Wer schreibt, möchte auch verstanden werden. Im Zeitalter von Mail und Internet ist das jedoch schwieriger als je zuvor, die Regeln und Formen der Kommunikation werden immer unübersichtlicher. Was aber ein guter, starker Satz ist – das hat sich nicht geändert in tausend Jahren. Es gilt für den Brief und den Blog, die Seminararbeit wie den Geschäftsbericht. Wolf Schneider, «Sprachpapst» und Bestsellerautor, legt mit seinem Werk ein modernes Handbuch des guten Stils In 32 kleinen Schritten zum klaren, verständlichen Deutsch! Anhand zahlreicher Beispiele und in ebenso fröhlicher wie präziser Weise erteilt Schneider unterhaltsame Worauf kommt es beim Textbeginn an? Wie schreibe ich anschaulich? Was ist guter Stil? Worauf muss man bei Mails, Blogs und Twitter achten? Was zeichnet ein erfolgreiches Bewerbungsschreiben aus? Und ü Wozu eigentlich noch gutes Deutsch?
Dieses Buch ist fantastisch. Rezension werde ich aber trotzdem keine schreiben. Ich setze mich doch nicht der Gefahr aus, dass sie von jemandem gelesen wird, der auch das Buch gelesen hat - der wüsste ja dann, wie schlecht ich schreibe!
Die Tipps zum Schreiben sind tendenziell gut und machen Texte verständlich. Jegliche Gesellschaftskritik könnte sich der Autor verkneifen. Hat keinen Wert und ist aus der Zeit gefallen
Ich bin weder jung noch ein Profi, aber wie man gut und lebendig schreibt interessiert mich und das möchte ich gerne können. Wohl aus genau diesem Grund ist irgendwann dieses Buch bei mir eingezogen und doch erstmal auf dem Stapel ungelesener Bücher gelandet – für eine lange Zeit. Immerhin war ja der Gute Wille da. Dabei verspricht der Klappentext eine lehrreiche, anschauliche und durchaus unterhaltsame Lektüre. Als ich das Buch kürzlich eher zufällig wieder zur Hand nahm und ein wenig darin herumblätterte las ich mich gleich fest.
„Mit perfekter Grammatik lassen sich die scheußlichsten Sätze zimmern – in akademischen, bürokratischen und vielen journalistischen Texten täglich nachzulesen. Auf der Basis der korrekten Grammatik muss ich eine Kunst erlernen, die in der Schule ignoriert worden ist: wie man für Leser schreibt.“ (S. 9)
28_Deutsch für junge Profis
In 32 Kapiteln will Wolf Schneider, Deutschlands renommiertester Stilkritiker und Ausbilder an mehreren Journalistenschulen, den Leser dazu bringen, dass er die „Heerschar der Einfach-drauflos-Schreiber ebenso hinter sich lässt wie die verkorksten Germanisten“. Seine Lektionen sind unterhaltsam und führen so manchen weitverbreiteten Sprachgebrauch ad absurdum. Er möchte den Leser, beziehungsweise den Schreiber, zum klaren, verständlichen Deutsch anhalten und zeigt, wie man mit Kommas und anderen Satzzeichen „Musik“ macht.
Erschienen ist das Buch zwar bereits 2011, aber was ein guter starker Satz ist – das hat sich in tausend Jahren nicht geändert. Es gilt für die Bibel und den Blog, den Zeitungsartikel wie für den Geschäftsbericht. So können die ersten zwei Drittel dieses Buches von den Regeln und Erfahrungssätzen profitieren, die schon Luther beherzigt hat. Denn eines ändert sich nie: Wer schreibt, möchte auch verstanden werden.
Wolf Schneider führt den Leser mit vielen guten und unterhaltsamen Beispielen durch seine Lektionen. Als Bloggerin und bekennende unprofessionelle Einfach-drauflos-Schreiberin fühle ich mich stellenweise ertappt, erkenne aber auch einige Fallstricke, in denen ich mich immer wieder verheddere. So wirkt auch manches eben erst Gelesene bei mir noch nach, will umgesetzt oder aber einfach zugunsten der Unbeschwertheit beim Schreiben oder gar der Lust am Fabulieren verworfen werden. Eine Freiheit, die ich als Nicht-Profi habe – mit allen Konsequenzen.
„Wo aber der Stilwille der Lesbarkeit in die Quere kommt – da muss der Schreiber sich entscheiden: Will ich Gebrauchsprosa liefern oder Literatur? Und wenn diese: Muss das in eigenwilliger, hochgestochener Sprache geschehen – einer anderen also als der von Kafka, Brecht und überhaupt der Mehrzahl aller großen Schreiber deutscher Sprache?“ (S. 178)
Insgesamt hat mir „Deutsch für junge Profis“ von Wolf Schneider großen Spaß gemacht. Es ist ein unterhaltsames und inspirierendes Buch, an dem auch die Leser von Bastian Sicks „Der Dativ ist der Genitiv sein Tod“ Freude haben könnten.
Ich lese normalerweise nicht oft Sachbücher. Dennoch habe ich mich auf dieses Werk eingelassen und vor allem die ersten zwei Drittel regelrecht verschlungen.
Das Buch war äußerst informativ und lehrreich. Die Art und Weise, wie der Autor die Inhalte präsentiert, hat mir gut gefallen. Die Schreibweise ist sehr ansprechend und lässt das Buch nicht langweilig wirken.
Besonders beeindruckend fand ich, wie der Autor es schafft, auch komplexe Sachverhalte verständlich und unterhaltsam zu vermitteln. Vor allem die ersten zwei Drittel des Buches haben mir viele wertvolle Einblicke in das Schreiben gegeben, die ich für mich mitnehmen werde.
Selten genug kommt es zu einem Buch wie diesem. Denn der Autor dieses Buchs beherzigt selbst das, was er in seinem Text vermitteln will. Es beinhaltet eine vorzüglich und vergnüglich aufbereitete Anleitung für bessere Texte, für besseres Schreiben, für angeregtes Lesen. Dabei verzichtet Wolf Schneider auf besserwisserische Attitüden und verlegt sich lieber auf vergnügliches Darlegen der weniger gewünschten, der weniger lesbaren Schreibideen bzw. Schreibeinfälle. Ich bin gerade dabei dieses Büchlein ein zweites Mal zu lesen.
«Ich erschrecke, wenn ich höre, dass du mich liebst, und wenn ich es nicht hören sollte, wollte ich sterben.» Kafka schrieb es, an Felice. ......… Und der: «Planung bedeutet, den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen.» Dazu die Selbstironie: «Zu allem bereit und zu nichts zu gebrauchen», ebenso wie die Verspottung der anderen: «Ich denke – also bin ich hier falsch.» Ja: Ironie, Bosheit, Wortwitz sind bewährte Mittel, Leser zu fangen und für sich zu gewinnen.
Die meisten Texte werden nicht bis zum Schluss gelesen. Ausnahmen sind Schulaufsätze und Erpresserbriefe, „schon Liebesbriefe nicht immer“ (S. 13)
„Alles, was nach draußen geht, Brief, Mail, Prospekt und Angebot, muss es binnen 20 Lesesekunden geschafft haben, dem Adressaten mitzuteilen, worum es sich handelt - und vor allem: warum er weiterlesen soll. In diesen 20 Sekunden oder maximal 350 Zeichen oder in zwei, drei Sätzen lässt sich viel erzählen.“ (S. 17)
Teilweise interessante Tipps, einiges veraltet, insbesondere der arrogante Schreibstil. Inklusive Sprache als albern und unnötig zu bezeichnen, lässt den Autor wie einen wütenden, privilegierten, alten Mann wirken.
Was bildlich schön und sprachlich gewandt und was eine überzogene, abgedrosche Ausdrucksweise ist, scheint der Autor teilweise gewürfelt zu haben.
Mir hat das sehr gut gefallen! Das E-Book ist informativ, lehrreich und mit geistreichen Wortwitz gespickt. Ich hab allerhand markiert und werde mir wohl gelegentlich das Printexemplar ins Haus holen. 👍🏼
Ein paar sehr interessante, nützliche Ansätze. Da das Buch 2009 geschrieben wurde, ist es an manchen Stellen veraltet, bringt die Ratschläge des Autors aber dennoch klar rüber.
Das letzte Kapitel hat sich meiner Meinung nach jedoch wiederholt, inhaltlich Neues war nicht enthalten.
Gut, außer das Kapitel über Gendern. Es kommt einfach zu sehr raus, dass Schneider doch nur ein alter weißer Mann ist: „Die Wünsche dieser Minderheit [der Frauen] zu missachten, ist jedes Deutschsprachigen gutes Recht.”
Wer "Wort für Wort" oder "Deutsch für Profis", beide ebenfalls von Schneider, gelesen hat, kann das hier ruhig überspringen - weit weniger ausführlich und nichts revolutionäres.
Schneider gibt Anstöße, eigene Texte bewusst zu lesen. Der rote Faden: Weniger ist mehr. Für "junge Profis" wie mich eine gute Starthilfe. Sicherlich werde ich Aspekte öfter nachschlagen.
Ein guten Text bietet: Überraschung, Feuer, konkrete Worte, schlanke Sätze, Lesefluß Grundlage gutes Schreibens: konkrett, einfache Wörter in schlanken Sätze, Beispiele, Bilder, Vergleiche
Part I - Feurig schreiben!
* 1. Satz sehr wichtig, mit Feuer * 20 Sekunden Zeit! 160-350 Zeichen * konkret "Brezeln und Zimt" * In 1. Satz gib nur 1 Detail der Geschichte * Statt Daten und Fakten, übersetzen >> Paar Beispiele und Vergleiche * kurz, klar, mit Details, farbig * Bilder, Beispiele, Vergleiche
Part II - Wörter wählen!
* 80% der Lesbarheit >> Satzbau und Wörter * kurze Wörter, ohne Wortdreimaster (20+ Zeichen) * mehr Verben, weniger Adjektive * statt Substantiv "-ung" >> Verben mit "zu" Kontruktion * "Lass die Verben tanzen!" * Adjektive, wenn nötig, nur das eine Unterschied machen * English - Antipatie möglich * Autentische Wörter
Part III - Satzbau
* Hauptsatz-Kraft! * 6 Worte Gesetz, für trennbaren Verben * Atem reicht Sätze (max 20-24 Wörter) * Doppelpunkt nutzen, Semikolon, 5 von 7 Satzzeichen (, ; ? -) in jedem Text
Part IV - für Leser schreiben!
* Was ist meine Gesichte? Was ist "hook"? * Vorbild für Text: 270 Zeichen * Verbotten: nach-vor-seit, Nebensatz mit während-weil * 2 Min. Abstand vom Text, dann Kontrolle
E-Mail
* Max: 3 Absätze mit 300 Zeichen * Anfang interessiert und informiert * Regel: Hauptsätze, schlanke Sätze, 6 Wörter Gesetz * 1. denke, 2. schreibe, 3. Kontrolle
Protokolle: Frei-Paraphrase ohne "genaue Zitate", z.B. Herr M: ...?
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