hm. ich lieh mir dieses buch aus der bücherei aus, weil ich auf geschichten hoffte, die stimmung widerspiegeln, die das coverfoto in mir hervorruft. eine oder zwei waren es leider nur, bei denen ich diese vibes spürte - "der besuch" und das titelgebende "in fremden gärten".
von peter stamm laß ich zuvor "agnes", was mir sehr, sehr gefiel. damals schon recht verwunderlich, weil ich diesem kurzen, knappen, abgeklärten & irgendwie grauem & leeren schreibstil, den man in so viel zeitgenössischer (deutscher) literatur findet, nicht wirklich viel abgewinnen kann. was in "agnes" für mich aber irgendwie doch funktionierte, wird mir hier zu viel. oder eher zu wenig. ein zuviel an zuwenigem. ein "zeit"-zitat auf dem rücken meiner ausgabe bezeichnet peter stamm als "meister der sprachlichen askese", doch diese askese wird mir hier irgendwie zu exzessiv. eine sprache, bei jemand mit einem laubschneider jedes schmückende ästchen, das in den nachbargarten ragt, brutal abgefetzt hat, um mal metaphorisch in der nähe des titels zu bleiben.
außerdem: ich weiß, dass ein mangel an anführungszeichen ja der heiße scheiß bei literarischen menschen ist, aber mich nervt das in jedem buch aufs neue. james joyce & ali smith verzeihe ich widerwillig diese vernachlässigung eines meiner liebsten satzzeichen, jede*r andere bekommt ein genervtes augenrollen gratis dazu.