Jakob Fender kommt zu sich und kann sich an nichts erinnern. Nicht mal an seinen eigenen Namen. Jemand hat ihn mit einem Baseballschläger fast zu Tode geprügelt – versuchter Mord. Zur Tat gibt es kaum Anhaltspunkte, nur dass der Täter noch eine weitere Waffe verwendet hat, die Fender beinahe die Finger der rechten Hand abgetrennt hätte. Ohne Zeugen bleibt den Hauptkommissaren Zorn und Schröder allein die Hoffnung, dass Fenders Erinnerung an die Tatnacht irgendwann zurückkehrt.
Kurz darauf fordert ein weiterer Fall die volle Aufmerksamkeit der beiden Kommissare: Von einer Brücke hängt ein Toter, auch hier liegt eindeutig ein Gewaltverbrechen vor. Mit einer ungewöhnlichen Tatwaffe.
Schröder zieht sofort den richtigen Schluss: Jakob Fender sollte mit der gleichen Waffe getötet werden. Doch wo ist der Zusammenhang? Kannten sich Fender und der Tote? Und wird es weitere Morde geben?
Das Cover des Hörbuchs passt hervorragend zu den vorangegangenen, es hat Wiedererkennungswert mit dem Einschussloch im O bei Zorn.
Während nur ganz allmählich sicht- und hörbar wird, worum es in dem Buch eigentlich geht, wechseln wir Hörer immer zwischen einer Sequenz aus dem Leben des Mannes ohne Gedächtnis zu den polizeilichen Ermittlungen von den beiden Protagonisten Claudius Zorn und Schröder (der Vorname wurde irgendwann einmal genannt, aber ich habe ihn tatsächlich schon wieder vergessen). Und was dabei zu Tage gefördert wird, sind schon ein paar interessante Themen.
Die beiden Ermittler unterscheiden sich voneinander wie Tag und Nach. Während der eine fleißig an der Aufklärung des Falls arbeitet, sich gleichzeitig ungewollt um das leibliche Wohl der Zorn-Familie kümmert, ist der andere eigentlich nur am Meckern, tut nur das, was unbedingt notwendig ist und lässt seinen neuen Wagen regelrecht verkommen.
Die Spannung wird langsam aufgebaut, proportional zu den Erkenntnissen über die Person und das Lebens Jakob Fenders. Weil das Thema der Rechten Szene aufgeworfen wurde, aber zum Glück nur Randerscheinung blieb, hatte ich kurzzeitig die Vermutung, es könne sich um eine jüdische Vergangenheit handeln. Dem ist aber nicht so. Was es mit dem Mann dann tatsächlich auf sich hat, macht kurz sprachlos.
Mir hat das Buch wirklich wieder sehr gut gefallen. Für mich 10/10 Punkte. - David Nathan hat wie immer hervorragend gelesen und sich in die Figuren richtig hineinversetzt, sie authentisch dargestellt. Klasse Performance!
Witzige Dialoge, recht spannend allerdings ist Zorn doch viel zu negativ dargestellt. Im richtigen Leben wäre er untragbar als Komissar. Der Abschluss des Kriminalfalls ist arg improvisiert.