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The Exploded View

A quartet of stories revolving around four men in Johannesburg: a statistician employed on the national census, an engineer out on the town with his council connections, an artist with an interest in genocide and curios, and a contractor who erects billboards on building sites; each tries to make sense of a changed world after the demise of apartheid.

Paperback

First published January 1, 2004

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About the author

Ivan Vladislavić

44 books77 followers
Ivan Vladislavić is a novelist, essayist and editor. He lives in Johannesburg where he is a Distinguished Professor in Creative Writing at the University of the Witwatersrand. His books include The Folly, The Restless Supermarket, Portrait with Keys and Double Negative. Among his recent publications are Flashback Hotel, a compendium of early stories; The Loss Library, a reflection on writing; and 101 Detectives, a collection of new short stories. He has edited volumes on architecture and art. His work has won several prizes, including the University of Johannesburg Prize, the Sunday Times Fiction Prize and the Alan Paton Award for non-fiction. In 2015, he was awarded the Windham-Campbell Prize for fiction by Yale University.

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49 reviews23 followers
October 3, 2016
In „Exploded View Johannesburg“ (Osburg Verlag) erzählt der Autor Ivan Vladislavic in 4 Kurzgeschichten von dem Alltag in Johannesburg, Südafrika. Er schreibt über einen Mann, der die Volkszählung durchführt und dabei nicht vorankommt, illegalen Siedlern und Südafrikanern, die noch vor Fertiggestellung der Häuser diese besetzen und einem Künstler – sie alle prägen Johannesburg und Johannesburg prägt sie.

Südafrika ist für viele trotz der Geschichte des Landes und der immer wiederkehrenden politischen Konflikte ein Land der Träume. Sonne, Strand und Natur sind die Attribute, die Urlauber ihm zuweisen. In seinem Buch berichtet Vladislavic nicht von diesen Glanzseiten, sondern von den Hintergründen und von Menschen, die dieses Paradies am Laufen halten. Trotz Beendigung der Apartheid spürt man in den vier Geschichten deutlich eine Grenze, die sich nicht nur durch schwarz und weiß schiebt. Der Autor erlaubt kurze Einblicke in den Alltag verschiedener Südafrikaner, die mit dem Umbruch und dem Aufbruch kämpfen. Interessanterweise habe ich hierbei nach der Lektüre nicht unbedingt die einzelnen geschilderten Schicksale im Kopf, sondern eher eine große Mischung der Geschichten, die alle von einer gewissen Trostlosigkeit und Nüchternheit geprägt sind. Vladislavic will nicht, dass der Leser sich in den Figuren wiederfindet, sondern ihnen lediglich als stiller Beobachter – ähnlich wie in einer unkommentierten Reportage – folgt und dann ohne Probleme wieder verlässt. Besonders spannend war für mich die Handlung um den massiven Siedlungsbau rund um und in Johannesburg, in denen die Menschen neben den illegalen Siedlungen, die parallel entstehen, in halbfertigen Häusern wohnen, um die Nachbarn davon abzuhalten, auch die neuen Häuser zu besetzen. Oder die Erzählung von Simeon, der mit seinen Genocide-Projekten Krieg zu Kunst macht und diesen dafür sogar an sich selbst inszeniert…

„Exploded View Johannesburg“ ist nicht unbedingt ein Buch, das Spaß macht. Teilweise erscheint es wie eine Feldstudie und beinhaltet auch immer eine Ohnmacht, die in den Geschichten mitschwingt. Vladislavic schafft es in 4 kurzen Erzählungen, eine „Bestandsaufnahme“ Südafrikas wiederzugeben, die immer ein wenig zwischen Frieden und Gefahr schwankt und mich als Leserin mit vielen Fragen zurücklässt. Wo sind die Lösungen und gibt es diese überhaupt? Wo die glückliche Zukunft? Und vor allen Dingen: Wie kann ich dieses Buch in einer Rezension zusammenfassen, ohne das es zu oberflächlich und/oder verwirrend wirkt? Wie kann ich diese ganz bestimmte Stimmung in „Exploded View Johannesburg“ wiedergeben, wenn ich sie mir selber nicht richtig klar machen kann? So richtig mag es mir nicht gelingen, daher der Appell: Lest die Geschichten und werdet selber für kurze Zeit zum Einwohner Johannesburgs.
4 von 5 Sternen möchte ich vergeben – für Kurzgeschichten, die mich nicht unbedingt berührt, aber ein Blick in vier Leben gegeben haben, die mich interessiert haben und nach wie vor interessieren.
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