Jump to ratings and reviews
Rate this book

So wie du mich kennst

Rate this book
»Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?«

Karlas Leben ist stehengeblieben. Sie trägt eine Urne nach Hause, darin die Asche ihrer Schwester Marie. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Marie war Karlas Seelenverwandte, ihr Kompass in diesem Chaos, das sich Leben nennt. Und während sich dieses Chaos um sie herum einfach weiterdreht, reist Karla nach New York, um dort die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen. Als sie Fotos findet, die so verstörend wie alltäglich sind, fragt sie sich, wie gut sie Marie wirklich kannte. Die Schwester, die so ganz anders lebte als sie. Die erfolgreich und selbstbewusst war. Was Karla auf den Bildern sieht, verändert ihren Blick auf Marie, ihren Blick auf sich selbst und auf das ganze Leben vor ihr.

Anika Landsteiner erzählt eindringlich, bewegend und aufrüttelnd von Frauen wie uns. Von Menschen wie dir und mir.

348 pages, Paperback

First published April 28, 2021

21 people are currently reading
1213 people want to read

About the author

Anika Landsteiner

8 books83 followers
Anika Landsteiner, geboren 1987, absolvierte eine Ausbildung zur Schauspielerin mit Bühnenreife, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Zwei Jahre leitete sie das Magazin MUCBOOK in der Print- und Onlineredaktion, mittlerweile schreibt sie für verschiedene Zeitschriften, moderiert ihren Podcast „ÜberFrauen" und führt ihren mit dem ISARNETZ Blogaward ausgezeichneten Reiseblog „anidenkt.“. Die Autorin wohnt in München.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
463 (29%)
4 stars
680 (42%)
3 stars
381 (23%)
2 stars
55 (3%)
1 star
16 (1%)
Displaying 1 - 30 of 150 reviews
Profile Image for Cule.Jule.
91 reviews86 followers
April 2, 2022
https://www.youtube.com/watch?v=v__H6...

Die zwei Schwestern Karla und Marie sind unzertrennlich. Beide leben ihr Leben: Karla in einem Dorf nahe Seekirch, Marie ist Fotografin in New York, wo sie eines Tages von einem Pick-up erfasst wird, nachdem sie eine rote Ampel übersehen hat.

Karla überführt die Urne mit der Asche ihrer Schwester zu den Eltern und will vor allem eins: verstehen, was in den letzten Tagen und Stunden vor Marie's Tod passiert ist und fliegt daher nach New York zurück.

Jedes Kapitel greift die jeweilige Sichtweise von Einer der beiden Schwestern auf, sodass der Leser sich in das Denken und Handeln hineinversetzen kann. Nach und nach offenbaren sich die wahren Geschichten hinter den Personen.

Dieser Roman hat mich ab der ersten Seite berührt. Anika Landsteiner's Schreibstil ist sehr modern und vor allem durch ihren Blick auf die Details sehr bewegend. Die gesamte Stimmung und das Setting werden wunderbar eingefangen.

Dieses Buch lädt den Leser ein selbst innezuhalten und unseren Umgang und unsere Kommunikation in Bezug auf Trauer, Liebe, Familie und Beziehungen zu reflektieren.

Eine absolute Leseempfehlung meinerseits.
Profile Image for Elena.
1,034 reviews416 followers
April 25, 2021
Karla und Marie waren Schwestern, Seelenverwandte und beste Freundinnen. Während Karla zu Hause in dem kleinen Dorf Unteroberheim geblieben ist und dort ihr Glück gefunden hat, ist Marie in die große Welt hinausgeflogen, sie wohnte in Boston und New York, war gerade dabei, ihre Karriere als Fotografin noch weiter voranzutreiben. Doch dann kam eine rote Ampel - und ein Auto, das sie überfahren hat. Karla bleibt von ihrer Schwester nur noch die Asche in einer Urne, und Fragen, viele Fragen. Sie reist nach New York, um die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen und stößt dort auf Fotografien, die sie zutiefst verstören - und ihren Blick auf ihre Schwester verändern. Wie gut kannte sie Marie wirklich?

Ja, wie gut kennen wir die Menschen in unserem Umfeld tatsächlich? Welche Fragen stellen wir ihnen? Welche vielleicht bewusst nicht? Fragen wir die richtigen Fragen? Oder kratzen wir immer nur an der Oberfläche? Mit ihrem Roman "So wie du mich kennst" taucht Anika Landsteiner tief ein in unsere alltäglichen Beziehungen - zu unseren Eltern, unseren Geschwistern, unseren Partner*innen, unseren Freund*innen. Sie lässt ihre beiden Protagonistinnen ihr Leben hinterfragen, ihr Geflecht aus Hintergründen und Verbundenheiten durchleuchten und dabei auch sich selbst in den Fokus rücken.

Abwechselnd erzählt sie die Geschichte der Gegenwart aus Karlas Sicht und die Geschichte der Vergangenheit aus Maries Sicht. Innerhalb der beiden Erzählstränge vermischen sich Gegenwärtiges und Vergangenes aber immer wieder, weil sowohl Karla, als auch Marie viel an frühere Erlebnisse zurückdenken - viele davon sehr schmerzhaft, einige aber auch hoffnungsfroh. Ein großes Thema des Buches ist häusliche Gewalt. Ich finde, das sollte man als Leser*in wissen, bevor man zum Buch greift. Denn die Autorin beschäftigt sich durch ihre Figuren sehr eindringlich mit der Gewalt innerhalb von Beziehungen, geht die Thematik dabei aber auch sehr feinfühlig an. Generell hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass Anika Landsteiner immer die perfekten Worte findet, um ihre Charaktere zum Leben zu erwecken und ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Mich hat der Roman ungemein gefesselt. Ich glaube, ein Thriller hätte hier für mich nicht spannender sein können. Anika Landsteiner hat es geschafft, einen Roman in einen Pageturner zu verwandeln, der dabei auch sehr nachdenklich und auf ein Thema aufmerksam macht, das uns alle etwas angeht. Ich habe mich mit ihren beiden Protagonistinnen sehr wohl gefühlt, fand aber auch die Nebencharaktere wirklich gut gezeichnet und vor allem auch die beiden Schauplätze - das Dorf in Unterfranken und New York - gerade in ihrer Gegensätzlichkeit exzellent gewählt.

"So wie du mich kennst" beinhaltet also alles, was ich mir von einem sehr guten Roman wünsche - deshalb möchte ich ihn euch sehr ans Herz legen und empfehlen!
Profile Image for Ellinor.
759 reviews360 followers
September 9, 2021
So wie du mich kennst ist mein zweites Buch über Schwestern diese Woche. Da ich selber eine kleine Schwester habe und wir recht unterschiedlich sind, finde ich solche Geschichten immer besonders interessant.

Die Schwestern Karla und Marie stehen sich seit ihrer Kindheit sehr nahe. Marie ist Fotografin und lebt in New York, Karla ist im fränkischen Dorf geblieben und arbeitet als Reporterin für eine Lokalzeitung.
Doch eines Tages stirbt Marie plötzlich bei einem Autounfall und nichts ist mehr, wie es war. Karla fährt ein letztes Mal nach New York, um sich um Maries Nachlass zu kümmern und stellt fest, dass sie längst nicht soviel über Marie wusste, wie sie immer dachte.

Das Buch habe ich fast atemlos gelesen, ich war sofort gefesselt von der Erzählweise. Anfangs erschien mir manches ein wenig konstruiert (Karla knüpft z.B. in einer anonymen Großstadt extrem schnell Kontakte, die über Smalltalk hinausgehen). Doch je weiter ich las, umso weniger störte mich das. Ich war fasziniert, wie sich die Handlung entwickelte. Vor allem die Parallelen in den Handlungsträngen und Gedankengängen fand ich sehr gelungen.
Profile Image for Gordon Ambos.
Author 4 books79 followers
January 18, 2022
TW: Häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt, Tod/Trauer

Dieses Buch sollte verfilmt werden. Die Geschichte hatte eine riesige Sogwirkung auf mich und ich wollte unbedingt wissen, was hinter allem steckt. Die Charaktere waren super und der Schreibstil hätte besser nicht sein können. Große Empfehlung.
Profile Image for Ivonne.
Author 1 book111 followers
April 28, 2021
CW: Tod, Verlust, Trauer, häusliche Gewalt

Ich kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass So wie du mich kennst das Buch ist, auf das ich am meisten hingefiedert habe. Zwischenzeitlich habe ich es schon zwei Mal gelesen; die unkorrigierte Version bereits Ende letztens Jahres (ihr glaubt gar nicht, wie unfassbar schwer es mir gefallen ist, bis jetzt den Mund zu halten) und dann noch einmal vor ein paar Tagen, als mich endlich die finale Ausgabe erreichte. Ich habe das Gefühl, mich immer und immer wieder zu wiederholen, wenn es darum geht, die Bücher von Anika Landsteiner zu rezensieren, aber dieses Buch ist etwas ganz Besonderes und zwar in so vielerlei Hinsicht.

In Anika Landsteiners neuestem Roman geht es um Karla und Marie, Schwestern, beste Freundinnen, Seelenverwandte. Während Karla in Deutschland wohnt, in demselben kleinen Dorf, in dem sie und ihre Schwester aufgewachsen sind, hat es Marie in die große Welt gezogen, nach New York, um ihre Karriere weiter voranzutreiben. Sie ist glücklich; erfolgreich in dem was sie tut, doch dann ist da plötzlich diese rote Ampel und ein Auto, das nicht früh genug bremsen konnte. Nach dem Tod ihrer Schwester macht Karla sich auf den Weg nach New York um Maries Wohnung aufzulösen. Dabei stößt sie auf Fotos, die das Bild, das Karla all die Jahre von ihrer Schwester hatte, plötzlich ganz unscharf werden lassen. Auf einmal gerät ihre Welt ins Wanken. Wie gut kannte sie ihre Schwester wirklich?

Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?

SO WIE DU MICH KENNST – ANIKA LANDSTEINER
Wie gut kennen wir die Menschen um uns herum wirklich? Wir können nur erahnen, wie es tatsächlich in ihnen aussieht, was in ihnen vorgeht, wie sie sich fühlen. Geben wir uns genug Mühe? Stellen wir die richtigen Fragen? Fragen, die tiefer gehen? Möchten wir tatsächlich Antworten, auf diese Fragen? Oder kratzen wir immer nur an der Oberfläche, reden den lieben langen Tag, ohne uns tatsächlich etwas zu erzählen?

Anika Landsteiner erzählt die Geschichte der beiden Schwestern Karla und Marie gewohnt eindringlich, unglaublich emotional und mit wahnsinnig viel Feingefühl. Sie beleuchtet zwischenmenschliche Beziehungen, menschliche Reaktionen auf bestimmte (Lebens-)umstände und schafft es, mit ihren wunderbaren Worten all diese intensiven Emotionen so zu transportieren, dass es dem/der Leser:in kaum möglich ist, den Roman aus der Hand zu legen. Dieses beklemmende Ohnmachtsgefühl der Trauer und der Wut, haben mich ebenso wenig losgelassen, wie der familiäre Zusammenhalt und die Verbundenheit zum eigenen Zuhause; Verbundenheit zu einem Leben, das längst gelebt wurde, aber doch noch so präsent ist, das es schmerzt.

Die Geschichte spielt sowohl in der Gegenwart, in der sie aus Sicht von Karla erzählt wird und in der Vergangenheit, in der uns Marie mit auf ihre ganz persönliche Reise nimmt und zurück in eine Zeit, die längst vergangen ist. Innerhalb dieser beiden Erzählstränge vermischen sich jedoch nicht nur die Zeiten immer mal wieder, sondern auch die Geschehnisse, denken beide Schwestern oft an frühere Erlebnisse zurück – vielen davon wahnsinnig schmerzhaft, einige aber auch wunderschön und ebenso hoffnungsfroh.

Neben Familie und vor allem Trauerbewältigung liegt der Fokus der Geschichte auch auf einem ganz anderen Thema: häusliche Gewalt. Die Autorin beschäftigt sich sehr eindringlich und intensiv mit dieser Thematik, beweist gleichzeitig jedoch Fingerspitzengefühl und geht mit einem unglaublichen Feingefühl an die Sache ran. Man spürt während des Lesens einfach, wie intensiv sich die Autorin vorab mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat und wie wichtig es ihr war, respektvoll damit umzugehen. Dabei schafft sie es immer wieder, die perfekten Worte zu finden, nicht nur um Situationen zu beschreiben, sondern auch die damit einhergehenden Emotionen und Gefühle, an denen die Charaktere des Buches sowohl zerbrechen, als auch wachsen.

Allgemein hat Anika Landsteiner dieses außergewöhnliche Talent, irgendwie immer genau die richtigen Worte zu finden. Ihr Schreibstil ist etwas ganz Besonderes, was sie auch bereits in ihren anderen Büchern bewiesen hat, doch gerade in ihrem neuesten Roman merkt man, dass sie – vielleicht sogar intuitiv – das richtige Gespür für die absolut richtigen Worte hat. Und zwar immer.

So wie du mich kennst ist zwar kein Thriller, kann allerdings, was den Spannungsbogen angeht, sehr wohl mit einem solchen mithalten. Ich konnte und wollte das Buch nicht aus der Hand legen, wenngleich ich auch wahnsinnig traurig war, als ich es Stunden später in einem Rutsch bereits beendet hatte. Was zurückblieb war ein wärmendes Gefühl in der Brust, ein zartes Lächeln im Gesicht und feuchte Wangen, die meine Tränen hinterlassen hatten.

Die Autorin hat es geschafft, einen unglaublich spannenden Pageturner zu schreiben und dabei gleichzeitig auf ein wahnsinnig wichtiges Thema aufmerksam zu machen und einzugehen, und das mit so viel Fingerspitzengefühl, das man einfach nur noch staunen kann.

Am Ende waren die Charaktere nicht mehr nur irgendwelche Figuren in einem Buch, sie waren zu Freunden geworden, die mein Herz auf eine Art und Weise berührt haben, wie ich es kaum in Worte fassen kann. Doch es sind nicht nur die Charaktere, die einen nicht mehr los lassen, auch das Setting, die beiden Schauplätze, New York, laut, bunt schillernd und Unterfranken, klein, heimisch und trist, schaffen – dank ihrer Gegensätzlichkeit – eine unfassbar interessante Atmosphäre.

Ich sagte ja bereits, dass ich mich immer und immer wiederhole, aber ich wiederhole mich gerne noch ein weiteres Mal: Anika Landsteiner hat ein Gespür vor Worte; sie hat dieses unglaublich große Talent, mit Worten umzugehen und den Lesern Bilder in den Kopf zu zaubern. Sie schreibt auf gewisse Art und Weise poetisch und wahnsinnig emotional und macht es dem/der Leser:in dadurch fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Für mich ist Anika Landsteiner ganz groß. Ich hoffe sehr, dass wir zukünftig noch in den Genuss ganz vieler neuer Bücher von ihr kommen werden.

LOHNT SICH DAS BUCH?
Absolut! Das Buch überzeugt nicht nur mit seinen Charakteren, sondern auch mit dem wunderbaren Schreibstil und vor allem auch mit dieser unglaublich wichtigen Thematik. So wie du mich kennst ist von Anfang bis Ende ein regelrechter Pageturner, spannungsgeladen und hochemotional mit jede Menge Stoff zum Nachdenken. Für mich ein absolutes Lesehighlight, sowohl in 2020, als auch in 2021. Kaufen. Bitte. Jetzt sofort. Ihr alle.
Profile Image for Clarissa.
695 reviews20 followers
November 18, 2023
Eine Erinnerung daran, dass die meisten Frauen* eine oder unterschiedliche Erfahrungen mit Gewalt machen mussten. Wir sind mehr als unsere Opferrolle, aber trotzdem können solche Erfahrungen Leben zerstören. Sehr berührend und fesselnd
Profile Image for Henny.
147 reviews24 followers
May 13, 2021
3,5 Sterne
Content warning: Gewalt, häusliche Gewalt, sexueller missbrauch

Kann man gut lesen! Das Buch liest sich toll und deckt so viele wichtige Themen ab- und genau das ist das Problem. Am Ende wird die Geschichte halb zum Krimi und ein Trauma aus Gewalterfahrung der Mutter wird auch noch aufs Tableau gebracht - ich fand’s einfach zu viel.
Komplett unnötig fand ich die Konfrontation mit dem Unfallfahrer...hier frage ich mich die ganze Zeit was uns Landsteiner damit sagen wollte und warum es diese stereotype eines republican Amerikaners sein musste - um die ganzen schillernden New York Figuren als Gegenentwurf zu haben? I don’t know.

Bis S. 250 dagegen wirklich ein gutes Buch das sich toll liest und man fühlt sich mitten dabei in Franken und New York. Auch toll fand ich, dass Karla über die Geschichte von Alison doch zu der Geschichte ihrer Schwester gefunden hat- wenn auch nie direkt.
This entire review has been hidden because of spoilers.
79 reviews
April 25, 2021
Ich kann dieses Buch nicht angemessen rezensieren, ohne Inhalt vorwegzunehmen. Deswegen spreche ich an dieser Stelle eine dicke Spoilerwarnung aus. Wer völlig unvoreingenommen in „So wie du mich kennst“ gehen möchte, sollte hier nicht mehr weiterlesen.

Inhalt:

Marie ist tot.
Karlas geliebte Schwester Marie wurde an einer Straßenkreuzung mitten in New York überfahren. Nicht mehr Marie, sondern nur noch ihre Asche kehrt aus der amerikanischen Großstadt auf’s unterfränkische Land zurück. Für Karla und die mittlerweile betagten Eltern bricht eine Welt zusammen. Die Trauer über den Verlust ihrer geliebten Schwester, ihrer engsten Vertrauten und besten Freundin ist unermesslich. Deswegen geht Karla selbst noch einmal nach New York. Um Maries letzte Angelegenheiten zu regeln und sich vom fernen Leben ihrer Schwester zu verabschieden. Sie stößt auf einen Laptop und findet darin einen Ordner mit Fotoaufnahmen, für die sie keine Erklärung hat. Kannte Karla Marie etwa doch nicht so gut wie gedacht?

Meine Meinung:
Ich kenne Anika Landsteiner als Bloggerin oder Podcasterin nicht. Zum Lesen bewogen, hat mich die Thematisierung der unterfränkischen Heimat der Protagonistinnen. Ich teile diese Heimat nämlich mit ihnen. Es ist die Welt meiner Kindheit, deswegen hat mich die Umsetzung sehr interessiert. Und hier liegt in meinen Augen auch ganz klar die Stärke der Geschichte. Die Szenen aus der Gegenwart und die Erinnerungen an die Vergangenheit. Karlas und Maries Dorfkindheit wurde wirklich eindrücklich erzählt.
Im krassen Gegensatz dazu steht New York. Beim Lesen fühlt es sich an, als würde man zwei Kleidungsstücke miteinander kombinieren, die überhaupt nicht zusammenpassen, so heftig ist der Unterschied zwischen diesen beiden Schauplätzen. Ich habe viele Bücher gelesen, die in New York spielen, und selten ist diese Stadt in einem Buch so blass und farblos geblieben. Sie wirkt seltsam entrückt. Vielleicht weil Karla das auch ist? Trotzdem merkt man, dass die Autorin die Stadt kennt und sich intensiv mit ihr auseinandergesetzt hat.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Maries Perspektive vor ihrem Tod und Karlas Perspektive nach ihrem Tod erzählt. Sprachlich hat mir der Text sehr gefallen, man stolpert immer wieder über kluge Formulierungen und Gedanken.
Das Grundthema des Buchs ist häusliche Gewalt. Marie ist selbst Opfer von häuslicher Gewalt durch ihren Ex-Ehemann geworden und in New York schießt sie durch’s Fenster heimlich Fotos von ihrer Nachbarin, die regelmäßig von ihrem Partner verprügelt wird. Karla und die Eltern wissen davon nichts.
Prinzipiell ist das Thema natürlich unglaublich relevant und ich finde es toll, dass das Buch davon erzählt. Nur tut es mir das nicht konsequent genug. Da sind so viele Handlungsstränge und Geschichten, die angerissen, aber nicht auserzählt werden. Auf der einen Seite ist da Karla, die sowieso schon labil ist, sich nach siebzehn gemeinsamen Jahren von ihrem Langzeitfreund Max trennt und ihr ganzes Leben, ihre Gegenwart, ihre Zukunftspläne in Frage stellt. In diesem Zustand reißt sie die Trauer um ihre geliebte Schwester völlig zu Boden. Sie treibt haltlos durch New York und findet die Fotos von Maries Nachbarin. Gleichzeitig erzählt Marie in ihren Kapiteln von der Zeit vor ihrem Tod. Der Leser erfährt vieles über die toxische Ehe, die sie kaputtgemacht hat, aber Karla erfährt es nie. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass irgendetwas davon in die Gegenwart dringt. Stattdessen verläuft der zentrale Handlungsstrang über die Nachbarin dahingehend, dass ich ihn nicht mehr verstehen konnte.
ACHTUNG HIER NOCH EINMAL SPOILERWARNUNG!
Am Ende ist der missbrauchende Ehemann tot und Karla verdächtigt die Frau, ihn umgebracht zu haben. Zwischen Maries Schicksal, dem Schicksal der Nachbarin, Karlas Trauer und Karlas persönlicher Sinnkrise, steckt dann auch noch die ganz schlimme Lebenskatastrophe der Mutter, die erst ganz am Ende thematisiert wird, und mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Nicht unerwähnt lassen, obwohl es von untergeordneter Relevanz ist, möchte ich Karlas Gespräch mit dem Unfallfahrer. Das ist nämlich einer von mehreren Punkten gewesen, die mich so perplex gemacht haben. Was sollte das?
Ich habe nicht verstanden, wieso überhaupt thematisiert wurde, wer dieser Mensch ist und warum dann ausgerechnet solch ein Mensch gewählt wurde.
Obwohl das Buch so voller Themen steckt, kam mir die erste Hälfte sehr zäh vor. Es hätte so viel Substanz gegeben, von der ich gerne gelesen hätte, aber irgendwie ist der Text immer nur um alles herumgeschlichen.
Das Ende hat mir dennoch sehr gut gefallen. Ich fand den Schlussgedanken wirklich wundervoll und in Büchern selten zu finden. Manchmal liegt das Glück nicht in der lauten Ferne, sondern in der stillen Nähe.

Fazit:
„So wie du mich kennst“ hat mich stellenweise sehr berührt und stellenweise sehr schockiert. Ich glaube, beides sollte das Buch beim Leser auslösen und insofern erfüllt es seinen Anspruch. Dennoch hat es mich auf mehreren Ebenen absolut irritiert.
Es ist in jedem Fall eine Geschichte, über die man äußerst gut diskutieren kann, und ich freue mich darauf, viele weitere Meinungen darüber zu lesen.
Profile Image for Anka.
1,115 reviews65 followers
December 20, 2021
Dieses Buch war eigentlich perfekt für mich, denn es spielt teilweise in Unterfranken, genauer gesagt im fiktiven Oberunterheim, was dem Heimatdorf der Autorin nachempfunden ist, das nur drei Dörfer von meinem eigenen Heimatdorf entfernt liegt, und meine Schwester genauso wie eine der Protagonistinnen heißt.

Und doch hat mir im Endeffekt ein bisschen was gefehlt. Vielleicht, weil das Buch dann eben doch größtenteils nicht in der Heimat, sondern im fernen New York spielt, wo ich selbst noch nie gewesen bin. Oder weil ich mit dieser krassen Art von Trauer selber noch nie konfrontiert war.

Insgesamt habe ich den Roman aber unglaublich gerne gelesen und bin mir fest sicher, dass ich ihn irgendwann noch einmal lesen werde. Ich habe das Buch auch im echten Leben weiterempfohlen und verschenkt.


Und Vorsicht, jetzt folgt noch eine Triggerwarnung, falls ihr sowas als Spoiler betrachtet, nicht weiterlesen:
Profile Image for Wal.li.
2,547 reviews69 followers
April 1, 2024
Die andere Schwester

Karla ist auf dem Rückweg von New York. Dabei hat sie die Urne ihrer Schwester Marie. Sie hat es fast bis zu ihrem Elternhaus in Nordbayern geschafft als ihr Wagen liegenbleibt. Die letzten Kilometer muss die zu Fuß bewältigen. Ein schwerer Weg, auch weil die Urne aus massiven Eichenholz einiges wiegt. Schwer wiegt auch die Trauer um Marie. Karlas Eltern sind wie erstarrt. Doch Karla, die in der nächstgrößeren Stadt als Lokaljournalistin arbeitet, fliegt zurück nach New York. Maries Wohnung muss aufgelöst werden und Karla will das Unbegreifliche begreifen.

Marie ist erst Anfang Dreißig als sie bei einem Unfall stirbt. Für ihre Eltern und ihre Schwester Karla ist es schrecklich. Wieder nach New York zu gehen und sich mit Maries letzten Tagen und Wochen zu beschäftigen, sich dem Verlust zu stellen. Karla findet heraus, dass sie Einiges über ihre Schwester nicht gewusst hat. Marie war als Fotografin erfolgreich. Sie hatte sich von ihrem Mann scheiden lassen. Sie führte ein nach außen selbstbewusstes Leben in der Metropole New York. Doch war tatsächlich alles easy? Karla hat jeden Tag mit Marie telefoniert. Sie wusste aber nicht alles, wie sie jetzt feststellt. Sie sieht Marie in einem neuen Licht.

Ein Familienroman über Verlust und Trauer, aber auch ein Brechen des Schweigens, einer kleinen Hoffnung. Es zerreißt Karla förmlich das Herz als sie ihre tote Schwester heimbringen muss, als sie die Spuren Maries in New York auflösen muss. Ihre Eltern sind wie erstarrt und auch Karla behält ihre Gedanken für sich. Doch sie muss feststellen, dass Marie eine andere war. Sie war nicht nur die selbstbewusste und erfolgreiche Fotografin. Sie hatte eine andere Seite. Warum hat Maire nicht gesprochen. Will Karla es ihr nachtun? Schließlich wirkt es so als ob der Leser oder die Leserin mehr weiß. Und so kann gesagt werden, so läuft es in Familien. Und es wäre schön, wenn mehr und offener geredet würde. Wenn man die eigenen Eltern oder Geschwister besser kennen würde, gäbe es mehr echtes Verständnis und nicht nur Annahmen, mit denen man richtig oder nicht richtig liegen kann.

3,5 Sterne
Profile Image for Alicia.
81 reviews13 followers
July 27, 2024
Zwei Schwestern, eine besondere Verbindung und ein Ozean voll ungesagter Dinge zwischen ihnen. Während Karla als Journalistin arbeitet und in dem kleinen Dorf geblieben ist, in dem sie und Marie aufgewachsen sind, hat es Marie auf die andere Seite des Atlantiks getrieben, wo sie als Fotografin Karriere macht. Doch als Marie plötzlich bei einem Unfall ums Leben kommt, bricht für Karla eine Welt zusammen. Kurzerhand reist sie nach New York, um die Wohnung ihrer Schwester leer zu räumen und ihr nochmal so nah wie möglich zu sein. Dort in der anonymen Großstadt lernt sie viel Neues über ihre Schwester - und vor allem über sich selbst.

Ich habe den Roman "So wie du mich kennst" und Anika Landsteiners Schreibstil sehr genossen. Der Autorin gelingt ein sehr feinfühliges Porträt der Schwestern, ihrer Liebe zueinander und den Menschen um sie herum. Dabei erfahren wir Stück für Stück aus beiden Perspektiven, was im Leben der Schwestern bislang passiert ist und vor allem, was Marie erlebt hat, wovon sie niemandem erzählen konnte - auch nicht Karla. Ich habe selten so komplexe, nahbare Charaktere gelesen und mochte es sehr, mich in ihre Leben hineinziehen zu lassen. Anika Landsteiner findet dabei genau die richtigen Worte, um dem Schmerz der Trauer, dem Hinterfragen der eigenen Beziehungen sowie dem Umgang mit und der Verarbeitung von häuslicher Gewalt Ausdruck zu verleihen. "So wie du mich kennst" ist ein Roman mit Tiefe, voller Herzschmerz, Trauer und Hoffnungslosigkeit und gleichzeitig voll Mut und einem kleinen bisschen Leichtigkeit. Für mich war der Roman ein wundervoller Begleiter, der mich zwischendurch immer wieder zum Innehalten und Nachdenken angeregt hat. Eine große Leseempfehlung für "So wie du mich kennst"🧡
Profile Image for Mybellelibrary.
81 reviews19 followers
August 22, 2021
Marie und Karla sind Schwestern und auch wenn die erfolgreiche Fotografin Marie mittlerweile in den USA wohnt und ihre große Schwester als Lokaljournalistin weiterhin in der Heimat in Unterfranken lebt, waren die beiden ein Herz und eine Seele.

Waren, denn Marie wurde von einem Auto erfasst und damit wurde Karlas Leben völlig aus der Bahn geworfen. Karla bringt die Asche ihrer Schwester nach Hause und macht sich dann wieder auf den Weg nach New York um dort Maries Wohnung aufzulösen. Dabei fallen ihr verstörende Fotografien in die Hände und Karla beginnt sich zu fragen, wie viel sie tatsächlich über ihre Schwester wusste, eine Person, die eine so völlig andere Lebensrealität hatte als sie.

„So wie du mich kennst“ von Anika Landsteiner hat mich wirklich umgehauen. Das Buch entpuppte sich als wahrer Pageturner bei dem selbst so mancher Thriller nicht mithalten kann.

Die Geschichte wird abwechselnd in der Gegenwart aus Karlas Sicht und in der Vergangenheit aus Maries Sicht geschildert. Beide Erzählstränge empfand ich als wirklich gut gelungen. Die Autorin beschreibt mit viel Feingefühl die jeweiligen Leben und hat zwei wirklich authentische, nahbare Protagonistinnen geschaffen. Auch die Nebencharaktere, wie zum Beispiel die Eltern der beiden, bekamen ausreichend Raum und Tiefe um im Gedächtnis zu bleiben.

Das Setting in New York bzw. in der unterfränkischen Kleinstadt hat mir ausgesprochen gut gefallen und war für diese Geschichte unheimlich gut gewählt. Dieser Roman nahm mich mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und bewegte mich wirklich sehr. In erster Linie wird hier das Thema Verlust und Trauer besprochen, doch zu großen Teilen thematisiert die Autorin auch Häusliche Gewalt. Daneben geht es vor allem um zwischenmenschliche Beziehungen und um Kommunikation.

Anika Landsteiner findet dabei immer die richtigen Worte und geht sensibel mit den obengenannten Themen um. Ich bin wirklich beeindruckt von diesem Buch und spreche eine klare Leseempfehlung aus!
Profile Image for laleliest.
430 reviews67 followers
April 28, 2021
Karla und Marie sind Schwestern und haben eine ganz besondere Bindung. Beide sind in einem kleinen Dorf in Unterfranken aufgewachsen. Während Karla dort geblieben ist, verschlug es Marie nach New York, wo sie als Fotografin arbeitete. Präteritum, denn Marie wurde von einem Auto erfasst und ist gestorben. Einfach so, urplötzlich aus dem Leben gerissen. Karla macht sich für die nächsten zwei Monate auf den Weg nach New York um die Wohnung von Marie aufzulösen. Dabei fallen ihr Fotografien in die Hände, die sie zweifeln lassen. Hat sie Marie wirklich so gut gekannt?
Dieser Roman hat es in sich und entpuppte sich als Pageturner, womit ich absolut nicht gerechnet habe! Wir begleiten Karla in der Gegenwart und Marie in der Vergangenheit, die Erzählperspektiven wechseln sich also ab. Im Vordergrund steht dabei der Umgang mit Verlust und Trauer, aber auch ein anderes Thema, für das ich gleichzeitig eine Triggerwarnung aussprechen möchte: häusliche Gewalt. Anika Landsteiner ist es gelungen, wunderbar unterschiedliche Charaktere zu entwerfen, mit denen man einfach nur mitfühlen kann. Gleichzeitig ist sie in ihrem Schreibstil so sensibel mit diesen schwerwiegenden Themen umgegangen. Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass manche Passagen spannender waren als so mancher Thriller und dabei dennoch nicht den Respekt der Themen gegenüber verloren haben. Für mich eine richtige Überraschung und eine absolute Empfehlung!
Profile Image for Imke.
239 reviews
May 25, 2021
Karla hat ihre Schwester Marie verloren, die Fotografin war und die letzten Jahre in New York gelebt hat. Marie wurde an einer Ampel von einem Laster angefahren und war sofort tot. Karla und ihre Eltern bleiben zurück, hilflos, denn die Eltern sind kaum je aus ihrem fränkischen Dorf herausgekommen. So fliegt Karla in die USA, um die Wohnung aufzulösen und alles zu regeln und wird immer wieder von ihrer Trauer an die geliebte Schwester überwältigt. 😢

Eine wirklich nette Geschichte mit tollen Szenen in New York, manchmal war es für mein Empfinden aber doch ein bisschen zu viel Klischee und auch die Schwestern waren mir in ihren Gegensätzen manchmal zu extrem, bzw. in sich zu einfach gestaltet. Insgesamt aber ein sehr unterhaltsames, leicht zu lesendes Buch.
Profile Image for Buchstabenträumerin.
210 reviews16 followers
June 6, 2021
„So wie du mich kennst“ von Anika Landsteiner erzählt von der engen Beziehung zwischen zwei Schwestern und von der Schwierigkeit, plötzlich alleine zurückzubleiben. Es geht um Karla und Marie, die einander so nahestehen und sich im Wesen doch sehr unterscheiden. Marie sehnt sich fort aus dem kleinen Dorf Seekirch in Unterfranken, in dem sie aufgewachsen sind und in dem jeder jeden kennt und jeder alles vom anderen weiß. Sie möchte als Fotografin Karriere machen und Neues erleben. Karla hingegen fühlt sich wohl in ihrer Heimat, mit ihrem Job bei der Lokalzeitung und ihrem vorhersehbaren, ruhigen Leben. Worauf sie nicht vorbereitet ist, ist die gähnende Leere, die nach dem Tod von Marie in ihr herrscht. Und auch nicht auf die Fragen, die ihr Tod aufwirft. Was hat ihre Schwester vor ihr verheimlicht? Wie soll Karla ohne Marie weiterleben, wie diese Lücke in der Familie füllen? Und sollte ihr eigenes Leben nicht eigentlich „größer“ sein oder ist es okay, mit weniger glücklich zu sein?

Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Roman und ich fand es sehr interessant, hierzu den Gedanken von Karla zu folgen. Erzählt wird weitestgehend aus ihrer Perspektive, aus der Gegenwart, in der Trauer, Schmerz, Zweifel und eine gewisse Orientierungslosigkeit vorherrschen. Sie reist nach New York, um die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen. Sie begegnet ihren Freunden, sie streift durch die Stadt, fühlt sich darin verloren und kann gleichzeitig nicht fort, würde das doch bedeuten, ihre Schwester endgültig loszulassen. So hängt sie in der Schwebe und wird zu allem Überfluss unversehens durch erschreckende Fotos und ein Ehepaar im Nachbarhaus in eine ganz andere Geschichte hineingezogen.

Parallel dazu werden Rückblicke in die Vergangenheit eingeflochten, die aus der Perspektive von Marie erzählt werden. Sie erinnert sich an ihre Ehe, an die schönen Momente, aber viel mehr an die schlimmen Zeiten. Ängste und eine große Scham prägen den Alltag von Marie, so sehr, dass sie sich nicht einmal Karla anvertrauen kann. Doch kann sie die schrecklichen Erinnerungen nicht einfach hinter sich lassen? Wenn sie nicht darüber redet? Wenn sie so tut, als sei nichts geschehen und sie hätte alles unter Kontrolle? So stürzt sich Marie in neue Aufgaben, immer in der Hoffnung, ihrer Vergangenheit zu entkommen.

Beide Erzählstränge sind äußerst emotional und sie streifen wichtige gesellschaftliche Themen. Sie zeigen vor allem auf, wie wichtig es ist, sich Freunden und/oder der Familie anzuvertrauen und sich zu öffnen. Dass es Erlebnisse gibt, die man nicht alleine und für sich aufarbeiten und verarbeiten kann. Dass eine Flucht in Aktionismus nicht hilft, dass manchmal auch professionelle Hilfe notwendig und das völlig okay ist. Diese Botschaft finde ich ungeheuer richtig und wichtig.

Dies trifft ebenso auf die Familie von Karla und Marie zu, insbesondere auf die Mutter der beiden Schwestern. Auch sie hat sich in der Kindheit der beiden Mädchen nach einem Kuraufenthalt verändert. Doch die Veränderung wird totgeschwiegen und so legt sich jede/r seine eigene Wahrheit zurecht. Hinzu kommen die nagenden Zweifel von Karla an ihrem eigenen Leben. War die Trennung von ihrem langjährigen Freund die richtige Entscheidung? Ist es in Ordnung, den sicheren Dorfalltag dem aufregendem Leben der Großstadt vorzuziehen? Sollte sie sich nicht weiterentwickeln, nach mehr streben, sich ins Abenteuer stürzen?

„So wie du mich kennst“ ist folglich enorm vielschichtig und nicht nur die Protagonisten tragen dazu bei. Die Nebenfiguren runden den Roman ab, insbesondere sie zeigen auch, wie komplex das Leben und die Menschen sind.

Trotz all dieser positiven Aspekte, stellte ich jedoch im Verlauf der Lektüre fest, dass mich die Geschichte nicht so recht berühren wollte. Objektiv betrachtet hätte sie es tun sollen, dieser Roman ist großartig konstruiert und geschrieben, doch leider bewegte er wenig in mir. Das gilt sowohl für die Erfahrungen von Marie, die schmerzhaft und belastend sind, als auch für die Trauer von Karla. Warum ließ mich Anika Landsteiners Roman eher kalt? Meine starke Vermutung ist, dass mir die Geschichte zu ordentlich, zu durchdacht, zu perfekt inszeniert war. Überall schließt sich ein Kreis, ein Zahnrad greift ins andere. Das bewundere ich durchaus, doch auf mich wirken Geschichten stärker, die überlegt sind, weniger ausgefeilt. In dem nicht gefühlt jeder Dialog eine Botschaft enthält. Diese Geschichten bringen ganz viel in mir in Bewegung.

„So wie du mich kennst“ von Anika Landsteiner blickt tief in die Seelen der Figuren, ein hervorragend aufgebauter Roman, der wichtige Fragen aufwirft und damit sicherlich zu Recht viele LeserInnen begeistert. Ich habe die Geschichte gerne gelesen, allerdings war sie für meinen Geschmack etwas zu perfekt konstruiert, so dass ich nicht so recht Zugang fand und emotional leider nicht abgeholt wurde.
Profile Image for melodram.
143 reviews67 followers
May 12, 2021
Endlich habe ich dieses Buch gelesen. Und es sehr genossen.🙌🏻
.
Karla und Marie -zwei Schwestern, eine Einheit. Jetzt ist Marie tot und Karla reist aus ihrer unterfränkischen Heimat nach New York um dort Maries Apartment aufzulösen, Abschied zu nehmen und schließlich auch um abzuschließen. Doch Frieden erlangt sie nicht. Auf Maries Laptop finden sich nicht nur Maries begnadete fotografische Arbeiten, sondern auch verstörende Fotos, die Karla nicht einzuordnen weiß. Fotos, die sie aufwühlen, nicht loslassen. Je länger sie in die flimmernde Stadt eintaucht und schließlich auch in Maries Leben, desto häufiger muss sie feststellen, dass die schwesterliche Einheit zu bröckeln beginnt. Marie hatte nie Geheimnisse vor ihr, glaubte Karla bis zuletzt. Wie gut kannte sie ihre Schwester wirklich?
.
Anika Landsteiner erzählt diesen Roman aus den Perspektiven der beiden Schwestern. Über Rückblicke, und Erinnerungen dringen wir in Kindheit und Jugend von Karla und Marie ein bis hin zur gegenwärtigen Handlung in der Stadt, die niemals schläft.
.
Obwohl die Autorin über Verlust, Trauer und traumatische Erlebnisse schreibt, legt sie diesen schwerwiegenden Empfindungen eine aufwühlende, spannende Geschichte zugrunde, die durch die eindringliche, bildhafte Sprache viel Leben und Bewegung bekommt. Das macht den Roman zu einem Pageturner! Obwohl ich noch nie in New York war, hatte ich das Gefühl mit Karla und Marie in der Magnolia Bakery zu sitzen, einen Cupcake zu genießen und dabei die schwülwarme Luft des New Yorker Sommers, wie kleine Schweißperlen auf der Haut zu fühlen.
.
Ebenso mochte ich den Grundgedanken sehr. Wir Menschen haben so viele Facetten, jeder einzelne von uns ist so bunt und tief, dass wir selten alles preißgeben und oftmals bewusst unsere Wahrheiten verschweigen, gerade gegenüber unseren Liebsten.
Profile Image for Luisa.
181 reviews2 followers
December 15, 2021
Angefangen habe ich es als Hörbuch, bin dann aber doch auf das Buch umgestiegen, was auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. Der Erzählstil war da einfach nicht so meins.

Die Handlung war in einem interessanten und sprachlich schönen Bild geformt. Ich dachte tatsächlich es gehe etwas mehr noch um die Beziehung der beiden Schwestern. Der Titel des Buches beschreibt aber trotzdem gut die einzelnen Beziehungen der unterschiedlichen Charaktere zueinander, welche Seiten man tatsächlich von der anderen Person kennt, welche nicht etc.

Eine tatsächliche Bewertung fällt mir schwer, mein favourite ist es nicht, aber war ein nice to read.
Profile Image for Isabelle.
81 reviews3 followers
August 31, 2025
Als Hörbuch sehr angenehm nebenbei zu verfolgen. Zwei Handlungsstränge, zwei Schwestern in jeweils recht unterschiedlichen Leben in New York und Franken: Karlas spielt in der Gegenwart, Maries vor ihrem Tod.

„Was bleibt übrig, wenn ich gehe?“ — Sehr gut hat mir gefallen, wie Annika Landsteiner die Themen um Tod und Trauer behandelt hat, wie und was wir mit anderen Menschen teilen sowie die Gedanken, inwiefern die Opferrolle unser Leben bestimmt.

Während das erste Drittel recht zäh ist, wird das Buch im weiteren Verlauf mit zusätzlichen Themen und Ereignissen etwas zu sehr gefüllt. Selbst in den letzten Zügen (8 Minuten vor Schluss) erfahren Leser*innen noch etwas über ein dramatisches Ereignis im Leben einer der Charaktere, woraufhin dann diese Person den Lesenden „mal eben fix“ vorgestellt wird. Passte nicht so ganz ins Bild.

Irgendwo zwischen 3,5 und 4 Sternen für mich.
TW: Sexuelle Gewalt, häusliche Gewalt
Profile Image for Lazy_bookelf.
173 reviews11 followers
September 3, 2022
3,5⭐
Obwohl mir der Schreibstil sehr gefallen hat, bin ich den Protagonistinnen leider nicht so nah gekommen,wie ich mir gewünscht hätte.
Profile Image for Sarah.
635 reviews10 followers
April 3, 2022
Unaufgeregt, aber nie langweilig.
Profile Image for agnes marie.
98 reviews
November 14, 2021
— ♠️ 1 Stern
Eigentlich kann ich bei einem Buch immer sehr klar benennen, was ich mochte und was nicht. Hier grübele ich seit mehreren Monaten, warum denn nur genau es SO wenig meinen Geschmack getroffen hat - und finde immer noch erstaunlich wenig. Deshalb würde ich allen ans Herz legen, diese Rezension komplett zu ignorieren, vielleicht finde ich irgendwann noch einmal die richtigen Beschreibungen.

Vielleicht waren es die seltsam entrückten Erzähler*Innen, die seltsam bleich und schablonenhaft blieben, genau so wie die Erzählungen von New York. Obwohl detailreich beschrieben, hat mir einfach das gefehlt, was die Stadt von anderen abhebt. Von der Stimmung nach zu urteilen, hätte es auch Berlin oder Chicago oder jede andere westlich geprägte Großstadt mit einer Kunstszene sein können. Das Buch hat mich einfach überhaupt nicht fesseln können - möglicherweise lag das an den x Erzählsträngen, die fast alle einfach im Nichts verliefen. Ich habe oft kein Problem mit Büchern mit kaum sortierter Handlung, hier wirkte dieser aber zusätzlich auch noch sinnlos, auf keine Botschaft hinauslaufend. Die schweren Themen, die aufgegriffen wurden, haben mich fast alle in ihrer Umsetzung mehr irritiert als berührt zurückgelassen. (Andere Rezensionen haben es auch schon angesprochen, aber was zum Beispiel war das Gespräch mit dem Truckfahrer und wofür?)

Zwischen diesem Buch und mir hat es einfach nicht gefunkt. Über Wochen habe ich es tatkräftig vor mir hergeschoben. Es war einfach aggressiv ‚not my cup of tea‘ - und das finde ich selbst richtig, richtig schade. Schön zu sehen, dass es sehr wenigen ging wie mir!!!

[Werbung/Rezensionsexemplar]
Profile Image for daniela | read.eat.live..
127 reviews
August 13, 2022
»Ich mochte die Eingrenzung von Abläufen, ich mochte es, zu wissen, dass es für alles ein Ende gab; die Ironie daran war mir an diesem Morgen bewusst, als ich zehn Umzugskartons kaufte, sie an den Schrank im Wohnzimmer lehnte, mich auf den Boden davor setzte – und dort nach einer Stunde noch immer sass.«
- S.153
.
Einmal ist immer das erste Mal, oder? Nun ist es also soweit, dass ich eine kurze Rezension schreibe zu einem Buch, dass ich nicht fertig gelesen habe. Ich habe versucht, das Buch zu mögen, versucht, bis zu den Schlüsselszenen zu lesen, aber ich musste vorher Forfait erklären.
.
Leider konnte mich #sowiedumichkennst absolut nicht abholen und zwar auf keiner Ebene. Ich konnte mich weder in die Figuren hineinversetzen, noch lösten die Handlungsorte oder die Themen irgendetwas in mir aus. Es befiel mich gar eine richtige Lese-Unlust. Was total Schade ist, da die Themen Trauer, Geschwisterbeziehungen und auch häusliche Gewalt an und für sich spannend und wichtig sind und auch so viel Potential geboten hätten. Doch leider war mir das ganze zu durchdacht und inszeniert, als dass es mich irgendwie erreicht hätte. Allerdings kann ich durchaus nachvollziehen, warum einige das Buch so gut und wichtig fanden, nur für mich war es leider nichts.
.
Über das Thema Triggerwarnung sprechen wir jetzt nicht, es wäre aber definitiv eine angebracht gewesen.
.
Auf dem Blog werde ich noch ein wenig ausführlicher, wenn es euch interessiert, hüpft also gerne rüber.
Profile Image for Carla.
1,025 reviews134 followers
April 25, 2021
Ich liebe einfach den Schreibstil von Anika. Habe mich nach den ersten Seiten sofort wohl gefühlt, auch wenn sich Karla in der Schreibweise immer noch etwas komisch und falsch anfühlt :D

Die Geschichte der beiden Schwestern bzw. Karlas Umgang mit ihrem Verlust fand ich überaus gelungen. Ich fand alles ziemlich realistisch und gerade die Wendung auf den letzten 50 Seiten hat mich schon sehr überrascht. Ich finde es immer sehr beruhigend, wenn das (seltsame) Verhalten einer Person erklärt werden kann.

Besonders hat mir auch der Wechsel der beiden Schauplätze gefallen, kleines ländliches Dorf in Deutschland, mit Regiolekt, und New York.

Bleibt nur noch zu sagen: ganz dicke Leseempfehlung!
Profile Image for Erlesenes.Zerlesenes [Berit] .
219 reviews36 followers
July 20, 2023
3.5 Sterne

Ich habe mich mit vielen von euch über dieses Buch unterhalten, als ich es in meiner Insta-Story zeigte, daher weiß ich: Viele von euch lieben den Roman heiß und innig.

Müsste ich meine „Unzufriedenheit“ kurz und knapp zusammenfassen, würde ich schreiben: Der Roman will zu viel und bleibt bei allem zu brav.

Anika Landsteiner hat eine unfassbar schöne Schreibe; ich würde daher immer wieder Romane von ihr lesen wollen, einfach schon deswegen, weil es so ein Vergnügen ist, ihre Formulierungskunst zu genießen.

Der Roman an sich hat mich jedoch eher enttäuscht. Einerseits legt die Autorin viel Wert darauf, feministisch zu schreiben und viele Tabuthemen anzusprechen. Andererseits bleibt die Umsetzung zu zahm, zu brav, zu sehr auf „Happy End“ getrimmt. Der Vergleich mit Mareike Fallwickl drängte sich mir mehrfach auf, die eben nicht davor zurückschreckt, die Alltagsgräuel konkret beim Namen zu nennen und mit all den verbundenen Konsequenzen zu beleuchten.

Content Notes: Explizite (Häusliche) Gewalt, Missbrauch, psychische Erkrankungen

Etwas geärgert habe ich mich beim Lesen über einige Plot Holes, bei denen sich die Autorin vermeintlich geschickt aus der Affäre zu ziehen versucht. So steht bspw. an einem Punkt ein Vergiftungs-Mord im Raum, der der mutmaßlichen Täterin jedoch nicht nachgewiesen werden kann. Sowas ist heuzutage einfach unrealistisch und mir dann von Autor*innen-Seite auch schlicht zu einfach gedacht.
Profile Image for v.erena.
66 reviews8 followers
August 9, 2022
Krasse Geschichte, der Schreibstil ist wie ein Sog, auch wenn die Thematik so schlimm war wollte ich unbedingt wissen wie es weiter geht. Der Spruch auf dem Buchrücken trifft es ganz genau, warum reden wir so viel aber erzählen uns aber so wenig? Ein Buch was im Gedächtnis bleibt.

Trigger Warnung: in diesem Buch geht es um häusliche Gewalt, Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, psychische Probleme, Tod.
Profile Image for bügger.
30 reviews
March 24, 2025
Eigentlich fand ich es nicht so stark, aber dann habe ich es doch sehr schnell fertig lesen wollen und habe alle todos verdrängt, also war's vlt doch nicht so schlecht.
Profile Image for Teresa Todorov.
32 reviews
June 30, 2024
Teilweise hatte das Buch seine Längen. Gefallen hat mir aber die Aufteilung der Geschichte zwischen den beiden Schwestern und den Orten New York und Unterfranken, wo ich selbst herkomme und mich wiedergefunden habe.
Profile Image for Annenas.
85 reviews7 followers
April 21, 2021
TW/CN: Tod, Trauer, häusliche Gewalt, Sexismus, Vergewaltigung

Inhalt:
Was wissen wir wirklich über die Menschen, die wir am meisten lieben? Marie und Karla sind Schwestern und – trotz des Ozeans zwischen ihnen – unzertrennlich. Während Marie im aufregenden New York als Fotografin durchstartet, lebt Karla noch immer in der Nähe ihrer Eltern, in einer Kleinstadt in Unterfranken. Schlagartig ändert sich das Leben aller und Karla steht mit einer Urne in den Armen vor dem Haus ihrer Eltern. Darin ist Marie. Sie ist tot.
Mit der Absicht, sich um Maries Habseligkeiten zu kümmern, fliegt Karla nach New York und merkt schnell, dass ihre Schwester einige Geheimnisse vor ihr hatte. Wieso hatte sie ihr nichts erzählt und wieso verhalten sich die Nachbarn so komisch?

Meine Meinung:
In „So wie du mich kennst“ von Anika Landsteiner werden die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von je einer Schwester erzählt. So kommt es, dass der Lesende die beiden Schwestern aus der Erzählung der jeweils anderen kennenlernt. Beide beschreiben die Beziehung als liebevoll und sehr eng. Sie sind Seelenverwandte. Bis Marie stirbt. Der Schreibstil der Autorin ist trotz der schweren Thematik angenehm, leicht und transportiert durch die Wahl der Ich-Form wahnsinnig intensive Gefühle. Nach einem anfänglichen Höhenflug machte sich mit der Zeit jedoch Ernüchterung breit. An Stellen, an denen es gerade spannend wurde und aus denen man eine „aufregende Story“ hätte rausholen können, wurde sanft abgebrochen. Wieso? Beim weiteren Lesen wurde mir klar, dass Anika Landsteiner keinen Roman schreiben wollte, in dem viel außergewöhnliches passiert. Kein Buch voller Wendungen und Spannung. Sie wollte ein Buch schreiben, in dem sich jede/r wiederfinden kann. Eine Geschichte mitten aus dem Leben. Was die Frauen erlebt haben, kann dir passieren, kann mir passieren. Als ich das verstanden hatte, schossen mir die Tränen in die Augen. Was für ein wertvolles Buch. Es gibt mir das Gefühl "schwach" und traurig sein zu dürfen. Es nimmt mich in den Arm. Und jetzt im Nachhinein macht es mich auch wütend.

„So wie du mich kennst“ kann ich unter Berücksichtigung der TW/CN nur empfehlen. Es stimmt mich sehr nachdenklich, positiv wie negativ. Liebe FINTA, fühlt euch gedrückt.
Profile Image for auserlesenes.
365 reviews17 followers
April 28, 2021
Drei Wochen ist es her, dass ihre Schwester Marie in New York überfahren wurde. Nun findet sich Karla Staub mit deren Asche in ihrem Heimatdorf Unteroberheim in Unterfranken wieder. Früher verstanden sich die zwei Frauen bestens. Doch zwischenzeitlich haben sie sich etwas aus den Augen verloren. Wer war Marie wirklich, die als Fotografin im Ausland gearbeitet hat? Karla muss feststellen, dass sie nicht alles über ihre Schwester wusste...

„So wie du mich kennst“ ist ein Roman von Anika Landsteiner.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus Kapiteln und endet mit einem Epilog. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Karla und Marie, jeweils in der Ich-Perspektive. Beide Stränge spielen zu unterschiedlichen Zeiten, sind aber gut miteinander verknüpft. Dieser Aufbau funktioniert prima.

Der Schreibstil konnte mich wieder einmal ab der ersten Seite begeistern. Er ist anschaulich, einfühlsam, atmosphärisch und auf angenehme Weise unaufgeregt. Dabei transportiert er mit wenigen Sätzen viele Bilder und Emotionen.

Im Fokus stehen die beiden Schwestern, zwei gleichsam sympathische wie authentische Protagonistinnen. Ihre Gedanken und Gefühle werden sehr gut deutlich.

Inhaltlich stellt sich die Geschichte als überraschend vielschichtig heraus. Es geht nicht nur um Tod und Verlust, Liebe und Beziehungen, Familie und Kindheitserinnerungen, sondern auch um sehr ernste Probleme. Besonders die Trauerthematik macht den Roman zudem immer wieder berührend, ohne kitschig zu sein. Die Neugier, was die Schwestern voreinander verheimlicht haben und wie es zu dem Unglück kommen konnte, verleiht der Handlung eine gewisse Spannung.

Das an ein Gemälde angelehnte Cover gefällt mir. Der Titel passt ebenfalls zur Geschichte.

Mein Fazit:
Nach „Mein italienischer Vater“ konnte mich Anika Landsteiner auch mit ihrem neuen Roman überzeugen. „So wie du mich kennst“ ist eine facettenreiche, berührende Lektüre, die zudem sprachlich gelungen ist. Schon jetzt eines meiner Lieblingsbücher 2021.
Displaying 1 - 30 of 150 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.