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Der geköpfte Hahn

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Libro usado en buenas condiciones, por su antiguedad podria contener señales normales de uso

517 pages, Paperback

First published May 1, 2001

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Eginald Schlattner

7 books7 followers

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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Peter.
402 reviews235 followers
August 25, 2021
Ein Titel, der Stirnrunzeln verursacht, ein Autor mit nie gehörtem Vornamen. Nein, nie hätte ich zu diesem Buch gegriffen, wären da nicht meine Goodreads Freunde und ihre Leserunde zu diesem „Geheimtip“. Sie hatten Recht. Ich bin froh und zufrieden, dieses Buch gelesen zu haben. Die Handlung spielt in Fogarasch, einer Kleinstadt in Siebenbürgen. Die Hauptperson, ein 15jähriger Jugendlicher mit stark autobiographischen Zügen, erlebt die letzten Tage seiner Schulzeit in der Volksschule zeitgleich mit dem Ende der Waffenbrüderschaft zwischen Rumänien und dem faschistischen Deutschland. In Rückblicken lernen wir sein multikulturelles Umfeld kennen, in dem der Pfarrer einen Vorgeschmack auf die Civitas Dei sieht. Nur die Juden fehlen, die sich in Fogarasch nicht mehr auf die Straße trauen angesichts der von der Deutschen Mannschaft und „Ogrulei“ vorangetriebenen Arisierung. Während der faschistischen Zeit unter Conducător Antonescu drohen jedoch die Gegensätze der Volksgruppen die Oberhand zu gewinnen. Die Familie des Protagonisten und – nach einer kurzzeitigen nationalsozialistischen Verirrung – auch er selbst stemmen sich dagegen, indem er Schüler aller Nationalitäten zur großen Abschlussfeier, dem Exitus, einlädt. An diesem Abend wechselt Rumänien die Fronten, so dass das Ganze zu einem Tanz auf dem Vulkan wird.

Zu diesem Roman gibt es zwei hervorragende Buchbesprechungen, die weitaus besser als ich es könnte die vielen Querverweise und Metaphern des Romans analysieren und die Geschichte in den größeren historischen Zusammenhang stellen. Daher kann ich mich darauf beschränken meine Begeisterung kundzutun, die mich auf den letzten 200 Seiten zu einem regelrechten Binge-Reading geführt hat, was nur noch selten geschieht. Ich hoffe, dass dieses Buch die Anerkennung erfährt, die es verdient als literarischer Grabgesang der untergegangenen Welt des alten Siebenbürgens.

Artikel von Beata Petra Kory:
Fogarasch als Abbild der Civitas Dei

Artikel von Dr. Gerhard Vogt für den Literaturclub Sindelfingen:
Eginald Schlattner: Der geköpfte Hahn
Profile Image for Babette Ernst.
350 reviews82 followers
August 29, 2021
Ein etwa 16 Jähriger Junge, dessen Name nie genannt wird, wartet am 23. August 1944 im rumänischen Fogarasch auf den Beginn seiner Schulabschlussfeier, einem sogenannten „Thé desant“ und erinnert sich an die vergangenen Jahre. Er stammt aus einer Familie von Siebenbürger Sachsen, hat aber ungarische Großeltern. Das ist der Einstieg in die Beschreibung des Ortes Fogarasch und seiner bunt gemischten Bevölkerung von Rumänen, Deutschen, Ungarn, Juden und Roma, die der Zeit und dem Ort entsprechend Zigeuner genannt werden.

Es gab eine Zeit, in der das Zusammenleben ganz gut funktionierte, als Vision wird das himmlische Jerusalem angeführt. Mit dem Nationalsozialismus ändern sich die Beziehungen, die Gruppen separieren sich, die Deutschen spielen sich in den Vordergrund, die Juden verschwinden. Vorurteile, die es immer gab, verstärken sich, Gerüchte und Neid trüben die ohnehin schwierigen Beziehungen. Doch inzwischen stehen die Russen an der rumänischen Grenze, immer deutlicher wird, dass eine Abrechnung der letzten Jahre vor der Tür steht.

Erzählt wird aus der Sicht des Jungen, der nur langsam die Verhältnisse um ihn herum begreift, der sich begeistert den Hitlerjungen anschließt, der Juden verantwortlich macht und erst zu denken beginnt, als er begreift, dass es auch um seine Klassenkameradin geht. Er erlebt Freundschaft und Liebe, Missgunst und Ablehnung, Hass und Tod.

Die Darstellung der Situation in Siebenbürgen 1942 -1944 war für mich ein neuer Blick, interessant in der vielgestaltigen Bewohnerschaft und deren sich verändernden Beziehungen. Dabei verwendet der Autor viele Bilder bzw. Metaphern wie etwa der titelgebende „geköpfte Hahn“ oder „Dornröschen“. Er lässt den Jungen eine Vielzahl von Büchern lesen, zieht literarische Vergleiche und nutzt Gespräche des Pfarrers für die Auseinandersetzung mit dem Christentum. Das ist im Einzelnen, z. B. bei dem Gedanken, dass man nicht zwei Herren (also Gott und Hitler) dienen kann, durchaus gelungen, aber in der Fülle werden die Themen überstrapaziert. So viele geköpfte Hähne, literarische Anspielungen, religiöse Sprüche hätte ich nicht gebraucht, um die Situation zu verstehen. Ganze Abschnitte bestanden eher aus Kurzvorträgen als aus echten Dialogen.

Dann gab es jedoch wieder sehr gelungene Szenen einer Freundschaft, eines Geländespiels usw. Misslungen fand ich die zarte Liebesbeziehung zwischen dem Jungen und dem (natürlich) schönsten Mädchen der Klasse. Deren Gespräche hatten für mich keinen altersgemäßen Ton, überhaupt hatte ich das Gefühl, dass niemand so redet, einfach zu gestelzt, zu unnatürlich.

Doch es überwog die Freude beim Lesen an der auch humorvollen Darstellung des Zusammenlebens verschiedener Gruppen an einem Ort in Siebenbürgen, das mit dem 23. August 1944 und dem Seitenwechsel Rumäniens endete, aber dessen Ende eigentlich schon viel eher begann, als sich eine Gruppe über die anderen stellte. Am Schluss bleibt nur eine Vision, die es wert ist, erzählt zu werden.
Profile Image for Frank.
601 reviews125 followers
September 25, 2019
Gutes Buch. Obwohl keine wirklich "spannenden" Sachen erzählt werden, zieht es einen in die Geschichte hinein und entfaltet einen Sog, der den Leser wissen lassen will, wie der Autor diese teilweise behäbige Story, in der es viele Abschweifungen und scheinbare Nebensächlichkeiten gibt, auflösen wird. Ungefähr in der Mitte habe ich mich wirklich gefragt, wie Schlattner aus dem Erzählen wieder "raus kommt", d.h. welches Ende die Sache nimmt. Dabei war es zu diesem Zeitpunkt durchaus eine Freude in dem atmosphärisch dichten und stimmigen Erzählfluss mitzuschwimmen. Allerdings hatte ich es zu etwa demselben Zeitpunkt schon aufgegeben, alle vorkommenden Personen richtig zuordnen zu wollen. Das ist aber auch nicht nötig. Jede ist in irgendeinem Zusammenhang ein bisschen wichtig und ist dann halt dabei, verschwindet nicht. Entscheidend ist ohnehin das Viergestirn aus den beiden Freunden, deren Wege sich trennen, und dem jüdischen und einem adligen Mädchen, die alle unterschiedlicher nicht sein könnten. Gekonnt verwickelt Schlattner die erotischen und weltanschaulichen Probleme Pubertierender mit den politischen Gegebenheiten im Siebenbürgen der Nazizeit. Dabei ist das Erzählen in seiner ausschweifenden Behäbigkeit einerseits "unmodern", Thomas Mann ("Zauberberg") lässt grüßen, andererseits aber verblüffend gegenwärtig in der virtuosen Verschachtelung von Reflexionen, Rückblenden, Visionen und damit der Verschränkung verschiedener Zeitebenen. Erst zum Ende hin wird linear erzählt, nicht ohne gewaltige retardierende Passagen, die den Text ziehen und ziehen und das "erlösende Ende" spannungsreich hinauszögern. Erstaunlicherweise gelingt es dem Autor tatsächlich, seine Geschichte mit einem Paukenschlag so zu Ende zu bringen, dass das Ganze von hinten aus gesehen noch eine genuin humanistische Sinnebene mehr erhält. Das muss große Literatur können und Schlattner, den ich bisher nicht kannte und den ich dann eher für einen "Heimatschriftsteller" hielt, kann es. Dieses Ende ist ein Abschluss, obwohl es offen und damit nicht eigentlich tragisch, sondern ziemlich prosaisch ist. Man könnte sich sogar einen Teil zwei mit derselben Personage vorstellen, den es aber nicht gibt. Interessant die Spekulationen im Internet, ob der Ich- Erzähler a) Felix heißt und b) am Ende nun wirklich tot ist, oder nicht. Dazu sei hier nur angemerkt, dass ihn sein Name schützt, wie es am Ende heißt. Ein Name mit sieben Buchstaben, was Felix (so heißt der Vater) ausschließt und Eginald wahrscheinlich macht. Die Sieben als Schutzzahl? Nun, sie besteht aus einer Kombination aus der heiligen Zahl drei und der "bösen" Zahl vier (zwei ist die Zahl des alles teilenden Teufels und zwei mal zwei ergeben die vier Himmelsrichtungen auf der nach dem Christentum unglücklichen und durch die Dreieinigkeit zu erlösenden Erde), weshalb die Sieben beides sein kann: Glückszahl (siebter Himmel) und Unglückszahl (sieben Jahre Pech). Das kommt dem Geschehen in dem Roman doch recht nahe und Schlattner, der Theologe ist, dürfte sich der kabbalistischen Zahlenspielerei bewusst gewesen sein. (Neben der Motivkette vom "geköpften Hahn" und dem Dornröschenschlaf kann man, wenn man Spaß hat, die drei und die vier als Kompositionsprinzip verfolgen.) Was das Schicksal des Ich- Erzählers angeht, möge man sich an die ca. 100 Seiten vor dem Ende vorgestellte "Vision" des Propheten erinnern, der vom späteren Schicksal diverser Figuren im Buch berichtet. Und man möge auch bedenken, wie seltsam ein von seinem Leben berichtender Ich- Erzähler wirkt, der die Erzählung seines eigenen Endes nicht überlebt. ;-) Sei's drum. Alles in allem eine bereichernde und durchaus spannende Lektüre, deren Lokalkolorit für deutsche Leser, die sich in der Geschichte der wirklichen Ost- Deutschen, also der Deutschen im slawischen oder eben balkanischen "Osten" nicht auskennen, zusätzlich interessant sein dürfte. Von Schlattner werde ich mehr lesen. Glatte fünf Sterne also.
Profile Image for Amalia Istrate.
34 reviews55 followers
August 27, 2015
Suprapersonajul cărţii este anunţat chiar în titlu, ,,cocoşul decapitat”, iar semnificaţiile sale sunt multiple şi deconspirate diferit de ţigani, saşi şi unguri. Pentru bulibaşa Trofim Macavei, capul de cocoş bătut în cuie pe poartă are scop benefic, de protecţie, ţine spiritele rele departe de casă. Alfa Sigrid, serafica iubită a eroului, primeşte cadou capul unui cocoş care o urmărea mereu, cu duşmănie. Îi este scârbă şi frică, ,,dar cocoşul decapitat a devenit o deviză pentru mine”, mărturiseşte ea. ,,Când trebuie să mulţumesc şi să mai şi zâmbesc, deşi mi-e greu sau mi se rupe inima, atunci îmi spun: cocoşul decapitat.”
Conotaţia malefică a capului de cocoş este sugerată iniţial de Profet, un personaj ciudat şi retras, cu capacităţi premonitive, un soi de eremit rătăcit într-o lume care nu mai are nevoie de miracole. Simbolistica negativă este definită chiar cu ocazia exitus-ului, când servitoarea îl anunţă pe tânărul stăpân al casei că li s-a pus un cocoş decapitat pe pervaz, semn rău, cocoşul fără cap având capacitatea de a atrage nenorociri. ,,Numai capul, bătut în cuie pe poartă, le opreşte. Aici lipseşte tocmai capul mântuitor.” Tatăl fetei e de părere că acel cocoş decapitat anunţă sfârşitul lumii, deoarece, fără cap, nici un cocoş nu mai poate cânta şi nu mai poate anunţa o nouă zi, ,,nu mai putea să alunge nici întunericul nopţii, să trezească soarele mamă şi să cheme dimineaţa următoare.” Interpretarea biblică a evenimentului rămâne în aceeaşi sferăa negativului: ,,Domnul va veni la ora când cântă cocoşii. Dacă nu mai cântă cocoşul, Domnul nostru nu mai vine. Lumea rămâne în mâna diavolului”, explică doamna Ilona, iar eroul conchide: ,,Chestia cu cocoşul nu era decât începutul sfârşitului.” Astfel este sugerat sfârşitul unei vârste, al unei familii, al unei societăţi şi al unei lumi în care cocoşul rămâne tăcut aproape o jumătate de secol. Casa şi grădina Edenului devin un loc al morţii şi al diavolului, Malmaison, o casă blestemată, casa răului. Pentru a rupe sau atenua semnificaţiile diabolice ale întâmplării, pasărea este pusă la fiert şi transformată în supă.
Imaginea cocoşului sau referirile la această orătanie domestică nu se opresc totuşi aici. Simbolul este reluat obsedant. Eroul însuşi rememorează o întâmplare în care era să-şi piardă viaţa. Cu ocazia unei alergări a bivolilor prin localitate, ca o hoardă nebună (trimitere directă la Horda tinerilor nazişti), un cocoş speriat intră între picioarele animalelor şi este strivit şi decapitat. Eroul este salvat în ultima clipă de a împărtăşi aceeaşi soartă. Profetul completează întâmplarea cu informaţii de interes general: ,,bivolii provin din India, vin din est. Tot ce vine din est pentru noi e precum cavalerii apocalipsei. Dar ce are a face asta cu cocoşul decapitat? Totul e ambiguu, trebuie cercetat. Mai ales că de ce ţi-e frică nu scapi.”
Chiar personalităţile istoriei par să intre sub zodia neagră a cocoşului fără cap şi tot Profetul este cel care face comentarii legate de acţiunile mareşalului Antonescu şi de consecinţele gesturilor sale: ,,România se extinde dincolo de Nistru, dar numai pentru moment. Mareşalului n-o să-i folosească prea mult. Pe el îl vor decapita primul, cocoşul galic..., cocoşul galic în ograda germană... cocoşul decapitat.”
Apoi personajele se mişcă, se comportă, se încaieră ca nişte cocoşi decapitaţi, iar prezenţa Giselei Judith în casa protagonistului, cu ocazia exitus-ului, este comentată cinic şi stupid de Erichonkel, fratele mai tânăr al tatălui eroului: ,,Un evreu într-o casă germană e cocoşul roşu pe acoperiş”, prevestire rea.

(Amalia Istrate pe www.bookspot.ro)
Profile Image for Iustin m..
14 reviews3 followers
November 12, 2025
Die Idee hinter diesem Roman hat mich sehr interessiert. Deswegen konnte ich es kaum erwarten, den Roman zu lesen. Meine Begeisterung hielt leider nicht an, denn zu viele Details und Kleinigkeiten haben die echte Handlung des Romans getarnt. Der Autor verbringt einfach zu viel Zeit bei der Vergegenwärtigung des Vorausgegangenen. Ich habe den Faden verloren, und zu einem Zeitpunkt war es mir unklar, welche die Hauptfiguren sind und was sie wollen …

Trotzdem lohnt es sich, sich in den Roman einzulesen. "Obschon" ("inside joke") ich mich in allen Details verloren fühlte, habe ich die Lektüre genossen. Die Handlung ist sehr atmosphärisch, man taucht einfach ins Siebenbürgen jener Zeiten ein, die Charaktere sind lebendig (wenn auch nicht vielfältig), die kleinen Geschichten sind interessant, wenn auch nicht im klassischen Sinne verbunden.

Die Symbolik ist sehr christlich geprägt, was mir nicht unbedingt imponiert hat, aber sie ist aussagekräftig. Nur ein paar Beispiele führe ich an: das Baden bei der Aluta „wenn alle halbnackt sind und Gott allein weiß, wer wer ist“ / „Ein Christ ist nur in guter Gesellschaft, wenn er in schlechter Gesellschaft ist“.

Das Symbol des kopflosen Hahnes hat viele verschiedene Bedeutungen, je nachdem, wer das Symbol deutet (ich möchte hier den Leser lassen, dieses Symbol selbst zu erkunden). Keine gesellschaftliche Gruppe hat die Deutungshoheit in Siebenbürgen, obwohl die NS-Vertreter die stärkere Kraft waren („Er hat Gewalt über mich, aber keine Macht“).

Viele Erklärungen dafür, warum der Nationalsozialismus als verführerisch erschien (was auch für diese Zeit gilt): „Der Mensch ist nicht zur Freiheit geboren. Freiheit strengt an, erfordert Nachdenken … zwingt zu Entscheidungen, macht einsam und unglücklich.“

Beim Lesen wurde ich oft traurig: Die Seiten dieses Romans erzählen vom jähen Ende der 800-jährigen Geschichte der Siebenbürger Sachsen in Rumänien, die das Land so nachhaltig geprägt haben. Natürlich endet hier auch die freie Geschichte der Jüdinnen und Juden, der Roma (im Roman zeitbedingt als "Zigeuener" bezeichnet ), der Rumäninnen und Rumänen sowie der Ungarinnen und Ungarn; es folgt fast ein halbes Jahrhundert Kommunismus.
Profile Image for Adanic.
17 reviews
April 11, 2022
One of the hidden gems of contemporary romanian literature. A very enjoyable book.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

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