»Natalie Amiris packender Bericht ist Pflichtlektüre für alle, die die Katastrophe Afghanistans und ihre Folgen verstehen wollen.« Wolfgang Ischinger »Natalie Amiri ist nicht nur Journalistin: Sie ist eine empathische Zuhörerin, eine anteilnehmende Beobachterin. Sie erstattet Bericht für Menschen, die genau dies nicht tun können, ohne dabei ihr Leben aufs Spiel zu setzen. So entsteht ein viel umfassenderes Bild von Afghanistan, als es jede News-Meldung je vermitteln könnte.« Düzen Tekkal, Autorin, Kriegsberichterstatterin, Gründerin von »#GermanDream« Was bedeutet die Rückkehr der Taliban für die afghanische Bevölkerung? Welcher Zukunft sehen die Frauen des Landes entgegen? 100 Tage nach der Machtübernahme reist SPIEGEL-Bestsellerautorin Natalie Amiri nach Afghanistan. Mit ihrem Buch verleiht sie Afghaninnen und Afghanen eine Stimme.
Eine Bestandsaufnahme des Afghanistans nach der Machtübernahme der Taliban.
Das Buch ist im Prinzip ein Reisebericht von Natalie Amiri. Es ist sehr persönlich, lässt viele Afghaninnen und Afghanen zu Wort kommen. Es hat nicht den Anspruch zeitlos oder vollumfänglich zu sein. Teilweise merkt man, dass es vermutlich unter einem gewissen Zeitdruck geschrieben wurde.
Es hat mir zu einem besseren Verständnis des Landes und seiner Menschen verholfen.
Amiri versucht, hier sehr viele Dinge unterzubringen und an manchen Stellen wirken ihre Erzählungen beinahe wie Aufzählungen, eine kurze Abhandlung der Ereignisse, was den Fluss des Buches meiner Meinung nach ein wenig zerstört. Viele Informationen prasseln auf einen ein, abgewechselt durch gestochen scharfe Momentaufnahmen, die die harten Fakten in Szene setzen und das Verständnis vertiefen sollen.
Die Geschichte, die Amiri erzählt, ist tragisch, wird jedoch gleichzeitig unterbrochen durch lichte Momente der Menschlichkeit, die fesseln, ermutigen und gleichzeitig jedoch wieder demoralisieren. Sie spricht mit vielen Menschen, sie erzählt und verliert dabei nie ihren roten Faden aus den Augen. Afghanistan wird dargestellt als Land der verpassten Chancen, als weiteres Opfer rücksichtsloser westlicher Außenpolitik, und nach Beendigung dieses Buches bin ich voll auf ihrer Seite.
Ich hoffe, auch wenn die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering ist, dieses Land einmal wieder aufblühen zu sehen. Amiris Erzählung lässt einen selbst beschämt zurück, reißt die eigene westliche Arroganz nieder und hält einen Spiegel vor.
Ich kann hierfür gerade keine großartigen Worte finden. Natalie Amiri hat einfach sehr eindrücklich und verständlich geschrieben. Sie hat die Finger auf Wunden gelegt und zugedrückt. Es hat sich nicht angefühlt wie ein einfaches Sachbuch, sondern wirklich wie ein Buch, dass über Leben berichtet. (Was es ja auch ist, aber nicht jedes Sachbuch fühlt sich so an)
Vieles habe ich gewusst, vieles habe ich im Detail so nicht gewusst. Vieles konnte ich im Detail vielleicht auch gar nicht wissen, weil es direkt von den Menschen dort kam – von Frauen.
Dieses Buch wird und muss erst noch eine Weile in mir arbeiten.
Ein Buch, das mich in vielen Kapitel fassungslos und sprachlos zurückgelassen hat. Danke für die vielen Eindrücke, die Schilderungen der Afghanen und Afghaninnen. Ich muss einige der Eindrücke und Informationen erst einmal sacken lassen.
Große Empfehlung! Wahnsinnig eindrücklich sowie informativ. Wenn ich an die Menschen aus Afghanistan denke, die sich 2021 verzweifelt an startende Flugzeuge klammerten, könnte ich immer noch heulen. Mal vom Sinn- und Unsinn des dortigen 20jährigen Krieges abgesehen, wie die Beendigung dessen abgewickelt bzw. nicht abgewickelt wurde, ist eine weitere Schande.
Dieses Hörbuch gewährt einen erschütternden und gleichzeitig intimen Einblick in ein Land, das von einer politischen Kehrtwende des Westens tief erschüttert wurde. Die Reportage basiert auf Amiris Reise nach Afghanistan 100 Tage nach der erneuten Machtübernahme durch die Taliban und beleuchtet eindrucksvoll, wie stark besonders Frauen unter dem neuen Regime leiden. Mit klarer Stimme und bewegenden Erzählungen wird den Menschen dort – insbesondere den Frauen – eine Bühne gegeben, auf der sie ihre Realität schildern.
Was mich besonders berührt hat, war das Kapitel, das sich mit dem überstürzten Rückzug der westlichen Truppen, insbesondere der deutschen, beschäftigt. Es dokumentiert auf beklemmende Weise die gebrochenen Versprechen gegenüber den lokalen Unterstützer*innen. Durch eingespielte Chatverläufe, E-Mails und Telefongespräche mit unterschiedlichen Sprecher*innen wird das emotionale und logistische Chaos greifbar – gerade durch das Hörformat ist die Wirkung noch intensiver spürbar.
Ich würde das Audiobuch jedoch nicht als Einstiegslektüre empfehlen, wenn man sich neu mit der Geschichte oder Politik Afghanistans vertraut machen will. Es ist kein klassischer historischer Überblick, sondern ein persönliches Zeugnis des Versagens westlicher Aussenpolitik – eindringlich, wütend, zutiefst menschlich.
"Als wir über Afghanistan fliegen, denke ich mir, dass sich der Westen bei der afghanischen Bevölkerung nicht dafür entschuldigen muss, wie dilettantisch er das Land verlassen hat, sondern dafür, welches Versprechen er ihr gegeben hat; ein Versprechen, dass er nie hat erfüllen können: das Land in eine Demokratie zu führen."
Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie die Lage nach dem undurchdachten Rückzug des Westens in Afghanistan ist und wie groß das komplette Versagen der Bundesregierung bei der Evakuierung der Ortskräfte war
Ich habe drei Nachmittage mit Natalie Amiri auf ihrem Weg nach und durch Afghanistan verbracht und ich hatte dabei mehrmals die Tränen in den Augen.
Es ist allgemein bekannt, dass die politische und wirtschaftliche Situation in Afghanistan alles anderes als vielversprechend war. Daran waren sich sowie die Fachliteratur als auch die Journalisten einig. Die Politik hat zwar mehrere Jahre etwas anderes behauptet, aber spätestens mit dem Abzug der internationalen Truppen wurde das Ausmaß der katastrophalen Zustände für alle sichtbar. Umso schwieriger war es für mich durch Natalie Amiri zu erfahren, dass es in der Realität noch verheerender ist, als man sich eh schon vorgestellt hat.
Das Buch ist eine gute Mischung aus Hintergrundwissen, geschichtlicher Entwicklung Afghanistans, aktuell durchgeführten Interviews und eigenen Erfahrungen Amiri´s. Es wäre falsch ein Fachbuch zum Thema Afghanistan oder Taliban zu erwarten. Das war gar nicht vorgesehen. Das Buch soll der Öffentlichkeit vermitteln, wie es der Bevölkerung und vor allem den Frauen in Afghanistan gleich nach dem Machtergreifen durch die Taliban ging und geht. Und wie schon erwähnt wurde, auch wenn man die Antwort „schlecht“ erwartet, wird man überrascht. Es geht denen nicht schlecht. Die Bevölkerung wurde von mehreren Parteien Jahrzehnte angegriffen, ausgenutzt, missverstanden, zu Wahlkampfzwecken ausgenutzt, im Stich gelassen und jetzt auch noch ins Hungersnot getrieben. Was die Frauen betrifft, gibt es für sie einfach keine Zukunft. Sie sitzen in den Kellern und warten darauf verkauft, verheiratet, vergewaltigt und ihr ganzes Leben lang wie ein Möbelstück behandelt zu werden. Und als der Westen am liebsten seine Blamage vergessen wurde und die Augen eher Richtung Ukraine richtet, gehen die Informationen über den weiteren Verlauf in Afghanistan unter.
In diesem Buch erzählt Natalie Amiri sehr persönlich von der Situation in Afghanistan 100 Tage nach dem Rückzug der europäischen und amerikanischen Truppen und der Machtübernahme der Taliban. Sie reist selbst in das Land, spricht mit den Menschen und beschreibt ihre Eindrücke und setzt die Situation in Kontext der Vergangenheit. Am meisten beeindruckt (und mitgenommen) hat mich der Part mit den SMS/Chat Nachrichten während den Tagen der Evakuierung. Diese Verzweiflung und Hilflosigkeit und die Unfähigkeit der deutschen Regierung, denen zu helfen, die sich auf sie verlassen und ihr Leben für sie riskiert hatten. Das ist beschämend. Und es sollte nicht vergessen werden. Immer noch brauchen viele Menschen in Afghanistan Hilfe, sie leiden Hunger und müssen um ihr Leben fürchten. Und die Welt schaut einfach zu, als ob es sie nichts mehr angeht. Daher empfehle ich dieses Buch zu lesen, um zu verstehen, was da 2021 in Afghanistan passiert ist und was es für Folgen hat.
Dieses Buch ist aus meiner Sicht ein Erlebnisbericht einer Reise der Autorin durch Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban.
Es dient nicht dazu den Konflikt in Afghanistan vollumfänglich zu verstehen, jedoch dazu, ein Verständnis für die Menschen Afghanistans mit deren Ängsten, Sorgen, aber auch Hoffnungen zur Momentaufnahme nach der Machtübernahme der Taliban zu bekommen. Das Buch lebt von subjektiven Wertungen der Autorin, woran man erkennt, dass die Autorin vermutlich keinen kommerziellen Zweck, sondern eine Herzensangelegenheit verfolgt. An manchen Stellen des Buchs scheint der Inhalt aus meiner Sicht redundant, wobei die Autorin vermutlich versuchte ebensolche Inhalt hervorzuheben. Dennoch sollte festgehalten werden, dass gerade die dargestellte Sicht der afghanischen Bevölkerung selbst dieses Buch so unfassbar interessant macht, dass das Buch über die Gesellschaftskritik hinaus Spannung erzeugt.
Eine klare Weiterempfehlung zum Horizont erweitern!
A very informative and emotional book of Afghanistan. I learned so much! The reason I'm deducting half a star is because it felt a bit rushed and incomplete especially in the end, but I understand that she had to write it in a short span of time.