Berlin 1931. Thea Iken ist Prokuristin im Bankhaus Brüggemann Sohn. Sie ist unbedingt loyal, arbeitet viel und genießt das Vertrauen des Bankdirektors, dem sie freundschaftlich verbunden ist – für seinen jugendlichen Sohn ist sie eine Art Ersatzmutter. Den übrigen Angestellten ist sie ein Dorn im Auge oder bestenfalls ein Rätsel, denn sie gibt wenig von sich preis. Die aufkommende Bankenkrise versetzt Thea und ihre Kollegen wie den Rest der Welt in Aufruhr. Existenzen sind bedroht oder werden zerstört, die Welt wirkt ungewiss und bedrohlich. Als es in der Bank zu einem Mord kommt, gerät Thea gar in Verdacht. Sie wird verhaftet. Klar ist, sie hat etwas zu verbergen – doch ist es wirklich ihre Schuld?
Berlin, 1931: Thea Iken ist Prokuristin im Bankhaus Brüggemann Sohn. Gestartet als Sekretärin hat sie sich stetig hoch gearbeitet in der Bank und das Vertrauen ihres Chefs durch unbedingte Loyalität gewonnen. Ihren Kolleg*innen ist sie ein Dorn im Auge, vor allem die männlichen Bankangestellten finden es befremdlich bis beschämend, dass eine Frau in der beruflichen Rangfolge über ihnen steht. Thea lässt sich davon nicht beeindrucken - bis die Bankenkrise auch im Bankhaus Brüggemann Sohn zu spüren ist und ein Mord geschieht, der die Angestellten und ganz Berlin zutiefst erschüttert. Thea Iken hat definitiv etwas zu verbergen - aber ist sie die Mörderin?
Angestelltenroman, Gesellschaftsstudie, Krimi - diese wiederentdeckte Klassikerin hat viel zu bieten! In durchaus modernem Ton erzählt Christa Anita Brück in ihrem 1932 erstmals veröffentlichten Roman "Ein Mädchen mit Prokura" von der Arbeitswelt weiblicher Angestellter kurz vor der NS-Zeit und verbindet diese Erzählung mit kriminalistischen Elementen, indem sie die Protagonistin in der zweiten Hälfte des Buches als Hauptverdächtige in einem Mordfall vor Gericht stehen lässt. Dieser Twist gibt dem Roman eine angenehme Dynamik, vor allem auch, weil bei der Gerichtsverhandlung einige wirklich interessante Zeug*innen gehört werden.
Besonders toll an der Reihe rororo Entdeckungen, herausgegeben von Nicole Seifert und Magda Birkmann, finde ich - abgesehen von der unglaublich tollen Möglichkeit, so viele Klassikerinnen neu erleben zu dürfen - dass die beiden Herausgeberinnen die Werke im Nachwort einordnen. Denn wer hätte gedacht, dass Christa Anita Brück diesen feministischen Roman schrieb, während der NS-Zeit aber eine absolute Wende vollführte und sich postum dem antifeministischen Weltbild des Regimes anpasste? Mich hat das jedenfalls umgehauen und ich finde es fantastisch, dass die Werke so auch gleich kritisch betrachtet werden. Klassikerinnen treffen in der Reihe rororo Entdeckungen auf kluge, aktuelle Gedanken - für mich ein Gewinn, auch wenn mir "Ein Mädchen mit Prokura" wohl nicht nachdrücklich im Kopf bleiben wird. Ich freue mich auf alle weiteren Wiederentdeckungen von Romanen bemerkenswerter, aber bereits vergessener Autorinnen aus dem zwanzigsten Jahrhundert!
Aus persönlicher Erfahrung kann ich bestätigen, dass es die im Buch vorkommenden Archetypen an Angestellten auch heute noch gibt und sich scheinbar wenig geändert hat in den letzten (fast) 100 Jahren. Sehr spannend ☺️
Die Reihe „ rororo Entdeckungen“ des Rowohlt Verlags will interessante, doch fast vergessene Autorinnen neu vorstellen und ihre Werke einer breiteren Leserschaft wieder zugänglich machen. Der Titel „Ein Mädchen mit Prokura“ und das Cover sprechen mich sofort an. Die Autorin Christa Anita Brück arbeitete nach kaufmännischer Ausbildung selbst als Sekretärin und begann dann, Romane über die Situation weiblicher Angestellter in der Weimarer Republik zu schreiben. Sie war erfolgreich, denn Themen wie „neue Sachlichkeit/neue Frau“ (Abkehr von bis dahin herkömmlichen, romantisierenden Frauenbildern, Schilderung der realen Lebens- /Arbeitssituation) war zu diesem Zeitpunkt das moderne Romanthema.
Berlin 1931, brodelnde Geschäftigkeit – Christa Anita Brück fesselt mich mit ihrem temporeichen, geradezu atemlosen Romanbeginn: Thea Inken mag keine perfekte Stenotypistin sein, doch mit ihrer selbstbewusst-intelligenten Art könnte sie genau die richtige Verhandlungspartnerin für Geschäftskunden sein – Bankdirektor Brüggemann erkenntdas, stellt sie ein und ihr Aufstieg beginnt. Schnell erhält sie Handlungsvollmacht, das weckt Neid und Argwohn der männlichen Kollegen. Christa Anita Brück zeichnet mit ihrer Protagonistin ein neues Frauenbild, das auch heute noch gefällt und interessiert: Zielorientiert, zäh, kühl-rational arbeitet Thea Inken und ist bald Brüggemanns wichtigste Angestellte.
Sehr gut, wie die Autorin anhand der Arbeitswelt der Bankangestellten die soziale Situation, die Stimmung dieser Menschen im Berlin um 1930 darstellen kann. Angst vor Arbeitslosigkeit und die bedrohliche Finanzmisere der vielen, kleinen Privatbanken bestimmen den Alltag. Auch das Bankhaus Brüggemann gerät ins Wanken. Es kommt zu ersten Entlassungen. Immer bedrohlicher schildert die Autorin das Verhältnis der Angestellten untereinander, sehr gut gelingt ihr das mit einfachen, schnellen Sätzen, doch man fühlt eine Art schicksalhaftes Grauen, fühlt auch das drohende Unheil, das über allem zu schweben scheint. Zwar kommt Thea Inken in ihrem ruhigen, überlegten Handeln sehr viel besser mit diesen Gegebenheiten zurecht als die in Untergangspanik verharrenden männlichen Kollegen, doch als Direktor Brüggemann tot aufgefunden wird, kommt auch sie in Bedrängnis. Mord, Raubmord, Selbstmord? Hat Thea, seine Prokuristin, womöglich etwas damit zu tun? Interessant, spannend, gut geschrieben ist dieser Roman, dem ich eine große Leserschaft wünsche und den ich zur bereichernden Lektüre empfehlen kann.
Kann man lesen, aber wirklich etwas verpassen würde man nicht -- eine "wiederentdeckte Perle" sehe ich hier nicht so. Die Prosa ist sicherlich nicht preisverdächtig, es sei denn, man hat Freude an Melodramatik und Adjektiven, die sich aneinanderreihen wie an einer Kette des Sprachgrauens, ein Beispiel: "Für den Bruchteil einer Sekunde steht eine eisige, nahezu grausame Drohung in der saugenden Schwärze ihrer groß geschnittenen herrlichen Augen." Auch über das quasi proto-feministische "moderne Frauenbild", das der Autorin hier untergeschoben wird, kann man sich streiten. Prokuristin Thea hat sich zwar aus schwierigen Anfängen hochgearbeitet und wird als kompetent und geradezu übernatürlich ehrlich und gut hingestellt, letztlich zählt für ihr (ausschließlich männliches) Umfeld wie offenbar auch für die Autorin selbst aber vor allem, wie unglaublich attraktiv sie ist. Von ihrer Schönheit und beruflichen Kompetenz und Integrität abgesehen führt die arme Thea allerdings ein abgrundtief elendes Leben -- finanziell prekär, ohne jede Beziehung, von den Kollegen abgelehnt, schmerzlich einsam und mit Ende zwanzig auch schon so ziemlich am Ende der Haltbarkeit angekommen. Jede Frau, die das bei Erstveröffentlichung gelesen hat, dürfte sich direkt in die nächstbeste halbwegs erfolgversprechende Ehe gestürzt haben; verdenken könnte man es ihr nicht. Selbstbestimmtes Leben der modernen Frau? So wirklich erstrebenswert kommt das nicht rüber (zumal auch Thea diesen Weg beruflichen Aufstiegs nicht selbst gewählt hat, sondern eher umständehalber in der Erwerbstätigkeit gelandet ist). Dazu kommt, dass Thea, abgesehen von der für die Handlung unerheblichen Nebenfigur einer kessen Studentin, im gesamten Buch die einzige Frauenfigur mit positiven Attributen darstellt; alle anderen sind missgünstig, dumm, hässlich, intrigant. Fairerweise muss man sagen, dass auch 99% der Männer nicht gut wegkommen, ausgenommen der zerrissene Bankier und sein haltloser Sohn sowie der Anwalt Holsten, der unbegreiflicherweise gern Anglizismen absondert ("Alles all right bis auf die Tatsache, dass der Vorvertrag, den Spelzig schließen will, im Leben nicht zustande kommt."); Berlin ist voll mit schlimmen Charakteren, von denen jede/r nur an sich selbst denkt und ansonsten keiner Sensation abgeneigt ist. Man bekommt einen Eindruck von der gehetzten Atmosphäre in dieser Stadt, in der alles auf die drohende Bankenkrise wartet, dem sprichwörtlichen "kleinen Mann" die Existenzängste zunehmend die Luft abdrücken und jeder, der etwas zu retten hat, bemüht ist, es in Sicherheit zu bringen, allerdings leidet dieser Aspekt der Handlung darunter, dass es keinen festen Protagonisten gibt, aus dessen Blickwinkel (und aus dessen Gefühlswelt heraus) wir diese Zeit (mit)erleben; die Autorin springt übergangslos zwischen Figuren und POVs hin und her, alles ist irgendwie bruchstückhaft und bleibt letztlich fern. Theas überkandidelte Emotionalität insbesondere um die Zeit des Gerichtsprozesses herum fand ich sehr schwer nachzuvollziehen, Hochdramatik bis zur Ohnmacht, na ja, muss man mögen. Mir war das zuviel.
Das Editing hat mich auch nicht umgehauen, da mutiert eine Verlobte namens "Anna" auf einmal zu einer "Emma" und ein "Haffke" (der auch noch vom Haff kommt...) heißt zwischendurch "Raffke", was auch nicht schöner ist. Was mich allerdings noch etwas mehr verwundert, ist die Tatsache, dass "Ein Mädchen mit Prokura" bei Rowohlt in der Reihe rororo Entdeckungen erscheint, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, "Romane bemerkenswerter, aber bereits vergessener Autorinnen" wieder in die Öffentlichkeit zu bringen -- ja, Christa Anita Brück gehörte zu Zeiten der Weimarer Republik mit ihren ersten beiden Romanen zu den vielgelesenen Schriftstellerinnen, hängte ihren Ideologiekarren aber ab Mitte der 30er flott und eifrig an die Ideologie der neuen Machthaber und propagierte in ihren zwei Folgeromanen ein Frauenbild, das an Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit nichts Positives mehr findet und, so sagen es die Herausgeberinnen in ihrem Nachwort selbst, "deutlich völkisch-nationalistische Züge aufweist". Von vier zu Lebzeiten veröffentlichten Werken gehören also zwei einem braunen Dunstkreis an; nach dem Krieg gibt es überhaupt keine Veröffentlichungen mehr von ihr, es lässt sich also nicht einmal sagen, was da eventuell an Umdenken stattgefunden hat (wenn überhaupt). Da kann man sich m.E. schon fragen, inwieweit Frau Brück eine "Wiederentdeckung" überhaupt verdient hätte. Sicherlich ist die beschriebene Lebenssituation einer alleinstehenden, karriereorientierten Frau im Berlin der Weimarer Jahre interessant, der Roman an sich ist stilistisch und letztlich auch inhaltlich meiner Meinung nach aber kein großer Wurf.
Meinen Dank an Netgalley und den Verlag für die Überlassung eines Leseexemplars im Austausch für eine unvoreingenommene Rezension.
Beginnt als ein für die Weimarer Republik typischer Angestelltenroman, entwickelt sich dann zum Krimi: Großartig! Verhandelt das Thema Frauen in der Arbeitswelt (und der ganzen Misogynie, mit der ihnen begegnet wird) und erzählt viel über Gesellschaft und Alltagsleben in der Weimarer Republik - man merkt, dass es unter der Oberfläche brodelt.
Ein Roman, der es mehr als verdient hat, wiederentdeckt zu werden. Danke an Verlag und Herausgeberinnen für diese Reihe vergessener Bücher vergessener Autorinnen!
Zuerst einmal: Es ist schön, dass solche Bücher wieder zugänglich gemacht werden. Vielen Dank an Rowohlt dafür. „Ein Mädchen mit Prokura„ ist für mich vor allem eine historische Entdeckung – weniger eine literarische Offenbarung, aber eine gesellschaftlich sehr aufschlussreiche.
Berlin, 1931. Bankenkrise, wirtschaftliche Unsicherheit, Millionen Menschen ohne Arbeit. In diesem Klima arbeitet Thea Iken als Prokuristin in einem privaten Bankhaus. Allein diese Konstellation ist stark: eine Frau in einer Position, die formale Macht und Verantwortung bedeutet, und zugleich in einer Welt, in der wirtschaftliche Willkür über ganze Existenzen entscheiden kann.
Was mich am meisten überzeugt hat, ist der Blick in die damalige Bankenwelt. Die persönliche Haftung der Bankiers, die Bedeutung von Vertrauen, von Devisen und internationalen Verbindungen, die ständige Angst vor dem sozialen Absturz – das wirkt heute fast fremd. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, mitten in dieser Zeit zu stehen, in einer Ordnung, die äußerlich noch funktioniert, aber innerlich schon brüchig ist.
Sprachlich bleibt der Roman bewusst nüchtern. Der Ton erinnert an ein Protokoll oder einen Bericht und steht klar in der Tradition der Neuen Sachlichkeit der späten 1920er-Jahre: Präzision, Zurückhaltung, soziale Realität statt poetischer Ausschmückung. Brück schreibt fast so, als wäre die Welt selbst ein Ordner. Menschen erscheinen oft wie Funktionen im System: Bankier, Prokuristin, Angestellte, Kund*innen. Gefühle werden selten ausformuliert, sie schleichen sich eher zwischen die Sätze.
Ambivalent bleibe ich beim häufig genannten „feministischen“ Aspekt des Romans. Ja, eine Frau mit Prokura ist für die Zeit ein starkes Bild. Aber für mich erzählt das Buch weniger von Emanzipation als von den Grenzen weiblicher Handlungsmacht in einer männlich strukturierten Wirtschafts- und Machtwelt.
Am Ende bleibt für mich ein Roman, der vor allem durch seine historische Schärfe wirkt. Wer die nüchterne, sachliche Sprache der Neuen Sachlichkeit schätzt, wird hier viel finden. Mich hat weniger die literarische Form getragen als der klare, kühle Blick auf eine Zeit, in der wirtschaftliche Macht und soziale Abhängigkeit untrennbar miteinander verbunden waren.
Sie wollen raus, halten es nicht mehr aus, aber wohin, das wissen sie selbst nicht, vielleicht einfach ins Flugzeug, ganz nach oben, weg von allem. Die Protagonist*innen, vorneweg die Hauptfigur Thea Iken, sind verstrickt in brodelnden Finanzkrisen, verzweifelt auf der Suche nach Geld, Sicherheit, Stabilität. Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz, einer Bank, sind zermürbender Alltag, schließlich geschieht sogar ein Mord und Thea ist bald darauf im Gefängnis. Es ist ein dunkles Portrait ihrer Zeit, das Christa Anita Brück da gezeichnet hat, im Mittelpunkt eine Frau, die da ist, wo sie nach Ansicht der Meisten auf keinen Fall hingehört - auf der Karriereleiter. Und das macht diese Geschichte so besonders interessant, wie nah Theas Schicksal noch immer an heutigen Frauensituationen ist: sehr viel schlechter Bezahlt als die männlichen Kollegen, kritisch beäugt von allen Seiten - und immer mit dem Verdacht im Nacken: die schläft doch mit dem Chef. Auch die Selbstaufgabe, das Verleugnen eigener Bedürfnisse, das Aufgeben der Wünsche und Träume ist ein noch immer aktuelles Thema. Dabei ist Brücks Roman knapp hundert Jahre alt (Ein Taschentuch für Verzweiflungs- und Wuttränen gefällig?) Daneben ist die Geschichte spannend und mit bitterem Humor geschrieben, manchmal geradezu kalt, eine sezierende omnipräsente Beobachterstimme. Was mir sehr gefallen hat. Auch als Zeugnis der Zeit ist #Ein Mädchen mit Prokura sehr interessant, es ist zu spüren, wie sehr am Puls der damaligen Zeit Brück geschrieben hat. Ein absolut gelungener Auftakt für die Reihe von @nachtundtag.blog und @magelankaminbrand beim @rowohltverlag , abgerundet mit einem erhellenden Nachwort von Magda Birkmann, das manches in ein unerwartetes Licht rückt. Absolute Empfehlung
Joa, das war solide. Die erste Hälfte war naja, nicht so das gelbe vom Ei. Es ist eigentlich nicht wirklich etwas passiert und wirkte eher wie eine lange Einleitung für einen viel zu kurzen Hauptteil bzw. Schluss. Als dann etwas mehr Fahrt aufgekommen ist und Thea des Mordes an ihrem Chef beschuldigt wurde, hat es viel mehr Spaß gemacht, die Erzählung zu verfolgen. Aber naja, soviel erstmal zum Plot
Ich liieeeebbbbbeeeee Holsten btw. Als niemand auf Theas Seite war und alle sie aus dem Weg schaffen wollten, hat er sich dazu bereiterklärt sie zu verteidigen, obwohl es echt nicht gut für sie aussah. Blutige Geldscheine in der Matratze eingenäht? Gurlie, you are in Trouble. Boah aber wirklich, so ein cooler Anwalt. Wenn mir sowas passieren würde, wünschte ich mir auch so eine/n Anwalt/Anwältin. (Auch, wenn das komisch klingt upsi)
Ach, irgendwie will ich nicht mehr dazu sagen. Das Buch war mid, aber Holsten war toll und die Narratologie war auch echt interessant. Peace
Ein Mädchen mit Prokura von Christa Anita Brück bietet einen interessanten Einblick in die Rolle der Frau während der Weimarer Republik. Besonders spannend fand ich die Darstellung der gesellschaftlichen und beruflichen Herausforderungen, mit denen Frauen in dieser Zeit konfrontiert waren. Das Thema ist wichtig und historisch gut eingebettet. Allerdings hat mich das Buch insgesamt nicht ganz überzeugt. Die Handlung wirkte auf mich stellenweise zäh, und ich konnte keine starke emotionale Verbindung zu den Figuren aufbauen. Trotz des interessanten historischen Hintergrunds fehlte mir etwas Spannung und Tiefe in der Erzählweise. Insgesamt ein lesenswertes Buch für alle, die sich für Frauengeschichte und die Weimarer Republik interessieren, aber für mich persönlich kein Highlight.
Ich fand's eigentlich sehr unterhaltsam zu lesen. Die erste Hälfte ist eher eine Alltagsbeschreibung, aber durchaus mit feministischen Bezügen. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass das Buch in den 1030ern geschrieben wurde und zu Zeiten der Bankenkrise 1931 spielt. Dann ab der Mitte wird es zu einem Krimi mit einer guten Auflösung. Das Nachwort von Magda Birkmann ordnet alles ein. Sicher keine vorlorene Perle, aber gute Unterhaltung und überraschend feministisch für die Zeit.