Torsten Sträter hat ein dunkles Geheimnis: Jahre bevor er Deutschlands Bühnen mit seinem launigen Humor beschallte, trieb er in Internetforen sein Unwesen. Und übte sich in der ersten seiner Königsdisziplinen: Gruselgeschichten. Und alle waren begeistert. In seinem Buch zeigt der Meister des abseitigen Humors eindrucksvoll, dass das Grauen nicht nur auf verfallenen Friedhöfen oder fernen schottischen Schlössern wütet. Es kann uns ebenso ereilen in Altenheimen, auf Autobahnen oder gar im heimischen Wohnzimmer. Gruselig, schräg und schon mit dem ganz speziellen Sträter-Humor versehen, lassen diese Geschichten schmunzeln, erschauern und machen vor allem eins: Spaß.
Geb. 1966 in Dortmund Autor und Slam-Poet, Kolumnist, Satiriker, Komiker und Vorleser. Konfektionsgröße: 54 Schuhgröße: 42 Haar: Graubraun Augen: Blau Religion: Nix da.
Das Besondere an dieser Kurzgeschichtensammlung ist, dass es Horrorstories aus der Feder eines Kabarettisten sind. Ich bin also mit gezähmten Erwartungen an diese Sache rangegangen. Wie alle Kurzgeschichtensammlungen enthielt auch diese Material unterschiedlicher Qualität. Zu meiner Überraschung fand ich die Geschichten aber zum allergrößten Teil überdurchschnittlich.
Alle Stories haben mehr oder weniger einen Ruhrgebietsflair, aber wenn man das mag, ist man mit diesem Buch echt gut bedient. Nicht alle Geschichten endeten völlig überraschend und unerwartet, aber alle hatten bestimmteWendungen, mit denen ich nun gar nicht gerechnet hätte.
Das Buch hat mich insgesamt sehr gut unterhalten und ich vergebe 4 Sterne.
------------------
The special thing about this collection of short stories is that they are horror stories penned by a cabaret artist. So I went into this with tamed expectations. Like all short story collections, this one contained material of varying quality. To my surprise, I found the stories to be above average for the most part.
All stories have more or less a Ruhr area flair, but if you like that, this book is for you. Not all stories ended in a completely surprising and unexpected way, but all of them had certain twists that I didn't expect at all.
Overall I really enjoyed the book and rate it with 4 stars.
Gar keine schlechte Sammlung, auch wenn Horror nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre ist. Manche der Motive wiederholen sich immer wieder, etwa biblisch/dämonische Bedrohungen, Menschenjagd und abgetrennte Zimmer. Natürlich haben mir manche Geschichten besser gefallen als andere, aber insgesamt sehr solide.
Bevor Sträter mit seinem Humor die Bühnen und das Fernsehen erobert, schrieb er Horrorgeschichten. Die gruseligen Kurzgeschichten blieben lange unter Verschluss und wurden nun in einem Buch veröffentlicht.
Ich mag Torsten Sträter, bin aber kein Fan. Trotzdem hat mich das Buch sofort angesprochen, weil ich schon ewig keine Horrorgeschichten mehr gelesen habe. Kurzgeschichten bin ich ja manchmal kritisch gegenüber, da man schwer eine Verbindung zu den Charaktere aufbauen kann, aber Horrorgeschichten eignen sich hervorragend für kurze Storys, da es um die Spannung, den Ekel, die Überraschung geht und nicht um zwischenmenschliche Beziehungen.
Sträter schafft es immer schnell einen Spannungsbogen aufzubauen und die Geschichten mit guten Pointen abzuschließen. Und ich muss nochmal darauf hinweisen, dass die Storys echt brutal sein können. Zwar erkennt man Sträters unverkennbaren Erzählstil wieder, aber es handelt sich wirklich um gruselige Horrorgeschichten. Und diese können durchaus blutig sein.
Nicht alle Geschichten waren großartig. Aber das erwarte ich bei einer Sammlung von Kurzgeschichten auch nicht. Manche waren auch einfach nur gut. Daher gebe ich dem Buch nicht 5, sondern sehr gute 4 Sterne.
Horror kommt für mich in den unterschiedlichsten Formen daher. Sei es Grusel, Ekel, Angst, Abscheu oder die schlichtweg die klassische Furcht. Torsten Sträter legt mit "Die gesammelten Horror-Storys" eine Sammlung seiner frühen Kurzgeschichten vor, die nicht wie heutzutage durch Witz und Ironie bestimmt sind, sondern die die Bandbreite der verschiedenen Empfindungen des Horrors darstellen. Dabei variieren die Kurzgeschichten sehr, sowohl in der Länge, als auch inhaltlich, als auch örtlich. Gemeinsam ist ihnen ein gewisser Hang der Phantastik, manchmal auch zum Übersinnlichen, welches dem Leser den Kopf rauchen lässt. Sträters Sprache ist dabei sehr direkt, unverschnörkelt, so wie man im Ruhrpott gerne redet. Seine Protagonisten sind keine Helden, sondern Menschen wie du und ich, die unbeabsichtigt, in die seltsamsten Situationen geraten. Mit 27 Geschichten und 512 Buchseiten eignet sich das Buch gut als Bettlektüre, wenn man den Schauer vor dem Schlafen gehen denn liebt. Mir haben die Geschichten unterschiedlich gut gefallen. Eigene fand ich wirklich richtig gut, andere fand ich eher solala. Dazu soll auch gesagt sein, ich bin kein Horrorfan. Mich hatte interessiert, was Torsten Sträter früher gemacht hat. Eins sei abschließend gesagt, Schreiben kann er, aber für mich ist Horror nicht seine beste Seite.
Torsten Sträter zeigt sich in diesem Buch von einer ganz anderen Seite. "Sträters Gutenachtgeschichten" beinhaltet 20 Jahre alte Geschichten aus Sträters literarischer Anfangszeit. Die Frühwerke sind nicht wie gewohnt lustig. Sträter hat sich hier im Horror-Genre geübt. Die Kurzgeschichten zeigen, dass er auch dieses Genre perfekt bedienen kann. Die Geschichten sind gruselig, düster und morbide mit einem großen Hang zum Wahnsinn. Wenn man den Sträter von heute kennt, muss man sich auf diese Geschichten schon etwas einlassen. Sträter hat aber auch hier schon bewiesen, dass Schreiben sein Ding sind. Die Texte lassen sich gut lesen. Allerdings muss ich sagen, dass der heutige Sträter mir persönlich doch lieber und "Horror" nicht so unbedingt mein Ding ist. Das ist aber Geschmackssache und ändert nichts an der Qualität der Schreibe und Geschichten.
Ich kenne Torsten Sträter eigentlich nur als Comedian und finde seine Sendung ziemlich lustig. Hier zeigt er uns seine andere dunkle Seite. Für mich wars wie in seiner Sendung wenn er etwas aus seinem Buch vorliest. Auch hier habe ich ihn "gehört" beim Lesen was stellenweise witzig aber oft auch gruselig war. Wie ein Märchenonkel.
Das hier ist ein Sammelband über seine drei bisher erschienenen Gruselgeschichten.
Ich hab mich gut unterhalten gefühlt auch wenn das Grusel-Genre nicht so ganz mein Metier ist.
Eine bunte Mischung kurzer Geschichten: skurril, hanebüchen, absurd und irre (lustig). Wer Sträters Humor kennt und teilt: unbedingt lesen!
Inhalt:
Bevor Torsten Sträter auf Bühnen Geschichten über Alltägliches und Kurioses (oder beides gleichzeitig) mit viel Witz und Absurdität erzählt hat, hat er mit "Jacks Gutenachtgeschichten" Anfang der 2000er drei Bände mit Horror-Storys veröffentlicht.
Dieses Buch vereint eine überarbeitete Fassung dieser Gruselgeschichten.
Mein Eindruck:
Ich habe schon alle vorherigen Werke von Torsten Sträter - egal ob in geschrieben oder gesprochen - verschlungen, mich an die Horror-Geschichten jedoch bislang noch nicht herangetraut. Comedy ist schließlich gefühlt meilenweit vom Horror-Genre entfernt und letzteres zählt nicht im zu meiner Lieblingslektüre.
Nun da es die Bände "Postkarten aus der Dunkelheit", "Hämoglobin" und "Hit the Road Jack" aus den Jahren 2004 - 2006 in überarbeiteter Fassung und als Sammelband erschienen sind, bin ich aber doch neugierig geworden.
Torsten Sträter hat eine unnachahmliche Art, konsequent jede Abschweifung vom eigentlichen Thema mitzunehmen. Und wenn man als Leser/Zuhörer überhaupt nicht mehr weiß, wo die Reise eigentlich gehen soll, gelingt dem Autor in einer abschließenden Kehrtwende stets die Rückkehr zum ursprünglichen Thema. Plötzlich ergibt das Flatterhafte und Unsortierte einen Sinn.
In seinen Horror-Storys (die übrigens sehr heimatverbunden sind dank WDR4, Stau auf der Autobahn beim Kreuz Castrop-Rauxel usw.) ist bereits der Humor, die typische Erzählweise zu erkennen und beim Lesen habe ich immer wieder die Stimme des Autors im Ohr.
Das Vorwort sollte man unbedingt lesen! Ob in den Geschichten auch Autobiografisches drinsteckt? Blutproben-Transport, Herrenschneider usw.
Die "harmlosen" Kulissen wie ein Altenheim oder eine Tankstelle zeigen, dass das Grauen auch in direkter Umgebung stattfinden kann.
Vom Werwolf über Okkultismus und Kurioses wird miteinander verquirlt und am Ende jeder Geschichte - egal wie absurd sie vielleicht sein mag und welche verrückte Wendung sie genommen hat - bleibt ein Gedanke übrig: Was für ein verrückter Kokolores!
Bereits nach wenigen Kurzgeschichten steht fest: Sträter kann tatsächlich nicht nur witzig sondern auch - auf seine absurde Art - Grusel-Geschichten mit Witz und Spannung.
Wer hier allerdings Gänsehaut pur erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Daher nur 4 von 5 Sternen, denn für Horror-Storys fehlt tatsächlich manchmal das Gruselelement; genial, fesselnd, schockierend und blutrünstig sind aber sie allemal.
Für Sträter-Fans und Liebhaber des feingeschliffenen Wortes ein sehr unterhaltsames Lesevergnügen!
Fazit:
Eine bunte, unterhaltsame Sammlung kurzer Gruselgeschichten für zwischendurch.
Die für Torsten Sträter typische Erzählweise (teils ausufernden und abschweifend und mit viel Humor und Ruhrpottcharme) ist bereits zu erkennen.
Auch wenn die Geschichten fast zwanzig Jahre alt sind, haben sie vom Unterhaltungswert nichts eingebüßt und sind alles andere als kalter Kaffee.
Anlehnung an die Rubrik "Kamma nomma gucken!" aus der Sendung "Sträter" gibt es die Leseempfehlung "Kamma nomma lesen!".
... Rezensiertes Buch: "Sträters Gutenachtgeschichten" aus dem Jahr 2021
Das Genre Horror ist quasi perfekt für Kurzgeschichten, da man für den Thrill einfach keine Bindung zu den Charakteren aufbauen muss und der Jumpscares auch ohne diese meist super klappt. Und genau das merkt man hier, dass es eben nicht viel braucht um einem das Fürchten zu lehren.
Mir hat jetzt nicht alles durchweg gefallen und manchmal konnte ich nur den Kopf schütteln, aber mit der Erwartung bin ich auch nicht an die Kurzgeschichtensammlung heran gegangen. Einige Kapitel sind mir auf alle Fälle im Gedächtnis geblieben, sei es wegen den eigenartigen Vorkommnissen, den gruseligen Momenten oder den witzigen Stellen. Und einiges lässt sich ganz einfach unter dem Wort "skurril" zusammen fassen und lassen einen den Kopf schütteln. Das ist einfach für mich typisch Sträter und deshalb hatte ich auch genau das bei einigen Geschichten erwartet. Man muss halt immer noch eine Schüppe Wahnsinn drauflegen und das passiert dort. Und wenn er eins kann, dann ist es vom Ästchen aufs Stöckchen zu kommen und damit einer Geschichte ganz viel Leben einzuhauchen.
Bei einigen Geschichten saß ich lange davor und fragte mich, was daran jetzt gruselig gewesen sein soll. Für manches bin ich halt so gar nicht empfänglich und meist war mir die Idee zu der Story an sich zu abwegig um mich wirklich in das Szenario hinein versetzen zu können.
Mir gefällt die düstere Aufmachung des Covers, was wie gewohnt von seinen neueren Werken den Autor selbst zeigt. Die weißen Ränder lassen es so erscheinen, als wäre es richtig schön abgegriffen und eben älter als es eigentlich ist.
Fazit: Zusammenfassend lässt sich schreiben, dass mich einige Geschichten wegen dem Erzählstil an seine heutigen Texte erinnern und man ganz klar seinen schwarzen Humor erkennen kann. Mich hat das Buch auf alle Fälle im großen und ganzen gut unterhalten und deshalb vergebe ich 4 von 5 Sternen. Es sind halt eher lustige, teils skurrile bis brutale Horrorgeschichten mit vielen recht bekannten Szenarien.
Stilistisch gefallen mir die meisten Geschichten gut, da Sträter seinen trockenen Humor hier schon durchscheinen lässt. Auch von der Grundidee her fand ich viele Geschichten interessant. Leider misslang dem Autor aber so manches Mal das Ende, fand ich. Beispiele: Ein Favorit von mir ist die Geschichte: "Der Geruch von Blau", die sehr geschickt eine Nebenhandlung zum Filmklassiker "Nosferatu" entwirft. Ein sehr alter Mann berichtet einem jungen Besucher von seiner Schiffsreise mit dem Vampir nach Wismar. Daraus hätte man eine richtige Schauergeschichte im alten Stil machen können, die den Zuhörer verwirrt und verunsichert zurücklässt, indem nicht alle Fragen am Ende beantwortet werden. (So wie M.R. James dies gern tat - es bleibt bei Andeutungen) Sträter beantwortet aber alle Fragen und führt die Story zu einem Ende, das leider überhaupt nicht zum Film passt. Auch "Nachtprogramm" beginnt sehr vielversprechend mit einer alten Dame, die gerade ihren Mann verloren hat und nun meint, ihn in alten Filmen, die sie nachts aus Einsamkeit guckt, als Statisten immer wieder zu sehen. Sie wird regelrecht süchtig nach den Filmen und verkümmert darüber. Ein bittersüßes Ende wäre gewesen, dass die alte Dame schließlich einfach z.B. von einer besorgten Nachbarin tot im Wohnzimmer mit einem Lächeln im Gesicht gefunden wird, während immer noch der Fernseher läuft. Stattdessen schließt die Geschichte mit einer unnötigen Grausamkeit ab. Schade also, dass hier kein Lektor etwas mehr eingegriffen hat, denn viele Storys sind sozusagen Rohdiamanten, aus denen man mehr hätte machen können.
Puuuh...als ich dieses Buch zufällig in der Bibliothek sah, habe ich es aus Neugierde einfach mal mitgenommen, weil ich, wie wahrscheinlich viele andere, keine Ahnung hatte, dass Torsten Sträter mal Horror geschrieben hat.
Ich fand die Geschichten vom Schreibstil her sehr gut und man konnte definitiv die Inspiration durch Stephen King erkennen (nicht im Sinne von Plagiarismus). Einige waren schwächer als andere, was ja auch normal ist... allgemein muss ich sagen, dass ich doch sehr überrascht davon war, wie düster und hart es teilweise zuging. Hatte ich definitiv nicht erwartet, besonders "Post-it" hat mich ziemlich verstört -.-
***Spoiler und "Ekelalarm"*** (und was gefällt ihm an Schorf so sehr, dass das Zeug in mindestens 4 Geschichten vorkommen muss? 😆) ***Spoiler-Ende***
Alles in allem kein schlechtes Buch, aber ich muss anderen Rezensent*innen zustimmen: Comedy kann Sträter besser.
Ja, ich habe den Klappentext gelesen und verstanden. Aber Torsten Sträter ist mir in erster Linie, na ja eigentlich ausschließlich, als Comedian ein Begriff. Aber er hat auch eine Vergangenheit. In dieser Vergangenheit hat er Geschichten geschrieben. Keine lustigen Geschichten, wie man vermutet. Es sind kleine Horrorgeschichten.
Wie es dazu gekommen ist, erklärt er in der Einleitung zu diesem Sammelband. Ich habe nur die ersten beiden Geschichten gelesen. Nicht weil sie schlecht sind, sie entsprechen nicht meinem Geschmack. Sie haben mich nicht angesprochen. Vielleicht liegt es daran, dass man sich unter einem Buch von Torsten Sträter etwas anderes vorstellt. Auch wenn es um Gruselgeschichten geht. Ich habe hier mit Erzählungen mit einem leichten humoristischen Touch gerechnet.
Dafür, dass ich mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt habe, kann Torsten Sträter nichts.
Vorhersehbare Geschichtchen in bemühtem, aber größtenteils untalentiertem Leitungskurs-Deutsch. Würde kein Schwein interessieren, wenn es nicht die Langeweilegeburt von Herrn Sträter wäre. Skip.