Ihr Leben ist aus den Fugen geraten, seit Ravenna in ihrer Wohnung überfallen wurde. Sie leidet unter Angstzuständen und rätselhaften Erinnerungslücken. Als sie nach einer Ohnmacht im Wald auf einem Pentagramm erwacht, glaubt sie zunächst, ihr Bewusstsein habe ihr erneut einen Streich gespielt. Tatsächlich hat sie ein mächtiger Hexenzirkel ins Mittelalter gerufen. Die Hexen benötigen dringend Ravennas Hilfe, denn es geht um nichts Geringeres, als den Teufel persönlich in Schach zu halten ...
Abgebrochen bei ca. nem Drittel. Irgendwie kam ich nicht in den Plot rein, die Charaktere waren mir arg unsympathisch und irgendwann kamen ein paar Dinge in der Handlung vor die mich davon überzeugt haben das Buch zur Seite zu legen.
Ravenna ist eine Steinmetzin im Straßburg des Jahres 2011. Sie glaubt weder an Magie, noch an irgendwelche Hexen. Seit kurzem erlebt sie merkwürdige Sprünge, in denen sie oft einen ganzen Tag oder mehrere Tage verschwunden bleibt. Ihr fehlt nach ihrer Rückkehr meist jede Erinnerung an die verlorene Zeit. Eines Tages als sie auf einem Ausritt mit ihrem Pferd ist, gerät sie in einen merkwürdigen Sturm, stürtzt vom Pferd und findet sich in einer scheinbar ganz anderen Zeit und von merkwürdigen Frauen umkreist wieder. Wo werden die Frauen sie hinbringen und wird Ravenna jemals wieder zurück nach Hause finden?
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch ganz gut gefallen, es war spannend und hatte angenehme Charaktere, jedoch ist es meiner Meinung nach nichts "Neues". Es gibt schon sehr viele ähnliche Hexengeschichten.
Teilweise fand ich manche Szenen sehr langatmig, die ruhig etwas kürzer hätten sein können. Ich ertappte mich oft dabei, dass ich dann einfach einen Absatz übersprungen habe. Etwas, das mich im Buch ein bisschen verwirrt hat, war die Sache mit den Zeitsprüngen. Ich verstand nicht ganz, warum man in dem Jahr, in das man wollte, nur an den gleichen Tag springen konnte, der auch in der Gegenwart gerade war. Auch, wie Beliar die ganze Zeit die Zeit wechselte habe ich nicht ganz verstanden, vielleicht habe ich da jedoch zu ungenau gelesen. Ravenna war nicht mein Lieblingscharakter im Buch, sie war mir oft einfach zu aufbrausend bzw. konnte ich mich in sie nicht so wirklich einfühlen. Sie hatte meiner Meinung nach auch nichts Besonderes an sich. Auch andere Personen im Buch waren mir nicht richtig sympathisch: Yvonne, Ravenna oder auch König Constantin, da er auf mich nicht sehr "königlich" wirkte. Was ich auch komisch fand war, dass man von Lynette eigentlich nichts mehr erfahren hat, zum Beispiel, wie es ihr bei Beliar ergangen ist nach ihrem Rauswurf aus dem Hexenkonvent. Erst dann als sie sich plötzlich von der Mauer stürtzt kommt sie wieder ins Spiel - und wird sogleich getötet. Gleich zu Beginn des Buches, als Ravenna im Konvent der Hexen ist, fand ich es erschreckend, dass "die Sieben" so streng zu ihren Schülern sind und ihnen Strafaufgaben geben oder sie nicht richtig ernst nehmen. Sie haben auf mich wenig weise gewirkt. Besonders Aveline wirkt anfangs sehr hochnäsig und schimpft darüber, dass Ravenna von nichts eine Ahnung hat. Was meiner Meinung nach verstörend war, dass Aveline einen Gefährten hat, der um so viel älter als sie ist. Gleich zu Beginn ist Ravenna auf einem Ausritt mit Lucian und eigentlich ist es von Anfang an klar und offensichtlich, dass die zwei sich ineinander verlieben. Somit ist die Spannung aus der Liebesgeschichte irgendwie schon herausgenommen.
Ich finde, dass zwar die Geschichte eine Weile braucht, bis es richtig losgeht, die Spannung jedoch total gut aufgebaut ist! Mein Lieblingscharakter war Norani, die Wüstenhexe. Ich fand es total schade, dass sie erst so spät im Buch auftauchte und nur wenige Szenen bekam. Ich mochte ihre Art sehr gerne und fand ihren Charakter sehr interessant. Die Autorin ließ auch die Tiere im Buch nicht zu kurz kommen, mit viel Liebe beschrieb sie die Pferde und Hunde, gab ihnen Namen und eine Bezugsperson. Besonders die Pferde spielten eine wichtige Rolle, was ich als jahrelange Reiterin natürlich besonders mochte. Eine Szene, die mir auch total gut gefiel war, als Ravenna Lucian zur Dombauhütte mitnahm und er von ihren Kollegen genau in Augenschein genommen wurde. Mir gefiel die Fürsorglichkeit und der Beschützerinstinkt, den die rauen Arbeiter plötzlich zeigten. Ich mochte außerdem, dass Morrigan als eine starke Bärin dargestellt wurde und der Moment, in dem sie Ravenna erscheint gefiel mir total gut. Sie wirkte auf mich, wie eine starke Kriegerin und sehr weise und mächtig.
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Die Schwester war vorhersehbar, ist schließlich die jüngere ;) sonst toll geschrieben. Tatsächlich mal wieder ein Fantasy-Buch, indem die obligatorische Liebesszene nach 2 Sätzen abgehandelt ist, ohne ins Detail zu gehen.
Ravennas Leben ist das reinste Chaos. Seitdem sie in ihrer eigenen Wohnung überfallen wurde, ist sie das reinste Nervenbündel. Doch am schlimmsten sind die Aussetzer, die teilweise einen Tagelangen Gedächtnisverlust beinhalten. Ihre Schwester pocht auf Magie, aber Ravenna kann an so einen Unsinn nicht glauben. Zumindest solange nicht, bis sie einen Zeitsprung ins Mittelalter zurücklegt. Dort wird sie von einem Hexenkonvent erwartet, der dringend ihre Hilfe benötigt...
Eigene Meinung:
"Die Hexen" ist der etwas lange, aber vielversprechende Debutroman von Lea Nicolai.
Der Schreibstil ist für die Zielgruppe überraschend komplex und bildgewaltig, nichtsdestotrotz flüssig und leicht zu lesen. Die Geschichte wird von einem Pro- und einem Epilog eingerahmt und wird abwechselnd aus der Sicht von Ravenna und Yvonne im personalen Erzählstil wiedergegeben.
Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und sehr authentisch. Auch der Antagonist kann sich sehen lassen. Dafür sind die Nebenfiguren leider recht schwach, was ich aber verschmerzen kann, weil es wirklich viele davon gibt.
Ravenna ist eine gebrochene Kämpferin. Sie arbeitet als Steinmetzin und weiß sich deswegen unter Männern zu behaupten. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und zieht ihr Ding durch, wenn sie sich einmal ein Ziel gesetzt hat. Doch seit dem Überfall in ihrer eigenen Wohnung ist sie verunsichert und befürchtet nicht ohne Grund, dass ihr Leben langsam aber sicher auseinanderbricht. Auch wenn ihre Schwester sie verrückt macht, ist sie die einzige Stütze, die ihr momentan zur Verfügung steht und dafür, dass sie da ist, ist Ravenna unendlich dankbar. Trotzdem kann sie nichts dafür, dass erst ein Sprung ins kalte Wasser - genauer gesagt, ein Sprung durch die Zeit - dabei behilflich ist, dass sie wieder zu sich selbst zurückfindet...
Yvonne hat im Gegensatz zu ihrer Schwester nie ihre Wurzeln verdrängt und somit auch nie den Glauben an die Magie. Dass eine morbide Faszination von dem Überfall, der an ein okkultes Ritual erinnert, für sie ausgeht, ist daher nicht wenig verwunderlich - und dennoch ein Fakt, den sie ihrer Schwester nie gestehen würde. Sie vermutet sowieso, dass Magie für das Chaos in Ravennas Leben verantwortlich ist und scheut auch nicht davor zurück, auf dieses Mittel zurückzugreifen, um zu helfen.
Die Geschichte ist ganz anders als erwartet und doch so magisch wie erhofft. Man findet zwar schnell den Weg in Ravennas Welt, muss aber eine Weile warten bis so richtig Fahrt aufkommt. Generell ist es schwierig, eine klare Meinung zu formulieren, weil es immer abwechselnd spannende und leider auch langatmige Szenen gibt. Es gab so viele Stellen, die ich mir wesentlich kurzweiliger gewünscht hätte, während andere ruhig mehr Tiefe verdient hätten.
Dafür halten die Schwestern den Lesern emotional ganz schön auf Trab. Jedenfalls erging es mir so - und zwar so stark, dass ich zwischendrin vor Wut nicht weiterlesen wollte.
Umso enttäuschender ist es hingegen, dass bei der Liebesbeziehung kaum Gefühle aufkommen. Das Beziehung zwischen Ravenna und Lucian, das Verhältnis, das die beiden zueinander haben, ist wirklich sehr stark und konnte mich auch überzeugen, aber bei mir kamen leider keine Gefühle auf. Was sehr schade ist, denn das Potential dazu, war definitiv vorhanden, allerdings ging alles irgendwie zu schnell.
Fazit:
Lea Nicolais "Die Hexen" ist ein starkes Debut, das dennoch einige Schwächen hat. Der wirkliche ausdrucksstarke Schreibstil bringt leider einige Schwächen mit. Die Protagonisten und der Antagonist wissen zu überzeugen, während die Nebenfiguren oftmals doch ziemliche Stereotypen sind. Die Geschichte ist spannend und wirklich lesenswert, hätte aber etwas kürzer sein können. Alles in allem eine eher durchwachsene Leistung, die trotzdem eine Empfehlung wert ist. Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt und vergebe gute 3/5 Bücher!