Mehr als 200.000 verkaufte Bücher haben Überfürsorgliche Helikopter-Eltern sorgen bei vielen Menschen für Belustigung – und manchmal auch für Kopfschütteln. Hunderte Eltern, Kinder, Hebammen, Erzieher, Lehrer, Professoren und Studienberater haben ihre skurrilsten Erlebnisse und Anekdoten an SPIEGEL ONLINE gesandt und erzählen, was sie mit übermotivierten Eltern erlebt haben. Die besten sind in diesem Doppelband versammelt.
Auch wenn man schmunzelnd (oder gar lachend) liest, ist es echt schon Wahnsinn. Eigentlich wünscht man sich beim lesen "oh bitte, das ist doch nicht wahr", jedoch ist es leider traurige Realität.
Helikopter Eltern hat es irgendwie immer schon gegeben. Mit den neuen Medien und der Möglichkeit, technische Hilfsmittel in allen Lebensbereichen einzusetzen, scheint die Anzahl dieser Eltern entweder gestiegen zu sein oder aber die anderen Eltern bekommen es einfach nur eher mit.
Von Helikoptern und Kampfhubschraubern
Kurz zur Begrifflichkeit. Mit Helikopter-Eltern ist gemeint, dass das Kind von seinen Eltern jederzeit umkreist wird, damit diese in ihrem Sinne eingreifen können, falls ihnen etwas nicht recht ist. Alternativ werden auch Begriffe verwendet wie Schneepflug-Eltern, die jegliches Hindernis aus dem Lebensweg des Kindes wegräumen, und Curling Eltern, die ihre Kinder mit so wenig Anstrengung durchs Leben gleiten lassen wie möglich.
Zirka 20% der Eltern sind nach Angaben von Lehrern Helikopter-Eltern – eine recht hohe Zahl, bei der ich sehr gut nachvollziehen kann, dass diese 20% die Lehrer mit ihren Sorgen beschäftigen wie 80% der Elternschaft. Die Beiträge stammen alle von Spiegel Online, wo dazu aufgerufen wurde, die skurrilsten Erlebnisse einzusenden. Die Auswahl der Beiträge, die den Weg in diesen Doppelband gefunden haben, ist sehr gut durchdacht und quasi jeder bzw. jede Seite kommt zu Wort. Selbst die Eltern, die stolz darauf sind, zu helikoptern und Kinder, die darunter gelitten haben.
Der Aufbau beider Bücher ist relativ ähnlich, so dass sich die Thematik ein wenig wiederholt und selbst die gewählten Zitate vergleichsweise ähnlich sind. In den meisten Fällen kann man einfach nur den Kopf schütteln, angesichts dessen, was den Erziehern und Lehrkräften in ihrem beruflichen Alltag passiert, wenn z.B. Helikopter-Eltern ihre erwachsenen Kinder noch immer umkreisen. Ich hoffe, dass es tatsächlich Ausnahmen sind, wenn an einer Uni nach einem Elternabend gefragt wird.
Vielleicht gibt es ja doch ein paar Helikopter-Eltern, die sich die Kapitel durchlesen, die von den überbehüteten Kindern stammen und die berichten, welchen Schaden diese Eltern tatsächlich bei ihren Sprösslingen anrichten.
Fazit
Wer selbst Kinder hat, wird sicherlich die ein oder andere Situation kennen, die hier von Betroffenen geschildert werden. Wer selbst zu den Helis gehört, wird sich vielleicht fragen, was daran so schlimm ist, alle anderen schütteln nur verständnislos den Kopf angesichts der Dreistigkeit und Ignoranz, die hier demonstriert wird. Im Großen und Ganzen ist das Buch durchaus humorvoll und man kann als Aussenstehender drüber lachen, was tagtäglich in Kitas, Schulen und Sportvereinen los ist.
Auch Band 2 ist sehr unterhaltsam. Die Berichte über Helikoptereltern sind wie ein Unfall. Mir graut es bereits jetzt vor dem ersten Elternabend. Der rote Faden ist ähnlich und hilfreich beim Navigieren durch den Helikopterwahnsinn. Der Stil ist teils recht sarkastisch, aber passend bei dem Thema.
Ein schönes Buch über Helikopter Eltern. Aus Sicht der Pädagogen, anderen Eltern, Helikopter Eltern und deren Kindern geschrieben und schön aufgeschlüsselt welche Probleme so ein Verhalten mit sich bringen kann
Man liest es und will die ganze Zeit lachen, weil diese Geschichten und Vorfälle so lächerlich sind. Und dann denkt man darüber nach, dass all das wirklich passiert ist, und möchte teilweise weinen.
Die genannten Beispiele sprechen für sich - teilweise mehr, teilweise weniger. Die abfälligen bis gehässigen Zwischentexte der Autorinnen waren für mich jedoch keine Bereicherung.