Vom rechtlosen, unehelichen Herrschersohn zum mächtigsten Mann Europas reichte der kometenhafte Aufstieg des Karl Martell (676-741). Er riss mit Hilfe eines Rebellenheeres die Macht im Frankenreich an sich, rettete das Reich vor dem Eindringen der Araber und war schließlich so mächtig, dass er das Land ohne König regierte. Dieser Mann, der nie eine Krone trug, bereitete durch seine politischen Fähigkeiten und durch militärische Erfolge den Boden für die Herrschaft seiner Enkels, Karls des Großens.
Thomas R.P. Mielke macht sich in dieser spannenden Romanbiographie auf die Suche nach der dramatischen Lebensgeschichte eines Herrschers, der trotz seiner historischen Bedeutung bis heute ein Unbekannter geblieben ist.
Ich breche das Buch bei circa einem Fünftel ab. Mir gefällt der Erzählstil nicht. Wenn man überhaupt von einem Erzählstil sprechen möchte. Als Leser der PM History bin sich Sachtexte im Bezug auf Geschichte mehr als gewöhnt. Aber von einem Roman über Karl Martell erwarte ich was anderes als Aufzählungen von geschichtlichen Ereignissen mit einer Brise Roman. So kann man (so kann ich) nicht mit Karl warm werden. Nach 150 Seiten ist er weiterhin ein Fremder, der durch das frühmittelalterliche Europa hetzt und ständig neue Leute trifft, die auch nur stiefmütterlich abgekaspert werden. Schade, jetzt weiß ich auch warum mein Vater das Buch nicht mochte.
This book wants to be a history book and a novel at the same time. In this case not a very happy marriage. Though, if you are, like me, more interested in medieval history than in character development, this is a very interesting and insightful read. As a bonus, halfway through the book the characters finally come to life. All in all a very satisfying read about the early history of Europe.
Karl Martell, Retter des Abendlandes, Herrscher ohne Krone. Spannendes, selbstbewußt detailliertes Geschichtsbuch zum 8. Jahrhundert, in dessen Mittelpunkt Karl der Hammer, der Großvater Karls des Großen, steht. Die Biographie ist eingebettet in eine zurückgenommene Romanhandlung, welche sich offenbar eng an historischen Ereignissen orientiert. Alles in allem eine gut verständliche Vermittlung jener frühen europäischen Epoche: Zeit und Menschen kommen nah, Herausforderungen, Geisteshaltungen, Kämpfe und Weichenstellungen innerhalb des Frankenreiches werden nachvollziehbar. Sprachlich und gestalterisch haben wir es zwar mit einer eher unauffälligen Darstellung zu tun, hinzu kommen Wiederholungen, Überschneidungen oder Lücken in den Ereignis-Schilderungen, vor allem noch fehlende Landkarten, - aber solche Schwächen sind angesichts der Stärken des Buches gänzlich zu vernachlässigen. Fazit: Endlich wieder ein wissenswerter, guter historischer Roman, der diesen Namen verdient! Man möchte vom Autor gern mehr über jene Zeit lesen, auch mehr noch über den Helden des Buches, der einem unter der Lektüre längst zum wirklichen Helden Europas geworden ist.