Jump to ratings and reviews
Rate this book

Unter Linken: Von Einem, der aus Versehen konservativ wurde

Rate this book
Linke Lebenswelten? SPIEGEL-Redakteur Jan Fleischhauer weiß, wovon er spricht, hat er doch gleich mehrere linke Milieus durchlaufen: zu Hause (in einem typischen Hamburger Hardcore-SPD-Haushalt), in der Schule, in der Journalistenausbildung und auch beim SPIEGEL. Er hat das alles auch brav, teilweise sogar mit Emphase, mitgemacht, bis er irgendwann merkte: Links sein ist nichts für mich. "Am Anfang versuchte ich, meine konservativen Neigungen zu unterdrücken. Ich redete mir ein, sie würden vorbeigehen wie jugendliche Hitzewallungen. (…) Das Schwierigste für jeden späteren Konservativen ist immer das Coming-out." Darüber hat Jan Fleischhauer ein scharfsinniges, scharfzüngiges Buch geschrieben, das für Diskussion sorgen wird (und will) - ein Buch der Entzauberungen, der Zerstörung von Legenden und Halbwahrheiten.

350 pages, Paperback

First published May 11, 2009

Loading...
Loading...

About the author

Jan Fleischhauer

9 books7 followers
Jan Fleischhauer (born 1962 in Hamburg) is a German journalist, commentator, and author.

His best known book is Unter Linken ("Among Lefties"), his recount of becoming a conservative in what he considered a deeply left-wing environment.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
36 (25%)
4 stars
51 (35%)
3 stars
43 (30%)
2 stars
5 (3%)
1 star
8 (5%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Nils.
59 reviews5 followers
January 7, 2022
Ein Buch, das viele Sichtweisen des linken politischen Lagers aufzeigt und deren fragwürdige Herleitungen auf teilweise humorvolle Art zu verstehen versucht. Mir persönlich spricht es absolut aus dem Herzen und es ist teilweise wirklich harter Tobak für jemanden, der nicht dem linken Spektrum angehört. Es erklärt aber auch an vielen Stellen Dinge, die wir tagtäglich in Deutschland erleben und bei denen zumindest ich mich teilweise frage, wie das in einer zivilen Gesellschaft westlicher Kultur passieren kann. Absolute Leseempfehlung!
Profile Image for Tristram Shandy.
892 reviews274 followers
September 24, 2015
Wer mit Einseitigkeit kämpft, mag zusehen, daß er nicht selbst zur Einseitigkeit neigt.

Im großen und ganzen ist dies Jan Fleischhauer in seiner Abrechnung Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde aus dem Jahre 2009 auch gelungen, doch in einigen Punkten wären ihm ein wenig mehr Präzision und Differenzierung zu wünschen gewesen – wenngleich dies aus „Unter Linken“ unter Umständen auch ein gänzlich anderes Buch gemacht hätte.

Amüsant zu lesen ist es auf jeden Fall, wenn sich Fleischhauer immer wieder anekdotenhaft einzelner Kindheits- und Jugenderlebnisse sowie typischer Verhaltensweisen aus seinem ganz der SPD ergebenen und anscheinend von der Mutter dominierten Elternhaus erinnert. Hier legt er einen humorig-belustigten Ton an den Tag, der jedoch auch in bittere Häme umschlagen kann, wenn es um die Lebenslügen der Linken geht, die sich der Meinung des Autors nach mit dem „Marsch durch die Institutionen“ längst wichtige Schlüsselstellen in den Medien, im Bildungswesen und der Bürokratie erkämpft hat und somit auch die Deutungshoheit gesellschaftlicher Entwicklungen und des politischen Tagesgeschäftes besitzt.

Fleischhauer operiert mit dem Sammelbegriff der „Linken“, der ja recht diffus ist, doch sieht er zwischen dem „gestandenen Ruhrpott-Sozialdemokraten“ und dem Vertreter des Links-Bürgertums, das sich aus saturierten Alt-68ern zusammensetzt und dem der Großteil seiner intelligenten Polemik gilt, durchaus noch Gemeinsamkeiten: „Sie eint der Glaube, einer besseren, gerechteren Sache zu dienen. Daher die moralische Selbstzufriedenheit, trotz aller internen Spannungen.“ (S.20) Mit dieser unerträglichen Selbstgerechtigkeit, die zu einem gerüttelt Maß auch Heuchelei ist, dürfte wohl jeder schon Bekanntschaft gemacht haben, der sich mit einem Vertreter des linken Bürgertums, das doch so gar kein Bürgertum sein will, auf eine Diskussion eingelassen hat. Fleischhauer sieht den Ahnherrn der Linken in Rousseau und seiner Utopie von einer perfekten Gesellschaft, in der der Gemeinwille den einzelnen zwinge, frei zu sein, und stellt dem linken Glauben von der Machbarkeit des Menschlichen durch Erziehung das pessimistischere Weltbild des Konservativen entgegen, das den Menschen letztlich als ein fehlbares, dem Egoismus zuneigendes Wesen sieht. Er setzt sich mit dem Opferkult der Linken auseinander, aus dem diese unermüdlichen Welt- und Menschheitsverbesserer ihre eigene Herrschaftsansprüche ableiten – und mit dem sie, nebenbei, auch ihre eigenen Schäflein ins Trockene bringen. Den latenten (oft als Israel-Kritik getarnten) Antisemitismus vieler Linker – hier verweigert sich Fleischhauer aus guten Gründen ausdrücklich einem Allgemeinurteil – führt er auf den Opferneid zurück, denn bei der Vielzahl an Opferkategorien, die der bürgerliche Linke in der bösen, bösen Gesellschaft wahrnimmt, bleibt es nicht aus, daß auch Konkurrenz dahingehend entsteht, welche Opfergruppe wieviel Wahrnehmung und Unterstützung bekommt. Aus dem Anspruch, für die gute Sache zu kämpfen, ergibt sich für Fleischhauer nicht nur die Unfähigkeit der Linken zur Selbstironie – und damit zu jeder Form feinsinnigen Humors anstelle beißenden Witzes über „die anderen“ – und ihre schulmeisterliche Verachtung für das einfache Volk, dessen Interessenwahrnehmung sie doch für sich beanspruchen , sondern auch ihr wahnhafter Absolutheitsanspruch und ihre Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, die sie beinahe schon reflexartig mit dem Faschismusvorwurf zum Schweigen zu bringen versuchen, ohne dabei angeben zu können, was eigentlich Faschismus sei. Auch die Verquickung von Politik mit gefühlsmäßigen Entscheidungen und Moralinsäure, die für diese Art von Linken typisch ist, stellt Fleischhauer mit spitzer Feder dar. Ferner legt er Zeugnis ab von dem Wirken der Linken im Bildungswesen, in der Strafrechtsreform und in Fragen der Integration.

Fleischhauers Ausführungen mögen nicht immer in allen Details überzeugend sein – so erscheint mir auch sein Bildungsbegriff als ziemlich utilitaristisch geprägt –, doch in ihrer Gesamtheit spiegeln sie das linke Milieu ziemlich genau wider, wenngleich den Leser manchmal der Eindruck beschleicht, daß aufgrund des beabsichtigten Unterhaltungseffekts ein wenig viel ira et studium in die Feder des Verfassers Eingang fanden.

Wer es gern etwas fundierter und systematischer hätte, dem sei unbedingt das großartige Alterswerk The Servile Mind. How Democracy Erodes the Moral Life des neuseeländischen Politologen Kenneth Minogue empfohlen, das ein Jahr nach Fleischhauers Generalabrechnung, nämlich anno 2010, erschien. Minogue seziert hier nicht expressis verbis die Linken, sondern den postmodernen Staat, der allerdings eine Kreation der Linken ist, und viele der von Fleischhauer konstatierten Eigenarten linker Ideologie– u.a. den erzieherischen Impetus des modernen Staates, seine „opfer“bezogene Alimentationspolitik, die durch eine immer geringer werdende Zahl von Leistungsträgern finanziert wird und die damit einhergehende Entwurzelung des Individuums aus allen nichtstaatlichen Verpflichtungen und Institutionen, die schließlich zu Verabsolutierung des Staatlichen führt – werden bei Minogue konsequent und systematisch untersucht.

Fleischhauers Buch taugt demgegenüber eher zu einer von hier und da aufklingendem befreienden Lachen begleiteten Entlarvung linker (Selbst?)Täuschungen und unheilvoller gesellschaftlicher Entwicklungen, die die Linken zu verantworten haben, und so haben ihm seine Kritiker – wohl nicht ganz zu Unrecht – vorgeworfen, daß er eher für den konservativen Leser schreibe, der sich hier in seiner Weltsicht so wunderbar bestätigt sehe und sich dabei ins Fäustchen lachen könne. Nun ja, so mag man einwenden, irgendwer muß ja auch mal etwas für den konservativen Leser schreiben. Zu lachen hat dieser ja allein deshalb schon, weil er sich in aller Regel die Kosten für ein Zeitungsabonnement sparen kann.
258 reviews2 followers
August 10, 2021
Ich habe das Buch in einem Büchertauschregal gefunden und konnte schon nach einigen Seiten nachvollziehen, warum jemand das Buch loswerden wollte. Das ganze Buch zu lesen kam für mich der Folter gleich. Entsprechend lange habe ich auch gebraucht, weil ich mich überwinden musste, das Buch überhaupt noch in die Hand zu nehmen.

Im Prinzip behandelt das Buch inhaltlich nur "warum die Linke so unglaublich böse" ist. Der Titel hat für mich suggeriert, dass eher der Wandel von Links zu konservativ behandelt wird. Dies ist überhaupt nicht der Fall. Teilweise werden Aussagen auch ein wenig verdreht. So wird an einer Stelle eine Prozentzahl genannt, die aber ohne die übrigen Zahlen nicht wirklich aussagekräftig ist. Super, um Menschen von den eigenen Aussagen ohne wissenschaftliche Grundlage überzeugen zu wollen. So kommt mir das gesamte Buch auch vor. Statt über eigene Erfahrungen - die kommen sehr selten vor - zu berichten, wird gefühlt durchgehend betont, wie schrecklich und falsch die Linke ist. Ob die SPD jetzt überhaupt wirklich links ist, könnte man auch mal diskutieren.

Opfern von Diskriminierung wird vorgeworfen, dass sie gezielt Opfer spielen und auch sein wollen. Alle Türkinnen scheinen von Türken unterdrückt zu werden und brauchen deshalb alle einen Integrationskurs. Kofferbomben werden direkt mit Moslems in Verbindung gebracht. Linke können auf keinen Fall Humor haben. Wenn man das Buch liest, findet man neben diesen Aussagen noch einige, die fast schon lustig wären, wenn der Autor es nicht ernst meinen würde.

Am Ende des Buches war noch eine Ergänzung zu den bösen, bösen ersten Rezensionen durch die Presse zu finden. Ich kann die Rezensionen nachvollziehen und finde sie fast schon zu harmlos. Deshalb mein Rat: Tu dir das nicht an.
223 reviews
May 8, 2017
Dieses Buch stellte 2010 meinen ersten Kontakt zu Herrn Fleischhauers Oeuvre dar, und es spiegelt den in seiner meist kaum auszuhaltenden "Schwarzer Kanal"-Kolumne zur Schau getragenen Stil komplett wieder. Als jemand, der selbst regelmäßig konservative Positionen (meist wirtschaftspolitischer Art) gegen einen Freundeskreis voller linker Akademiker verteidigt, war ich durchaus offen für eine alternative Betrachtungsweise, aber wie auch auf Spiegel Online liefert der Autor vor allem weinerliche, stumpfsinnige Polemik, Generalisierungen, Dämonisierungen und Gejammer über die leidvolle Existenz konservativer weißer Männer - wie wir alle wissen, die am meisten unterdrückte und benachteiligte Bevölkerungsgruppe in dieser furchtbar linken Gesellschaft.

Insgesamt lässt dieses Buch wesentlich tiefer in die Psyche des Autors blicken als in irgendwelche politischen oder sozialen Zusammenhänge.
275 reviews3 followers
October 31, 2018
Nun ja - ganz kurzweilig und hie und da auch wirklich originell.
Ansonsten sind die Dogmen alle schon 100x durchgekaut, die auch durch eloquente Wiederholung nicht neu, anders oder sogar besser werden.

Schade - vom SPIEGEL-Journalisten Fleischhauer kennt man eigentlich besseres. Mancher sollte halt einfach Artikel, Essays etc. schreiben. Andere schreiben besser Bücher. Fleischhauer gehört zu Ersteren.
Profile Image for Roberto Macias.
137 reviews14 followers
Read
August 7, 2011
Wie in anderen Reviews erwähnt ist die Einleitung das beste Teil des Buches. Es ist davon auszugehen das in so einem Buch viele Sachen pauschalisiert werden, nun aber gibt's keine ökonomische Grundlagen zu dem Ganzen. Es klingt nach einer Art Apologie nach der Richtungswende des Autors.

Nun aber darf man nicht vergessen das es Gründe genug dafür gibt nicht an einigen Lösungen der Linken zu glauben. Überraschend ist es schon das die Linksparteien so mächtig in Deutschland sind nach der wiedervereinigung. Nun aber ist es so. Es bringt dann aber nichts sich um das Lebensstyl der linken zu beklagen, wen mann die Gewerkschaften gar nicht erwähnt, oder gar die Bürokratische kosten in der BRD. Natürlich ist es mit Absicht das der Autor sich das Thema nich no ernst nehme, darum geht es teilweise auch, nun aber gibt's gerade wegen derder Finaznzkrise Themen die man vernachlässigen kann.

Also Alles in allem lässt sich das buch sehr gut weiterempfehlen, nun aber mit vorsicht, da es kein Seriöses Politisches Buch ist, und nach der ersten Seiten ist es auch nicht besonders witzig.
Profile Image for Hela.
14 reviews
December 10, 2019
Jan Fleischhauer was raised in a 'true believer' Marxist home and followed this political persuasion up until early manhood. On becoming a journalist he became slowly but inexorably aware of the incongruities of the Leftist mindset and agenda. This book is an autobiographical account of his journey of discovery that led to some eye-opening facts which in turn led him to recognize the machinations and the agenda of the Cultural Marxists, Political Left and Greens, Political Correctness, and the 'Multi-Gendering' fascists. Essential reading for anyone who can read German and wants a witty, entertaining, but far from light-weight or frivolous book that details the 'progress' of Cultural Marxism through academe, the institutions, the media, and both side of the political divide until arriving at the present day stranglehold on society.
4 reviews1 follower
June 15, 2010
Nett. Aber eher aus der Kategorie 'Laber-Bla-Polemik', also konsequenzfreie Verbralakrobatik à la Hendrik M. Broder, nur lustiger und weniger scharf. Aber unterhaltsam ist es trozdem.
Profile Image for Hans-Peter Merz.
Author 6 books6 followers
November 12, 2011
Eine Generalabrechnung mit linker Selbstgefälligkeit und Besserwisserei. Sehr unterhaltsam (es sei denn man ist Linker, weil deren Humorfähigkeit in einem eignenen Kapital stark angezweifelt wird ;-)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews