Ein gelungener Hinweis auf einen der groteskesten Indikatoren für unsere kaputte Gesellschaftsordnung. Superyachten. Sie sind keine Anomalie, sie sind kein Fehler - sie entstehen, wenn Demokratie scheitert, wenn ökosoziale Maßnahmen scheitern, kurz, sie sind wie die äußere Wunde, die auf eine innere Krankheit hinweist. Verstehen wir den Hinweis? Wenn man nur die Wunde behandelt, dann kommt bald eine neue. Der Autor schreibt: "Die Entgleisungen mancher zu korrigieren, die in der gesellschaftlichen Hierarchie ganz oben stehen, ist eine gute Methode, an den Fundamenten des Systems, das die Ungleichheiten erzeugt, nichts zu ändern." Die Superyachten dürfte es nicht geben. Wie auch die Milliardärsklasse. Die Soziologin Nicole Aschoff sagt zu den Superreichen: "Sie leben in ihrer eigenen Welt, stehen über den normalen Wirtschaftszyklen, scheren sich nicht um den Planeten und müssten erheblich mehr Steuern zahlen." Als Ausweg aus dieser Entgleisung wird ein Ökosozialismus angesprochen, der getreu seines Namens sowohl Öko-Maßnahmen, wie auch soziale Maßnahmen verbindet. Wie genau diese Aussehen sollen, das wird nicht ausreichend thematisiert - ist aber auch nicht das Ziel des Buches. Es sollte jedoch das Ziel aller sein, die der Demokratie nicht den Rücken kehren möchten. Der ehemalige Wirtschaftsanwalt Bill Duker erzählt einen Witz: "Wenn der Rest der Welt erfährt, wie es ist, auf einer Yacht zu leben, wird man die Guillotine wieder hervorholen."