René Templ, ein Schriftsteller als junger Mann, findet in Karl Senegger seinen Mentor, eine geistige Vaterschaft. Umgekehrt entzieht er sich seiner Verantwortung gegenüber Frau und Er schrumpft auf die Größe seines Sohnes, sobald er sich als Vater gefordert glaubt. Als Vater wiederum hat Karl Senegger versagt, sein Sohn Viktor springt in den Tod. Eine Kurzschlussreaktion, der finale Abfall der Spannung in einer Verbindung zwischen gleichen wie ungleichen Teilen? Oder der verzweifelte Versuch, sich gegen den zu behaupten, dem man das Leben verdankt? Karl Senegger flüchtet vor seiner Verantwortung. Der Vater, der seinen Sohn verloren hat, wird zum Herausgeber von dessen literarischer Hinterlassenschaft. In vier Erzählungen, die er über ihre Themen, ihre Figuren und Motive zu einem Roman komponiert, zeigt Clemens J. Setz, wie Väter an ihren Söhnen wachsen und Söhne an ihren Vätern – und wie sie aneinander zerbrechen. Einfühlsam zärtlich, mit einer Lust am literarischen Spiel und gleichermaßen souverän und leicht - füßig – eine neue Stimme, jung und überaus variantenreich; eine faszinierende Entdeckung.
Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik sowie Germanistik studierte und heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. 2011 wurde er für seinen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman Indigo stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 ausgezeichnet. 2014 erschien sein erster Gedichtband Die Vogelstraußtrompete.
Yet another untranslated German book (not into English at least – there appears to be an Italian Translation, Figli e pianeti), this time by an author who is still very young (he was 25 when this, his first book, was published in 2007) but who has already garnered a considerable amount of critical success with his work, including several literary prizes and comparisons to Thomas Pynchon and David Foster Wallace. I guess I’m like most people in that I grit my teeth at such facile and utterly meaningless comparisons but still do never quite manage to ignore them. As it turns out, Setz fortunately writes neither like Pynchon nor Wallace (both authors which I love, mind you) but is quite thoroughly his own man.
Söhne und Planeten consists of four interlinked novellas, and interlinked very closely to form something that is greater than the sum of its parts. On reading the first story, I considered it to be merely nice but not particularly exciting, but then the second one started referring back to the first, not just by way of shared characters and events but by images and motifs, spinning them into a dense web of relations and adding layer upon layer of meaning. That process continued with each succeeding novella, and in the end the reader is left with a novel of astonishing complexity, especially considering it is quite short. But the shifting, scintillating spiderweb of connections Clemens J. Setz weaves between the stories that make up Söhne und Planeten is both so tight and intricate that I doubt many – if any – readers will manage to unravel it on their first reading – I know I didn’t, I barely caught a glimpse of the wonders a repeated, close reading will discover (and I do hope that I will get around to doing that eventually).
One of the themes the novel gravitates around is obviously the relation between fathers and sons – not the most original subject, particularly not in contemporary German literature where sons and daughters attempting to get to terms with their parents has been the central plot element of countless novels, and most readers are probably quite sick of it by now. Tackling this is quite a risky maneuvre on the author’s part, then, but Clemens J. Setz does manage to pull it off – partly in due to a shift in perspective from what is common in such novels and telling his stories mostly from the fathers’ point of view. In fact, most sons in Söhne und Planeten appear to be either very sick or dead, in either case silent for most of the novel, and only in the end it becomes clear (although there are some clues scattered along the way) that Victor, the dead son, has been the novel’s gravitational centre all along.
The ending, by the way, came as a surprise, in that it was very abrupt; it left me blinking several times and I had to check to make sure I had not accidentally skipped a page or two. I am still not certain whether I missed the significance of the book ending on that particular note or whether the Kindle version is missing a chapter or two.
Söhne und Planeten is not just about sons in the physical sense but also about spiritual sons, the relationship between mentors and their disciples. And this is where it ties in with the second large subject of the novel, namely writing – pretty much every single one of its main characters is either an author or works somewhere in publishing. One might expect the novel to go all-out metafictional, but while it seems aware of the possibility (and – maybe – the temptation: Victor, the dead son, is also a writer, and a very young one – it seems almost impossible not to wonder whether he might not be an alter ego of the author), Söhne und Planeten seems to have its literary roots in classical modernism and for the most part stays away from postmodern narrative techniques (although this is someething that seems to have changed with Setz’ subsequent novels). Söhne und Planeten is a very dense novel that demands a lot of attention and intellectual investment from the reader, but it is not (or not only) a cerebral one – I at least found it a very emotionally involving reading, starting with the intensely unlikeable protagonist of the first story to the aging father mourning the loss of his only to the short failed life of a youthful writer. Söhne und Planeten has considerable emotional impact without sacrificing formal complexity, which is quite a feat to pull off, and it seems like all the praise and attention he has been getting were entirely justified.
Ein etwas rätselhafter Text, ein eigenartiges Büchlein und somit ein echter C. Setz. Das Konstrukt dieses Romans erschwert die Lektüre so lange, bis man es kapiert hat. Das geschah bei mir nicht gleich zu Beginn. Das Verstehenwollen lenkte mich vom eigentlichen Text ab. Nachdem ich den Bauplan einigermaßen verstanden hatte war ich wieder wie daheim - seine Metaphern sind meine.
Ein Buch nur für Hardcore-ich-lese-alles-von-setz-fans: Gerne würde ich zunächst eine Inhaltsangabe machen. Leider kann ich das nicht, ich bin nicht in der Lage die Handlung des Romans zusammenzufassen, bin mir nicht mal sicher, dass es eine gibt. Ich habe zwei Anläufe gebraucht, um das Buch fertig zu lesen (was in erster Linie daran liegt, dass ich beim ersten Versuch aufgegeben habe, nachdem ich nach dem halben Buch noch keinen schlüssigen Handlungsstrang finden konnte). Beim zweiten Lesen habe ich einfach hingenommen, dass ich keinen roten Faden oder ähnliches finde. Stattdessen habe ich mich auf die Sprachkunst des Autors, die ich so sehr schätze, konzentriert. Immer mal wieder gibt es sie auch hier: Die originellen Sprachbilder, die charmante Personifizierung von leblosen Gegenständen, die bezaubernden Formulierungsideen und interessanten Szenenbilder. Leider hat das bei diesem Buch für mich nicht ganz gereicht. Daher ist das Buch aus meiner Sicht nur Lesern zu empfehlen, die schon alles andere (alles viel besser) von Clemens J. Setz gelesen haben.
??? Ich bin einfach nur verwirrt. Interessante Plotstränge werden begonnen und einfach liegen gelassen, die Charaktere haben nicht wirklich was miteinander zu tun und der Großteil besteht nur aus Rumphilosophieren. Sehr schade, ich hab einige Male viel Potenzial gesehen.
Clemens J. Setz’ Roman „Söhne und Planeten“ bietet ein verstörendes, verwirrendes und zugleich faszinierendes Leseerlebnis. Mehrmals habe ich versucht, die eigentliche Handlung zu verstehen, doch sie entzog sich mir immer wieder – bis mir bewusst wurde, dass es sich um mehrere einzelne Geschichten handelt, die nicht zwingend zusammengehören müssen.
Die unkonventionelle, fragmentarische Erzählweise macht das Buch zu einem Werk, das sich der klassischen linearen Handlung entzieht. Stattdessen entfaltet sich eine Vielfalt an Erzählungen, die alle Facetten eines menschlichen Lebens – mit all seinen Widersprüchen, Irritationen und dunklen Momenten – einzufangen scheinen.
Ein typischer Roman ist das definitiv nicht. Wer eine klare, zusammenhängende Geschichte oder eine klassische Erzählweise erwartet, wird hier vermutlich frustriert sein. Vielmehr richtet sich das Buch an Leser, die sich gerne beim Lesen herausfordern und bereit sind, sich auf ein anspruchsvolles, nicht immer leicht zugängliches Werk einzulassen.
Auch wenn mich obsessive Beziehungen und gewisse Erzählungen im Buch doch verstört zurückgelassen haben, so haben sie mir zugleich neue Denkanstöße und Perspektiven eröffnet, über die ich noch lange nachdenken werde.
Imam potrebu da izrazim svoje misljenje zbog onih, koji bi pozeleli da procitaju knjigu, ali to uopste nije lako... Prema Suddeutsche Zeitungu, najbolji debitantski roman godine 25-ogodisnjeg matematicara. Ja sam se namucila trazeci smisao u preteskim recenicama i istrajala do kraja samo zbog nekih lucidnih delova, npr. ”...Mocnik je onaj koji je zaista obmanut, najobmanutiji of svih: on sam ne zna cak ni ono sto najgluplje dete zna cim pocne da misli - jer je polako izgnao znanje, pustio da ga zameni laskanje: znanje o sopstvenoj smrtnosti. Skakuce gore-dole na svom tronu i vice: Ja sam sin nebeski! I niko ga ne poziva u red, jer bi se inace citav poredak raspao. Jer je potrebna ova oaza mira u haosu: on, glupi bog, koji misli da je besmrtan i mirno moze da stasava u bestiju dok good ne pocne da umire u svojim mislima...", ili nekih lepih opisa, kao na pr. "kao secanja starih ljudi, senke visokih zgrada jos dugo pamte hladnocu”. Ukratko, posto sam se izborila do kraja sa knjigom - svako treba da radio ono sto najbolje zna ili matematika matematicara a, knjizevnost piscima...
Schöne Sprache. Auf jeden Fall poetisch. Auf den Punkt. Und gleichzeitig unbegreiflich. Ich hatte große Mühe, dem Ganzen über die vier Erzählungen in einzelnen Perspektiven zu folgen. Einfach zu anstrengend, mir alles zusammenzureimen. Ein wunderbares Beispiel neuzeitlicher, deutscher Literatur. Für mich aber zu unbedeutend. Es hallte nach der Lektüre nichts nach.
"Wahrscheinlich unterscheidet sich ein künstlerisch begabter Mensch von einem unbegabten überhaupt nur darin, ob er als Kind und später als erwachsenes Kind zur Fixierung und Konservierung seine Einfälle neigt."
Ich war lange nicht so froh mit einem Buch fertig zu sein. Stellenweise waren ganz gute Formulierungen und Denkweisen dabei, aber ich fand sehr viele Stellen auch ziemlich befremdlich und habe mich vor diesem Buch geekelt.
This book left me wondering what to think of it. It had some highs, but it also had some lows. And now, I really don't remember what my final judgement was. I just know, while reading it at some point I thought it was great, and at another point it was quite the opposite. So, let's settle for a medium three stars.