Penny schrieb mich vor einiger Zeit an und fragte, ob ich Pretend vorab lesen würde. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, sagte ich zu. Ich erwartete eine spannende, heiße, vielleicht auch romantische Story. Doch Pretend ist so viel mehr.
Meine Meinung
Zu Beginn möchte ich anmerken, dass ich das Cover wahnsinnig schön und gelungen finde. Ich freue mich sehr auf die Print-Ausgabe, die ich mir definitiv auch noch bestellen werde.
Richtig gut gefallen haben mir das kleine Vorwort und die aufgeführte Liste der Songs, die Penny während des Schreibens begleiteten. Dabei waren unter anderem Korn, Disturbed, Simple Plan und Foo Fighters. Auch die Aufteilung der Kapitel in die Erzählweisen der Protagonisten fand ich gelungen. So hatte ich stets einen guten Einblick in die Gedanken von Farren und Kieran.
Der Einstieg gelang mir gut, ich erfuhr etwas über Farren und ihre aktuelle Situation. Auch sorgte das Schildern dessen dafür, dass ich Mitleid mit ihr hatte, sie aber nicht als schwach empfand, sondern eher resigniert, aber trotzdem nicht hoffnungslos.
Farren war mir sympathisch. Sie durchlebte eine immense und interessante Entwicklung, die ich euch aber nicht durch meine Rezension vorweg nehmen möchte. Nur so viel: Sie war nicht das typische nette Mädchen von nebenan, aber auch kein „Maneater“. Sie lernte sich selber durch äußere Einflüsse kennen, passte sich an und entdeckte eine neue Sportart für sich, mit dessen Hilfe sie sich auspowern konnte aber gleichzeitig (Selbst)Sicherheit erfuhr.
„Meine Mutter findet auch Sex, Peanutbuttereiscreme und Spaß unangebracht,
trotzdem verzichtet man nicht darauf“, sagte ich und zwinkerte ihm zu.
Kieran hat mich überrascht. Zunächst nahm ich ehrlich gesagt an, dass er der typische Badboy ist, der ein Mädel nach dem anderen „vernascht“. Aber so war es nicht. Kieran führte eine interessante Sportart aus – Boxen. Aber nicht in einem spezifischen Club oder Verein, sondern auf der Straße. Mit seinen besten Kumpels, die ebenfalls alle sehr speziell und interessant waren. Kieran stellte einen wichtigen Einfluss für Farren und ihre Entwicklung dar. Er nahm sie wahr und forderte sie. Insgesamt fand ich ihn toll. Ehrlich, direkt, stark, aber auch liebevoll.
„Genau das meine ich“, sagte er, verstärkte seinen Griff und zog mich an sich.
„Wehr dich. Kenne deinen Wert. Und vor allem, entschuldige dich nie dafür, wer du bist.“
Zwischen den beiden herrschte ein Auf und Ab, trotzdem empfand ich es nicht als nervig wie in anderen Romanen mit ähnlicher Thematik. Es war unfassbar spannend. So spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte und es an einem Abend verschlang.
Es gab viele weitere Charaktere, die interessant, verrückt, besitzergreifend, fordernd, schwach, stark waren. Jedoch möchte ich auch dahingehend nicht zu viel vorweg nehmen. Lernt sie kennen. Ich habe gehört, viele finden Ty sehr… interessant. Mir war er zum Teil eher unsympathisch durch seine fordernde Art. Und trotzdem bin ich neugierig auf „mehr Ty“. (Zum Glück werden wir demnächst noch mehr über ihn lesen können…)
Neben der Thematik des besonderen Sports geht es um problematische, teilweise ziemlich dramatische Familienereignisse. Im Verlauf erfährt man einiges über Farrens Vergangenheit, was mich einerseits wirlich schockierte, aber andererseits verstehen ließ. Nach und nach ergab sich somit ein Gesamtbild, welches Wurzeln in der tiefen Vergangenheit schlug und immense Auswirkungen auf das Jetzt hatte…
Auch Kierans Vergangenheit, die erst zum Ende hin für alle Parteien aufgeklärt wird, ist nicht das gelbe vom Ei.
Ich begleitete die beiden Protagonisten somit nicht nur durch eine emotionale Achterbahn, sondern auch auf dem Weg zu Klarheit und Selbstfindung.
Und ja, es geht auch um Sex. Es ist New Adult. Und nein, es wird nicht beim Benennen von Details und diversen Begriffen gespart. Aber keine Sorge, es ist viel mehr als das. Die Sexsache steht nicht im Mittelpunkt, sondern eher die Emotionalität und Dramatik einzelner Situationen, Charaktere und deren Konstellationen.
Die Geschichte sagt aus, dass man ausbrechen soll. Fehler machen darf, laut und wild sein darf. Man selbst sein darf. Und dass es Menschen gibt, die genau das lieben.
Das Ende war sehr passend, die Geschichte in sich abgeschlossen. Und trotzdem will ich unbedingt mehr über die beiden und die Clique erfahren.
Fazit
Insgesamt gefiel mir die Geschichte unglaublich gut. Sie beinhaltete wahnsinnig viele verschiedene Aspekte und hob sich dadurch von anderen „typischen“ New Adult Romanen ab. Die beiden Protagonisten waren mir durch ihre Echtheit, ihre Authentizität sehr sympathisch. Für mich war Pretend ein richtiger Pageturner, ich wollte es nicht aus der Hand legen und es hallte mit seiner besonderen vielseitigen Thematik noch lange nach.
Somit gehört es für mich persönlich in die Kategorie: Liebling
Vielen Dank an Penny L. Chapman für das eBook-Rezensionsexemplar!