Spannend ist das auf jeden Fall zu lesen, gerade weil manche Problematik leider noch immer aktuell ist.
Zwar finde ich Clara Zetkins intersektionales Denken, ihre Radikalität und ihre Authenzität gut, aber trotz mancher Übereinstimmung mit ihr sehe ich doch, dass sie aus einer klar marxistischen Sicht schreibt und darum kann ich absolut nicht allem zustimmen.
Feministische Strömungen, die allzu sehr betonen, dass Frauen und Männer verschieden sind (aber je auf ihre Weisen stark), finde ich eh kritisch, weil ich glaube, dass, selbst wenn das stimmt (schwierig zu beurteilen in der aktuellen Gesellschaft; wirklich beurteilen könnte das mensch nur in einer Gesellschaft, die keinen Druck ausübt, Geschlechterrollen zu erfüllen), die Betonung nicht dazu beiträgt, dass Menschen sich frei, selbstbestimmt und authentisch ausleben können.
Aber die Frage ist ja nun gar nicht, wie sehr ich auf einer Linie mit Zetkin (oder auch Wolfram Klein, der eine ausführliche Biographie geschrieben hat) bin - was ich eben mit "teils, teils" beantworten müsste. Lesenswert finde ich es wie gesagt. Auch wenn es kein besonders neutraler Bericht ist, gibt es einen Einblick in die Geschichte der deutschen Frauenbewegung & auch die ideologischen Aussagen sind zumindest Gedankenfutter und Reflexionsinspiration.