Nicht blau, sondern schwarz-grau lag es vor ihr ausgebreitet. Wie ein Versprechen. Celie zog sich bis auf die Unterwäsche aus und lief ins Wasser. (Seite 339)
Fazit: “Als die Welt zum Stillstand kam” erhält von uns 4 gute Sterne. Die Geschichte ist eine Mischung aus Endzeit-Jugendbuch, die mich fesseln konnte! Mir hat die Idee rund um die Tore richtig gut gefallen, auch wenn es ein paar Schwächen im Roman gibt.
Das Cover: Mich hat das Cover schon eine Zeit lang in den Bann gezogen, ich empfand es als sehr passend zum Klappentext. Celie, die Richtung Horizont blickt, hinweg in eine ungewisse Zukunft. Nach dem Lesen spiegelt es Celie und ihre Verbundenheit zum Meer noch ein wenig besser wieder. Andererseits bin ich nach dem Lesen auch enttäuscht. Denn irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Geschichte sich eher um Alex drehte als um Celie, wie das Cover einen erahnen lässt.
Die Konstruktion der Gesellschaft: Sehr gut durchdacht und detailliert dargestellt. Nicht nur anhand des Anhangs habe ich gemerkt, wie viel Recherche in diesem Buch steckt. Die Autorin schildert plausibel, wie die Welt sich mit der Errungenschaft des Beamens verändert, wie abhängig die Menschheit vom Tornetz geworden ist. Durch kleinere Details wie Wörter wie “packy” (ähnlich verwendet wie “cool”) oder Mo-Pads (Art futuristisches Mobiltelefon/Handheld-Computer) fand ich beim Lesen leicht in die Gegebenheiten dieser Zukunftswelt, da diese von Grund auf gut struktuiert war. Die Geschichte konzentriert sich jedoch auf den Zusammenbruch. Die Hysterie, die Panik, die Unfähigkeit der Menschen sich zu orientieren, da die Tore sämtliche Fortbewegung übernahmen. Dabei liegt der Fokus hauptsächlich auf einem ungeschönten Untergangsszenario, in dem jeder sich der nächste ist, Kinder niedergetrampelt werden und Morde für Nahrungsmittel oder Akkus passieren.
Sprache: Der Grundton ist sachlich und nüchtern. Dies kommt zwar den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Erklärungen zu Gute, aber die Geschichte wirkte auf mich distanziert und emotionslos. Es kam einfach keine Spannung auf, nicht einmal wenn die Figuren sich inmitten von Kämpfen befanden oder um ihr Leben fürchten mussten. Innerhalb der Erzählung springt die Autorin nicht nur zwischen Celie, Alex und Bernie, sondern auch in eine Vielzahl von anderen Sichten. Dies diente vermutlich der Verdeutlichung, wie allgegenwärtig die Tore im Alltag waren und wie schwerwiegend der Zusammenbruch für die Einzelschicksale waren. Meiner Meinung hätte das nicht bedurft. Durch diese vielen Sprünge und Schauplatzwechsel konnte ich mich nicht in die zentralen Figuren der Geschichte einfühlen, da die Erzählung ja schon wieder an einem anderen Ort schwenken musste. Diese vielen Einschübe waren störend, ich wollte die eigentliche Geschichte lesen und nicht diese vielen kleinen Momentaufnahmen.
Dazu nutzte die Autorin immer wieder verwirrende Rückblenden, durch die manchmal auch doppelt erzählt wurde.
Figuren: Die Hauptfiguren sind Celie, Alex und Bernie. Bernie sitzt zu Beginn seiner Tortechniker-Ausbildung in der mecklenburgischen Wildnis fest, wenn die Tore ausfallen. Alex, angehender Pfleger in Berlin, macht sich auf den Weg Celie, seine große Liebe, zu suchen und stößt dabei auf Bernie. Während Celie in eine Kommune der Mobilen, diejenigen, die den Toren abgeschworen haben, geflüchtet ist. Eigentlich eine vielversprechende Ausgangsposition, aber die Figuren bleiben blass und eindimensional. Bernie, der mir noch am meisten zugesagt hat, steckt in der Rolle des guten Freundes und Technikers fest. Alex ist angetrieben vom Gedanken, Celie zu finden und sich mit ihr auszusöhnen, und so schlimm und verstörend seine Umwelt auch ist, nichts scheint den Frauenschwarm zu beeinflussen oder der Figur eine Entwicklung zu geben. Celie empfand ich sogar streckenweise als nervig und unsympathisch. Bis auf die Einstellung, dass sie nicht auffallen darf, scheint diese Figur kaum etwas anzutreiben, was schade ist. Als Tochter der Tor-Erfinder hätte ich ihr mehr Potenzial zugeschrieben, als wirklich genutzt wurde. Sie blieb bis zum Ende unscheinbar.
Die Konstellation der drei Figuren schien mir wirklich als vielversprechend, doch wurde diese von sehr vielen Nebenfiguren auch überlagert. Ständig tauchten auf den Reisen oder in der Kommune neue Nebenfiguren auf, die an sich zwar gut typisiert waren, aber fast alle nach gefühlten fünf Seiten wieder verschwanden.
Das Ende: Ja, wie löst man eine Geschichte auf, nachdem man die Welt fast hat untergehen lassen? Diese Frage habe ich mir schon in der ersten Hälfte gestellt und gerätselt, was wohl passieren würde, wenn Celie, Alex und Bernie wieder aufeinander trafen (oder zumindest ein Teil von ihnen oder überhaupt – ich will ja nicht spoilern). Das Ende hat mich jedoch nicht überzeugt. Es kam keine Spannung oder ein Höhepunkt auf. Es ist relativ schnell klar, wer Celies Gegenspieler in der Kommune wird, die Aufdeckung seiner Pläne waren weder überraschend noch besonders originell. Auch die Lösung, was hinter den Toren steckte, war im Vergleich zu den komplexen Hintergründen, die sich durch die Geschichte zogen, recht simpel. Ich hatte mir mehr erhofft, als eine durchgängige Stimmung, die vermittelte, dass der Zusammenbruch doch nicht so schlimm war. Dass alles wieder recht bald einen gewissen Grad an Normalität erreichen könnte.
Zusammenfassend: Eine wirklich vielversprechende Idee, deren Potenzial nicht genutzt wurde oder deren Umsetzung gute 200 Seiten fehlten, um die Protagonisten beim Lesen näher zu bringen. Daher vergebe ich 2 Sterne für die Geschichte und einen zusätzlichen für die umfassende Hintergrundszenerie, in die wohl viel Zeit und Energie gesteckt wurde. Insgesamt 3 von 5 möglichen Sternen für “Als die Welt zum Stillstand kam”.
Kurzbeschreibung: Unsere Urgroßeltern wissen noch genau, was sie am 22. November 1963 taten, als sie die Nachricht vom Tod John F. Kennedys hörten. Unsere Großeltern sind die Bilder der brennenden Türme des World Trade Center vom 11. September 2001 unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt. Und wir können nicht vergessen, was geschah, als am 14. Juli 2036 das Tornetz ausfiel und unsere Welt auseinanderbrach wie ein gigantischer Eisberg. Aber anders als bei allen Katastrophen zuvor wusste diesmal niemand, wie groß der Schaden wirklich war. Denn es gab keine außenstehenden Betrachter. Jeder einzelne Mensch auf der Welt war betroffen.
Zur Autorin: Gabi Neumayer, geboren 1962, lebt in Bergheim bei Köln und ist Autorin, Lektorin und Chefredakteurin des Autorennewsletters The Tempest. Sie hat bereits viele Kinderbücher veröffentlicht, unter anderem Science-Fiction-Geschichten, englische Lernkrimis, Bilderbücher und Sachbücher. Als die Welt zum Stillstand kam ist ihr erster Jugendroman.
Rezension: Die Welt im Jahr 2036: Die Freunde Celie, Bernie und Alex genießen den Luxus, sich an alle erdenklichen Orte auf der Welt zu beamen. Dank des Tornetzes, einer Erfindung von Celies Eltern Jenna und Felix im Jahr 2021, kann jedermann einmal kurz am anderen Ende der Welt seine Mittagspause genießen, einkaufen oder Essen gehen.
Doch plötzlich fällt das gesamte Tornetz aus und somit auch die Strom- und Wasserzufuhr und Internetverbindungen, die ebenfalls über die Tore gespeist wurden. Auf einmal steht die Welt Kopf und die drei Freunde sind mittendrin, doch jeder an einem anderen Punkt der Erde. Werden sie herausfinden können, was es mit dem Ausfall der Tore und auch dem mysteriösen Tod von Celies Mutter auf sich hat? Und wie wird es auf der Welt weitergehen?
Gabi Neumayer hat sich mit Als die Welt zum Stillstand kam an eine Dystopie gewagt, die sich in keinster Weise vor anderen Büchern dieses Genres verstecken muss. Ganz im Gegenteil! Ich empfand den Roman beim Lesen als weitaus vielschichtiger und tiefergehend als so manch anderes Buch dieser Rubrik, von denen ich nun schon einige gelesen habe.
Die drei Hauptcharaktere Celie, Bernie und Alex sind sehr unterschiedlich. Ihre jeweiligen Perspektiven werden von Gabi Neumayer detailliert erzählt, so dass beim Lesen keinerlei Langeweile aufkommt. Auch kommt die verstorbene Mutter Celies, Jenna, anhand ihrer Tagebucheintragungen öfter zu Wort und somit erhält der Leser Einblick in die Entstehung des Tornetzes.
Celie war mir anfangs etwas unsympathisch durch ihre reservierte Art, doch legte sich das schnell, da sie dafür einen guten Grund hatte. Da sie in einer Mobilen-Kommune Unterschlupf gefunden hat, die sich von Beginn an gegen das Tornetz aussprach, möchte sie hier unerkannt bleiben, lebt unter falschem Namen und will nicht zuviel Nähe zu fremden Personen aufbauen.
Bernie und Alex sind zwei Jugendliche, die Sympathie erwecken. Alex ist immer hilfsbereit, nicht nur in seinem Beruf als Pfleger in einer Klinik. Bernie ist der Technikfreak, der sich für alles Elektronische zu begeistern weiß und hierfür einiges an Talent aufzubieten hat.
Sehr spannend empfand ich die abwechselnde Schilderung aus allen drei Perspektiven, hin und wieder unterbrochen von Jennas Tagebucheinträgen und anderen Geschehnissen auf der Welt. Dass es nach dem Ausfall der Tornetze zu Gewalt unter den Menschen kommt ist klar, es kommen hier einige Szenen im Buch vor, die recht happig sind, aber nie zu detailliert beschrieben wurden, so dass die jugendliche Zielgruppe damit gut zurechtkommt.
Gabi Neumayer versteht es in ihrem Roman sehr gut, diese Zukunftswelt zu schildern und authentisch wirken zu lassen. Ich konnte mir beim Lesen wirklich lebhaft vorstellen, wie es in dieser beschriebenen Zukunft zugehen muss und hoffe nicht, dass so etwas jemals eintreten wird. Denn so schön, wie sich die Erfindung des Tornetzes anhört, umso abhängiger wird der Mensch doch von Maschinen.
Und dieser Umstand, der bereits heute schon leichte Anzeichen anhand mancher Abhängigkeit zum Internet oder Handy bereits bei einigen Menschen gang und gäbe ist, macht diese Zukunftsvision noch einen Tick glaubhafter, was mich doch schon etwas schaudern lässt.
Ich kann Als die Welt zum Stillstand kam nur wärmstens empfehlen an alle interessierten Leser von Dystopien und (erschreckenden) Zukunftsvisionen. Ein Buch, das man durchaus gelesen haben sollte, da es nicht nur durch Gewalt sondern eher durch leise und aufrüttelnde Töne zu überzeugen weiß. Ein anhängendes Glossar mit Schlagworten aus dem Roman und ein sehr interessantes Nachwort beweist, wie viel Gabi Neumayer an diesem Thema liegt.
Fazit: Als die Welt zum Stillstand kam bietet ein überzeugendes und erschreckendes Zukunftsszenario, das hoffentlich so nie eintreffen wird. Man merkt, dass Gabi Neumayer sehr viel Herzblut in ihren Roman hineingelegt und jede Menge fundierte Recherchen betrieben hat. Absolute Leseempfehlung!
Wer wünscht sich denn nicht öfters beamen zu können? Besonders wenn man schweißgebadet den Bahnsteig hochstürmt und die Bahn trotzdem nur noch nachwinken kann. Man könnte in null komma nichts ein fernes Land besuchen. Das wäre doch toll, nicht?
Essen in China, arbeiten in Brasilien und abends zu Hause in Deutschland das Kind ins Bett bringen. Dies ist in diesem Roman zur absoluten Normalität geworden. Die so genannten Tore stehen alle zwei Meter rum und stehen der Bevölkerung kostenfrei zur Verfügung. Doch nicht nur Menschen werden gebeamt. Praktisch alles wir über die Tore, direkt zum Haushalt befördert: Wasser, Nahrung, Strom. Straßen und alte Leitungen verkümmern, denn sie werden nicht mehr gebraucht. Autos und Telefone wurden ebenfalls massenhaft geschrottet, denn auch ihren Nutzen ersetzten die Tore.
Doch dann geschieht das Unfassbare: Das sonst so zuverlässige System hat einen Totalausfall. Alles futsch, nichts geht mehr. Kein Strom, kein Essen, kein Wasser, keine Müllbeseitigung und keine Möglichkeit mit anderen zu kommunizieren. Menschen hängen irgendwo in der Weltgeschichte fest, oder schlimmer noch, auf dem Mond, wo man alle schädlichen Fabriken und allgemein, was man nicht auf der Erde haben will, hinverfrachtet hat (oh und nach Kanada, und ich dachte immer nur die Amis hätten was gegen Kanada)
Das Buch beginnt jedoch etwas früher. Man erhält einen Einblick in den Alltag der drei Hauptprotaginisten und erfährt, wie sie zueinander stehen. Wir hätten da Celie, die Tochter der Torerfinderin, die selbst aber in einer Anti-Tore Gemeinschaft lebt, Bernie, den Technikfreak, der unbedingt Tortechniker werden will und für den zwischenmenschliche Beziehungen unverständlich sind und Alex, ein Charmebolzen, der jedoch in Celie verliebt ist und Medizin studiert, obwohl er lieber etwas anderes machen würde. Die Perspektiven der drei wechseln sich immer wieder ab und zwischendurch werden bei Celies Kapiteln noch Auszüge aus dem Tagebuch ihrer Mutter präsentiert. Die Charaktere der drei Freunde sind sehr unterschiedlich, genauso die Situation, in denen sie nach dem Ausfall festhängen. Mir war vor allem Bernie sehr symphatisch, der im Laufe der Handlung wohl die größte Entwicklung durchmacht. Ich fand es auch gut, dass er und die anderen nicht gleich auf Kampf/Überlebensmodus schalten, und auch noch als alles den Bach runtergegangen ist, Bedenken und Zweifel haben um Nahrung oder Wasser zu kämpfen. In manchen Büchern verfallen die Protagonisten, die ja eigentlich so normal von nebenan wie nur möglich beschrieben werden, gleich nach den ersten drei Seiten in eine Art Terminatormodus.
Was mir nicht so gut gefallen hat, war die allgemeine Reaktion der Bevölkerung unmittelbar nach dem Ausfall. Bereits eine halbe Stunde später ist die totale Panik ausgebrochen, es wird geplündert und gehamstert. Das ist als wenn wir, sobald der Strom eine Stunde weg ist, in den nächstbesten Supermarkt rennen und ihn ausräumen. Das fand ich doch übertrieben. Klar, die sind noch abhängiger von den Toren als wir vom Strom, aber woher sollen sie denn ohne Kommunikation wissen, dass es ein weltweiter Ausfall ist? Man würde in so einer Situation doch eher davon ausgehen, dass es regional ist, bez. schnell wieder behoben wird und nicht gleich schreiend durch die Gegend rennen und sich dabei gegenseitig übern' Haufen trampeln. Auch ein paar andere Kleinigkeiten, fand ich etwas unklar oder nicht nachvollziehbar. z.B Alex der kurzerhand, fest entschlossen und optimistisch aus Berlin losradelt um Celie zu finden ... in Irland! Ja klar ich latsch auch mal schnell nach Dublin, wenn ich Lust hab. So bis nach München würde ich das ja noch nachvollziehen können, in Anbetracht der Situation, aber Irland. Das ist eine Insel! Da ist Wassser dazwischen!
Wenn man davon absieht ist das Buch aber gut ausgearbeitet, gerade was die spätere soziale Situation angeht. Man merkt die Autorin hat sich wirklich intensiv mit der ganzen Thematik Blackout beschäftigt, was sie in ihrem Nachwort auch nochmal genauer erläutert. Der Sprachstil ist soweit ganz gut, flüssig und angenehm zu Lesen. eine Besonderheit sind die Begriffe aus dem Sprachgebrauch dieser neuen Zeit, für die es auch ein Glossar gibt (was ich aber erst entdeckt hatte, als ich durch war), was ganz gut ist denn gerade am Anfang wird man von so einigen neuen Begriffen bombadiert.
Fazit Das Buch hat eins, zwei kleinere Schwächen, bietet aber dennoch ein interessantes Setting und zeigt deutlich wie alles den Bach runter geht, wenn eine Sache von der so viel abhängt, einfach ausfällt. Auch wenn wir heute noch nicht beamen können, fühlte es sich doch überraschend realistisch an.
Was tun wir, wenn plötzlich sämtliche Netze ausfallen und wir weder an Strom oder Wasser kommen?
2036 können die Menschen, mit Hilfe von einem ausgeklügelten Tornetz, beamen. Wohnen in Irland, Frühstücken in Mailand, arbeiten in Berlin. Und all das in Sekundenschnelle. Die Menschen sind es gewohnt, von einem Ort zum anderen zu gelangen ohne große Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Autos sind zum größten Teil verschrottet worden und auch Flugzeuge fliegen sie nur noch als Hobby. Der Müll wird ebenfalls durch die Tore entsorgt und alte Telefon-, Internet- oder Wasserleitungen werden nicht mehr genutzt. Alles läuft über die Tore, ist mit ihnen verbunden und bieten den Menschen einen unglaublichen Komfort. Doch dann bricht alles zusammen: Die Tore schalten sich ab und niemand weiß weshalb.
Chaos.
Die Autorin, Gabi Neumayer, zeigt mit ihrem Buch wie sehr Menschen in die Abhängigkeit der Technik geraten sind, denn selbst heute sind wir bereits auf so vieles angewiesen. Der heutige Arbeitsalltag wäre ohne Technische Geräte kaum mehr möglich, denn Unternehmen richten sich immer mehr nach Programmen auf ihren Computern oder gar Maschinen, die computergesteuert sind. Im dem Buch, im Jahre 2036, wird all das noch etwas extremer dargestellt, denn die Technische Entwicklung ist Fortgeschrittener, die Abhängigkeit verheerender und die Menschen geraten in Panik: Plünderer stürmen Geschäfte und Wohnungen um alles abzugreifen. Batterien sind mit einem Mal das wertvollste Zahlungsmittel und auch Wasser und Nahrung werden mit der Zeit knapp. Und mitten drin befinden sich die drei Protagonisten.
„Als die Welt zum Stillstand“ kam zeigt eine Schreckliche Wahrheit. Eine Technik kann noch so fehlerfrei laufen, doch ist sie keinesfalls unfehlbar! Nur vergessen das sowohl die Menschen in dem Buch als auch in der Realität viel zu oft und es ist meist nur eine Kleinigkeit, die eine unglaubliche Auswirkung haben kann. Genau wie in diesem Buch.
Wirklich interessant sind die verschiedenen Perspektiven aus denen berichtet wird. So sind es nicht nur Celie, Alex und Bernie, die in verschiedenen Situationen an den verschiedensten Orten mit dem Zusammenbruch konfrontiert werden, es sind auch einblicke in fremder Menschen Leben: Ein Ehepaar besucht das Theater in einem fernen Land und lässt ihr Baby, bei ihnen daheim, von der Großmutter betreuen. Diese hat zu hause ein Buch vergessen, welches sie schnell holen will … eigentlich eine Sache von Sekunden, doch als die Großmutter tausende Kilometer entfernt vor dem Tor steht und zurück will funktionieren diese nicht mehr.
Ein bisschen nervig wurde es dann gegen Ende, als sich das Buch etwas nervig in die Länge zog und die Handlung auch nur noch langsam voran kam, aber das ist auch der einzige Punkt der hier stört. Ansonsten ist dies ein wundervolles Werk, welches (hoffentlich) den Lesern die Augen öffnet und klar macht, wie sehr selbst sie von der Technik abhängig sind.
Meine große Begeisterung vom Anfang konnte sich leider nicht das ganze Buch über halten. Das ein oder andere fand ich ein wenig platt, vor allem die für mich doch sehr klischeehaft gezeichneten "Bösewichte". Unterm Strich bleibt dennoch mehr auf der Plusseite: Die Autorin hat eine Menge toller Ideen umgesetzt, das Buch hebt sich deutlich von anderen Dystopien ab. Durch die vielen Schauplatzwechsel bleibt das Buch zudem lebendig und abwechslungsreich.