Sechzig Tage und Nächte unter freiem Himmel Berge bedeuten für Ana Zirner Freiheit. Doch der engagierten Regisseurin bleibt zu selten Zeit für ihre Passion. Deshalb beschließt sie, allen Ballast abzustreifen und allein von Ost nach West die Alpen zu überqueren. Nur mit einem 35-Liter-Rucksack bepackt, begibt sie sich auf ihre selbst gelegte knapp 2000 Kilometer vom slowenischen Ljubljana über Österreich, Italien und die Schweiz bis ins französische Grenoble. Packend und mit starker Stimme erzählt sie vom Glück, unter dem Sternenhimmel zu biwakieren. Wie sie beim Bergsteigen ihr Bewusstsein schärft und der Natur mit Respekt begegnet. Dass ihr die Berge in ihrer ruhenden Weisheit einen Platz zuweisen. Und was sie von den Menschen, die dort wohnen, über Mitgefühl und Demut lernt.
Nun, wer lediglich mit einem halben Liter Wasser ausgerüstet durch die slowenischen Alpen wandert, oder sich ob veganer Lebensweise schweizerischer SAC-Hüttengäste erzürnt, besitzt gewiss die Fähigkeit, mich als begeisterter Alpengeher zu provozieren. Es lässt sich jedoch deutlich Philosophischeres aus diesem Werk ableiten, weshalb ich ihm trotzdem 3.5 Sterne verleihe.
Alpensolo hat mich von der ersten Seite an gepackt. Ana Zürner schreibt nicht nur über ihre Solo-Bergtour, sie nimmt einen mit in ihre Gedanken, Zweifel, Kraftmomente und Lernprozesse. Ich habe jede Seite verschlungen und mich oft selbst darin wiedergefunden.
Im Gegensatz zu einigen anderen Rezensionen fühlte ich mich Ana sehr verbunden. Vielleicht, weil wir ähnlich ticken: introvertiert, naturverbunden, mit dem Wunsch nach echtem Abstand, insbesondere vom Massentourismus und unserer Überflussgesellschaft. Ihre Entscheidung, allein unterwegs zu sein, ihre Gedanken zur Einsamkeit und das Bedürfnis nach Rückzug – all das war für mich durch und durch nachvollziehbar.
Besonders beeindruckt hat mich ihre Ehrlichkeit. Ana beschönigt nichts. Sie übertreibt nicht, sie lässt nichts aus. Sie reflektiert, hinterfragt sich selbst und zeigt auch ihre Schwächen. Das macht ihre Erzählung auch so glaubwürdig und inspirierend.
Ich werde Anas weitere Abenteuer auf jeden Fall verfolgen. Sie wirkt authentisch, geerdet und nahbar.
Und falls du, Ana, das hier irgendwann liest: Danke. Für deine Worte, für deinen Mut und dafür, dass du Frauen wie mir zeigst, dass wir solche Wege auch alleine gehen können.
Das Buch liest sich flüssig und gut, aber emotional hat es mich nicht richtig abgeholt. Ana hatte anfangs ein paar spannende Punkte, über die sie sich während der Reise Gedanken machen wollte. Im Lauf des Buches erfährt man allerdings nichts mehr darüber und es geht hauptsächlich darum, der Zivilisation weitmöglichst zu entkommen. Spannend wäre gewesen, wie sie die Erfahrungen dieser Reise mit in den an Alltag nimmt und möglicherweise ihr Leben entsprechend neu gestaltet, nachdem ihr der Kontakt mit Menschen im Laufe der Zeit merklich schwerer fällt. Da fehlt in einigen Bereichen einfach die Konsequenz. Schön finde ich, dass sie immer wieder informative Teile in das Buch eingebaut hat und über das richtige Verhalten in den Bergen berichtet.
Da Ana Zirner ja wirklich spannende Reisen macht, gebe ich ihr noch eine Chance und habe mir das Buch über die Kaukasus-Reise gekauft.
Ein schönes Buch über das Wandern und das allein sein und dabei nicht einsam sein. Ich hatte direkt nach dem ersten Kapitel Lust, los zu wandern. Mit dem Fortschritt der Reise ließ für mich leider das Lesevergnügen nach und ich war gerade von der Beschreibung der Wanderung in der Schweiz und in Frankreich und vom ganzen Ende enttäuscht. Nichtsdestotrotz für AlpenliebhaberInnen und WandererInnen eine (Lese-)Reise wert.
Ana Zirner nimmt uns mit auf eine Hochgebirgstour in den Alpen. Es geht im Osten in Slowenien los, über Österreich, Italien, Schweiz bis nach Frankreich. Ganz allein mit ihren Gedanken und Gefühlen ist es teilweise eine Grenzerfahrung für die junge Frau, aber auch voll mit unvergesslichen Momenten und Begegnungen.
Ana Zirner lässt uns an all ihren Gedanken, Gesprächen mit sich und den Menschen denen sie unterwegs begegnet und ihren Erlebnissen hautnah teilhaben. Wir spüren die Hitze am Anfang genauso wie die Kälte zum Schluß, die Einsamkeit, aber auch die Ruhe und Zufriedenheit die das Alleinsein mit sich bringen.
Am Ende einer jeden Etappe steht noch etwas wissenswertes über die Berge, die Natur, die Hütten ect. Auch gibt es vorne eine Karte mit der kompletten Route und zu jeder Etappe noch eine Karte für diesen Abschnitt. Das hat es mir oft leichter gemacht mich zu orientieren wo "wir" uns gerade befinden.
Einzig ihre teils überhebliche und belehrende Art, die vielleicht auch der langen Einsamkeit geschuldet ist, hat mich dazu bewogen einen Stern abzuziehen. Ansonsten ein interessantes und durchaus spannendes Buch, das Lust macht auch einfach loszumarschieren.
Ana Zirner betreibt in diesem Buch mehr eine philosophische Innenschau. Begegnungen und Gedanken. Der praktische Ablauf, alles was für solch eine Wanderung an Ausrüstung und Logistik erforderlich ist spielt wenn überhaupt nur eine Nebenrolle. Mich hat Ana ganz gut auf die Wanderreise mitgenommen, mir hat es gefallen.