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Absolution

In this stunning literary debut, Patrick Flanery delivers a devastating and intimate portrait of post-apartheid South Africa, and the perils of taking sides when the sides are changing around you.
 
Told in shifting perspectives, Absolution is centred on the mysterious character of Clare Wald, a controversial writer of great fame, haunted by the memories of a sister she fears she betrayed to her death and a daughter she fears she abandoned. Clare comes to learn that in this conflict the dead do not stay buried, and the missing return in other forms--such as the small child present in her daughter's last days who has reappeared, posing as Clare's official biographer. Sam Leroux, a South African expatriate returning to Cape Town after many years in New York, gradually earns Clare's trust, his own ghosts emerging from the histories that he and Clare begin to unravel, leading them both along a path in search of reconciliation and forgiveness.

400 pages, Hardcover

First published January 1, 2012

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About the author

Patrick Flanery

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Patrick Flanery was born in California in 1975 and raised in Omaha, Nebraska. After earning a BFA in Film from New York University's Tisch School of the Arts he worked for three years in the film industry before moving to the UK, where he completed a doctorate in Twentieth-Century English Literature at the University of Oxford. As well as publishing scholarly articles on British and South African literature and film in a number of academic journals, he has written for Slightly Foxed and The Times Literary Supplement. He lives in London.

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Profile Image for Buchdoktor.
2,533 reviews196 followers
January 4, 2014
Sam Leroux kehrt nach Jahren im Ausland in seine Heimat Südafrika zurück. Als kaum herausragender Kenner ihres Werks will er eine Biografie über Clare Wald schreiben, die (fiktive) große alte Dame der südafrikanischen Literatur. Für Sam verspricht der Auftrag der entscheidende letzte Schritt auf dem Weg zu einer Professorenstelle zu sein. Clare Wald verhält sich Sam gegenüber abweisend, obwohl ihr bewusst sein müsste, dass ihr nicht mehr viele Zeit bleibt ihren Nachlass zu ordnen. Als Leser ahnt man, dass Claires Erinnerungen besser nicht zu trauen ist. Täuschungsmanöver sind Clares alltägliches Verhalten. Sams biografische Annäherung an die betagte Clare scheint aussichtslos, u. a. weil Clares Sohn Mark die Zusammenarbeit mit Sam verweigert. Die Abweisung Sams durch Clare wirkt umso rätselhafter, je deutlicher sich persönliche Verbindungen zwischen beiden abzeichnen, die bis in die Zeit des Apartheid-Regimes ins Jahr 1988 zurückreichen. Mit ihrem Insidergespräch über Zensur in Diktaturen weichen die Zeitzeugin und ihr Biograf der Auseinandersetzung mit Clares Leben zunächst aus. Lesern, denen die Geschichte Südafrikas noch nicht vertraut ist, wird der Zugang zum Roman durch das Abwehrverhalten beider sehr erschwert. Clares Eltern standen der Opposition gegen das Apartheidssystem nahe; Clares Tochter Laura gehörte der bewaffneten Widerstandsbewegung an. Während andere Autoren ins Exil gingen, arrangierte Clare sich mit dem Regime so weit, dass ihre Bücher weder verboten noch ausdrücklich erwünscht waren. Clare begutachtete damals Manuskripte für die Zensurbehörde, ehe die Texte veröffentlicht werden konnten. Dass aus jener Zeit noch alte Rechnungen zu begleichen sein könnten, liegt nahe.

In Rückblenden und aus verschiedenen Erzählperspektiven erschließt sich erst ab der Mitte des Buches die bisher verdrängte enge Verbindung zwischen Sam, Clare und deren Tochter Laura. Lauras Schicksal ist noch immer ungeklärt. Clare verfügt über Lauras Tagebücher und spricht in langen Monologen mit ihrer vermissten Tochter. Die Gewalttaten des Apartheid-Regimes und seiner Gegner wirken bis in die Gegenwart hinein noch auf Clare. Deren Träume und Gedanken sind zwischen zwischen Wahn und Wirklichkeit angesiedelt und symbolisieren hinter der nach außen demonstrierten "stiff upper lip" verschwiegene Schuldgefühle und Ängste.

Den Einstieg in Flanerys beeindruckenden Debütroman fand ich durch Lauras kühle Abweisung ihres kaum weniger spröde wirkenden Biografen unerwartet schwierig. Wären mir die historischen Ereignisse nicht vertraut gewesen, hätte ich den Roman nach ungefähr 150 Seiten vermutlich abgebrochen. Als Lauras und damit auch Sams Schicksal stärker in den Mittelpunkt tritt, entwickelt sich die Handlung zu einer spannenden Spurensuche, während der man als Leser seine Einschätzung der Ereignisse alle paar Seiten neu justieren muss. Für an Südafrika interessierte Leser ein bewegendes Debüt, das durch seine kunstvoll verschachtelten Erzählperspektiven einiges Durchhaltevermögen erfordert.
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