Broder is known for polemics, columns and comments in written and oral media.
He wrote for the magazine Der Spiegel as well as its online version and the daily Berlin newspaper Der Tagesspiegel.
Since 2010 he writes for Die Welt. He is co-editor of Der Jüdische Kalender (The Jewish Calendar), a compilation of quotes and texts relating to German Jewish culture, published annually.
Ich habe das Buch geschenkt bekommen und nach den obligatorischen 100 Seiten, die ich einem Buch mindestens gebe, weggelegt.
Wo ich voll bei Herrn Broder bin: Unsere Gesellschaft ist in vielerlei Hinsicht viel zu weich, lässt sich auf der Nase herumtanzen und geschriebenes Recht wird nicht ordentlich durchgesetzt. Man hat bisweilen das Gefühl, dass Täter besser geschützt sind, als Opfer.
Mein Hauptkritikpunkt an seinem Buch ist, dass es sich um eine Beispielsammlung für Missstände handelt, über die er das Thema Toleranz zieht, selbst wenn es überhaupt nicht passt. Genau genommen sind das zwei Kritikpunkte: 1. Teilweise am Thema vorbei, weil seine Beispiele gar nichts mit Toleranz zu tun haben, sondern eine Generalkritik an Staat und Gesellschaft sind. 2. Von Teilen auf das Ganze zu schließen ist ein Logikfehler, den alle Populisten nutzen. Das ist so als würde ich auf die Weide schauen und dort zwei Wölfe sehen und sagen, auf der Weide stehen 100 Wölfe. Stattdessen stehen aber 98 Schafe und zwei Wölfe dort. Richtig wäre es den Blick auf das Ganze zu richten. Dann würde man merken, dass sich ein nicht unerheblicher Teil seiner Vorwürfe in Luft auflösen würden.
Aus diesem Grund konnte ich das Buch nicht ertragen und empfand es geradezu als anstrengend. Keine Empfehlung!
Der Leser sollte hier keine wissenschaftliche Studie voller Fußnoten und groß angelegten Gedankengängen erwarten, sondern eine feine, pointiert verfasste Polemik, die im Kern der Argumentation immer zutrifft.