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Mit Rechten reden: Ein Leitfaden

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Mit Rechten reden heißt nicht nur, mit Rechthabern streiten. Sondern auch mit Gegnern, die Rechte haben. Und mit Linken.Demokratie ist kein Salon. Die Republik lebt vom Streit, von Rede und Gegenrede, nicht nur von Bekenntnissen und moralischer Zensur. Dieser Leitfaden zeigt, dass es in der Auseinandersetzung mit »Rechtspopulismus« und »Neuen Rechten« um mehr geht als die Macht des besseren Arguments. Es geht vor allem um die Kunst, weniger schlecht zu streiten.Leo, Steinbeis und Zorn sagen nicht, wie man mit Rechten reden muss. Sie führen vor, warum, wie und worüber sie selbst mit Rechten reden. Und sie denken über das Reden mit Rechten nach. Mal analytisch, mal literarisch. Teils logisch, teils mythologisch. Hier polemisch, dort selbstironisch.

Perfect Paperback

Published October 14, 2017

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Per Leo

9 books3 followers

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Displaying 1 - 16 of 16 reviews
Profile Image for Tim.
70 reviews33 followers
May 23, 2020
Ein Buch darüber, dass man mit Rechten reden sollte, wie (und im Umkehrschluss die Frage: wie reden Rechte mit uns und untereinander) und (in Teilen) worüber. Klingt interessant. Herausgekommen ist in meinen Augen jedoch ein Buch, was noch etwas gestrafft und präzisiert werden könnte. Denn die Autoren nehmen ewig lang Anlauf, bis sie in gut verdaubaren Häppchen zum Punkt kommen. Vieles in diesem Buch ist sprachliches Geplänkel, Füllmaterial, wie ein spielen auf Zeit, um nicht zu schnell zu konkret zu werden. Die Fundiertheit einiger Passagen ergibt sich eher aus einer vagen philosophischen Debatte, statt aus reellen Diskussion von und mit Rechten. Das ist frustrierend. Denn ich streite nicht ab, dass es diese Rechten gibt, die im Buch in Form eines Diskussions- und Sprachmodells dargestellt werden, aber deren unterstellte philosophische Fundiertheit nehme ich den Autoren nicht ab. Demnach ist für mich - und eventuell viele andere Leser - dieser Leitfaden in einigen Kapiteln eher eine nette Gedankenübung als etwas, was tatsächlichen Realitätsbezug hat. So richtig in Gang kommen die Autoren erst nach vier Kapiteln und 140 Seiten, und dann ist es tatsächlich auch schon viel zu schnell vorbei.


Tipp: ich empfehle unbedingt, erst einmal im Buchladen reinzulesen. Der Stil ist nicht jedermanns Sache, mich hat er in seiner Selbstverliebtheit genervt. Zudem waren mir die Prosaelemente im gebotenen Kontext zu abgedreht.
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,054 followers
October 24, 2017
„Die Rechten sind die Minderheit, die sich selbst Deutschland nennt. Und daran wollen sie um jeden Preis leiden.“

Leo, Steinbeis und Zorn haben ein Buch über Rhetorik, Politik, Literatur, Philosophie und Psychologie geschrieben, ein lakonisches, leidenschaftliches, lustiges, wütendes, erklärendes, erzählendes und kämpferisches Sachbuch – und es ist, spoiler alert!, ein großer, kluger Spaß.

Das Ziel der Autoren ist es, die rhetorischen Strategien der Rechten aufzudecken, denn sie begreifen “als “rechts” keine eingrenzbare Menge von Überzeugungen oder Personen, sondern eine bestimmte Art des Redens.” Und weil die Rechten immer ihre Gegner mitdenken (denn was wären die Rechten ohne Feindbild?), tun die Autoren das auch – was direkt zur Frage führt, wer „wir“, die sich gegen die Rechten wenden, eigentlich sind: „(…) dass wir keine Rechten sein wollen, macht noch lange keine Linken aus uns. (…) Wir sind, wer wir sind. (…) Und wir, das sind nicht nur die Autoren dieses Buches. Wir sind viele. Einige von uns verstehen sich als links, einige als liberal, andere als konservativ oder grün.“

Rechte und Nicht-Rechte, das ist die Dichotomie, und nicht etwa Rechte und Linke – dieser Unterschied ist wichtig, schließt die Nicht-Rechte doch eine enorme Menge von Menschen mit ein, die in einem (von den Rechten propagierten) Links-Rechts-Schema durchs Raster fallen würden.

Im Folgenden diskutieren die Autoren („wir sind nicht-linke Humanisten und nicht-linke Dialektiker“) typisch rechte Haltungen, etwa die Selbststilisierung als Opfer und die entschlossene Machtgeste im Sinne von „Ich tue es, weil ich es will. / Ich will es, weil ich es kann.“ – oder kurz: Arschlochverhalten. Aber: „Niemand ist ein Arschloch. Wir nennen nur dann jemanden so, wenn er sich arschlochhaft verhält.“ Denn: „Als gute Nietzscheaner vertreten wir einen nominalistischen Arschlochbegriff.“ Tja, sollten wir das nicht alle? :-) Opferrolle und Arschlochverhalten sind in der rechten Rede durch eine notwendige Dynamik miteinander verbunden, so die Autoren – und sie bringen verdammt schlüssige Argumente dafür vor. Und selbstverständlich kommen auch der rechte Hang zum Mythos, die Berufung auf Intention und Gefühl („Ihr sagt: Dass Ihr unsere Gegner seid, das spüren wir. Genauso wie wir spüren, was die deutsche Seele ist.“) und einige andere Punkte zur Sprache.

Aber auch die Linke (deren Ziele die Autoren im Prinzip befürworten) muss sich Kritik gefallen lassen: „Die Rechte ist Wille zur Macht ohne Kraft zur Gestalt. All ihre Mittel hat sie der Linken gestohlen, während diese mit sich selbst beschäftigt war.“ Moralismus, Selbstgerechtigkeit und das Denken im Freund-Feind-Schema werden als besonders problematische Tendenzen der Linken herausgearbeitet. Wie oft in diesem Buch werden einzelne Aspekte an einem literarischen Beispiel verdeutlicht: „Wie etwa die dystopischen Romane von Michel Houellebecq oder Jean Raspail von vielen Rechten umstandslos als Spiegel der Wirklichkeit verstanden werden, während viele Moralisten in ihnen nichts sehen als den Ausdruck einer menschenfeindlichen Gesinnung, ist in seiner Plumpheit kaum zu ertragen.“ Word!

Überhaupt sind die weit gefächerten Verweise – von Gottfried Benn über Carl Schmitt, Friedrich Nietzsche und Ernst Jünger bis hin zu Jochen Distelmeyer – eine besondere Freude, und die Autoren bringen sogar zwei eigene kurze Geschichten ein, um Sachverhalte zu verdeutlichen. Zusammen mit dem besonderen Ton, den Leo, Steinbeis und Zorn gewählt haben, ergibt sich eine ganz besondere Mischung, die eine Angriffslust ausstrahlt, die sich auch in folgender Aufforderung an die Rechten widerspiegelt: „Nehmt Eure Redefreiheit in Anspruch! Macht Gebrauch von ihr! Denn solange ihr das tut, werdet ihr uns das auch tun lassen müssen. Dann reden wir. Mit Rechten.“
Profile Image for Leselissi.
414 reviews58 followers
September 18, 2018
Wie sagt man so schön? Worte sind Macht?Nun, in der Tat sind die Worte und Reden der Rechten immer ziemlich einschüchternd und haben eine unbehagliche Wirkung. Deswegen will man gerne garnicht mit ihnen reden.
Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, will ich zwar immernoch nicht wirklich mit Rechten reden, aber immerhin haben sie jetzt erheblich an Bedrohlichkeit verloren.
Denn, wie in diesem Buch erklärt wird, sind all diese Worte letztendlich eben doch nur Worte - Behauptungen ohne festen Inhalt, die einfach nur provozieren sollen.
Wenn man also einmal die Masche durchblickt hat, mit der die Rechten ihre Reden schwingen, kann man ihnen schon gleich viel gelassener begegnen - FALLS man ihnen begegnet.
Profile Image for Cristian.
120 reviews
October 27, 2017
Stylisch und schlau, manchmal etwas zu sehr von sich selbst begeistert. Aber Hut ab, es kommt Bewegung rein, Deutschland erwacht zu neuer Geistesfrische.
Profile Image for Jasna.
118 reviews3 followers
February 17, 2019
Unangenehm pseudo-intellektuell. Kein Leitfaden.
Profile Image for Jonas Erne.
31 reviews6 followers
February 22, 2018
Buchtipp: Mit Rechten reden

Leo, Per, Steinbeis, Maximilian, Zorn, Daniel-Pascal, Mit Rechten reden, Klett-Cotta Verlag, 2017, 183S., Verlagslink, Amazon-Link

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar, das ich als Kindle-Datei erhalten habe.

Hier haben wir ein Buch, das ich jedem Lehrer empfehlen möchte, in seiner Schulklasse ab der Oberstufe zu lesen und gründlich zu besprechen. „Mit Rechten reden“ ist ein Buch, das sich für eine Erneuerung der Diskussionskultur einsetzt. Der Titel ist reißerisch, aber es geht grundsätzlich um viel mehr als nur um den Dialog zwischen Rechten und anderen, und darüber werde ich weiter unten noch etwas mehr ausführen.

Eins vorweg: Ich habe mit dem Buch hauptsächlich eineinhalb Probleme. Das erste Problem ist aber zugleich eine der Stärken des Buches, es macht das Buch erst zu einem Ratgeber für jede einzelne Diskussion zwischen wem auch immer. Das erste Problem ist, dass die Autoren „rechts“ nicht über Inhalte definieren, sondern über Denkweisen und vielleicht noch etwas mehr über Sprechweisen: „Nennen wir es ein Wortspiel. Im Sinne dieses Begriffs wollen wir als 'rechts' nicht in erster Linie bestimmte Inhalte bezeichnen, sondern eine Praxis, eine bestimmte Art zu reden.“ (Pos. 267) Das Problem dieser Definition ist, dass sie sehr allgemein gehalten ist, und das führt zu ihrer Stärke, weil sie sich so auf jede Diskussion bezieht. Das zweite Problem ist damit eng verknüpft: Es finden sich in praktisch allen Ideologien und Gesinnungen entlang des politischen Spektrums Menschen, die so als „Rechte“ definiert werden. Das macht die Definition für den Alltag enorm unbrauchbar, hilft aber auch hier wieder sehr, die Hinweise des Buchs auf praktisch jede mögliche Situation einer Diskussion anzuwenden.

Die in der Mitte des Buches eingeflochtene Geschichte vom Theater hat mich amüsiert. Sie ist sehr treffend geschrieben, vermutlich vollständig frei erfunden, aber mit sehr vielen Punkten, die echt treffend sind. Und damit komme ich zum allerbesten Teil des Buches – die Sache mit dem Kreis. Das hat mich an einen uralten Spruch erinnert, den ich mir schon in der Kindheit eingeprägt habe: „Manche Menschen haben einen Horizont mit einem Radius von 0 und das nennen sie dann ihren Standpunkt.“ Die Sache mit dem Kreis ist echt enorm wertvoll. In vielen Diskussionen kommt man immer wieder an einen Punkt, an welchem manchen Menschen die Argumente ausgehen, und dann springen sie einfach auf einen anderen Punkt auf diesem „Kreis“. Ein Punkt auf dem Kreis steht für Behauptung und ein anderer für Zweifel, einer für Patt (Gleichstand: „Ihr denkt das, und wir was ganz anderes; jedem das Seine“) und einer für die „Kaserne“ (Monolog-Punkt, wo es nur noch um die Sinnlosigkeit dieser ganzen Debatten geht). Diese bildliche Beschreibung des Kreises ist enorm gut gelungen. Allein dieses Kapitel vom Kreis ist es schon wert, das ganze Buch zu lesen.

Ich möchte das Buch auch uns Christen im besonderen „verschreiben“ oder zumindest jedenfalls empfehlen. Hier sehe ich eine ganze Menge an Diskussion und Debatten, die genau auf diesem Kreis im Sand verlaufen. Ich sehe auch eine Menge Vogel Sträuße, die den Kopf in den Sand stecken und nur noch sehen wollen, wie dunkel es da unten ist, frei nach dem Motto: „Früher war alles besser!“ Was wir brauchen, ist eine gesunde und vernünftige Debattenkultur, die Gegenwind aushält, indem sie ihr Fundament dort festigt, wo es tatsächlich fest und zuverlässig ist. Als Christen sind wir weder „Rechte“ noch „Linke“, sondern Nachfolger Jesu Christi, die sich durch den Heiligen Geist umwandeln lassen und zulassen können, dass ihr ganzes Denken, Fühlen, Wollen, Handeln und Reden von Jesus Christus geprägt wird. Wir müssen nicht in den Strukturen dieser Welt denken, denn siehe, ER hat die Welt überwunden. Wir sind frei, das Richtige zu tun, das, was im jeweiligen Moment gerade dran ist. Und hier braucht es viel Weisheit.

Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch, das sich für jede Art von Diskussion eignet und das wir alle noch mehr beherzigen sollen, mich inklusive. Ich gebe dem Buch fünf von möglichen fünf Sternen.
64 reviews
November 9, 2017
Die Grundaussage ist interessant, und einige Ansätze sind möglicherweise sogar hilfreich im täglichen Diskutieren.
Mir ist aber der herablassende Tonfall, und vor allem das letzte Kapitel unsäglich auf die Nerven gegangen. Ein vermutlich wichtiges Buch, das aber für mich mehr Ärgernis als Freude war...
Profile Image for Gustav Gutschke.
71 reviews2 followers
November 9, 2025
3,5 Sterne. Der Titel ist kein Imperativ! Im Buch selbst mehrfach betont, wurde es doch selten verstanden, wie auch das neue Vorwort beklagt. Die Autoren sagen zu den imaginären Rechten: „Wir haben kein Problem damit, dass du rechts bist. Wir haben ein Problem damit, wie du es bist.“ Diese kluge Differenzierung zieht sich durch das Buch und bedeutet für sie praktisch, sich unter bestimmten Bedingungen auf Rechte einzulassen, denn inhaltlich könne eine Diskussion durchaus lohnen. Allerdings nicht, wenn die Rechten allein auf der Bedrohung ihrer Identität beharren und Widerspruch als Feinschaft interpretieren.

Die „Rechten“ werden zunächst nicht aufgrund bestimmter Positionen als solche definiert, sondern der Begriff meint all jene, die ein bestimmtes Sprachspiel spielen. Zugrunde liegt ein Identitätsproblem nach dem Muster: „Mein Problem, das seid ihr. Ich stimme nicht mit mir überein, weil ihr das verhindert. Und mein Beweis ist, dass ihr nicht mit dem übereinstimmt, was ich sein will. Pubertät sozusagen, als Lebensform.“ Daraus folgen zwei Diskurshaltungen: williges Opfer und provozierendes Arschloch. Im neuen Nachwort wird das noch einmal gut präzisiert: „Das antinormative Sprachspiel, das provoziert, um aus der als Reaktion folgenden Empörung eine Unterdrückung herauszuhören, wirkt mobilisierend.“ Die Taktik der Rechten ist es, gezielt überschießende Reaktionen der Linken auszulösen, die bisher Nicht-Rechte mit den Rechten sympathisieren lassen. Diese Bestimmung scheint mir nicht unplausibel für dominierende rechte Diskursstrategien. Anerkannt wird im aktuellen Nachwort aber auch, dass sich die Diskurskonstellation nach Fridays for Future und Corona geändert hat: Nicht mehr die breite Koalition der ‚offenen, vielfältigen Demokratie’ steht einer Minderheit aus ‚rechtsextremen, populistischen Demokratiefeinden’ gegenüber, stattdessen hat sich eine Koalition aus Rechten, Konservativen und Liberalen gebildet, die Linken und Grünen gegenübersteht. Das 2017 beschrieben Sprachspiel ist also aufgegangen.

Unbestreitbar kluges Buch, aber der Duktus lässt leider darauf schließen, dass die Autoren das auch selbst wissen und zur Schau stellen. Das ist stellenweise schwer zu ertragen, auch und gerade dort, wo die Autoren zugleich gönnerhaft und überheblich auftreten. Auf den 40 Seiten, in denen tatsächlich inhaltlich argumentiert wird, werden den Rechten Positionen und Argumente unterstellt, auf die die Autoren dann kritisch reagieren - und das halten sie wohl für eine Einladung zu einem Streitgespräch… Aber wehe, man nennt die Autoren Linke; nein nein, das ist eine unzulässige Unterstellung, sie sind doch Nicht-Rechte! Liest sich zügig und über weite Strecken unterhaltsam, aber die blinden Flecken sind offenkundig.
Profile Image for Lona.
240 reviews18 followers
Read
April 23, 2019
Das Buch verfolgt den ganz guten Ansatz sich anzugucken mit wem man sich auf eine Diskussion einlässt, sich zu überlegen wie derjenige einem den Boden unter den Füßen wegreißen könnte und außerdem, was derjenige eigentlich genau will und ob er überhaupt weiß, was er will. Sich mit Rechten auseinanderzusetzen, bevor sie überhaupt anfangen können sich in eine Opferrolle zu begeben und damit mehr Verständnis und somit auch Anhänger zu bekommen. Als Rechte werden in diesem Falle nicht Neonazis und ähnliche bezeichnet, sondern alle, die rechte Sichtweisen von sich geben.

Es beschreibt unter anderem, wie Rechte strategisch zwischen Provokation und Opferrolle hin- und herschwanken. Wie sie Behauptungen aufstellen, die sie versuchen mit weiteren Behauptungen zu belegen ohne jemals griffhaltige Argumente zu liefern. Wie sie unnötig versuchen ständig allen klar zu machen, jemand würde sie in Identität und Lebensweise bedrohen, ohne jemals einen griffhaltigen Beweis dafür vorzubringen. Wie das belächelnswert wäre, wenn sie nicht wiederum tatsächlich die Lebensweisen anderer bedrohen würden, indem sie versuchen jedem ihre Sichtweise aufzuzwingen. Und wie man versuchen könnte so anzusetzen, dass sie sich nicht bedroht fühlen und demnach selbst nicht mehr versuchen müssten bedrohlich zu sein. Im Grunde ist es ein Wink, sich mit den Rechten einmal auseinanderzusetzen, damit man versteht, womit man es eigentlich zu tun hat - und was nicht funktioniert und wo die Rechten die Schwächen in der Vorgangsweise der Linken strategisch für sich nutzen (z.B. die besagte Opferrolle, nachdem sie scharf kritisiert wurden).

Eigentlich im Großen und Ganzen interessant, leider nur in sehr pompösen, unnötig vielen Worten vorgetragen, was wie man an den Rezensionen hier sieht die meisten Leute eher nervt. Teilweise hatte ich beim Lesen das Gefühl, die Autoren wollten besonders intellektuell wirken, was vermutlich leider eher dazu führt, dass der Leser sich eher auf den herausgelesenen Tonfall fokussiert, als auf das Geschriebene. Finde ich wenig Zielführend, da das Thema wie man mit Rechten umgehen könnte, damit sie nicht weiter an Fahrtwind gewinnen an sich wichtig ist. Daher hätte ich es schön gefunden, wäre es für die breite Masse verdaulicher geschrieben worden.

Ich fand gut, dass sich am Ende noch einmal mit der Kritik der Linken Freunde der Autoren mit so einer vorsichtigen Vorgehensweise auseinandergesetzt wurde, weil ich mir teilweise die gleichen Fragen beim Lesen gestellt habe die dort noch einmal aufkamen.
33 reviews2 followers
February 15, 2024
Aus der Einleitung: "Wir begreifen ... als 'rechts' keine eingrenzbare Menge von Überzeugungen oder Personen, sondern eine bestimmte Art des Redens."

Wenn auch die Trennschärfe zwischen der "rechten" Art des Redens und politisch "rechten" Einstellungen besonders gegen Ende des Buches etwas verloren geht, ist es doch eine witzige und entlarvende Handreichung zum Verständnis der so bezeichneten Diskurstechnik, die sich im politisch rechten wie linken Lager allenthalben findet. Sich selbst zum Opfer stilisieren und daraus ableiten, unbedingt Recht zu haben? Ja. Das Gegenüber schon bei minimalem Meinungsunterschied zum maximalen Antagonisten aufblasen? Ja. Das ist sehr ironisch und, wenn man die Einleitung überliest, subtil, aber die Parallelen fallen doch arg auf.

Es wäre fünf Sterne wert, wären da nicht die überkandidelt allegorischen Passagen.
Profile Image for Manuel Niemann.
26 reviews5 followers
December 12, 2017
Etwas zu viel rhetorischer Aufwand und literarisierte Passagen, die mehr verdunkeln als sie erhellen. Die Momente, die man mitnehmen kann, sind das Dilemma einer rechten Identitätsstiftung, die immer das Andere zum Abgrenzen braucht, sowie die Sprachspiele und argumentativen Zirkel, die beim Reden mit Rechten auftauchen. Das hätte auch in eine etwas längere von Zorns Logik-Kolumnen gepasst und wäre klarer gewesen. Als Nicht-Rechter bleibt Ratlosigkeit, nicht der Anreiz zum Diskutieren. Einerseits um nicht Teil von Sprachspielen zu werden, andererseits disqualifiziert sich rechtes Sprechen dort, wo es andere anfeindet, selbst im Diskurs. Parley für Menschenfeinde ist keine Option.
Profile Image for Yannik Noah.
6 reviews5 followers
April 2, 2024
Sehr kluges Buch, das nur manchmal zu sehr um seine Klugheit Bescheid weiß und deshalb unnötig verkopfte Passagen enthält. Dennoch sehr gehaltvoll, wenn man die Strategien von Rechtspopulisten besser verstehen und damit umgehen möchte.
30 reviews
August 25, 2025
Nicht genug und absurd selbstgefällig. Streckenweise, zugegebenerweise, ganz interessant
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