Schon während ihrer Schulzeit haben sich der Gelegenheitsschauspieler, -koch und -dichter Achim Wiese und der plastische Chirurg Wolf Erben für japanische Kultur und Küche begeistert. Da entdeckt Achim Wiese, inzwischen Mitte zwanzig, 1992 bei einer Waldwanderung ausgerechnet im rustikalen Vereinsheim der Wanderfreunde Gurschebach e.V. ein japanisches Spezialitätenrestaurant. Achim, von der Entdeckung elektrisiert, ruft umgehend Wolf an, der ganz in der Nähe in einer bekannten Privatklinik angeheuert hat. Gemeinsam beginnen sie, das Lokal und seine Küche zu erkunden: eine erstklassige Küche, wie sich bald herausstellt, betrieben von der schönen und geheimnisvollen Japanerin Mitsuko.
Fortan besucht vor allem Achim immer wieder das merkwürdige Restaurant. Achim gibt sich große Mühe, Mitsuko mit seinem Halbwissen über japanische Kultur, vor allem die Teekeramik, zu imponieren, um ihr näherzukommen. Allmählich wird er von der Gelegenheitsaushilfe zu ihrer rechten Hand, während Wolf immer häufiger mit japanischen Gästen bei opulenten Abendessen ausgelassen feiert. Als Achim sich in einem Geschäft nach einer wertvollen Chawan, einer kunstvoll gefertigten Teeschale, erkundigt, und dabei beiläufig »Mitsukos Restaurant« erwähnt, fällt erstmals das Wort »Yakuza«. Kurz darauf bricht tatsächlich ein japanischer Geschäftsmann im Restaurant zusammen und stirbt, was Wolfs berufliche Perspektive nachhaltig verändert. Und Achim kommt zunehmend der Verdacht, dass Mitsukos Geheimnis in Wirklichkeit auf Selbsttäuschung beruht und es Zeit wird, all den Trugbildern endlich eine echte Erfahrung entgegenzusetzen.
Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. Seine Kindheit verbrachte er in dem Dorf Hönnepel. Von 1977 bis 1986 war er Schüler am bischöflichen Internatsgymnasium Collegium Augustinianum Gaesdonck. Von 1986 bis 1988 leistete er Zivildienst in der katholischen Hochschulgemeinde Mainz. Von 1988 bis 1994 studierte er freie Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, unter anderem bei Horst Egon Kalinowski, Günter Neusel und Meuser. 1993/94 war er dessen Meisterschüler. Von 1995 bis 2000 arbeitete er als Fluggastkontrolleur am Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt. Im Jahr 2000 zog Peters von Mainz nach Berlin. Dort lebt er als Schriftsteller und Zeichner zusammen mit seiner Frau, der Schriftstellerin Veronika Peters, und der gemeinsamen Tochter (*2003). Er ist Mitglied des P.E.N.-Zentrum Deutschland.
Lebenszeit, die ich nicht zurückbekommen werde. Eine sehr leere, hohle Story und noch leblosere, klischeehafte Charaktere. Der aufgesetzt historische Stil der Passagen aus dem alten Japan war so unerträglich, dass ich diese Teile nach den ersten beiden Kapitel vollkommen überflogen habe. Ganz unglaublich, dass aus der gleichen Feder ein Roman wie Stadt, Land, Fluss stammt. Es scheint zudem keinerlei Editierung gegeben zu haben, auf jeder Seite finden sich Tipp- und Zeichensetzungsfehler.
Wäre Woody Allen kein jüdisch-amerikanischer Filmemacher, sondern ein rund dreißig Jahre jüngerer deutscher Schriftsteller mit ausgesprochenem Japan-Tick, er würde Bücher wie „Mitsukos Restaurant“ schreiben. Auch eine gewisse Wesensverwandtschaft mit Wilhelm Genazino glaube ich ausgemacht zu haben. Obwohl eigentlich kaum etwas passiert, schon gar nichts Dramatisches, habe ich den Roman von Anfang bis Ende sehr gern gelesen. Ein feinsinniges, aber großes Vergnügen. Nur eine Abneigung gegen alles Japanische sollte man besser nicht haben.
Some interesting comments on fascination with another culture, but they get drowned in an shallow story (or two, if you count the Japanese intermezzos). Considering that I myself am fascinated by all things Japan and might have more than that in common with the protagonist, I was remarkably unaffected.