Glück sei ihm nur beschieden, falls er 'die Welt ins Reine, Wahre, Unveränderliche heben kann' notierte Kafka 1917 in seinem Tagebuch. Auch wenn er selbst sich mit seiner Erzählkunst an diesem Wunsch gescheitert sah - die ungeheure und anhaltende Wirkung seiner Prosa spricht für sich. Diese Ausgabe präsentiert alle zu Lebzeiten erschienenen Erzählungen des weltberühmten Prager Dichters sowie die von Max Brod aus dem Nachlaß herausgegebenen Prosastücke, deren faszinierende poetische Kraft bis heute ungebrochen ist. --anacondaverlag.com
Franz Kafka was a German-speaking writer from Prague whose work became one of the foundations of modern literature, even though he published only a small part of his writing during his lifetime. Born into a middle-class Jewish family in Prague, then part of the Austro-Hungarian Empire, Kafka grew up amid German, Czech, and Jewish cultural influences that shaped his sense of displacement and linguistic precision. His difficult relationship with his authoritarian father left a lasting mark, fostering feelings of guilt, anxiety, and inadequacy that became central themes in his fiction and personal writings. Kafka studied law at the German University in Prague, earning a doctorate in 1906. He chose law for practical reasons rather than personal inclination, a compromise that troubled him throughout his life. After university, he worked for several insurance institutions, most notably the Workers Accident Insurance Institute for the Kingdom of Bohemia. His duties included assessing industrial accidents and drafting legal reports, work he carried out competently and responsibly. Nevertheless, Kafka regarded his professional life as an obstacle to his true vocation, and most of his writing was done at night or during periods of illness and leave. Kafka began publishing short prose pieces in his early adulthood, later collected in volumes such as Contemplation and A Country Doctor. These works attracted little attention at the time but already displayed the hallmarks of his mature style, including precise language, emotional restraint, and the application of calm logic to deeply unsettling situations. His major novels The Trial, The Castle, and Amerika were left unfinished and unpublished during his lifetime. They depict protagonists trapped within opaque systems of authority, facing accusations, rules, or hierarchies that remain unexplained and unreachable. Themes of alienation, guilt, bureaucracy, law, and punishment run throughout Kafka’s work. His characters often respond to absurd or terrifying circumstances with obedience or resignation, reflecting his own conflicted relationship with authority and obligation. Kafka’s prose avoids overt symbolism, yet his narratives function as powerful metaphors through structure, repetition, and tone. Ordinary environments gradually become nightmarish without losing their internal coherence. Kafka’s personal life was marked by emotional conflict, chronic self-doubt, and recurring illness. He formed intense but troubled romantic relationships, including engagements that he repeatedly broke off, fearing that marriage would interfere with his writing. His extensive correspondence and diaries reveal a relentless self-critic, deeply concerned with morality, spirituality, and the demands of artistic integrity. In his later years, Kafka’s health deteriorated due to tuberculosis, forcing him to withdraw from work and spend long periods in sanatoriums. Despite his illness, he continued writing when possible. He died young, leaving behind a large body of unpublished manuscripts. Before his death, he instructed his close friend Max Brod to destroy all of his remaining work. Brod ignored this request and instead edited and published Kafka’s novels, stories, and diaries, ensuring his posthumous reputation. The publication of Kafka’s work after his death established him as one of the most influential writers of the twentieth century. The term Kafkaesque entered common usage to describe situations marked by oppressive bureaucracy, absurd logic, and existential anxiety. His writing has been interpreted through existential, religious, psychological, and political perspectives, though Kafka himself resisted definitive meanings. His enduring power lies in his ability to articulate modern anxiety with clarity and restraint.
Schon vor Jahren gelesen, die Ausgabe besitze ich seit Schultagen. Gelesen habe ich die Texte immer hier und da mal, vielleicht einige auch garnicht. Am stärksten wirkt er auf mich, wenn er ganz knapp bleibt. "Die Brücke" gehört zu meinen absoluen Favoriten.
84 mehr oder weniger lange "Erzählungen" enthält dieser Sammelband, gruppiert dabei Texte, die kaum eine Seite umfassen neben längeren Erzählungen wie "Der Heizer", "Die Verwandlung" oder "Forschungen eines Hundes".
Von den vielen kurzen Geschichtchen bleiben ohnehin nur wenige hängen, andere sind für meinen Geschmack einfach sehr trivial und wiederholen oder modifizieren nur Elemente und Symbole, die bereits in anderen Erzählungen weitaus besser zur Geltung kamen.
Konflikte des Individuums mit der Gesellschaft, gegenüber Autoritäten und Kräften, gegen die es nicht ankommt, gefielen mir ganz besonders. Dass Kafka einen starken Hang zu "Tiererzählungen" hat, wurde mir erst einmal in vollem Ausmaß bewusst, genauso wie eine Faszination für andere Kulturen und Völker (China vor allem). Mythologische Themen wusste er ebenso zu bearbeiten, was mir ausgesprochen gut gefiel (Odysseus oder Poseidon tauchen u. a. auf). Das Fremdsein, auch in vertrauten Gegenden ist ein oft variiertes Thema, kommt m. E. sowohl in längeren Erzählungen (Die Verwandlung) als auch in kürzeren Texten (Heimkehr) wunderbar zum Tragen. Die Anthropomorphisierung von eigentlich unbelebten Gegenständen weiß Kafka oft herzzerreißend zu schildern (Die Brücke, Es war einmal ein Geduldspiel).
Diesen gesamten Erzählband empfehle ich nicht zu lesen, außer ihr möchtet das Gesamtwerk Kafkas inhalieren. Ich denke, einen Eindruck seiner Themen gewinnt man sehr gut mit folgenden Werken (natürlich sind das meine persönlichen Favoriten ;):
Kürzere: - Der plötzliche Spaziergang (!) - Vor dem Gesetz - Ein Landarzt - Ein Brudermord - Die Brücke (!) - Die Wahrheit über Sancho Pansa - Das Schweigen der Sirenen - Poseidon - Es war einmal ein Geduldspiel - Heimkehr
Längere: - Die Verwandlung (!) - Der Heizer - In der Strafkolonie - Ein Bericht für eine Akademie (!) - Ein Hungerkünstler (!)
Ich hatte Kafka vorher nicht gelesen. Unglaublich interessante Werke und eine Menge Wörter, für die es keine direkte englische Übersetzung gibt. Mein Favorit war "Vor dem Gesetz"
Kafka beschäftigt sich in seinen Kurzgeschichten mit Themen wie der Angst vorm Alleinsein gerade im Alter (Das Unglück des Junggesellen) oder Vater-Sohn-Konflikten (Das Urteil). Allgemein geht es in vielen seiner Geschichten darum, dass sich Individuen missverstanden und nicht gerecht behandelt fühlen (Der Heizer; In der Strafkolonie). Ich kann leider nicht sagen, dass mich Kafkas Prosa in irgendeiner Hinsicht besonders berührt oder gecatcht hat. Manche Geschichten erscheinen mir schlichtweg trivial und keiner wirklichen Veröffentlichung wert, andere sind ganz interessant, aber haben mich jetzt auch nicht tief bewegt. Begeisterungen für sehr kurze Gedankenstränge wie z. B. die Brücke kann ich nicht ganz nachvollziehen. Eventuell fehlt mir hier aber auch einfach der Zugang und die tiefere Bedeutung. An sich weiß aber niemand genau was Kafka mit seinen einzelnen Geschichten wie z.B. die Verwandlung aussagen wollte. Daher ist der Zauber seiner oftmals wirren Erzählungen vielleicht auch, dass diese jeder für sich selbst passend interpretieren kann. Ich habe nicht den kompletten Band gelesen sondern nur die veröffentlichen Geschichten sowie einzelne aus dem Nachlass.
Meine Favoriten sind: Unglücklichsein Das Urteil In der Strafkolonie Der Heizer Die Verwandlung Vor dem Gesetz Ein Hungerkünstler Heimkehr
Franz kafka: Die Erzählungen (Blumfeld ein älterer Junggeselle...) -Ein solcher leerer Blick macht einen wehrlos. Er könnte einen dazu verführen, mehr zu sagen, als man will, nur damit man diese Leere mit Verstand erfülle.
(Forschungen eines Hundes) -Gewiss, die Wissenschaft schreitet fort, das ist unaufhaltsam, sie schreitet sogar mit Beschleunigung fort, immer schneller, aber was ist daran zu rühmen? Es ist so wie wenn man jemanden deshalb rühmen wollte, weil er mit zunehmenden Jahren älter wird und infolgedessen immer schneller der Tod sich nähert. Das ist ein natürlicher und überdies ein hässlicher Vorgang, an dem Ich nichts zu rühmen finde.
Die unveröffentlichten Romanfragmente bilden eine gute Addition zum Verständnis des hohen literarischen Geistes des Bürohengstes aus Prag. Es sind jedoch die Erzählungen, in welchen sich der schriftstellerische Charakter Franz Kafkas am aufschlussreichsten zeigt. Mit gut recherchiertem biografischem Beiwerk (z.B.: Rüdiger Safranskis „Kafka – Um sein Leben schreiben“ im Verlag Hanser) erschließt sich auch die außergewöhnliche Persönlichkeit dahinter. Die neue, gebundene Ausgabe des Verlages S. Fischer deckt (beinahe) alle Zeilen aus der erzählenden Feder Kafkas ab. Als Anhänger des Lesens in chronologischer Reihenfolge und um die Vollständigkeit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, auch die Ausgabe des Verlages Anaconda zu erwerben. Kafkas Werk ist bei Weitem nicht so rätselhaft wie die Reihung der Erzählungen im Band vom Verlag S. Fischer. Chronologisch geordnet findet man sie jedoch weder bei S. Fischer noch bei Anaconda.