„Das alte Kind“ war mein erstes Buch von Zoë Beck, das ich gelesen habe. Es konnte mich nicht definitiv überzeugen, denn laut Cover wird der Roman als Thriller angepriesen, was er aber keinesfalls ist. Vielmehr handelt es sich eher um einen tragischen Familienroman, der in manchen Teilen ein paar Spannungsmomente aufweist, aber „thrillig“ ist anders. Lesenswert ist er aber dennoch, denn der Schreibstil ist flüssig, sehr angenehm zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin.
Carla muss eine Zeitlang im Krankenhaus verbringen und wird wegen Ansteckungsgefahr von ihrer wenige Monate alten Tochter Felicitas getrennt. Als sie sie wieder in den Armen halten darf, ist Carla der felsenfesten Überzeugung, dass ihr Kind vertauscht wurde und somit die richtige Felicitas entführt wurde. Doch niemand, selbst ihr Ehemann Frederik, glaubt ihr. Dann wäre da noch Fiona, die in ihrer Badewanne mit aufgeschnittenen Pulsadern aufwacht. Sie behauptet, jemand wollte sie töten, doch auch ihr wird kein Glaube geschenkt.
Diese beiden Handlungsstränge, die in verschiedenen Zeitebenen spielen, begleiten den Leser. Leider stellt sich schon sehr schnell heraus, wie sie zusammenhängen, was ich äußerst schade fand und mir die Geschichte verleidete. Zwar hat Zoë Beck ein wirkliches Talent, was Charakterstudien betrifft, wie sie hier anschaulich zu zeigen weiß, doch die offensichtliche Lösung, wie die Geschichten von Carla und Fiona verwebt sind, nahm mir die Begeisterung für diesen Roman. Als Thriller kann man „Das alte Kind“ nun wirklich nicht bezeichnen, dafür fehlt eindeutig Spannung. Ich würde das Buch eher als eine Art tragischen Familienroman bezeichnen, der ein wenig Krimielemente enthält und mit einer sehr vorhersehbaren Lösung aufwartet. Für zwischendurch ein nettes unterhaltsames Buch, mehr leider auch nicht.