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Vierzig Rosen

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On a du style, diese Worte ihrer früh verstorbenen Mutter hat Marie, die kleine Tochter der jüdischen Schneiderfamilie Katz, immer im Ohr. Halt gibt ihr die Musik. "Auf einen Stern zugehen, nur dieses!"sagt der Vater an einem der langen Abende, die sie am Klavier verbringt und die ihren Weg vorzuzeichnen Als begabte Pianistin hat sie eine große Zukunft vor sich.Doch mit den dreißigen Jahren bricht auch in der Schweiz eine dunkle Zeit an. Fluchtartig müssen Marie und ihr Vater das Familienanwesen mit dem geliebten Park am See verlassen. Um die Tochter zu schützen, schifft sich der Vater nach Afrika ein, und Marie geht in ein Kloster, dessen Mauren ihr mit der Zeit zum Gefängnis werden. Als der ehergeizige Student Max Meier ihre Flucht aus der engen, katholischen Welt arrangiert, geht alles sehr Marie küßt ihn, sie heiraten, er geht in die Politik, sie wird schwanger. Nur muß Marie sich entscheiden zwischen dem gliebten Klavier und Max´ Politikerkarriere, zwischen der Pianistin und der First Lady.Das Haus am See, die Erinnerungen an ihrer Kindheit und ihr tadelloser Stil bleiben Kontinuitäten in Maries Leben, die durch alle Höhen und Tiefen tragen.

Hardcover

First published January 1, 2006

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About the author

Thomas Hürlimann

37 books12 followers
Swiss playwright and novelist.

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Community Reviews

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1 star
4 (4%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Nadja.
1,953 reviews86 followers
May 24, 2017
Schwierig dieses Buch in Worte zu fassen. Wirklich spannend war es nicht, aber dennoch interessant (gesellschaftlich/intellektuell. oho) und sicherlich auch sehr schön geschrieben. Ich bereue nicht, es gelesen zu haben, aber so wirklich meins ists eben doch nicht. Deswegen "nur" 2.5 Sterne.
Profile Image for Jan.
1,081 reviews70 followers
January 4, 2025
There is ‘grandeur’, there is ‘tristesse’ in this stilistically grandiose psychological novel by the Swiss author Thomas Hürlimann, partly modeled with autobiographical elements. Wonderful portrait of Marie Meier, born Katz (jewish, raised catholic), and apparently functioning as an accessory of her husband with political ambitions Max Meier (but in fact it’s the other way around). In between there are nice ‘patches’ of Marie’s talent for playing the piano. This is a beautiful elaboration of ‘keeping up appearances’, ‘comme il faut’, ‘on a du style’. JM
56 reviews15 followers
July 18, 2014
Vierzig Rosen: Die ungewollte Vergänglichkeit

In einer distanzierten doch gleichzeitig salbungsvoll-wirkenden Sprache erzählt Thomas Hürlimann uns in seinem 2006 erschienenen und mit vielen Preisen ausgezeichneten Roman „Vierzig Rosen“ die Geschichte von zwei Maries. Die eine, Marie Katz, ist eine jüdische Frau, die aus einer reichen Familie in der Schweiz stammt, deren Mutter sehr jung gestorben ist, und die ihr Leben unter dem Credo „On a du style“ führt. Demgegenüber ist die andere Marie, in vielen Zügen ein und dieselbe und doch anders, die Antithese, Marie Meier – die Frau des ambitionierten Politikers Max Meier. Sie ist die perfekte Frau, die perfekte Mutter und vor allem die perfekte First Lady. Auch sie führt ihr Leben unter dem Credo „On a du style“. „On a du style“ – man hat Stil – so lautet das Motto von Marie Meier, geboren Katz.

In eine wohlhabende jüdische Familie in der Schweiz geboren lernt Marie schnell nach dem Tod ihrer Maman (Mutter) die Kunst einer vornehmen Dame. Ihr Vater bringt ihr regelmäßig Klavierspielen bei und sieht in ihr eine Künstlerin. Ihr katholischer älterer Bruder versucht unaufhörlich, sie zum Christentum zu bekehren. Während der Kriegszeit lässt ihr Vater sie ihrer Karriere wegen alleine in einem Kloster, wo sie drei lange Jahren verbringt. Ihre Flucht aus dem Kloster ist der Student Max Meier. Sie schickt ihm ein Billet und wird wie beabsichtigt dabei erwischt. Hier hört die Geschichte von Marie Katz auf und fängt die von Marie Meier an. Sie ist die elegante First Lady im Werden – sie versucht Max an der Spitze zu bringen, währenddessen sie auch das Leben einer Existentialistin führt. Ihre Zwillinge – ihre Töchter, was sie später erfährt – werden still geboren. Endlich bekommt sie einen Sohn – der Sinn ihres Lebens. Auch er stirbt später an Krebs. Das Leben Maries geht so weiter – on a du style – auch wenn Max nach einer kurzen politischen Karriere stirbt.

Interessant bei der Geschichte ist die Tatsache, dass Marie die Züge ihres Doppellebens bewusst sind. Marie nennt ihr Gesicht die Fassade. Sie selbst erkennt die zwei Leben von einer Sternenmarie und einer Spiegelmarie. Marie Meier lebt für die Liebe, Marie Katz für die Kunst. Der Leser bekommt einen guten Einblick hinter die Kulissen. „Die Spiegelmarie wurde in der Hauptstadt rasch bekannt. Ihre Erscheinung gefiel, und ihre Bemerkungen über den Weltgeist, die Kunst der Moderne oder Strawinskys bourgeoise Rückständigkeit ließen aufhorchen. …Dass es hinter der Spiegelmarie noch eine andere gab, schien Max nicht zu merken, und diese andere, die Sternenmarie, vermied es natürlich, den Mann in die inneren Räume einzulassen.“ Dem Leser ist das Geheimnis Maries vertraut. Der Leser weißt und fühlt alles mit. Die Figuren in dem Roman hingegen sehen weder die Verzweiflung noch den Schmerz des Tods der Mutter, des Vaters, der Zwillinge, des Sohns und des allmählichen Sterbens des Ichs.

Rosen sind das Symbol der Liebe. Sie sind auch ein Symbol der Schönheit. Aber sie verwelken auch. Sie sind vergänglich. Durch die vierzig Rosen versucht Max beständig die junge Marie – die schöne, charmante Marie – zu bewahren. Selbst Marie gesteht, dass sie das Wahlplakat Meiers sei. Wie schminkt sich ein verbrauchter Mann seine Falten weg, fragt sie Adele (die nicht da ist, es ist ein Monolog). Mit einer jungen Frau! Deshalb die vierzig Rosen. Dieses Schwingen zwischen der Vergänglichkeit und Unvergänglichkeit, dem Ich-für-mich und Ich-für-die-anderen, der Pseudo-Katz und Pseudo-Meier ist der Kern dieser pathetischen Geschichte Maries – die wie Mona Lisa präsent ist und bleiben wird – immer lächelnd, die perfekte Marie.

Die nicht-chronologische in Rückblenden eingebettete Erzählung macht den Leser mit der Lebensgeschichte Maries vertraut. Der Roman ist lesenswert, nicht nur Maries Geschichte halber sondern auch wegen der Welt, die Hürlimann so schön in den 350 Seiten geschaffen hat. Im Vordergrund steht Marie, aber durch ihre Geschichte werden sämtliche geschichtlichen und menschlichen Aspekte ans Tageslicht gebracht – der Antisemitismus der 30-40er Jahre, die katastrophalen Wirkungen der Nazizeit und die ethischen und epochalen Entwicklungen der Kunst. Der Roman richtet sich nicht an eine gewisse Altersgruppe, aber genießen würde den Roman derjenige, der Interesse an existentiellen und menschlichen Fragen hat. Eine Katharsis ist nicht zu erwarten. Was bleibt ist ein Gefühl des Nachdenkens – über Marie, über die Geschichte und eventuell über das Ich.
Profile Image for Halalilodri.
898 reviews7 followers
March 10, 2018
Viele Pseudo- Adlige, die unbedingt französische bon mots von sich geben müssen.
Profile Image for Patrick.
897 reviews28 followers
May 7, 2019
I slogged through 180 pages of this before I decided life is too short. The prose is awkward, there is no real story, and the main characters are spoiled, self-absorbed, and fatuous. Dreadful.
Profile Image for Henri-Charles Dahlem.
291 reviews13 followers
February 8, 2016
Quand Marie se réveille, le 29 août, elle peut admirer le paysage qui s’offre sous ses yeux, le lac et les montagnes que la brume estompe encore. Elle peut se réjouir par anticipation, car elle sait qu’en ce jour son mari lui fera livrer quarante roses pour son anniversaire. Un rituel qui s’est installé entre les époux, à la fois pour sceller leur amour et pour flatter Marie, qui aura toujours quarante ans.
Cependant, ces quarante roses sont aussi le symbole du mensonge, de ce besoin de travestir la réalité pour l’adapter à son désir, à son dessein. C’est même devenu une seconde nature pour Max Meier. Au sortir de la Seconde Guerre mondiale, que la neutralité suisse lui aura permis de passer sans encombres, il rêve de mener sa carrière politique jusqu’aux plus hautes fonctions.
Quitte à oublier en route quelques éléments de sa biographie, quitte à construire de toutes pièces une famille modèle.
Thomas Hürlimann aime utiliser des éléments de la biographie familiale dans ses romans. Il n’en va pas autrement ici, où il convoque quelques uns de ses ancêtres. Ce qui lui permet de gratter le vernis tout juste sec d’un tableau par trop idyllique. Pour ce faire, il va se servir de Marie, de sa lassitude à passer ses journées dans un double mensonge de plus en plus pesant.
Elle est l’arrière petite-fille d’un tailleur juif venu de Galicie, région aujourd’hui coincée entre la Pologne et l’Ukraine et qui a longtemps un carrefour de cultures et de religions. Une dynastie familiale qu’elle a gommé d’un coup d’eau bénite, en étant baptisée afin de s’intégrer dans la province catholique. Dans le monde des affaires et de la politique se joue le même petit jeu. L’esprit d’entreprise se doit, surtout dans un microcosme comme celui de la province suisse allemande, de faire des compromis, voire des compromissions pour pouvoir s’épanouir. Quand une carrière politique ne peut se construire sans souci du paraître, de la respectabilité bourgeoise, du souci des alliances et de la bienséance. Quitte à flirter quelquefois avec des idées nauséabondes, telles le fascisme italien dont les échos parviennent jusqu’en Suisse.
Si l’anniversaire de Marie est l’une des scènes marquantes de ce livre, la veillée de Noël est sans aucun doute l’autre grand moment, quand Marie affirme qu’elle croit en Dieu et affiche aux yeux de son frère, prêtre et de son mari député du parti chrétien conservateur et fait de ce moment de paix un moment de guerre ouverte : «Je crois en Dieu. Il me fait même un peu pitié. Aux enfants innocents, il refuse la résurrection [son frère lui a affirmé que les jumeaux qu’elle a perdu à la naissance n’iraient pas au paradis, car non baptisés ], et qu’est ce qu’il en retirera ? Au jugement dernier, les lampes en peau humaine retrouvées à Auschwitz siffleront autour de sa tête.»
Avec autant de poésie que d’ironie, avec autant de belle écriture classique que de mordant, Thomas Hürlimann prouve ici qu’il est l’un des prosateurs de langue allemande les plus doués de sa génération.
http://urlz.fr/33Bv
Profile Image for Eftychia-maria.
1 review23 followers
December 24, 2013
Wem es nach einem sensiblen und einfühlenenden, zärtlichen und dennoch sprachlich kraftvollen Lektüre verlangt, dem sei Thomas Hürlimanns Roman Vierzig Rosen ans Herz gelegt. Er wird den Leser nicht nur mit Marie Katz anerkannt machen, ihm die tiefere Bedeutung des Bouquets aus vierzig Rosen vor Augen führen, an deren Rand überraschende Geschichte warten, mit denen der Autor auch ein erhellendes Licht auf die Schweiz und ihre Bewohner wirft. Vierzig Rosen ist also ein Gesellschaftsroman, der am Beispiel des Aufstiegs und des Niedergangs der jüdischen Familie Katz ein Licht auf den Antisemitismus, die bürgerliche Heuchelei und den Opportunismus in der Schweizer Gesellschaft sowie auf einen gnadelosen Katholizismus wirft.
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