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Die Mädchenwiese

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SIE SIND JUNG. SIE SIND SCHÖN. KEINER HÖRT IHREN TODESSCHREI.

Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die grausam ermordeten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu.
Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.

Der Erfolgstitel von Bestsellerautor Martin Krist in neuer Austattung.

481 pages, Kindle Edition

First published August 10, 2012

13 people are currently reading
100 people want to read

About the author

Martin Krist

76 books12 followers
Pseudonym of Marcel Feige

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Community Reviews

5 stars
54 (31%)
4 stars
63 (36%)
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35 (20%)
2 stars
14 (8%)
1 star
8 (4%)
Displaying 1 - 30 of 34 reviews
Profile Image for ♡ Sonja Rosa Lisa ♡  .
5,206 reviews648 followers
February 24, 2022
Die 16-jährige Lisa Theis verschwindet spurlos. Zunächst geht man davon aus, dass das Mädchen einfach von zu Hause fortgelaufen ist. Doch ihr Bruder Sam weiß es besser. Immerhin hat Lisa ihm doch versprochen, zurückzukommen! Sie wollte nur ihren Freund in Berlin besuchen übers Wochenende…
Dann wird im nahegelegenen Wald eine Mädchenleiche gefunden…

* Meine Meinung *
Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe. Es liest sich sehr flüssig dank des angenehmen Schreibstils und der kurzen Abschnitte. Außerdem gibt es gleich mehrere Handlungsstränge, die alle miteinander zu tun haben, und die die Spannung immer weit oben halten. Viele Abschnitte enden mit einem Cliffhanger, so dass man einfach weiterlesen muss!
Die Figuren sind mit wenigen Ausnahmen recht gut gezeichnet, so dass man sich ein gutes Bild von ihnen machen kann.
Etwas genervt war ich irgendwann von den Dialogen. Zu oft werden die Figuren – allen voran Sam und Alex – in ihren Erklärungen unterbrochen, obwohl sie etwas Wichtiges zu sagen haben. Hätte man sie mal ausreden lassen, hätte vieles schon vorher geklärt werden können. Dieses „Nicht-ausreden-lassen“ kommt mir in diesem Buch viel zu oft vor!
Trotzdem ist es eine fesselnde Geschichte, sehr spannend und berührend. Die Aufklärung des Falles ist für mich persönlich noch nicht 100%ig stimmig, aber doch akzeptabel und zum größten Teil nachvollziehbar.
Auch wirkt das Buch nach. Als ich es ausgelesen hatte, musste ich noch lange danach an die Geschichte denken.
Profile Image for Liz Barnsley.
3,777 reviews1,075 followers
November 9, 2016
I read Field of Girls really fast. Its one of those that you just bang through, I kind of read it last night. So it has a compelling nature about it.

It is a cool murder mystery/psychological thriller with a main character, Alex, who was extremely engaging, his backstory is intriguing and a bit different to the norm for these things so that was a major plus. The plot twists were clever and it had its dark side and the dark side always appeals to me.

However it was not without its problems. The narrative was a little disjointed, the lines were not clear, especially in the early portion before the flow got going. A character jumble that took a while to come together in my head, not sure whether that was because something was lost in translation. I kept with it though because even with that I wanted to know where it was going.

I'd say for a book in this genre it was solid storytelling with a good premise and a decent execution with some small hiccups. Would I read more from Martin Krist? Yes absolutely. I have a sense of his voice now so I doubt the same problems would arise and he spins a good yarn. And I do love a good yarn.

Profile Image for Nana.
367 reviews20 followers
March 14, 2022
Verdammt guter Thriller. Super spannend und mitreißend, wohl auch nichts für schwache Nerven.

Ich mag behaupten, dass dieses Buch zu einem der besten Thriller gehört, die ich bislang gelesen habe. Ich kann es nur absolut empfehlen.
44 reviews1 follower
March 17, 2019
Very well written complex plot that kept you guessing right up till the final chapters. Fairly brutal in parts; not recommended for the faint hearted. I would have liked a little more ‘tidying up’ in the epilogue. My first read from this author and I will happily read more.
Profile Image for Sebastian.
756 reviews67 followers
August 26, 2012
Laura Theis hat es wahrlich nicht leicht: Ihr Mann hat sie für ihre beste Freundin verlassen, beruflich steht sie aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit kurz vor dem Rauswurf und dann muss sie sich auch noch alleine um die Erziehung ihrer beiden Kinder kümmern. Der kleine Sam läuft verträumt und tollpatschig durchs Leben und würde ohne ständiges Antreiben nichts auf die Reihe bekommen und ihre Tochter Lisa steckt mitten in der Pubertät, was ihre Mutter auch regelmäßig zu spüren bekommt – besonders als sie mitten im morgendlichen Alltagsstress einen Anruf von Lisas Lehrerin erhält, dass diese nicht zum Schulausflug erschienen ist. Laura fällt aus allen Wolken und legt sich die Standpauke schon zurecht, doch als sie auch nach Stunden keinen Hinweis auf Lisas Aufenthaltsort hat, alarmiert sie beunruhigt die Polizei…

In der Provinz verschwindet ein junges Mädchen – die Tat eines Serienmörders?

Währenddessen hat Alex Lindner ganz andere Sorgen. Seit er von seinen Eltern die örtliche Kneipe “Elster” in Finkenwerda übernommen hat, steckt er seine ganze Kraft in die Aufrechterhaltung der heruntergekommenen Gaststätte. Außerdem steht er kurz vor einem richtungsweisenden Treffen mit einem großen Lebensmittelhändler, der möglicherweise seine Spreewaldgurken-Rezeptur übernehmen will. Als er jedoch vom Verschwinden der 16-jährigen Lisa Theis erfährt, lässt er alles stehen und liegen und stürzt sich in die Suche nach dem Mädchen. Denn während alle anderen noch davon ausgehen, dass die rebellische Teenagerin freiwillig von Zuhause abgehauen ist, hegt Alex einen grausigen Verdacht: Bis vor drei Jahren war Lindner nämlich noch selbst als Polizist tätig und jagte einen brutalen Serienmörder, der jedoch nie gefasst werden konnte. Doch nun hat es den Anschein, als sei die “Bestie” von damals wieder aufgetaucht…

Neuer Roman von Marcel Feige unter dem Pseudonym “Martin Krist”

Der neue Thriller “Die Mädchenwiese” stammt aus der Feder des deutschen Autors Martin Krist – allerdings ist dieser Name nur ein Pseudonym, hinter dem sich der Schöpfer der Kommissar-Kalkbrenner-Reihe Marcel Feige verbirgt. Ich bin zum ersten Mal durch die Leseprobe bei vorablesen.de auf das Buch aufmerksam geworden und hatte anschließend das Glück, dass mir der Titel als Rezensionsexemplar angeboten wurde, was ich aufgrund des durchaus gefälligen Ersteindrucks gerne angenommen habe.

Beschaulicher Einstieg mit cleverer Erzählstruktur

Die Protagonisten der Handlung sind schnell aufgezählt: Neben der Familie Theis, bestehend aus Laura und ihren Kindern Sam und Lisa, sowie der Figur des Ex-Polizisten und jetzigen Kneipiers Alex Lindner steht vor allem Berta Kirchberger, eine alte und zurückgezogen lebende Frau, im Mittelpunkt der Erzählung. Alle Figuren werden gleich auf den ersten Seiten des Buches vorgestellt, sodass man ohne großes Vorgeplänkel direkt in die Story einsteigen kann. Von einem typischen Thriller ist man allerdings zu diesem Zeitpunkt noch ein gutes Stück entfernt, denn zunächst sieht erst einmal alles nach einem freiwilligen Verschwinden Lisas aus. So bekommt der Leser anfangs eine Szene zwischen dem Mädchen und ihrem Bruder präsentiert, in der Lisa sich heimlich über das Wochenende in die Stadt zum Feiern absetzen will. Man merkt schnell, dass das Familienleben bei den Theis’ in letzter Zeit sehr angespannt war, was die Anzeichen für eine jugendliche Flucht noch verdichtet. So läuft auch im Buch zunächst alles in diese Richtung, die Spannung ist daher auf den ersten rund 100 Seiten noch auf einem überschaubaren Niveau. Das heißt jedoch nicht, dass es zu Beginn langweilig zugeht, denn für Unterhaltung sorgt Martin Krist schon durch seine Art und Weise, wie er seine Geschichte erzählt.

Dies erfolgt nämlich über drei Handlungsstränge, von denen zwei gleich auf den ersten Blick miteinander verbunden sind. Krist wechselt regelmäßig und in kurzen Abständen zwischen Laura Theis und Alex Lindner und sorgt durch die vielen Szenenwechsel für willkommene Abwechslung. Immer wieder springt man von Lauras verzweifelter Suche nach ihrer Tochter zum gurkenzüchtenden Kneipenbesitzer, wobei Lindner erst etwas später in den Fall Lisa Theis eingreift. Zunächst muss er sich nämlich noch mit der Zukunft der “Elster” und seiner eigenen Herkunft beschäftigen, da ein Brief plötzlich sein gesamtes bisheriges Leben infrage stellt. Zu diesen beiden Geschichten gesellt sich aber noch ein dritter Erzählstrang, der sich deutlich von den beiden anderen unterscheidet. In Rückblenden berichtet Berta Kirchberger, die aufgrund ihres kauzigen Auftretens im Dorf als Hexe verschrien ist, über ihr bewegtes Leben – und das hat wirklich einiges zu bieten. Gebannt verfolgt man eine tragische Geschichte über Missbrauch und Gewalt, die sehr intensiv erzählt wird und einen gelungenen und spannenden Gegenpol zur Vermisstenstory bietet.

Sehr spannende und mitreißende zweite Hälfte

Natürlich merkt aber auch irgendwann der letzte in Finkenwerda, dass hinter Lisas Verschwinden doch mehr stecken könnte als die Laune eines aufsässigen Teenagers. Das dauert zwar überraschend lange – wobei vor allem Lauras Schwager Frank, der selbst bei der Polizei ist, fast unglaubwürdig lange die Augen vor der Wahrheit verschließt – doch wenn der Fall dann einmal ins Rollen kommt, zieht Martin Krist auch die Spannungsschraube deutlich an. Nun rückt er auch nach und nach mit Enthüllungen über die Hauptfiguren raus, die zwar schon früh angedeutet werden, bei denen man sich als Leser aber zunächst eine Weile gedulden musste. Gekonnt führt der Autor im letzten Drittel dann die offenen Fäden zusammen, was in einem wirklich sehr spannenden Schlussakt gipfelt. Zwar geizt Krist ein wenig mit Überraschungen oder unvorhergesehenen Wendungen und die Enthüllung des Mörders war für mich auch nicht mehr allzu überraschend, der Spannung tut dies aber keinen Abbruch. Dafür sorgen alleine schon die sehr kurzen Kapitelabschnitte und die vielen kleinen Cliffhanger, die geschickt zum Weiterlesen animieren.

Interessante Figurenkonstellation und glaubwürdige Charaktere

Auch die Figurenkonstellation des Romans weiß zu gefallen. Bis auf den erwähnten Polizisten, der aufgrund seiner Berufserfahrung die Situation eigentlich besser einzuschätzen wissen müsste, agieren alle Charaktere sehr glaubwürdig und nachvollziehbar und bieten auch viele Möglichkeiten zur Identifikation. Mir persönlich hat die Figur des Alex Lindner am besten gefallen, der sehr hartnäckig und gegen alle Widerstände nach dem vermissten Mädchen fahndet. Lisas Mutter kommt verständlicherweise nicht ganz so gut weg, die Vernachlässigung ihrer Kinder basiert aber auf durchaus nachvollziehbaren Gründen, sodass Krists Darstellung der Frau nicht zur reinen Schuldzuweisung wird. Viele werden vermutlich auch den kleinen Sam ins Herz schließen, allerdings fand ich diese Figur mit fortschreitender Handlung zuweilen recht anstrengend. Natürlich hat er es unter Berücksichtigung seiner familiären Situation nicht leicht, doch dieses permanent weinerliche und unbelehrbare Häufchen Elend strapaziert nicht nur die Nerven seiner Mutter, sondern aus meiner Sicht auch die des Lesers.

Schlussfazit:
Martin Krist hat mit “Die Mädchenwiese” einen gelungenen Thriller hingelegt, der trotz etwas behäbigem Beginns durchweg kurzweilig geschrieben ist und mit glaubwürdigen und interessanten Charakteren punktet. Ebenfalls lobend zu erwähnen ist das sehr stimmungsvolle Provinz-Setting, das vor allem durch die anschaulichen Spreewald-Passagen eine packende Atmosphäre erzeugt. Wer sich hierbei nicht nur auf seine Vorstellungskraft verlassen möchte, der findet auf der Facebook-Seite des Autors übrigens auch ein paar schöne Fotos mit entsprechenden Buchzitaten, welche die Stimmung des Romans recht gut einfangen.

Packender Thriller für warme Sommerabende

Trotz der sehr geradlinig verlaufenden Handlung, die manchmal ein wenig zu sehr vorhersehbar ist, bewegt sich die Geschichte vor allem in der zweiten Hälfte auf einem sehr hohen Spannungsniveau und überzeugt auch durch die gut miteinander verwobenen Handlungsstränge. Da das Buch über weite Strecken frei von blutrünstigen und reißerischen Gewaltdarstellungen ist, eignet sich “Die Mädchenwiese” auch gut für zartbesaitete Gemüter. Fazit: Clever konstruiert, spannend geschrieben – kurz gesagt, ein guter Thriller für warme Sommerabende.
Profile Image for WortGestalt.
255 reviews21 followers
November 25, 2015
Eine Lichtung im Wald. Ein kleines Dorf in Brandenburg. Ein Ex-Kommissar aus Berlin, der dort eine Kneipe betreibt. Eine Mutter, deren Tochter verschwindet. Und eine alte Frau mit einer Geschichte. Das ist „Die Mädchenwiese“ von Martin Krist. Ein Thriller, der sich mit dem Davonlaufen und dem Verlorengehen beschäftigt.

Zerrüttete Familien, verschwundene Töchter, Kindheit, das sind die Themen, die aufgegriffen werden und denen ich auch in „Engelsgleich“ und „Drecksspiel“ begegnet bin, den anderen beiden Thrillern, die ich von Martin Krist bisher gelesen habe. Die Umsetzung ist hier aber eine andere. Der Schauplatz wechselt vom lauten Berlin ins leise Finkenwerda, ein kleines Dorf im Spreewald. Und statt der organisierten Kriminalität tritt hier ein Serienkiller auf den Plan. Allerdings weicht „Die Mädchenwiese“ von der üblichen Herangehensweise an die Serienkillerthematik ab, geht ganz anders an die Geschichte heran, erzählt eine andere Geschichte.

Und es ist eben diese Geschichte von Berta Kirchberger, die für mich diesen Thriller prägt. Die alte Frau, die im Dorf von den Kindern als Hexe verlacht wird und für Schauergeschichten herhalten muss, als Drohung, wenn die große Schwester dem kleinen Bruder einimpft, auf keinen Fall Mama zu verraten, dass sie übers Wochenende zu ihrem neuen Freund nach Berlin fährt. Denn wenn er das verrät, dann kommt die alte Kirchberger und holt ihn! Dabei kommt sie nie zu den lebenden Kindern...

Ihre Geschichte, ihr Leben, wird parallel zur Haupthandlung erzählt und erreicht eine Traurigkeit, die die Serienkillerelemente in den Schatten zu stellen vermag.

Natürlich ist wie immer alles eng miteinander verbunden, was in einem Krist-Thriller passiert. Mit dem gewohnt-geliebten temporeichen Wechsel von Handlungsstrang zu Handlungsstrang baut Martin Krist auch in diesem Buch wieder ein sehr dynamisches Geschehen auf. Hauptakteure sind in diesem Fall die Mutter Laura Theis, die von ihrem Mann verlassen wurde und unter Schulden, Frust und Kummer die Zuneigung zu ihren Kindern begräbt und der Ex-Polizist Alex Lindner, der seine Marke und seine Waffe gegen einen Zapfhahn und Gurken im Spreewald tauschen musste. Beide haben jedoch nur peripher miteinander zu tun, das Bindeglied zwischen diesen beiden Ketten ist Lauras verschwundene Tochter Lisa. Die kehrt nach einem Wochenende in Berlin, von dem ihre Mutter nichts wusste, nun nicht mehr nach Hause zurück. Ausgerissen oder weggenommen? Davongelaufen oder Verlorengegangen? Der Ex-Polizist Alex Lindner hat da so einen Verdacht. Seinen letzten Fall in Berlin konnte er nie abschließen.

Und so verweben sich hier wieder mehrere Handlungsfäden dicht an dicht und verwickeln auf Basis des Serienkillermotivs den Leser in eine Geschichte, die aus verschiedenen Blickwinkeln wahrgenommen ganz unterschiedliche Eindrücke aufkommen lässt und weit über die Inszenierung eines Killers hinausgeht. Es sind die Defizite und das Fehlverhalten einzelner Figuren, die einen hier immer wieder anspringen. Da ist diese Mutter, abgekämpft vom Alltag, die ihre Kinder nur noch als nervige Randnotiz wahrnimmt, bis eines verschwindet, dann der Ex-Polizist, müde und kraftlos erst, dann wütend und tatendurstig, der kleine Bruder des verschwundenen Mädchens, der sich in den Augen der Erwachsenen zu oft zu seltsam benimmt um gehört zu werden, wenn er wieder vom Spielen im Wald zurückkehrt und dann die alte Frau, Berta Kirchberger, deren Geschichte auch Erwachsenen eine Gänsehaut über den Rücken jagt, nur aus ganz anderen Gründen als es bei den Kindern im Dorf und ihren Spukgeschichten geschieht.

Fazit: „Die Mädchenwiese“ erzählt eine zutiefst traurige Geschichte, die die Serienkillerthematik dieses Thrillers in den Schatten zu stellen vermag. Die Story ist wendig und temporeich und arbeitet mit allen klassischen Thrillerelementen, aber mit der Figur der Berta Kirchberger prägt der Geschichtenerzähler Martin Krist dieses Buch in besonderer Weise.

Bewertung: 86,6 %
Stil: 4/5 | Idee: 4/5 | Umsetzung: 5/5 | Figuren: 4/5 | Plot-Entwicklung: 4/5
Tempo: 5/5 | Tiefe: 5/5 | Komplexität: 4/5 | Lesespaß: 4/5 | = 4,33 Punkte


© http://wortgestalt-buchblog.blogspot.de
Profile Image for Corinna.
114 reviews21 followers
March 14, 2015
In dem kleinen Dorf Finkenwerda im Spreewald ist nicht viel geboten. Es gibt eine kleine Kneipe, einen Supermarkt und einen Jugendclub. Alles ist völlig normal. Bis ein Mädchen spurlos verschwindet – Lisa -

Lisa Theis, 16 Jahre, ist die Tochter von Laura, diese ist alleinerziehend und immer furchtbar gestresst, hat kaum Zeit für ihre Kinder Lisa und Sam. Genau genommen hat sie nicht einmal eine Ahnung davon was ihre Kinder gerne mögen oder essen, da sie eigentlich nur mit sich selber beschäftigt ist. Furchtbar unsympathisch macht sie auch, dass sie ständig nur rumschreit und niemanden ausreden lässt, ständig fährt sie jemandem über dem Mund, genau wie ihr Schwager Frank. Auch er lässt niemanden zu Wort kommen. Diese Eigenschaft macht die beiden zu unangenehmen Zeitgenossen. Ich wäre gerne ein paar Mal ins Buch gesprungen, um sie zu schütteln.

Das Buch ist in unterschiedlichen kurzen Abschnitten aufgebaut, sprunghaft und am Höhepunkt der Spannung wechselt Martin Krist in eine andere Perspektive. Da wäre zum einen die Geschichte von Berta Kutscher. Sie erzählt jemandem ihre traurige und teilweise schreckliche Geschichte.

Dann wäre da noch Alex Lindner, er besitzt die Kneipe „Elster“. Sie gehörte früher seinen Eltern. Eigentlich ist Alex Kriminalpolizist. Er jagte bis vor drei Jahren die Bestie. Ein Mörder, welcher junge Mädchen entführte, quälte, folterte und anschließend irgendwo ablegte. Doch Alex beging einen folgenschweren Fehler und hat seinen Job an den Nagel gehängt. Seine Freunde sind für ihn sehr wichtig. Da wäre Ben, ein Sozialarbeiter ohne Job, der den Jugendclub im Ort betreut. Norman ein Anwalt, der mit seiner Familie in Berlin wohnt und Paul. Paul ist Journalist und auf der Suche nach der großen Story.

Alle Handlungsstränge laufen parallel zueinander, nur bei Berta ist es anders, ihre Geschichte spielt in der Vergangenheit.

Ganz klar sticht heraus, was fehlende Kommunikation zur Folge haben kann. Nicht zuhören oder ausreden lassen oder einfach etwas verschweigen oder gar totschweigen macht die Dinge nicht besser. Martin Krist schafft realistische Charakter mit allen Fehlern und Schwächen, die ein Mensch eben haben kann. Da wäre zum einen der kleine Sam, er möchte nicht als Loser angesehen werden, hat aber vor allem möglichen furchtbare Angst und ist dennoch auf seine Art mutig. Auch Bertas Geschichte ist erschreckend glaubwürdig und nachvollziehbar. Und lies mich manches Mal nach Luft schnappen.

Fazit

Es geht in Mädchenwiese nicht nur alleine um eine Bestie, die willkürlich Mädchen mordet, sondern auch um die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das Versagen und auch die Überforderung der eigenen Vergangenheit oder der Fehler, die man nicht wieder ungeschehen machen kann. Die Auflösung, wer die Bestie tatsächlich ist hat mich überrascht. Martin Krist zeigt in Mädchenwiese auf was das Umfeld und die Erziehung aus einem Menschen machen können und vor allem wozu Menschen wirklich fähig sind. Ein erschreckender, beklemmender und absolut lesenswerter Thriller.
Profile Image for Wal.li.
2,576 reviews72 followers
April 5, 2019
Das Spiel

Die junge Lisa ist unzufrieden, ihre Mutter meckert andauernd rum und ihr kleiner Bruder Sam hängt an ihrem Rockzipfel. Lisa will weg aus ihrem kleinen Spreewald-Kaff. Sie verspricht Sam allerdings, dass sie bald wieder da ist. Doch dann ist sie nicht wieder da. Ihre Mutter Laura findet heraus, dass sie etliche Dinge von ihrer Tochter nicht wusste. Sie war sicher, dass das Töchterlein sich regelmäßig in der Schule aufhält. Dem war nicht so. Durch diese und ähnliche Umstände bedingt, wird Lisas Verschwinden erst später bemerkt. Als Laura klarwird, dass etwas passiert sein muss, geht sie sofort zur Polizei.

Von ihrem Mann getrennt, mit einem Job, der nicht viel einbringt, einem Haus, das sie nicht bezahlen kann und Kindern, die zu hüten fast unmöglich ist. Laura ist mit der Situation überfordert. Doch nun unternimmt sie alles, um ihre Tochter wiederzufinden. Das ganze Dorf ist beteiligt, jeder kennt Lisa und Sam, jeder weiß etwas zu berichten. Solange allerdings auch die Polizei eher denkt, Lisa sei abgehauen und tauche schon wieder auf, ist die Chance auf ein Auffinden eher gering. Sam, der vor Angst und Sorge nicht aus und ein weiß, wird nicht gehört.

Aus verschiedenen Perspektiven nähert man sich Lisas Verschwinden. Sie ist ein normales junges Mädchen an der Schwelle zur Frau, sie strebt in die Welt, sie weiß, was gut für sie ist. Bis sie sich irrt. Ein fataler Fehler. Und die Leute haben sich ein Bild von ihr gemacht, deshalb sorgen sich die Meisten nicht gleich. Geschickt zieht der Autor die Schlinge enger, sowohl um Täter als auch um Opfer und Helfer. Gerade die eingestreuten Schilderungen einer Dorfbewohnerin sind manchmal schwer zu ertragen. Auch wenn es verständlich ist, dass die Sorge um Lisa im Vordergrund steht, wirkt das sich verschließen und niederreden alles anderen manchmal ein wenig übertrieben. Glücklicherweise ist die Geschichte fesselnd und die Auflösung überraschend, so dass jede weitere Wendung neugierige Erwartung auslöst.

3,5 Sterne
Profile Image for Svenja.
1,058 reviews65 followers
January 29, 2016
Abbruch nach 219 Seiten!

Für Thrillerfans ist das Buch bestimmt perfekt. Mir ist es einfach zu viel. Ich mag einfach nicht von Vergewaltigungen und Folter lesen. Das tut mir in der Seele weh. Da bin ich zu empfindlich...
Profile Image for Sarah.
240 reviews5 followers
August 10, 2012
"Die Mädchenwiese" von Martin Krist ist ein wirklich spannender deutscher Thriller, der mir mit einigen Abstrichen sehr gut gefallen hat. Dazu aber später, erstmal zum Inhalt:

In dem kleinen Dorf Finkenwerda in der Nähe von Berlin verschwindet Lisa, ein 16jähriges Mädchen. Ihre alleinerziehende, ohnehin schon gestresste Mutter Laura ist außer sich vor Sorge, ihr kleiner Bruder Sam ebenfalls. Zunächst deutet alles darauf hin, dass die unglückliche, rebellische Tochter einfach nur weggelaufen ist, doch Laura lässt nicht locker und veranlasst ihren Schwager Frank, der Polizist ist, zu einer groß angelegten Suchaktion - zunächst ohne Erfolg. Doch der Kneipenbetreiber des Dorfes, Alex Lindner wird unruhig, denn bis vor drei Jahren hatte er selbst noch als Polizist gearbeitet und die "Bestie" gejagt, die junge Frauen auf scheußliche Art ermordete und dabei einen Fehler gemacht...

Der Prolog von "Die Mädchenwiese" beginnt mit einer von gefühlt unzähligen Perspektiven. Berta, eine ältere Frau, die im Dorf aufgrund ihrer zurückgezogenen Lebensweise auch als "Hexe" bezeichnet wird, vergräbt auf einer Wiese eine Mädchenleiche, wie es ihr von einer Stimme in ihrem Kopf befohlen wird. Kurz darauf begegnet sie auf der Straße Lisa und ihrem Bruder Sam und die Stimme in ihrem Kopf verkündet Unheilvolles. Was die alte Dame mit dem grausigen Morden verbindet berichtet sie anschließend über die gesamte Länge des Romans selbst. In jedem zweiten Kapitel erzählt sie in der Ich-Perspektive, an zunächst unbekannte Zuhörer gewandt, von den schlimmen Ereignissen ihres Lebens, beginnend mit ihrer Kindheit. Schon diese Geschichte aus der Vergangenheit, die als Hintergrund zu den aktuellen Fällen der verschwundenen Mädchen dient, ist nichts für schwache Nerven. Missbrauch und Gewalt beherrschen diese Kapitel.

Die restlichen Kapitel werden aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt. Hier beginnt für mich die erste Schwachstelle des Romans. Die Abschnitte der einzelnen Protagonisten sind alle recht kurz und enden in der Regel auf ihrem Spannungshöhepunkt. Anschließend wird - von einer Leerzeile abgesehen ohne erkennbare Trennung - auf den nächsten Protagonisten gewechselt. Selbst im Prolog finden sich schon solche Sprünge. Durch das aprubte Ende eines jeden Abschnitts bleibt die Spannung natürlich hoch und fesselt den Leser an das Buch, durch den schnellen Wechsel auf einen neuen Protagonisten verwirrt es allerdings auch manchmal, zumal das Abschnittsende häufig mit dem Seitenende übereinstimmt und dann nicht einmal mehr eine Leerzeile den plötzlichen Sprung ankündigt. Die Vielzahl der Protagonisten wirkte daher auf mich ein wenig ungeordnet und leider erfährt man durch die kurzen Abschnitte über jeden einzelnen immer nur recht wenig.

Außerdem bin ich sehr zwiegespalten, was die einzelnen Protagonisten im Speziellen angeht. Einige fand ich gut gelungen, besonders die Perspektive der alten Berta und später auch die Sicht des entführten Mädchens, aber einige andere raubten mir in ihrer verherrsehbaren Dummheit den letzten Nerv. Es ist ein wiederkehrendes Motiv in "Die Mädchenwiese", dass einige, darunter selbst der ermittelnde Polizist, niemanden ernst nehmen und stattdessen jedem, der etwas zu sagen hat, beinahe hysterisch über den Mund fahren. Diese Art, die Informationsbeschaffung und somit auch den Ermittlungsfortschritt hinauszuzögern, mag für andere Leser spannend sein, für mich funktioniert das einfach nicht. Es lässt die Figuren irrational und dumm wirken, den Handlungsverlauf in die Länge gezogen und plump.

Würden sie Figuren wenigstens aus ihrem Fehlverhalten lernen und sich in der nächsten, ähnlichen Situation anders verhalten, sodass man von einer Entwicklung sprechen könnte, wäre ich zufrieden gewesen, aber dem ist nicht so. Tatsächlich ist die nervtötende Angewohnheit nicht zuzuhören in diesem Buch schon fast Routine und nicht einmal die falschen Fährten konnten dadurch punkten. Ich weiß doch durch die anderen Perspektiven längst, dass sich hier jemand verrannt hat, und die Vehemenz, mit der einige Figuren dann weiter "rennen", veranlasste mich nur noch zum genervten Augenrollen - und zu sonst nichts.

Am wenigsten anfangen konnte ich dabei mit der Figur "Sam", dem kleinen Bruder der vermissten Lisa. Ich weiß nicht, ob er vielleicht unschuldig und süß wirken sollte, und ich fühle mich fast schlecht, zu sagen, dass ich einen 8jährigen Jungen einfach nur grässlich fand, aber so war es. Ein ständig weinendes, überhaupt nicht lernfähiges Häufchen Selbstmitleid, das - als würde man ununterbrochen auf "repeat" drücken - immer wieder die gleichen Dummheiten abspult. Kein Wunder, dass Mutter und Schwester von ihm völlig genervt sind, ich war es schon nach wenigen Seiten auch. Leider fand ich diesen Charakter einfach nur überzogen.

Den Schreibstil des Autors und, abgesehen von den etwas unglücklich gekennzeichneten Perspektivwechseln, auch den Aufbau des Romans möchte ich dagegen noch einmal lobend erwähnen. Die Spannung ist nach einer etwas flacheren Einleitungsphase durchgehend sehr hoch, der Thriller ist gut durchdacht, hat eine mitreißende und stimmige Hintergrundgeschichte und verursacht wirklich Gänsehaut. Auch wenn ich von manchmal vom Ablauf der Handlung und einigen Protagonisten richtig genervt war, klebte das Buch förmlich an meinen Händen und, während ich andere Bücher bei so viel entnervtem Augenrollen wahrscheinlich schon längst in die Ecke geschmissen hätte, konnte ich dieses hier einfach nicht weglegen. Dazu kommt auch noch die düstere, gelungene Covergestaltung die das Bild eines weitestgehend gelungenen Thrillers abrundet.

Fazit: Ja, "Die Mädchenwiese" ist ein gut geschriebener, mitreißender Thriller und sicher nichts für schwache Nerven. Aber obwohl ich durch die Seiten nur so geflogen bin und es nicht aus der Hand legen konnte, kann ich aufgrund des etwas konstruierten Handlungsverlaufes und der teilweise etwas unausgegorenen Charaktere keine volle Punktzahl vergeben. Ich schwanke daher zwischen 3 und 4 Sternen, komme aber zu dem Schluss, dass dieser Thriller doch zu spannend ist, um "nur" mittelmäßig zu sein und gebe daher knappe 4 Sterne.

Profile Image for Bücher Dreams.
95 reviews2 followers
November 21, 2017
Rezension

„Die Mädchenwiese“
von Martin Krist

Heftig gut!
Wenn ich eine Rezension mit diesen Worten eröffne, dann hat mich das Buch umgehauen.

Als Lisa verschwindet, glaubt zunächst keiner an ein Verbrechen. Außer ihr kleiner Bruder Sam, der sich aber bei den Erwachsenen kein Gehör verschaffen kann.

Ein mit Hochspannung geladenes Buch, das man nicht mehr weglegen kann, sobald man angefangen hat zu lesen.

Der Schreibstil von Martin Krist ist leicht, spannend, fesselnd und mitreißend.
Das Buch ist aus fünf Perspektiven geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat, da jeder Charakter sehr gut ausgearbeitet ist. Die Perspektiven sind so gut geschildert, dass man nie den Faden verliert.
Beim Lesen findet man schnell Bezug zu den Charakteren.
Ich werde die fünf aber nicht auflisten. Jeder, der das Buch kennt, weiß, warum. Diejenigen, die es noch lesen werden, würden ansonsten gespoilert werden.

Es war mein erstes Buch von Martin Krist, aber es wird definitiv nicht das Letzte sein.
Für alle Thriller-Fans ein Muss.
Klare Leseempfehlung

Von mir 5/5 Sterne
⭐⭐⭐⭐⭐

Verlag: Ullstein
Erscheinungstermin: 10.08.2012
Buchlänge: 416 Seiten
Profile Image for Mika Favell.
Author 3 books
March 20, 2022
Dieses Buch ist super geschrieben, am Anfang ist der Wechsel jedoch etwas anstrengend. Ich war auf der einen Seite fasziniert und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, aber auf der anderen Seite war es mir zu brutal und es hat mich schon fast angewidert, sodass ich letztendlich froh war, als ich endlich fertig damit war. Als Frau würde ich sowas niemals schreiben und ich möchte es auch nicht nochmal lesen.
Profile Image for LeseMaus.
63 reviews
September 29, 2012
Der erste Satz: „Als hätte er nur auf sie gewartet.“

Das Äußere: Von außen sieht dieses Taschenbuch auf jeden Fall aus wie ein gruseliges Buch – es sind nämlich verschiedene Schmetterlinge wie an einem Mobilé aufgehängt – die Flügel sind dabei zum Teil schon gebrochen. Zum Titel des Buches habe ich dabei allerdings keine Assoziation. Das Taschenbuch hat einen angenehm flexiblen Rücken, so dass überhaupt keine Leserillen entstehen, wenn man vorsichtig ist – das finde ich immer ganz wichtig.

Das Innere: Laura ist mit ihrem Job im Callcenter, ihrer Tochter Lisa und ihrem Sohn Sam überfordert – zumal sich vor einiger Zeit ihr Mann Rolf von ihr getrennt hat und darauf drängt, endlich das gemeinsame Haus zu verkaufen. Eines Morgens erhält Laura einen Anruf von Lisas Klassenlehrerin: Lisa ist nicht zum Schulausflug angetreten. Besorgt eilt Laura nach Hause und versucht herauszufinden, wo Lisa sich aufhalten könnte. Hilfe bekommt sie von ihrem Schwager Frank, der glücklicherweise bei der Polizei arbeitet und so recht schnell eine Vermisstenmeldung absetzen kann. Während Laura daheim verzweifelt nach einem Hinweis auf Lisas Verbleib sucht, nimmt der kleine Sam die Suche selbst in die Hand. Denn er ist der einzige, der weiß, dass Lisa nicht einfach nur von zuhause abgehauen ist…

Das Wesentliche: Martin Krists Thriller „Die Mädchenwiese“ beginnt mit einigen Handlungssträngen, in die ich mich erst einmal hineinfinden musste: Da gibt es Berta, eine alte, verwirrte Frau, die Stimmen hört, aber ganz real ein ermordetes Mädchen im Wald fast liebevoll mit Erde und Ästen bedeckt. Dann ist da Laura, die überforderte zweifache Mutter, die nicht in der Lage scheint, ihren Alltag ohne Mann und mit Job vernünftig zu meistern. Und es gibt Alex, einen ehemaligen Berliner Kriminalbeamten, der sich aufgrund eines Fehlers in seiner Ermittlungsarbeit in die Provinz zurückgezogen hat und nun die Kneipe seiner Eltern weiterführt, die womöglich gar nicht seine Eltern waren.

Keine Frage, durch diese drei parallel laufenden Szenarien muss man als Leser erst einmal durchblicken. Das gelingt natürlich, wenn man dabei bleibt – wie zu erwarten, laufen die Fäden nach und nach zusammen. Dieses Verweben der Elemente passiert nicht schnell, ganz im Gegenteil: Erst zum Ende hin wird das ganze Ausmaß der Tragödie deutlich gemacht. Dieser Spannungsaufbau hat mir ziemlich gut gefallen. Manche Leser wissen ja häufig schon sehr schnell, wer denn wohl der Täter sein könnte – mir geht es meistens nicht so, und so war es auch hier. Die Spannung hat sich für mich bis zum Schluss durchgängig gehalten.

Mit Laura konnte ich mich jedoch gar nicht anfreunden. Ihren ganzen Ärger und Frust lässt sie an ihren beiden Kindern aus – dabei sind die beiden diejenigen, die am wenigsten dafür können, dass Lauras Ehemann Rolf sie verlassen hat und die Geldsorgen überhand nehmen. Sie ist schon so nicht in der Lage, sich selbst zu reflektieren – ganz schlimm wird es, als Lisa verschwindet. Laura bemitleidet sich die meiste Zeit selbst und steigert sich in ihre Rolle als schlechte Mutter hinein. Dass Martin Krist eine der Hauptleidtragenden in seinem Krimi so wenig liebenswert beschrieben hat, ist ganz schön mutig!

Ich habe mich mehr als einmal auch über alle anderen Protagonisten im Buch geärgert, die nicht in der Lage sind, einem kleinen Jungen auch mal zuzuhören. Ständig fahren Mutter, Onkel, Tante & Co. dem kleinen Sam – Lisas Bruder - über den Mund und sind nicht bereit, auch nur ein einziges Mal die Ohren aufzusperren. Als das im Laufe des Buches einfach nicht besser wurde, wurde ich irgendwann regelrecht wütend. So ein pfiffiges Kerlchen – und keiner hört ihm zu! Denn er ist der einzige, der erstens weiß, dass seine Schwester nicht einfach abgehauen ist, sondern der auch noch recht schnell den Beweis dafür findet.

Alex ist die Person im Roman, mit der ich am meisten anfangen konnte. Er ist der ehemalige Polizist, der Berlin den Rücken gekehrt hat, als er die Ermittlung nach einem gefährlichen Serientäter hat aus dem Ruder laufen lassen. Nun betreibt er in der Provinz eine Kneipe und ist dabei, einen Käufer für sein Spreewaldgurken-Rezept zu finden, als ihn der Brief eines Mannes erreicht, der behauptet, sein Vater zu sein. Diese zunächst als Nebenhandlung ausgestaltete Situation erschien mir so wenig zur Haupthandlung zu passen, dass ich richtig gespannt war, wie hier die Fäden zusammenlaufen würden.

Die Ermittlungen selbst stehen übrigens gar nicht so im Vordergrund des Romans – was das Buch deutlich von anderen Büchern dieser Art unterscheidet. Gerade weil man wenig darüber erfährt, was die Polizei unternimmt, um Lisa wieder zu finden, zerren die Szenen aus Lisas Gefangenschaft ziemlich an den Nerven. Das hat Martin Krist gut gemacht – nicht nur der ungewöhnliche Aufbau des Buches, auch sein flüssiger Schreibstil hat bei mir dazu geführt, dass ich das Buch kaum weglegen wollte.

Das Fazit: Alles in allem ein spannender Roman, den ich jedem empfehlen kann, der dringend mal wieder einen Thriller zum Abtauchen braucht. Aber: man muss dazu bereit sein, sich aufgrund der Begriffsstutzigkeit der Protagonisten schon mal in Geduld zu üben.

Die Bewertung: Vier von fünf Sternen
Profile Image for Diogenes.
1,339 reviews
August 15, 2019
Very disjointed narrative and awkward transitions make it difficult to follow. English translation has many British colloquialisms, often dated. After a disjointed start, the plot comes together, but the poor first impression spoils leaves a sour taste.
Profile Image for Beate Werum.
1,153 reviews8 followers
August 30, 2019
Es hat etwas gedauert, bis ich mich in die Geschichte gefunden hatte, aber am wenigsten haben mich die Charaktere überzeugt. Erst genervt, dann verständnisvoll, um im nächsten Moment wieder ins alte Muster zu fallen.
Profile Image for Maura.
199 reviews59 followers
September 6, 2014
Inhalt:

Lisa verschwindet und versetzt ein ganzes Dorf in Aufruhr. Ist sie wirklich abgehauen zu ihrem älteren Freund, oder ist ihr etwas zugestoßen, wurde sie gar entführt? Auch wenn die Polizei zunächst davon ausgeht, dass Lisa wie viele andere Jugendliche auch, einfach abgehauen ist, ist sich Alex Lindner sicher: Der Mann, den er vor drei Jahren, als er noch Polizist war, gejagt hat, ist wieder zurück. Nun muss er aber auf jeden Fall gefangen werden, denn der Blutzoll wird steigen.

Aufmachung:

Das Cover von „Die Mädchenwiese“ gefällt mir wirklich unheimlich gut! Es ist in einem dunklen Blau gehalten, nur die Schmetterlinge sind etwas heller. Bei einem der Schmetterlinge ist ein Flügel abgebrochen und er ist voller Blut. Den Titel und den Autor kann man auf dem Cover ertasten, wenn man darüber fährt.

Aufbau, Schreibstil und Perspektiven:

Das Buch ist in 60 kurze Kapitel, einem Prolog und einem Epilog unterteilt. Die Kapitel enden immer mit einem Cliffhanger, weshalb man dann auch immer gleich das nächste Kapitel lesen möchte.

Der Autor benutzt meist kurze, prägnante Sätze. Dadurch lässt sich das Buch flüssig lesen und man kann sich so in der Geschichte verlieren.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die sich in kurzen Abständen abwechseln. Es gibt eine Perspektive, die in der Ich-Form als eine mündliche Erzählung geschrieben ist. Die anderen Perspektiven, z.B. die von Lisa oder die von Alex Linder, sind in der personalen Erzählperspektive verfasst.
Die Perspektiven enden jeweils, genauso wie die Kapitel, mit einem Cliffhanger, weshalb man dann einfach nicht aufhören kann, zu lesen.

Meine Meinung:

Bevor ich hier anfange, euch von dem Buch vorzuschwärmen, nenne ich euch lieber den einzig negativen Aspekt des Buches: der Anfang. Dadurch dass die Perspektiven so schnell wechseln, kommt man zu Beginn nur schwer in die Geschichte rein und hat relativ lange (ca. 100 Seiten) Probleme zu verstehen, worum sich das Buch nun dreht und wer wer ist. Wenn man dann zusätzlich noch so ein schlechtes Namensgedächtnis hat wie ich, steht man dann auch bei den vielen Namen erst einmal ratlos da.

Nachdem sich aber diese Schwierigkeiten gelegt haben (nach ca. 100 Seiten), wird das Buch richtig spannend. Man kann es kaum noch aus der Hand legen.
Da die Kapitel so kurz sind und immer mit einem Cliffhanger enden, denkt man sich stets „Ach, eins geht noch!“ und daraus wird dann schnell mehr als nur ein Kapitel.
Auch der häufige Perspektivenwechsel trägt dazu bei: Man möchte immer wissen, wie es gerade bei der Perspektive weitergeht, bei der gerade etwas aufregendes passiert oder die man einfach gern hat.
So liest man und liest man und merkt gar nicht, wie die Seiten dahinfliegen.

Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet. Sie haben alle ihre ganz eigenen Charakterzüge, Eigenschaften und Makel, sodass sie einem genauso auch im echten Leben auf der Straße hätten begegnet sein können.
Besonders Sam, Lisas kleiner Bruder, hat mir gefallen. Nicht unbedingt deshalb, weil ich ihn selber so gerne gemocht habe, sondern weil ich finde, dass er unheimlich realistisch herüberkommt und mit seiner kindlichen Denkweise Dinge sehen kann, die den Erwachsenen verborgen bleiben.
Lisa selbst macht im Buch eine große Wendung durch. Ich kann jetzt nicht genau sagen, was, denn dann würde ich zu viel verraten, doch lässt diese Lisa ebenfalls sehr echt wirken.

Lange weiß man nicht, wer der Täter ist. Man hat zwar einige Vermutungen, die man sich entweder selber erschließt oder die eben ganz direkt im Buch vorkommen, doch hätte ich nie erraten können, wer nun tatsächlich der Täter ist. Und selbst als man es dann weiß, sitzt man vor dem Buch und denkt sich „Das kann doch nicht sein!“, so überraschend ist das. Dennoch wirkt auch dies nicht wie aus der Luft gegriffen, sondern ist logisch nachvollziehbar und wird dem Leser verständlich gemacht.

Mein Fazit:

Trotz des etwas schwierigen Anfangs begeistert mich „Die Mädchenwiese“ völlig. Selten bekommt man ein so spannendes Buch in die Hände, dass auch noch so „bodenständig“ und realistisch ist. Die häufigen Perspektivenwechsel und die kurzen Kapitel mit ihren Cliffhangern haben ihr übriges dazu getan, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Jeder, der Thriller mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen!
Profile Image for Kerstin.
746 reviews24 followers
October 24, 2013
Kurzbeschreibung:
Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die toten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu. Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen. *Quelle*

Zum Autor:
Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.

Meinung:
Im kleinen Ort Finkenwerda verschwindet die 16-jährige Lisa spurlos. Ihre Mutter Laura, die seit kurzer Zeit allein mit ihr und dem 8-jährigen Sam lebt, ist mit den Kindern überfordert. Ihr Mann Rolf hat sie für ihre beste Freundin sitzen lassen und so muss sie sich mit einem Callcenter-Job über Wasser halten. Halt bekommt Laura von ihrem Schwager Frank und dessen Frau Renate geboten. Frank ist Polizist und geht davon aus, dass Lisa abgehauen ist, da sie zuhause zu wenig Aufmerksamkeit bekommt und mitten in der Pubertät steckt. Doch Laura denkt anders und bittet ihn um eine groß angelegte Suchaktion.

Desweiteren lernt der Leser Alex Lindner kennen, den Dorfwirt in Finkenwerda, der bis vor drei Jahren ebenfalls Polizist war. Ihm kommt schon bald der Verdacht, dass Lisa von der Bestie entführt wurde, einem Täter, dem er damals auf der Spur war und der ihm durch eigenes Verschulden durch die Lappen ging. Dann gibt es noch Berta Kirchberger, eine alte Frau aus dem Dorf, die als Hexe verschrien ist. Sie erzählt rückblickend aus ihrem Leben, das nach dem Tod des Vaters von Missbrauch und Gewalt gezeichnet war. Und auch Lisa selbst kommt als Opfer zu Wort.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Erzählstränge baut Martin Krist die Handlung in Die Mädchenwiese auf. Was noch recht beschaulich beginnt, steigert sich schon sehr bald in eine Spannung, die bis zum Ende gehalten werden kann. Die schon angesprochenen Erzählstränge wechseln in einer regelrechten Tour de Force, denn abschnittweise springt Martin Krist von Person zu Person und hinterlässt jeweils geschickt eingebaute Cliffhanger, sodass die Seiten beim Lesen nur so fliegen.

Wer kein Freund von solch vielen Perspektivwechseln ist, wird mit Die Mädchenwiese nicht viel Freude haben, ich hatte sie definitiv, denn ich mag Thriller mit vielen Charakteren, da sie meiner Meinung nach die Handlung dadurch interessanter gestalten. Auch vor recht ekligen Szenen macht der Autor nicht halt, da sind in einigen Momenten des Lesers gute Nerven durchaus gefragt.

Womit ich mich nicht so gut anfreunden konnte, war die Figur der Berta Kirchberger. Zwar musste sie in ihrem Leben viel Gewalt ertragen, wofür sie mir natürlich leidtat, aber auf der anderen Seite konnte ich nicht verstehen, warum sie sich niemandem offenbart hat, vor allem nicht ihrer Freundin Regina gegenüber, die schon bald etwas ahnte und sie immer wieder darauf ansprach. Ebenso unverständlich war mir der Charakter des Sam, dem 8-jährigen Bruder Lisas. Ich habe noch nie ein so weinerliches Kind erlebt, das immer wieder dieselben Fehler macht und nicht schlau daraus wird.

Trotz dieser kleinen Mankos kann ich Die Mädchenwiese aufgrund seiner spannenden Handlung und dem doch verblüffenden Ende nur weiterempfehlen. Martin Krist ist mit diesem Roman auf jeden Fall in meine "Gehört-zu-meinen-Lieblingsautoren"-Liste gewandert und somit freue ich mich, demnächst Drecksspiel und auch die Paul Kalkbrenner-Trilogie lesen zu dürfen.

Fazit:
Ein spannender Thriller, der vor allem durch seine schnell wechselnden Perspektivsprünge glänzt und durch sein Ende zu überraschen weiß.
Profile Image for Sarah.
302 reviews25 followers
August 14, 2012
Zum ersten Mal habe ich einen Thriller bei Vorablesen.de gewonnen. Vielen Dank dafür!

Finkenwerda, ein kleines Dorf nicht weit entfernt von Berlin. Im Prolog findet die alte Bertha ein totes und grausam verstümmeltes Mädchen auf einer Lichtung im Wald. Doch anstatt zur Polizei zu gehen, bedeckt sie die Leiche, bestattet sie auf ihre eigene, liebevolle Weise und geht ins Dorf zurück. Sie kann nichts sagen, denn sie kennt den Mörder des Mädchens, der schon so vielen anderen Mädchen Leid angetan hat, nur zu gut. Deshalb weiß sie auch, dass er sie jederzeit finden kann. Sie ist nicht sicher vor ihm.

Im Dorf angekommen, läuft sie dem kleinen Sam und seiner älteren Schwester Lisa über den Weg. Lisa ist so freizügig angezogen, wie auch all die Opfer des Mörders angezogen sind, fällt Bertha auf. Doch sie sagt nichts, lässt sich von dem Mädchen noch hinterherrufen und verschwindet schnell im Haus.

Nach diesem Wochenende, das Lisa bei ihrem viel älteren Freund Berthold, von dem ihre Mutter nichts weiß, verbringen wollte, kommt sie nicht wieder nach hause zurück. Ihr kleiner Bruder Sam ist verzweifelt, er wollte nicht, dass Lisa geht, musste ihr dann aber versprechen, niemandem zu sagen, wo sie ist. So genau weiß er das ja selbst nicht. Aber Lisa hat versprochen, dass sie zurückkommt, deshalb wird sie das auch, davon ist Sam am Anfang noch überzeugt. Doch je länger sie fortbleibt, desto mehr Angst bekommt Sam. Doch keiner der Erwachsenen um ihn herum hört ihm richtig zu.

Seine Mutter nicht, die erst vor kurzem von ihrem Mann mit ihrer besten Freundin betrogen wurde und sich nun mehr schlecht als recht alleine um ihre beiden Kinder kümmert, sein Onkel nicht, der bei der Polizei ist und alles tun will, um Lisa so schnell wie möglich zu finden und auch seine Tante nicht, die ihn für ein paar Tage zu sich geholt hat, da seine Mutter sowieso schon fertig mit den Nerven ist.

Als er erfährt, dass Lisa verschwunden ist, kann Alex Lindner, seines Zeichens ehemaliger Kriminalkommissar, es nicht lassen, auf eigene Faust zu ermitteln. Sehr zum Unbehagen der Polizei, da Alex vor einigen Jahren, als „Die Bestie“ schon einmal junge Mädchen entführt, verstümmelt und getötet hat, wegen seiner Verzweiflung über einen gescheiterten Plan, „die Bestie“ zu fassen, zu trinken anfing und vom Dienst suspendiert wurde. Damals wurde, da er sich ablenken ließ, eine Kollegin, die den Lockvogel für „die Bestie“ spielen sollte, getötet. Deshalb (und weil er Lisas Mutter Laura etwas mehr als nur sympathisch findet) alles daran setzen, dass Lisa gefunden wird.

Ich fand den Fall sehr spannend und auch die einzelnen Charaktere wirklich ausführlich und liebevoll beschrieben, man konnte sich sehr gut in jeden einzelnen hineinversetzen und hatte nicht (wie das bei manchen anderen Krimis oder Thrillern der Fall ist) das Gefühl, dass Nebenfiguren nur da sind, um eben noch ein paar mehr Charaktere zu haben.

Was ich anfangs etwas verwirrend fand, waren die ständigen Perspektivenwechsel. Schon im Prolog werden die Erzählperspektiven gewechselt und später auch noch sehr, sehr oft. Ich fand es aber sehr spannend, immer einmal wieder etwas von Berthas schrecklicher und trauriger Vorgeschichte zu erfahren und parallel dazu über Lisas Verschwinden und dessen Konsequenzen zu lesen.

So ganz weiß ich noch nicht, was ich von diesem Thriller halten soll. Er ist gut geschrieben, er lässt sich sehr leicht und flüssig lesen und ist sehr, sehr spannend, aber es sind auch ein paar Ungereimtheiten enthalten und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob mir die Charaktere jetzt gefallen haben oder nicht. Die allerletzte Erklärung am Ende des Buches war mir auch etwas zuviel des Zufalls, aber das ist nicht weiter tragisch. Ich würde gerne noch ein zweites Buch mit Alex Lindner als Ermittler lesen!
Profile Image for Butterblume.
180 reviews99 followers
January 5, 2013
Ein spannender deutscher Thriller!
Inhalt
Es geschehen seltsame in einem kleinen Ort im Spreewald. Ein Ort der so klein ist das jeder jeden kennt. Jeder kennt auch die seltsame alte Frau, die nachts durch das Dorf schleicht und vor sich hin brabbelt. Viele fragen sich was es mit dieser Frau auf sich hat. Auch die Geschwister Lisa und Sam. Lisa erzählt ihrem kleinen Bruder das die alte Frau eine Hexe ist, und aus diesem Grund macht der kleine Junge stets einen großen Bogen um diese Frau. Doch das ist noch nicht genug. Eines Tages verschwindet Lisa, nachdem sie sich zu ihrem Freund geschlichen hat , spurlos. Die Mutter,Laura, ist total verzweifelt. Die anfängliche Wut schlägt sich schnell in Sorge um. Schnell wird die Polizei dazugeschaltet und auch der kleine Bruder von Lisa,Sam, macht sich auf Spurensuche...
Charaktere
Lisa, ein Teeniemädchen, mitten in der Pubertät. Daher geht zu Beginn auch jeder davon aus, dass Lisa einfach nur ausgebückst ist und schon wieder zurück kommen wird. Dem ist nichts so.
Sam, der kleine Bruder von Lisa, der weiß zu wem sie in dieser Nacht gegangen ist, ihr aber versprochen hat zu schweigen und sich strikt daran hält.
Laura, die Mutter der Geschwister die sich nur noch eines wünscht...ihre Tochter lebend zurück zu bekommen.
Desweiteren taucht Alexander auf, auch ein Charakter mit einer tragenden Rolle. Alexander hat bei der Polizei gearbeitet, aber seinen Dienst,aufgrund von Alkoholproblemen quittiert und arbeitet nun in einer Kneipe.
Natürlich darf man auch die alte ,gruselige Frau nicht vergessen die Nachts durch das Dorf irrt und wirres Zeug vor sich hin brabbelt. Was hat es mit dieser Frau auf sich?...
Schreibstil & Aufbau
Der Schreibstil strotzt nur so vor spannungsaufbauenden Momenten. Das Buch lässt sich flüssig lesen und die Orte, sowie die Personen sind sehr gut beschrieben worden.
Das Buch umfasst viele, sehr kurze, Kapitel. Jedes Kapitel hat einen spannenden und abrupten Cliffhanger,auch beinhaltet jedes Kapitel einen anderen Handlungsstrang. So findet man sich als Leser mal bei der entführten Lisa wieder und erfährt auf grausame Art und Weise was das Mädchen durchmacht. Kurz darauf kann man mit Lisas Mutter mitbangen oder auch Alexander bei der Suche nach der verschwunden Lisa begleiten. Oft erfährt man auch viel von der gruseligen alten Frau und dem Entführer.
Das Buch hat auf 411 Seiten 60 Kapitel, einen Prolog und einen Epilog.
Fazit
Der Thriller hat mir sehr gut gefallen. Mein Faible für kurze,von Cliffhanger gekennzeichnete Kapitel bei Thriller ist sicherlich mittlerweile jedem bekannt und das hat dieses Buch zu 100% und darüber hinaus erfüllt!
Die Charaktere sei es Lisa,Sam,Laura,Alexander oder auch andere Mädchen, war mir durch die Bank weg sehr sympathisch. Auch wenn ich Laura gerne mal gerüttelt hätte, weil sie für meine Verhältnisse zu streng mit Sam umgegangen ist.
Und auch wenn ich dieses Buch super gerne gelesen habe, kann ich ihm nicht die volle Punktzahl geben. Denn ich fand die Kapitel, gerade die von der entführten Lisa, zu kurz! Ich hätte gerne noch viel mehr über Lisas Dasein in dem Bunker gelesen und dafür weniger über die Mutter, was teilweise unnötig war.
Trotz allem ein guter deutscher Thriller!
Profile Image for dubh.
361 reviews
November 18, 2012
Eine alte Frau, die sich fast vor ihrer Umwelt zu verstecken scheint, summt auf einer Lichtung ein Lied und bedeckt dabei den toten Körper einer jungen Frau beinahe liebevoll mit Zweigen.
Aus dem selben Dorf im Spreewald wie die alte Frau kommt Lisa, die urplötzlich verschwindet. Ihre Eltern haben sich getrennt, der Vater ist mit der ehemals besten Freundin seiner Ex-Frau zusammen - eine Situation, die für einen Teenager nicht einfach zu ertragen ist. Doch ist sie wirklich abgehauen, wie man deshalb vielleicht annehmen könnte? Ihr kleiner Bruder Sam hat etwas gesehen - doch keiner hört ihm zu. Und dann wird die Leiche einer jungen Frau auf einer Lichtung gefunden - mit Reisig bedeckt...

"Die Mädchenwiese" ist ein unheimlich schneller Thriller, der mich kaum hat durchatmen lassen, so sehr hat er mich gepackt. Vor allem die kleinen Abschnitte, die allesamt mit Cliffhangern enden, erhöhen das Tempo enorm: ich 'musste' rasch weiterlesen, da ich ja wissen wollte, wie es weitergeht, doch die stetigen Perspektivwechsel erschweren dies, denn nun kommen neue, ungeklärte Fragen hinzu und so bin ich regelrecht getrieben durch das Buch gehetzt! Im Grunde muss ich gestehen, dass ich für solch einen Thriller normalerweise nicht gemacht bin, denn einige Grausamkeiten gingen mir doch einigermaßen nahe, so dass ich in diesem Moment froh war, dass ich mit solch einer Geschwindigkeit über die Seiten geflogen bin, denn sonst hätte ich mir über die jeweiligen menschlichen Abgründe noch mehr Gedanken gemacht als sowieso schon.
Das andere große Plus sind die Charaktere des Buches: sie sind lange nicht alle sympathisch, aber mir gefällt die Art und Weise, wie ich sie 'kennengelernt' habe - gut vorstellbar, mit Schwächen und durchaus glaubhaften Problemen. Vor allem der Konflikt der Eltern von Lisa und Sam sind an dem kleinen Jungen anschaulich beschrieben: wie wenig er wahrgenommen wird, wie er leidet, weil ihn auch jetzt, da er seine Schwester schmerzlich vermisst, keiner so richtig beachtet. Aber auch die Figur von Alex Lindner, der an seinen früheren Erlebnissen fast zu zerbrechen droht, aber zeitgleich auch der einzige ist, der wirklich ernsthaft und erstaunlicherweise unvoreingenommen nach Lisa sucht, hat mir sehr gut gefallen.
Darüber hinaus nimmt der Thriller einige Wendungen, die ich nicht vorhersehen konnte und auch bei den Verdächtigen gab es bei mir an ein, zwei Stellen ernsthafte Überlegungen über eine komplette Kehrtwende. Zum Ende hin wird die Spannung dann wirklich beinahe unerträglich und die Handlung überschlägt sich fast. Letztlich gibt es für geübte Genreleser sicherlich den ein oder anderen kleinen Hinweis, wer der Täter sein könnte und wie alles zusammenhängt, für mich hatte die Auflösung durchaus Überraschendes, wenngleich mich hier eine kleine Ungereimtheit in der Täter/Opfer-Beziehung ein bißchen gestört hat. Nichtsdestotrotz habe ich seit "Kalte Haut" von Marcel Feige aka Martin Krist nicht mehr einen solchen Pageturner gelesen!

Bleibt zu hoffen, dass wir noch weiter viele Thriller von Martin Krist zu lesen bekommen, denn dieser Autor beherrscht Spannungsbögen einfach perfekt!
Profile Image for Mareike.
8 reviews
September 24, 2021
Finkenwerda. Ein kleines Dorf in dem jeder Jeden kennt. Hier verschwindet die 16 Jahre alte Lisa Theis. Obwohl sie ihrem kleinen Bruder Sam versprochen hatte nach dem Wochenende wieder zurück zu kehren, ist sie Montag morgen nicht am Treffpunkt für ihren Klassenausflug. Die gestresste Mutter Laura, die mit ihren Kindern alleine lebt, erhält schockiert den Anruf von Lisas Lehrerin. Ob Lisa wieder krank sei, fragt diese. Doch auch zuhause ist Lisa nicht anzutreffen, sie geht nicht an ihr Handy. Alsbald mobilisiert Laura ihren Schwager Frank, der Polizist ist und hofft und bangt um das Leben ihrer Tochter. Frank meint, dass Lisa sicherlich nur ausgerissen ist und bald wieder auftaucht. Sam schweigt, denn er hat seiner Schwester versprochen nichts zu sagen. Und sie hatte ihm ja auch versprochen, wieder zu kommen.
Alex Lindner ist Wirt in dem Dorf, ein ehemaliger Polizist. Als er von Lisas Verschwinden erfährt muss er an einen ehemaligen Fall denken, der drei Jahre zurückkehrt. Ist der Täter wieder auf der Pirsch?
Dann ist da noch diese alte Frau Kirchberger, die von allen als Hexe verschrieen wird....

Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Das macht es um so spannender, weil man ja gerne wissen möchte, wie geht es da und da weiter und dann erstmal andere Sichten folgen. Auch ein Ich-Erzähler, der aus der Vergangenheit berichtet, ist dabei. Am Ende laufen alle Stränge zusammen und man erfährt in welchem Bezug das Vergangene zu der Gegenwart steht.
Die Charaktere waren manchmal etwas schwierig. Laura greift ständig nach einer Kippe, was dann auch jedesmal erwähnt wird. Sam ist sehr sehr unbeholfen, fast schon unglaubwürdig. Er hat mich wirklich manches Mal genervt. Frank versucht, dafür dass es um seine Nichte geht, zu sehr den kühlen Kopf eines Polizisten zu bewahren und spricht oft davon, dass sie sicher nur abgehauen sei. Vielleicht will er seine Schwägerin aber auch nur beruhigen.

Insgesamt ein spannendes Buch, man wird von Seite zur Seite getrieben und auch wenn mal nichts außergewöhnliches passiert ist es trotzdem interessant geschrieben. Der Schreibstil hat mir an sich gut gefallen. Nicht zu ausgeschmückt, die Details die erzählt werden sind genau im richtigen Maß. Es fiel mir nicht schwer, mir die beschriebenen Situationen vorzustellen. Der/die Täter/in kristalisiert sich erst gegen Ende heraus. Ich selbst bin nicht vorher drauf gekommen wer hinter allem steckt.
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der in die menschlichen Abgründe schauen möchte.

Profile Image for Holger.
17 reviews5 followers
December 18, 2012
„Boaaaahhh… jetzt lass deine Figuren doch einmal ausreden!!!“ möchte man Martin Krist zuschreien. Denn das ist der inhaltliche Hauptmakel von „Die Mädchenwiese“. Dieses ständige Ins-Wort-Fallen und Abwürgen des Gegenübers mag in einer Geschichte einmal funktionieren, vielleicht auch noch ein zweites Mal. Hier wird es aber zum Stilmittel, das geschätzt alle 20 bis 30 Seiten wiederkehrt. Und es nervt höllisch.
Wenn er nicht gerade wieder einen Charakter einen anderen mitten in einer wichtigen Ausführung, die unweigerlich zu einer schnelleren Aufklärung des Falls führen würde, nicht ausreden lässt, wirft Krist munter mit Klischees um sich herum und scheint sich dabei pudelwohl zu fühlen. Namen bekannter Bands, angesagter Berliner Lokalitäten, Film- und Social Media-Referenzen sollen wohl seinen tiefen Einblick, seine fundierte Kenntnis in alles und jedes belegen. (Dabei ist vieles jedoch bestenfalls Halbwissen.) So ist Krist sich nicht einmal zu schade, die Hälfte aller Titel eines Nirvana-Albums aufzuführen. Die Story bringt das alles nicht weiter, stattdessen kann der Autor damit sein Ego streicheln. Und vergisst darüber, dass beispielsweise der junge Drogendealer aus der Nachbarschaft, der natürlich einen tiefer gelegten Sportwagen fährt, mit „weiten Baggy Pants“ nicht wirklich so schnell laufen könnte, wie er es im Buch tut – über unwegsames Gelände dazu. Nur eines vieler unlogischer Details.
Nein danke, das war nichts. Auch wenn es hin und wieder spannend wurde – die beiden angesprochenen Kritikpunkte reichen, um das Lesen dieses Buchs nicht zu einem Vergnügen, sondern zu einem Ärgernis werden zu lassen.
Und wie – bitteschön – soll man ein Buch gut finden, in dem eine Hauptfigur einem Kind eine Bionade anbietet?
Profile Image for Dory.
13 reviews14 followers
September 8, 2012
Da der Klappentext dieses Buches ja schon ziemlich viel verrät, werde ich hier nicht noch mehr erzählen. Ich muss allerdings dazusagen, dass der Klappentext, auch wenn es so scheint, dennoch nicht zu viel verrät.
Ich hatte am Anfang leider Schwierigkeiten, in das Buch hineinzukommen, was aber auch an mir gelegen haben kann, da ich leider im August weder die Zeit noch die Nerven hatte, mich auf irgendein Buch einzulassen. Nach den ersten 150 Seiten nahm das Buch aber richtig Fahrt auf und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Perspektive wechselt ständig zwischen der alten Frau, Alex Lindner, dem kleinen Jungen und dem verschwundenen Mädchen. Normalerweise mag ich es ja nicht, wenn ständig die Perspektive gewechselt wird, in diesem Buch allerdings fand ich es richtig gut, da dadurch eine unglaubliche Spannung aufgebaut wurde, die bis zur letzten Seite gehalten wurde!
Ein ganz ganz toller Thriller, für den man nicht so empflindlich sein sollte, da es schon ziemlich zur Sache geht. Gehört definitiv zu meinen Lieblingsbüchern - mehr davon!!
4,120 reviews116 followers
December 4, 2016
I was given the opportunity to read an electronic copy of Field of Girls via NetGalley. This is my honest opinion of the book.

There are many perspectives in Field of Girls, although the story does focus mainly on Lisa Theis and Berta Kirchberger. When Lisa does not show up to school for a scheduled field trip, her mother Laura soon realizes that her teenage daughter has been missing for an entire weekend. When the search turned up with no discernable clues, will her little brother Sam, her uncle, and an unexpected ally be able to find out what went wrong?

The transitions between the two main storylines were confusing and kept me off balance throughout the whole book. I never really quite felt a connection to either Berta or Lisa, despite the fact that both of their stories were horrifying and compelling. It was not that realistic that Sam would continue to be able to sneak out of the house without anyone noticing. Overall, the premise was one that I have heard before and there was nothing too surprising about the plot or the eventual outcome. Field of Girls was a miss for me and, thus, I could not recommend it to others.
Profile Image for Anja.
662 reviews11 followers
August 7, 2013
Endlich wieder ein Buch das mich von vorne bis hinten begeistert hat! Es geht gleich emotional und spannend los und dieser Spannungsbogen wurde auch bis zum Schluss mit immer wieder neuen Überraschungen gehalten. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, was mir gut gefallen hat denn man ist gut mitgekommen und jede Perspektive war so spannend das man unbedingt wissen musste wie es weitergeht. Fast jeder Kapitel endet mit einem fiesen Chliffhanger. Noch dazu waren viele Stellen sehr emotional und auch wenn ich schon sehr zeitig wusste wer der Täter ist (hier ist es meiner Meinung nach dem Autor nicht gelungen den Leser zu täuschen) war Spannung bis zum Ende garantiert. Allerdings auch nicht unbedingt was für schwache Nerven weil es manchmal wirklich brutal und blutig zugeht. Das Ende fand ich super, mit noch einem kleinen Schock im Epilog, den ich dann doch nicht erwartet hätte, der aber logisch und nachvollziehbar ist. Auf jeden Fall bleibt keine Frage mehr offen! Ein Klasse Buch!!
Profile Image for Fleurtje Eliza.
618 reviews11 followers
November 18, 2016
This is a captivating story about Lisa, her little brother Sam and Alex, the local pub landlord. On a Friday afternoon Lisa and Sam accidentally meet at the busstop. She reveals to him that she will be away with her boyfriend that weekend, but she urges him no to tell their mother. Something bad might happen, she suggests while a neighbour (of whom all the children are scared because she might be a witch) passes by. In the end Lisa promises to Sam that she will return.

The book is a bit slow. I would have liked it more if it was a bit shorter with a better pace. However, little Sam is a very interesting character, which is an important part of the story.

Thanks to Netgalley and the publisher for a copy of the book.
Profile Image for Cheryl Bellingham.
419 reviews5 followers
November 18, 2016
This book was ok it kept you guessing right till the very end. I found it a bit difficult to follow as you are following five different people and the jump from charecter to charecter is quite sudden also because of this you a jumping from the past the the present. Took a bit of concentration to keep up with
8 reviews1 follower
August 17, 2012


Das Buch wurde als Super spannender Pageturner angepriesen. Für meinen Begriff kam die Story erst nach über der Hälfte in Schwung und ich konnte mir früh ausmalen wer der Täter ist. Nun ja, eine ganz nette Story aber mehr auch nicht. Schade, hatte mir hier mehr versprochen.
Displaying 1 - 30 of 34 reviews

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