Paul ist tot – und seine beste Freundin Skarlet muss lernen, damit fertig zu werden. Immer wieder fallen ihr Episoden ein, die sie mit Paul erlebt hat: wie sie sich schon damals in Kindertagen gegen die verhasste Tante Edeltraut verbündeten, das Studium in Leipzig, der Fall der Mauer. Nun hält Skarlet einen Brief von Paul in Händen, der sie bittet, seine Grabrede zu halten … Die Geschichte einer besonderen lebenslangen Freundschaft, wundervoll zart und traurig zugleich.
Kathrin Aehnlich ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie schreibt Erzählungen, Hörspiele, Hörfunkfeatures und dreht Dokumentarfilme.
Kathrin Aehnlich studierte zunächst an der Ingenieurschule für Bauwesen in Leipzig und arbeitete drei Jahre in einem Baubetrieb, bevor sie von 1985 bis 1988 ein Studium am Institut für Literatur „Johannes R. Becher“ in Leipzig absolvierte. Danach arbeitete sie als Redakteurin für die unabhängige Wochenzeitung Die andere Zeitung und seit 1992 beim Mitteldeutschen Rundfunk in der Feature-Redaktion des MDR.
Ihr Roman Alle sterben, auch die Löffelstöre war Pflichtlektüre für die Abschlussprüfung 2009 an baden-württembergischen Realschulen.
Kathrin Aehnlich gehört dem PEN-Zentrum Deutschland an.
Wie bei allen Büchern, die mir wirklich, wirklich gefallen haben, kann ich nicht viel darüber sagen. Ja, es ist zart, ja, es ist traurig. Ja, Kathrin Aehnlich denkt Gedanken, die wichtig sind, die überraschen und trösten. Die Freiheit, das Immer-da-sein, die Kindheit, die Ängste, den Bruder, die Einsamkeit - alles beschreibt sie liebevoll und genau, sie berührt, beruhigt und lässt einen an Sonnenblumen denken, an wilde Kinderträume, Väter in Zirkussen und die Vergangenheit.
Und alles, was sie über die DDR erzählt, jedes "Weißt du noch?" stimmt genau überein mit meinen eigenen Erinnerungen :) Meine Kindergarten- und Schuljahre habe ich in Bulgarien verbracht und ich musste nun beim Lesen sehr oft schmunzeln. Das eben hat Aehnlich echt geschafft: Man muss beim Lesen lachen. Es geht gar nicht anders. Man darf nicht weinen. Die Geschichten, die bleiben.
"Sie konnte die Augen schließen und sich vorstellen, alles wäre wie früher. Sie schwelgten in Erinnerungen, tranken Tee, und es war viel leichter, als sie und wahrscheinlich auch Paul es sich gedacht hatten. Im Angesicht der Krankheit verschwand die Krankheit. Der Schrecken kehrte erst in dem Augenblick zurück, in dem Skarlet die Zimmertür hinter sich schloss."
Jean-Paul ist gestorben und hat seiner besten Freundin, die er seit dem Kindergarten kennt, vorher einen Brief geschrieben. Sie möge seine Grabrede halten. Der Roman spielt in den Tagen zwischen Erhalt dieses Briefes und der Beerdigung und erzählt zugleich von vielen Tagen davor: von der Kindheit in der ehemaligen DDR, von Freundschaft und Familie, von Erwartungen und Lebensläufen.
Thematisch finde ich das durchaus reizvoll und ich habe kein Problem mit unaufgeregten Geschichten. Hier aber machte ich das Buch zu und dachte ... Ja, genau das. Nichts. Weder Skarlet mit ihrer Lebenseinstellung und ihren Reflexionen noch Jean-Paul sind mir nahe gegangen. Natürlich tat mir Jean-Paul grundsätzlich leid, aber das war eher das generelle Gefühl, wenn man hört, dass ein Fremder verstorben ist. Skarlets Erinnerungen - ob z.B. Erlebnisse und Anforderungen im Kindergarten oder Werkunterricht - bewirkten bei mir nicht einmal ein nostalgisches Echo.
Wie ich u.a. in den Bewertungen hier sehe, empfinden einige Leser deutlich anders als ich. Ich freue mich für sie, dass sie aus dieser Geschichte so viel mitnehmen können, auch wenn ich das nicht kann, und das ist nicht ironisch gemeint.
Habe von diesem Buch gehört weil dort u.a. auch Kindheit in der DDR ein Thema ist. Wie ich finde aber kein besonders großes, bzw. fand ich die Dinge die beschrieben sind hätten genauso in einer Kindheit in der BRD vorkommen können.
Im Grunde geht es aber eigentlich um eine Freundschaft zwischen Mann und Frau, die seit dem Kindergarten besteht und auch nicht zu Grunde geht, als der Mann schwer erkrankt. Einer seiner letzten Wünsche vor dem Tod ist, dass seine beste Freundin seine Grabrede halten soll - und aus diesem Grund begleiten wir Scarlett auf ihrer gedanklichen Reise in die Vergangenheit und verschiedene Episoden ihres Lebens, die sie zusammen mit Paul erlebte.
Die Ausgangssituation ist sicher traurig, und obwohl ich manchmal doch recht nah am Wasser gebaut war, wurde durch dieses Buch nicht unbedingt meine Tränendrüse angesprochen. Was auf keinen Fall negativ gemeint ist an dieser Stelle. Ich fand die Geschichten sowie die Erzählweise sehr angenehm und freue mich, dass ich dieses Buch lesen konnte.
Dit boek werd me vorig jaar aanbevolen door de eigenaar van de boekwinkel Büchers Best in Dresden, omdat ik een roman zocht over de DDR. Paul is na een maandenlang ziekbed gestorven en heeft zijn levenslange vriendin Skarlet gevraagd het woord te voeren bij zijn begrafenis. De voorbereiding daartoe wordt afgewisseld met gezamenlijke herinneringen aan hun jeugd, inclusief de val van de Muur. Zo droog als het hier staat, is ook het boek. Het viel me eerlijk gezegd een beetje tegen. Het is niet slecht geschreven, maar een duidelijk thema ontbreekt. Het boek is eerder een ratjetoe van toevallige gebeurtenissen, met als belangrijkste gebrek dat de karakters tamelijk vlak blijven.
Eine Kindheit in der DDR, zwei Biographien - und das Problem, den viel zu frühen Krebstod des besten Freundes zu verkraften. In den "Löffelstoeren" gelingt es der Autorin, mit Leichtigkeit und Humor der Tragik und der Trauer viel Platz zu geben. Ich kann nur hoffen, in vergleichbarer Situation soviel Kraft zu haben.
Skarlet soll eine Grabrede für ihren viel zu früh an Krebs gestorbenen besten Freund schreiben. Das Buch ist bei weitem nicht so kitschig, wie es bei diesem Thema klingt. Es geht um Skarlets und Pauls gemeinsame Kindheit und die gemeinsame Vergangenheit als Erwachsene. Natürlich ist es ein trauriges Buch, aber auf schöne Weise. Eine Geschichte über Freundschaft.