Also. Warum ignoriert die Welt, was da drin steht. Warum glauben Menschen an Kapitalismus. Warum gibt es noch kein Lieferketten Gesetz. Und warum gibt es noch die FDP. Und warum sind Betriebsärzte solche rückgratslosen Lappen, die nicht im Sinne der Arbeiter sondern im Sinne des Unternehmer-Profits entscheiden?!
In einem Bücherschrank gefunden, ohne den Autor direkt zuordnen zu können, lediglich der Name war bekannt. Das Buch ist so geschrieben, dass man nach der zweiten Geschichte den Stil der Fragen und ihre konkrete Beantwortung vorhersagen kann. Nichtsdestotrotz deckt sich das zum Teil mit Erfahrungen, die ich selbst beim Arbeiten auf dem Bau oder in der Fabrik gemacht habe. Das Buch macht aus einen zwar keinen Gewerkschaftler, aber ist ordentliches Anschauungsmaterial für Whitecollar vs Bluecollar work, wenn man selbst noch nicht beides gemacht hat.
Der Band ist eine kleine Sammlung von fünf Reportagen, die Wallraff in den 1960er-Jahren in Deutschland als investigativen Journalisten bekannt gemacht haben. Jeweils mehrere Wochen hat er bei Ford am Fließband, auf einer Werft in Hamburg, bei Siemens im Akkord, in einem Stahlrohrwerk und bei Thyssen als Stahlarbeiter gearbeitet. In seinen Reportagen schildert er die Eindrücke und Erfahrungen, die er dabei gesammelt hat und berichtet von den Schwierigkeiten seiner Kollegen. So prangert er in erster Linie die entmenschlichenden Arbeitsbedingungen an, die Gesundheitsschädigung und groben Sicherheitsmängel, die körperliche Erschöpfung und geistige Verkümmerung, die soziale Isolation und den (finanziellen) Druck, unter dem die Arbeiter in den Betrieben stehen. Die Reportagen sind ein anschauliches und kurzweiliges Zeugnis für die Arbeitsbedingungen in der Industrie der 'Wirtschaftswunderzeit' und sicherlich immer noch nicht völlig veraltet. Auch wenn Wallraff in den letzten Jahren wegen fragwürdiger journalistischer Standards, insbesondere 2009 aufgrund seines blackfacings absolut zurecht in der Kritik steht, ist sein erster Reportageband von 1967 durchaus lesenswert. Wenn man sich für das Genre oder die Thematik interessiert, aber auch, wenn man sich fragt, warum es dieser Mann überhaupt zu Bekanntheit gebracht hat.
Like George Orwell's Road to Wigan Pier...if he got his hands dirty. Very very dirty!
This guy went and did all the shitty jobs in German steel mills, ship yards and manufacturing. He lived in the company-owned single-mens' quarters. He worked through winter, he really did the jobs, then he wrote about it.
If nobody writes about what you're doing, it can more easily be ignored. This is brave stuff - witness all the attacks on his publications by the employers. And the complaint by some that they were 'losing customers in the DDR' as a result!
Thoughts - how far heavy industry has come from the 60s? At least in the West. We now have PPE. We have rules on at heights, lock-out tag-out, energy isolation.
This crazy world of Germany in the Wirtschaftswunder. Still the fear of communism. Still the ability the oppress the workers through the fear of regressing into a much shittier world.