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Der Globalisierungsreport liefert konstruktive Vorschläge für eine Reform des globalen Finanzsystems, die darauf zielen, die bestehenden Verzerrungen und Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Zwei Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund: eine Stärkung internationaler Institutionen wie WTO, Weltbank und Internationaler Währungsfonds, und eine wettbewerbsorientierte Neustrukturierung der Auslandshilfe.
Beide Ansätze sind nicht neu. Bereits in seinem vorherigen Buch, Die offene Gesellschaft, plädierte Soros für eine stärkere Reglementierung der Finanzmärkte -- und gleichzeitig für eine Neuordnung der internationalen Beziehungen zugunsten der unterentwickelten Staaten. Sein "SZR-Vorschlag" knüpft an diesen Vorgaben an. In seinem Kern beinhaltet er die Finanzierung internationaler Hilfs- und Sozialprogramme mittels Sonderziehungsrechten (SZR). Dabei handelt es sich um eine Art zusätzliche Währungsreserve, die der IWF an seine Mitgliedsstaaten ausgibt. Soros schlägt vor, dass reichere Staaten ihre Zuteilungen zugunsten der Entwicklungsländer spenden, und dass eine Art Markt geschaffen wird, auf dem Hilfsprogramme um die Mittel der Geldgeber konkurrieren.
Soros hat natürlich den immensen Vorteil, die besten Experten konsultieren zu können. Diese halten den "SZR-Vorschlag" für praktikabel, womit er zumindest die Chance erhält, von den Mächtigen der Welt beachtet zu werden. Ob dieser Plan aber auch realisiert werden wird, hängt ganz entscheidend vom Verhalten der USA ab. Und diese lehnen bislang jeden Eingriff in ihre nationale Souveränität vehement ab -- und nichts anderes wäre eine Stärkung der internationalen Finanzinstitutionen. Ob es Soros gelingen wird, genügend öffentlichen Druck zu erzeugen, um die US-Regierung zur Einkehr zu bewegen? --Stephan Fingerle
Hardcover
First published February 15, 2002