... und sich nie zu fragen trauten, wird in dieser Graphic Novel an seinem Totenbett von den unterschiedlichsten kondolierenden Besuchern verhandelt. So werden Geschichten über sein Genie neben Anekdoten über weniger heldenhaften Seiten erzählt und ergeben dabei auch ein nicht immer schmeichelhaftes Bild seiner heuchlerisches Mitbürger. Zum 250. Geburtstag des Genies Beethoven liefert diese Graphic Novel einen sehr unterhaltsamen und durchaus informativen Beitrag.
Pensé que trataría más la vida de Beethoven. La historia trata sobre su muerte o más bien lo que pasó alrededor de su muerte, pero los pocos datos que se dan no coinciden con la información real de que disponemos, es decir, que es inventado y esto es lo que me ha decepcionado de la novela gráfica, que yo esperaba encontrar la historial real.
Keine Beethoven-Biographie, sondern eine Graphic Novel über den "Totenkult" bei Prominenten und seine teils recht geschmacklosen Auswüchse. Mir liegt der Fokus insgesamt zu wenig auf Beethoven selbst. Die Zeichnungen sind rundum gelungen und sehr atmosphärisch.
Dieser Graphic Novel handelte weniger von Beethoven selbst als viel mehr von der Gesellschaft zu seiner Zeit. Diese wurde lustig und mit knappen Dialogen auf den Punkt gebracht. Ich fand es sehr amüsant und kurzweilig, und den Zeichenstil mochte ich ebenfalls sehr.
Viele Menschen denken, dass die meisten Künstler erst posthum berühmt wurden und zu Lebzeiten ein eher verlottertes Dasein fristeten (und haben Künstler wie Schiller oder van Gogh vor Augen). Bei vielen klassischen Komponisten ist dies aber mitnichten der Fall. Sie waren schon zu Lebzeiten “Superstars”, um die ein gewisser Kult umfing. Dazu gehörte auch ein recht makabrer Totenkult, den der Autor Peer Meter dieser Graphic Novel vorzüglich in Szene gesetzt hat.
Keine Biografie
Sobald sich der Tod Beethoven in Wien herumgesprochen hat, nimmt die schwarzhumorige Erzählung ihren Anfang. Dabei vermischt der Autor Gerüchte und Halbwahrheiten mit historischen Tatsachen und einigen künstlerischen Dichtungen. Dabei offenbaren sich einige Anekdoten rund um den großen Komponisten, die zum Schmunzeln, Erstaunen und Anwidern einladen. Damit sollte klar sein, dass es sich bei dieser Graphic Novel nicht um eine Biographie im klassischen Sinne handelt.
Glücklicherweise gibt der Autor dem Leser einen Einblick darin, wie die einzelnen Episoden entstanden und welches Wahrheitskorn ihm zugrunde liegt. Wer wusste schon, dass seinerzeit gern die Köpfe der Prominenz in kleinen Stücken als Reliquie veräußert wurden (ein “Schicksal”, das z.B. auch Haydns Leichnam erleiden musste) und in der Neuzeit ein solches Fragment in Kalifornien auftauchte? Diese makabren Details lassen das Buch dann auch die Altersgrenze der potentiellen Leserschaft entsprechend anheben. Der Verlag gibt an, dass das Buch für Leser ab 14 Jahren geeignet ist.
Damit einher geht selbstredend das, was eine Graphic Novel ausmacht. Nämlich die zeichnerische Darstellung, die in meinen Augen sehr gelungen ist. Im ersten Moment fand ich die Strichführung zwar noch etwas chaotisch, aber nach und nach offenbarte sich mir der Kunstgriff, der dahintersteckte. Nicht, dass sich explizite Darstellungen in dem Buch wiederfinden, aber der Zeichenstil selbst ist dergestalt, dass er meines Erachtens weniger für Kinder geeignet ist. Ebenfalls sehr gut gemacht ist die optische Trennung der jeweiligen Anekdoten durch eine prägnante Farbgebung. Das unterstreicht diese Erzählungen und gibt ihnen ein ganz besonderes Flair.
Fazit
Es ist sicherlich ein sehr ungewöhnliches Werk, das anlässlich des 250. Geburtstags des großen Komponisten erschienen ist. Abseits üblicher Pfade wird so dem großen Künstler gewürdigt und ein befremdliches Licht auf jene Zeit geworfen. Eine durch und durch gelungene Graphic Novel, die ich nur empfehlen kann.
Dieses Graphic Novel hätte sich "Über Beethoven" nennen müssen. Da ist der großartige Komponist nur in Flashbacks von anderen Personen zu sehen. Das Leben von Ludwig wird durch Erinnerungen und Anekdorten von anderen Menschen wieder aufgebaut. Die Idee scheint genial, aber im Wirklichkeit ist Peer Meters und Rem Broos Buch leider nichts besonderes, sondern etwas ohne Anfang und Ende, und teilweise auch ein bisschen überflüssig.
Der Comicszenarist Peer Meter (»Haarmann«, »Vasmers Bruder«, »Gift«, »Böse Geister«) hat zum 250-jährigen Beethoven Jubiläum in Zusammenarbeit mit dem Illustrator Rem Broo einen ganz besonderen Beitrag entworfen: Eine Comic-Biographie über das Musik-Genie!
»Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?«
Mit diesem Zitat des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard wird der Comic über den berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven eingeleitet und trifft die Quintessenz der Geschichte ziemlich genau wieder. Denn diese Comic-Biographie ist viel mehr als eine trockene Abhandlung über die Informationen zu dem musikalischen Genie, dessen fast völlige Taubheit ihn bis zum Ende zeichnete.
Ausgangspunkt der Erzählung ist Beethovens Tod und die Schnitzeljagd des Franzosen Louis Lefebvre auf der Suche nach seinem Idol, die ihn kreuz und quer durch Wien führt und anhand derer verdeutlicht wird, dass der Musiker unzählige Male (fast 80 Mal) ein neues Quartier in der österreichischen Hauptstadt bezog. Die Fahrt mit dem Fiaker vor der Kulisse der Stadt füllt Künstler Rem Broo durch seine detailreich gestalteten Panels und einer atmosphärisch abgestimmten Farbpalette mit Leben.
Land und Leute werden aber nicht nur in Rem Broos Bildern eingefangen, sondern auch die Hinterfotzigkeit der österreichischen Gesellschaft wird in den Sprechblasen der Akteure deutlich abgebildet. Kaum ist das Genie tot, scharren sich auch schon Bewunderer, Ärzte und Bekanntschaften um ihn wie lästige Schmeißfliegen. Sein Sekretär und Biograph Anton Schindler ist dabei vor allen Dingen auf seinen Vorteil bedacht, die Haushälterin weiß nichts Gutes über den »Beidlpracker« zu berichten und auch die Herren Doktoren, darunter sein letzter behandelnder Arzt Andreas Wawruch, kommen zu Wort und führen seinen Wunsch, die Entnahme seines Hörorgans durch.
Peer Meter ist es mit seinem Szenario gelungen den Starkult um Ludwig van Beethoven auf äußerst unterhaltsame Art und Weise zu umreißen und dabei den Leser*innen ein Bild von seinem Umfeld zu liefern, dass über das Leben in einer Welt voller Gönner mit Profitgier, geldgeiler Verwandtschaft und Neider Aufschluss gibt.
Besonders skurril und absonderlich erscheint auf den ersten Blick die Leichenfledderei, die mit dem Raub von Beethovens Haupthaar beginnt, denn mit den Locken des Genies ließ sich als Andenken gutes Geld machen, und bis hin zum Austausch des malträtierten Schädels reicht. Die Groteskheit der Vorgänge wird auch wunderbar bildlich in den Szenen mit dem Anatom und Pathologe Johann Wagner und seinem Gehilfen Anton Dotter dargestellt.
Die Auswüchse der Gesellschaft, die sich an dem Genie in irgendeiner Art und Weise profilieren möchte, um etwas von seinem Glanz abzubekommen hat mit Abstand betrachtet ganz schön schräge Züge, was sich auch an der Sängerin Caroline Unger zeigt, die vor aller Augen betont dass sie es war, die Beethoven bei der Uraufführung seiner Symphonie Nr. 9 im Kärtnertortheater zum applaudierenden Publikum umdrehte und nicht Henriette Sontag. Dieser Comic steckt voll solch herrlich absurder, wie auch authentisch wirkender Darstellungen, und fügt sich zu einem originellen Lesespaß zusammen, der einen zwischen dem Drang zum Lachen und zum Weinen schwanken lässt.
»Beethoven – Unsterbliches Genie« ist eine Biographie der anderen Art und liefert fast nichts über das musikalische Wirken des Außnahmekünstlers, dafür aber jede Menge über die zur Kunstfigur gemachten Persönlichkeit und den Kult um ihn. Rem Bro taucht die unterschiedlichen Episoden des Comics durch verschiedene stilistische Umsetzungen in ein Ambiente, das begeistert und immer wieder neue Seiten der tragischen Komödie aufkommen lässt.
Fazit
Eine tragische Komödie um das Totenbett des begnadeten Komponisten Ludwig van Beethoven die auf humorvolle Weise einen flüchtigen Blick auf das Idol der Romantik erhaschen lässt.