Jump to ratings and reviews
Rate this book

Die Neraval-Sage #1

Das gefälschte Siegel

Rate this book
Traue niemandem: Keinem noch so alten Siegel, keinem Gefährten und am wenigsten dir selbst!

Um Kevron, der einst ein begnadeter Fälscher war, steht es nicht zum Besten. Schulden, Alkohol und sein Hand zur Faulheit haben ihn fest im Griff. Da klopft es eines Tages an seiner Tür. Vor der Kammer steht kein Geringerer als der fünfte Sohn des Königs: Prinz Tymur. Dem Land droht nämlich Unheil von einem uralten Erzdämon und Tymur hat einen Auftrag für Kevron. Die Spur führt ins ferne Nebelreich, und wer hier verloren geht, den wird man nicht vermissen.

482 pages, Hardcover

First published February 28, 2019

2 people are currently reading
79 people want to read

About the author

Maja Ilisch

12 books16 followers
Maja Ilisch, geboren 1975 in Dortmund, studierte Öffentliches Bibliothekswesen an der FH Köln und absolvierte eine Ausbildung zur Fachbuchhändlerin. Sie schrieb unter anderem für TV-Serien auf SAT1 und RTL sowie für ein Hörspiellabel, für das sie auch eine Phantastikreihe konzipierte. Außerdem betreibt sie die Website des von ihr gegründete Fantasy-Autorenforums TINTENZIRKEL. Heute lebt sie als Bibliothekarin und freie Autorin mit ihrem Mann in Aachen, wo sie sich mit Büchern umgibt und ausgewählte Gäste mit ihrer Puppensammlung erschreckt, die fast nur aus Köpfen besteht. „Das Puppenzimmer“ ist ihre erste Romanveröffentlichung.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
15 (16%)
4 stars
23 (25%)
3 stars
30 (33%)
2 stars
18 (20%)
1 star
3 (3%)
Displaying 1 - 30 of 37 reviews
Profile Image for frau.gedankenreich.
353 reviews122 followers
May 1, 2019
"Tausend Jahre, und niemand hatte die Schriftrolle auch nur angerührt. Sie lag auf ihrem steinernen Podest wie am ersten Tag, als wäre alle Zeit nur Einbildung, und nicht einmal Staub wollte sich auf ihr niederlassen. Sie beherrschte den Raum, und nichts beherrschte sie. Vielleicht wusste sie, wie bedeutsam sie war. Und vielleicht wusste es auch der, der in ihr saß, für alle Zeit gezwungen, gebannt, gesiegelt. Es gab genug Gründe, die Schriftrolle zu fürchten. Und selbst Staub, Zeit und Zerfall hielten sich daran.
Nur den kleinen Jungen schien nichts davon zu stören."
Inhalt
Seit es Damar und seinen Gefährten mit Hilfe der Zauberin Illiliané gelungen ist, den Krieg gegen die Dämonen zu gewinnen und den Erzdämon "La-Esh-Amon-Ri" in eine Schriftrolle zu bannen, sind über tausend Jahre vergangen. Im Königreich Neraval glaubt man kaum noch daran, dass die Dämonen eines Tages zurückkehren könnten.
Einzig unter den Bewachern der Schriftrolle - den Nachfahren Damars, der königlichen Familie - keimt eines Tages der Verdacht auf, dass der Dämon sich gar nicht mehr in der Schriftrolle befinden könnte.
Die Erschafferin der Schriftrolle wurde seit dem Krieg allerdings nicht mehr gesehen und so sucht sich Tymur Damarel - der jüngste Sohn des Königs - drei Gefährten zusammen, die mit ihm die beschwerliche Reise in das Nebelreich der Alfeyn antreten: den alkoholsüchtigen Fälscher Kevron Florel, die arrogante Magierin Enidin Adramel und den pflichtbewussten Wächter Lorcan Demirel. Die Vier könnten unterschiedlicher nicht sein und doch gibt es eine Sache die sie eint, auch wenn diese letztendlich ihr aller Ende bedeuten könnte. Als ihnen das bewusst wird, scheint es allerdings bereits zu spät.
"Sie waren alles andere als eine fröhliche Reisegruppe. Der Kämpfer war ein grimmiger Kerl, der Kevron nicht ausstehen konnte und daran wenig Zweifel ließ, so große Mühe sich Kevron auch gab, wie ein ehrlicher Mann zu erscheinen. Die Magierin war von zwei Leuten eingenommen, nämlich dem Prinzen und sich selbst, und wenn sie Kevron überhaupt einmal eines Blickes würdigte, war der verächtlich. Und zwischen ihnen allen stand Tymur Damarel, der versuchte, einem jeden ein guter Freund zu sein, was dazu führte, dass sie einander diese Freundschaft neideten."
Meine Meinung
Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich mir unter dem Buch etwas ganz anderes vorgestellt habe. Sicher, wenn man das Cover betrachtet, ahnt man, dass es inhaltlich ruhiger zugehen wird, als wenn dort ein Schwert schwingender Kämpfer oder ähnliches abgebildet worden wäre.
Vier schattenhafte Gestalten auf einer Brücke; auf einer Reise. Das umschreibt den Inhalt des Buches eigentlich ziemlich genau, denn viel mehr passiert auf den ersten paar hundert Seiten auch nicht. Insgesamt liest sich das Buch auch eher wie ein ewiglanger Prolog, als der Beginn einer Reihe, denn spätestens wenn man das Ende des Buches gelesen hat, wird klar, dass die eigentliche Geschichte erst jetzt richtig anfängt. Und tatsächlich würde ich jetzt schon gerne wissen, wie es mit Tymur und seinen Gefährten weitergeht, auch wenn ich mich mit dem Buch die meiste Zeit über sehr schwer getan habe.
Der Schreibstil war mir viel zu ausschweifend und ich hatte das Gefühl nur so mit unnützen Informationen überschüttet zu werden. "Too much information", wie es so schön heißt.
Dementsprechend kurz war auch meine Aufmerksamkeitsspanne, sodass ich es nicht geschafft habe, mehr als zwanzig Seiten am Stück zu lesen. Die Geschichte hat mich ab und an einfach regelrecht gelangweilt. Sie kriecht in Schachtelsätzen verpackt schneckentempoartig voran, bewegt sich immer irgendwo zwischen vorhersehbar und unlogisch, ab und an auch wirr, und ich hatte das Gefühl, dass sich die Autorin viel Füllstoff bedienen muss, um das Buch überhaupt zum Ende zu bringen. Selbst jetzt noch wundere ich mich, wie Maja Ilisch es geschafft hat, dass bisschen Handlung auf fasst 500 Seiten zu strecken, denn im Grunde genommen, lässt sich der Plot in wenigen Sätzen zusammenfassen.
"Am Ende lebten sie alle eine Lüge. Als man ihn zu einem steinernen Wächter machte, hatte Lorcan sich gefühlt wie ein Betrüger, wie einer, der sich diesen Titel erschlichen hatte, ohne ihn zu verdienen, als hätte er geschummelt, wo es darum ging, dem Locken einer schönen Frau zu widerstehen, weil er sich im Leben für keine Frau, ob schön oder hässlich, interessiert hatte. Vielleicht war er überhaupt erst ein Steinerner Wächter geworden, um sich selbst seine Männlichkeit zu beweisen - doch all die Jahre über hatte Lorcan sich einreden können, dass er der Einzige unter ihnen war, der noch wirklich an das glaubte, wofür er stand, der auf seinem Posten blieb bis zum bitteren Ende."
Dass Maja Ilisch schreiben kann, lässt sich nicht abstreiten. Abgesehen von ein paar "Ausreißern" drückt sie sich gewählt und stilvoll aus. Man merkt, dass viel gearbeitet und überarbeitet wurde und da liegt wahrscheinlich auch der Hund begraben. Ein bisschen Füllstoff hier, ein bisschen Füllstoff da. Ähnlich wie bei Menschen die viel reden ohne tatsächlich etwas zu sagen. Es gibt so viel Anderes, was mich interessiert hätte. Dinge über Land und Leute zum Beispiel. Wie leben sie? Von was leben sie? Worauf baut sich der Reichtum des Königreichs Neraval auf? Infrastruktur, Militär usw.? Stattdessen gibt es dann halt die obligatorischen Kaufleute, Marktplätze, Bauern und Wirtsleute und selbst der königlichen Familie sind nur ein paar Zeilen vergönnt. Ich kann mich noch nicht einmal daran erinnern, ob das Land überhaupt eine Königin hat.
Alles bleibt blass und rauscht eindruckslos an einem vorbei.
Auch - und das ist wahrscheinlich der eigentliche Knackpunkt- über die Vergangenheit der Gefährten erfährt man nicht sonderlich viel, was überrascht, wenn man weiß, dass die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Enidin, Kevron und Lorcan erzählt wird. Das ist für mich mitunter aber eine der Grundvoraussetzungen wenn es darum geht, dem Leser eine Figur näher zu bringen. Ich kann jemanden erst dann wirklich verstehen und mit ihm mitfühlen, wenn ich seine Vergangenheit kenne. So aber bekommt man hier eben diese vier Fremden präsentiert, die sich aus den fragwürdigsten Gründen zusammentun, die man sich vorstellen kann, um dann hunderte von Seiten lang auf die merkwürdigste Art und Weise umeinander herumzuschawänzeln.
Zumal sie alle Vier ständig von einer Laune in die nächste hechten. Ist Kevron in einem Moment noch bedrückt, ängstlich oder sonst was, lacht er im nächsten Moment schallend los und so geht es eigentlich die meiste Zeit, sodass man ab und an das Gefühl hat, es mit einer Gruppe Irrer, auf Anstaltsurlaub zu tun zu haben. Wenn man sich die Hintergründe ein bisschen zusammenreimt, kann man sich das zwar irgendwie erklären, aber ob diese Erklärung stimmt, wird man wohl erst in den Folgebänden erfahren. Wirklich sympathisch war mir jedenfalls keiner von ihnen. Am ehesten noch die Magierin Enidin, weil sie nicht auf den Mund gefallen ist, sich den Männern gegenüber durchzusetzen weiß und Biss hat.
"Wenn Enidin die Augen schloss, konnte sie die Strukturen der Welt fühlen, die Linien, die alles durchflossen, so ganz anders als in der Stadt: Sie waren freier und wilder, hier gab es weniger, das den Raum krümmte; so wenige Schicksale galt es hier zu beeinflussen, dass die Linien in ihrer ursprünglichen Form blieben und doch aufeinander reagierten, im Kleinen wie im Großen und sogar auf Enidin, die nichts weiter tat, als hindurchzureiten. Jeder Hufabdruck, den ihre Pferde hinterließen, jedes abgekaute Grasbüschel von Herrn Florels Pferd, das trotz all seiner Versuche, es zum Laufen zu bringen, immer wieder stehen blieb und am Straßenrand zu grasen begann, hinterließ seine Spuren in der Wirklichkeit."
Wie Maja Ilisch Enidins Art Magie anzuwenden und ihre Sicht auf die Welt beschreibt, war für mich eines der wenigen Lichtblicke in diesem Buch. Ein Zauberer, der mit den Fingern schnippt oder einen Zauberspruch aufsagt, reicht vielleicht für Kindergeschichten, abgesehen davon darf und sollte es aber gerne etwas mehr sein.
Enidin wirkt Magie auf eine Art, bei der man sich vorstellen kann, dass es so etwas tatsächlich gibt. Ähnlich wie bei "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss. Außerdem waren das einige der wenigen Momente in denen ich das Gefühl hatte, tatsächlich einen Fantasyroman in der Hand zu halten. Es gibt zwar auch eine Stelle an der die Gruppe zur Abwechslung mal einer greifbaren und nicht-menschlichen Bedrohung ausgesetzt ist, aber so schnell wie es kommt, so schnell ist es auch wieder vorbei und hatte wahrscheinlich nur den Zweck einen Punkt auf der "Fantasy-Roman-Checkliste" abzustreichen. Im Nachhinein wurde es dann weder großartig thematisiert noch gibt Maja Ilisch Preis, um was für Wesen es sich handelt. Kein Einzelfall denn das meiste, ob fantastisch oder nicht, bleibt schwammig oder verläuft ins Nichts, und wenn es das zur Abwechslung mal nicht tut, dann nur deshalb, weil es auf das Eine hinausläuft, was man von Anfang an erahnen kann. Dementsprechend wenig überraschend fand ich die Enthüllung am Schluss.
"Der Junge war zu klein für Vorsicht, zu dumm oder zu mutig. Es machte ihm nichts, dass die Stufen so alt und krumm waren wie die Gruft selbst, dass die Zeit, die von der Schriftrolle abperlte wie Wasser von einem Blütenblatt, ihren Zahn umso mehr an ihnen ausgelassen hatte. Ausgetreten waren sie aus jenen Tagen, als es noch ein reges Kommen und Gehen gab-, lange vergangene, lange vergessene Zeiten, älter, als sich auch nur die Schriftrolle erinnern konnte - von Füßen, die nicht zu Menschen gehörten. Sie führten in das Reich des Steins, die Welt der Steinernen Wächter, deren Heimat dort unten lag und ihr ganzes Leben, wenn es noch ein Leben war: kein Sinn, kein Zweck, keine andere Aufgabe, als die Schriftrolle zu beschützen, vor der Welt, und die Welt vor der Schriftrolle."
Fazit
Ein überraschend schwacher Auftakt im Stil von "Der Herr der Ringe", den ich so nicht erwartet habe. Erfahrene Fantasyleser sollten eher nicht zu diesem Buch greifen. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass sich dieses Buch wunderbar für diejenigen eignet, die sich mal im Fantasygenre ausprobieren möchten, sich aber bislang nicht getraut haben.

WERBUNG
Nachfolgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

486 Seiten
ISBN 978-3608960303
Preis: 22,00 Euro
erschienen bei: Klett-Cotta
Leseprobe: https://www.klett-cotta.de/buch/Weite...

© Cover- und Zitatrechte liegen beim Verlag
Profile Image for Meli  .
1,316 reviews243 followers
June 22, 2019
Der Anfang des Buches hat mir noch ziemlich gut gefallen, da es ziemlich solide beginnt, aber das Tempo bleibt langsam und ich hatte das Gefühl, das würde an Tymur liegen. Generell war dieser Hauptcharakter, der als einziger keine eigene Perspektive hat, für mich die Quelle allen Ärgernisses.
Natürlich soll er mysteriös wirken, aber ich fand seine hinterlistige Art einfach unglaublich nervig. Er ist der Kern seiner Gruppe und darum muss sich auch ständig alles um ihn drehen. Die anderen drei Protagonisten machen sich genauso viele Gedanken um ihn wie über die wahren Probleme.
Kevron fand ich hier noch am sympathischsten, da er ein gebrochener Mann ist und auch eine starke Entwicklung durchmacht. Die Magierin Enidin ist arrogant, aber eigentlich wirkt sie auf nicht eher nutzlos und einfältig, während der Wächter Lorcan steif und grimmig ist.

Die Handlung entwickelt sich eher zäh, weil Tymur von der Reise ablenkt, die magisch sein könnte. Stattdessen verfolgt man, wie Tymur lügt oder einfach Blödsinn von sich gibt. Natürlich hat er auch seine Sorgen, aber für mich ergaben seine Taten teilweise einfach gar keinen Sinn.
Die Reise war auch eher enttäuschend, obwohl die Vorbereitungen recht vielversprechend schienen. Die einzige Spannung - wenn man das so nennen will - bildeten die Dramen um Tymur, seine Liebe und seine Freundschaft, abgesehen davon passiert nicht viel und das, was dann noch übrig blieb, konnte mich dann auch nicht mehr packen.

Fazit
"Das gefälschte Siegel" konnte mich leider nicht besonders begeistern, da die Handlung zwischen dem Drama um den mysteriösen Tymur unterging und das Buch eher zäh war. Schade!
Profile Image for Sabrina.
166 reviews17 followers
June 6, 2019
Obwohl viele der bisherigen Rezensionen eher nicht so positiv ausfallen, fand ich das Buch echt klasse. Geschmack ist eben doch oft sehr verschieden.
Tymur ist ein sehr interessanter Charakter, eitel und arrogant, aber interessant :)
Die Geschichte fand ich spannend bis zum Ende und ich freu mich jetzt schon mehr über Kevron, Lorcan und Enidin zu erfahren.
Böser Cliffhanger am Ende, 2020 hurry uuuuup.
Profile Image for Andy.
1,320 reviews91 followers
April 9, 2022
Das Buch schlitterte ganz knapp an drei Sternen vorbei - sozusagen.
Leider hasse ich Cliffhanger und bei einem Buch, das unnötig in die Länge gezogen wurde, ist so ein schlechtes Stilmittel unverzeihlich.
Ansonsten würde ich sagen hat da jemand das Handbuch "Wie schreibe ich einen guten High-Fantasy Roman" sehr gut durchgearbeitet. Sogar tolkiensche Längen sind zur Genüge drin; anders umgesetzt, nicht in Landschafts- sondern in Charakterverweilungen aber ja.
Das Positive zu erst, das Buch lässt Talent erahnen. Falls die Autorin jemals von ihrem "verweile doch, du bist so schön" lassen kann, kann man sich auf schöne Literatur freuen. Bis dahin sollte sie sich darin üben, Dinge nicht über ihre Grenzen hinaus auszureizen.
Beispiel am Charakter Tymur:
Er ist ein pubertärer Kotzbrocken. Weiter gehe ich aus Spoilergründen nicht darauf ein. Aber die Autorin überzeichnet seinen Charakter so stark, dass er komplett unrealistisch wird. Weniger ist mehr. Und ich möchte auch nicht die ganze Zeit auf Eventualitäten in getriggert werden nach dem Motto "habe ich es doch gewusst".
Ich bleibe mal bei Tolkien. Vergleiche ich Tymurs Charakter mal mit Boromir, hatte der nur einen Ausfall. Ansonsten riss er sich im Gegensatz zu Tymur zusammen. Der kennt das Wort Selbstbeherrschung nicht einmal. Beide sind aber von edler Abstammung. Daran kann es also nicht liegen.
Ein weiterer Vergleich mit Tolkien drängte sich mir geradezu auf. Eine Quest und ihre Gefährten.
Wenn Tymur Frodo ist (Ring=Pergament mit ähnlicher Auswirkung auf Träger bli, bla, blub), dann ist Lorcan Sam der Treue, der seinen Herrn beschützt und bedingungslos liebt etc. allerdings in nervig.
Magierin Enidin ist eine magere Variante von Gandalf und Kevron vereint die anstrengenden Seiten von Pippin und Merry in sich ohne je mutig oder witzig zu sein.
Und so gerne ich den Gefährten durch Mittelerde folgte, fand ich diese Quest alleine auf Grund der grässlichen Charaktere anstrengend .
So wie ein zu viel an Salz eine Suppe versalzt, hat hier das zu viel der Charaktere die Geschichte "versalzen". Der Effekt war verdorben, komplett ausgereizt, so als würde man einen Witz zu Tode reiten.
Wenn in einem Gruselfilm nachts eine Tür plötzlich knarrt, ist das unheimlich.
Knarrt sie immerzu, ist es einfach nur laut.

Und dann knallt einem die Autorin am Ende des Buches einen Cliffhanger vor den Latz?
Sehr ärgerlich. Entweder können sich Autoren darauf verlassen, dass sie den Leser mit ihrer Geschichte fesseln konnten und die dann gerne zur Fortsetzung greifen oder eben nicht. Sie hatten damit ihre Chance gehabt.
Aber solche Tricks finde ich völlig unnötig und recht lästig.
Profile Image for Elea Brandt.
Author 17 books51 followers
Read
May 21, 2019
DNF – Hörbuch abgebrochen nach ca. 70 %

Irgendwie albern, ein Hörbuch abzubrechen, nachdem man fast Dreiviertel davon gehört hat, aber irgendwann musste ich mir selbst eingestehen, dass mich der weitere Verlauf und das Ende der Geschichte nicht mehr wirklich reizt. Deswegen hab ich jetzt doch einen Schlussstrich gezogen.

Mit dem „Gefälschten Siegel“ bin ich leider gar nicht warm geworden, was schade ist, weil ich Maja Ilischs „Die Spiegel von Kettlewood Hall“ richtig großartig fand, das war eines meiner Highlights von 2018. High Fantasy und ich stehen schon länger auf dem Kriegsfuß (Anthony Ryan hab ich abgebrochen, die Kingkiller-Chronicles immer noch nicht zu Ende gelesen …) und leider hat sich meine Hoffnung, es könne beim „Siegel“ anders laufen, nicht erfüllt.

Der Schreibstil des „Siegels“ hat mir, wie schon bei den „Spiegeln von Kettlewood Hall“, wieder sehr gut gefallen. Maja Ilisch schreibt bildhaft, aber dabei nicht ausschweifend-blumig, hat eine sehr detaillierte Beobachtungsgabe und bringt an passenden Stellen ungewöhnliche, aber immer treffende Metaphern. An anderen Stellen las ich in Rezensionen den Vergleich mit Rothfuss, den Maja Ilisch in meinen Augen nicht scheuen muss. Tatsächlich liegt mir ihr Stil, der etwas schnörkelloser und präziser daherkommt als der von Rothfuss, sogar mehr.

Der Plot des Romans folgt der klassischen Heldenreise. Daran ist per se einmal nichts auszusetzen, zumal Maja Ilischs Protagonist*innen keinesfalls dem klassischen Heldentypus entsprechen und dadurch mit dem gängigen High-Fantasy-Klischee vom allmächtigen Auserwählten brechen. Trotz ihrer ambivalenten Charakterisierung bleiben Tymur, Lorkan, Kevron und Enidin aber sehr blass. Die Konflikte, die sich zwischen den Figuren anbahnen und die Handlung hätten tragen können, gehen nicht so sehr in die Tiefe, wie ich es mir gewünscht hätte, und auch die Motivation der Figuren bleibt etwas schwammig. Sowohl Lorkan als auch Enidin werden (zunächst) allein von ihrer Liebe zu Tymur angetrieben, eine Liebe, die zwar oft erwähnt, aber nie richtig in ihrer Tiefe gezeigt wird. Bis zum Schluss (bei 70 %) hat sich mir nicht erschlossen, was die beiden an dem Prinzen so begehrenswert finden (von seinem Aussehen vielleicht einmal abgesehen), dass sie bereit sind, ihr ganzes Leben für ihn auf den Kopf zu stellen und ihre Prinzipien zu verraten. Gerade gegenüber Enidin verhält sich Tymur über weite Teile unsympathisch bis sexistisch – auch in ihrem Beisein –, da wird es schwierig zu begreifen, woher die diffuse Anziehungskraft kommt. Der einzige Charakter, mit dem ich mich gut identifizieren konnte, war Kevron, der auf der Reise aber keine wirklich aktive Rolle mehr einnimmt (sodass ich mich mehrfach gefragt habe, warum Tymur ihn überhaupt dabei hat).

Der Plot ist nicht von spannungsreichen Wendungen getrieben und bis auf einige unerwartete bis gefährliche Ereignisse auf der Reise müssen sich die Protagonist*innen nicht mit großen Bedrohungen herumschlagen. Das wäre kein Problem gewesen, hätten die Konflikte zwischen den Charakteren für mich besser funktioniert und den Plot getragen. Die Kombination aus eher oberflächlichen Konflikten und einer gemächlichen Handlung ohne Höhepunkte trug letztlich dazu bei, dass mich der weitere Verlauf der Geschichte nicht mehr wirklich gereizt hat. Vielleicht wäre am Ende noch ein schicker Twist gekommen, der die obigen Ereignisse in ein neues Licht rückt, das kann ich nicht beurteilen.

Was mir übrigens sehr gut gefallen hat, war die anfängliche Darstellung von Kevrons Fälscherhandwerk. Das ist ein Thema, das in der Fantasy bislang noch sehr stiefmütterlich behandelt wurde, aber viel Potenzial bietet. Darüber hätte ich wirklich gerne mehr gelesen!
Profile Image for Mars.
240 reviews28 followers
May 1, 2020
2.5*

Seite 150:
Der Schreibstil gefällt mir gut. Die Figuren (ausser bisher Kev und Lorcan) jedoch überzeugen mich bis jetzt kaum. Der Prinz bzw. sein Verhalten sind eher schwer zu ertragen. Nervtötend ist das kleinmädchen-verliebtsein-Gebaren und die Arroganz von Enidin.
Was mir auch nicht gefällt - Kev und der Prinz kennen sich gefühlt drei Tage und reden, als ob sie seit Jahren befreundet wären, das fällt negativ auf.

Seite 250:
Also ich habe ja wirklich sehr oft ein Herz für Bösewichte, Gegenspieler und Widerlinge, aber der Prinz ist einfach nur ätzend und wie er mit seinen "Freunden" umgeht ist zum Abgewöhnen..

Nachdem ich das Buch nun beendet habe, kann ich zusammenfassend sagen, dass der Schreibstil gut und flüssig zu lesen ist. Die Grundidee mit den Steinernen Wächtern und der Schriftrolle haben mir gut gefallen, jedoch hat das Buch für meinen Geschmack auch einige Längen.
Die Beziehungen der Charaktere untereinander und der Aufbau der "Freundschaften" fand ich etwas fragwürdig.
Wenn der Prinz und evtl. vielleicht auch Enidin durch andere Personen ausgetauscht worden wären (Kev und Lorcan fand ich ein gutes Zweiergespann), hätte ich weit mehr Freude an dem Buch gehabt.
Profile Image for Tira.
113 reviews
March 13, 2019
Vor langer Zeit wurde ein Dämon in eine Schriftrolle gebannt, welche mit einem Siegel verschlossen wurde. Um zu verhindern, dass das Siegel jemals gebrochen wird, wurden steinerne Wächter aufgestellt.
Sie bewachen die Schriftrolle seit Jahrhunderten.
Doch ist die Schriftrolle immer noch die gleiche?
Der Prinz plant eine Reise um die Schriftrolle von der mächtigen Zauberin Ililiané prüfen zu lassen und eventuell Hilfe von ihr zu bekommen. Er sucht sich drei sehr unterschiedliche Gefährten aus, die ihn dabei begleiten sollen. Gemeinsam mit einem Fälscher und Trunkenbold, einer Magierin und einem steinernen Wächter macht er sich auf den Weg in das Nebelreich.

Meine Meinung:
Leider kann ich kaum positives über dieses Buch sagen. Das oben geschriebene ist im Grunde schon die ganze Geschichte. Viel mehr passiert auf den fast 500 Seiten nicht.
Der Prolog war wirklich gut geschrieben und versprach eine spannende Geschichte. Mir gefiel der Schreibstil so gut, dass ich erst gar nicht aufhören wollte zu lesen. Doch im Laufe der ersten Kapitel wurde die Geschichte immer langweiliger. Ich kann es leider nicht anders sagen. Ich musste mich regelrecht durch die Geschichte quälen. Und das nachdem ich anfangs so begeistert war.
Es gab hier überhaupt keinen Höhepunkt, keinen Spannungsbogen, nichts was die Geschichte irgendwie interessant gestaltet hätte. Es ging im Grunde nur um die Zwietracht der einzelnen Figuren und die leider allesamt unsympathisch waren.
Die Geschichte wird aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt. Man liest von den Zweifeln und Ängsten der Protagonisten und erfährt wie sehr sie einander misstrauen. Und obwohl man soviel von den vier Hauptcharakteren erfährt, bleiben sie doch blass. Das finde ich sehr erstaunlich und schade.
Auch die Orte an die sie reisen sind nicht richtig greifbar. Alles wird durchaus ausführlich beschrieben aber es hat einfach keine Seele.
Was zum Schluss passiert ist ziemlich vorhersehbar und macht keineswegs neugierig auf den nächsten Teil.
Ich denke aus der Idee hätte man durchaus etwas machen können. Der Dämon in der Schriftrolle und die steinernen Wächter waren vielversprechend.

Gestaltung:
Das Cover ist ansprechend gestaltet. Man sieht die vier Protagonisten auf einer steinernen Brücke, umgeben von schlanken Türmen die in die Höhe ragen. Die Schrift ist in ein Polygon gesetzt, welches wie ein Siegel mit magischen Schriftzeichen anmutet.

Fazit:
Ein Buch mit unsympathischen Protagonisten und einer zu ereignislosen Story die mich leider nicht begeistern konnte.
Sehr schade um die Idee die dahinter steckt.
19 reviews
July 2, 2019
Aufgrund des ersten äußeren Eindrucks von „Das gefälschte Siegel“ habe ich mich darauf gefreut, es zu lesen. Das düster gehaltene Cover und der Klappentext versprechen eine Fantasy-Geschichte nach meinem Geschmack: statt epischer Schlachten und klischeehafter Helden soll es um einen Fälscher gehen, der einige Lasten mit sich trägt. Allerdings wurden beim Lesen meine Erwartungen enttäuscht.

Die Hintergrundgeschichte wirkt erzwungen und wird auch nicht wirklich näher umrissen. Was nicht heißen soll, dass sie nicht erwähnt wird. Im Gegenteil, die Tatsache, dass der Dämon gebannt wurde (wie auch schon im Klappentext erwähnt) wird im Buch mehr als nur einmal wiederholt. Auch enttäuscht bin ich von der Charakterdarstellung des Protagonisten Kevron Kaltnadel. Wo ich Authentizität und charakterliche Tiefe erwartet hätte, wurde das gleiche Schema nur ständig wiederholt und Kevrons Attitüden waren nicht nur oberflächlich und klischeehaft, sondern oftmals auch nervig. Um beim Thema oberflächliche Charakterdarstellung zu bleiben - Kevrons Gefährten haben alle eine interessante Hintergrundgeschichte, die leider nicht gut ausgebaut wird. Es werden dem*der Leser*in Brocken der Geschichte hingeworfen, die Details allerdings völlig ausgelassen. Regelrecht frustrierend fand ich Enidin. Offiziell anerkannte Magierin und sehr gut auf ihrem Fachgebiet, im Inneren aber verunsicherte Siebzehnjährige. Interessantes Konzept, aus dem man auch viel hätte machen können. Leider ist das Ergebnis hier schlimmster Teenie-Kitsch. Die anderen Nebenfiguren machen den Anschein als wären sie nur Dekoration im Buch und verhalten sich sehr mechanisch vorhersehbar. (Wer gern Rollenspiele auf dem PC spielt, fühl sich hier an die klassischen NPCs erinnert).

Auch wenn mich das Buch dadurch, dass es eher an der Oberfläche kratzt, nicht für sich gewinnen konnte, muss ich doch die Idee und die Grundhandlung loben. Der Kern des Ganzen bietet einiges an Potenzial und ein Fälscher als Protagonist verspricht eigentlich viel Raum für Plot-twists. Deswegen war ich von der Leseprobe durchaus angetan, nur wurde das Angedeutete nicht ausgeschöpft. Vielleicht werden die Folgebände noch mehr in die Tiefe gehen. Für ein jüngeres Publikum sicher eine gute Lektüre, als erfahrener Fantasy-Leser dann doch eher etwas dünn.

2 Sterne zu vergeben tut mir leid, gern hätte ich 2,5 als solide Mitte ausgewählt. Da das aber nicht möglich ist und ich mich zwischen 2 und 3 entscheiden muss, geht meine Tendenz in diese Richtung.
Profile Image for Sandra.
178 reviews1 follower
March 15, 2019
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn allein das Cover, der Titel und die Kurzbeschreibung haben vieles versprochen. Auch die Idee an sich finde ich gut.

Aber:

Das Buch hat mir als Ganzes leider gar nicht gefallen - ich musste mich selten so durch einen Roman quälen. Die Figuren sind mir fast alle (bis auf Kevron und Lorcan) total unsympathisch und bleiben oft viel zu oberflächlich. Ich verstehe, dass gerade die Figur des Tymurs mysteriös sein soll, aber seine überhebliche Art hat es mir wahnsinnig schwer gemacht, ihn zu mögen. Deshalb habe ich die verschiedenen amourösen Gefühle anderer Figuren für ihn zu keiner Zeit im Buch nachvollziehen können.

Auch erscheint mit der Plotaufbau unausgewogen, denn wenn es bereits über 120 Seiten braucht, bevor die typische Heldenreise erst beginnt, ist die Geschwindigkeit des Buches wahnsinnig langsam und der Aufbau (zumindest für mich) problematisch. Leider zog sich das bis zum Ende durch. Wurde Spannung endlich erzeugt, war diese nur kurzweilig und machte schnell wieder langatmigen Szenen und Gedanken Platz, ohne dass diese den Plot oder die emotionalen Verwicklungen weitergetragen und -gebracht hätten. Die Reise selbst hat mir auch nicht wirklich gefallen, denn ich konnte mir weder das Land noch seine Bewohner bildlich vorstellen - etwas, das ich normalerweise sehr gut kann und bei einem Fantasyroman einfach erwarte.

Der Schreibstil an sich ist nicht schlecht, die Sätze teilweise in schöner Fantasymanier ausgeformt - manchmal aber leider auch mit grammatikalischen Fehlern, die ich teilweise einfach nicht überlesen konnte. Die unterschiedlichen PoVs waren interessant und gut gehändelt. Leider hat mir oft die emotionale Bindung zu den Figuren gefehlt.

Auch wenn das Ende des Buches spannend gehalten ist (guter Cliffhanger), werde ich diese Reihe wohl nicht weiterlesen, denn ich habe tatsächlich nur bis zum Ende "durchgehalten", ohne richtig gefesselt oder mitgerissen zu sein. Es war mir (fast) egal, was mit den Figuren, den Ländern und der Schriftrolle geschieht.

Schade. Die Geschichte hatte Potenzial, so wie sie hier geschrieben und aufgebaut worden ist, hat sie mich aber leider nicht berührt.
Profile Image for black-eyes-black.
261 reviews8 followers
January 26, 2022
Mit „Das gefälschte Siegel“ hat die Autorin Maja Ilisch den ersten Teil ihrer Neraval- Sage geschrieben. Diese Fantasy- Reihe ist als Trilogie angesetzt, in dieser steht der Prinz Tymur im Mittelpunkt. Zusammen mit seinen drei Gefährten begeben sie sich auf eine wichtige und geheime Mission.

Klappentext:
Um Kevron, der einst ein begnadeter Fälscher war, steht es nicht zum Besten. Schulden, Alkohol und sein angeborener Hang zur Faulheit haben ihn fest im Griff. Da klopft es eines Tages an seine Tür. Vor der Kammer steht kein Geringerer als der geschwätzige Prinz Tymur und sein Anliegen duldet keinen Aufschub. Es ist das größte und gefährlichste Geheimnis des Landes: Vor vielen Tausend Jahren brachten der sagenumwobene Held Damar und die Zauberin Illiane einen Erzdämon zur Strecke und bannten ihn in eine Schriftrolle. Unter den wenigen, die davon wissen, gibt es einen schrecklichen Verdacht: Wurde das Siegel der Rolle gebrochen? Ist der Dämon entwichen? Ein verlotterter Fälscher Namens Kevron Kaltnadel erhält vom König den Auftrag der Sache nachzugehen. Es ist ungemütlich, es ist anstrengend und es ist gefährlich – aber Kevron bleibt keine Wahl. Die Spur führt ins ferne Nebelreich und wer hier verlorengeht, den wird man nicht vermissen.

Ich habe schon viel Positives über diese Reihe bzw. den Reihenauftakt gehört. Daher wollte ich mir gerne einen eigenen Eindruck machen.
Der Schreibstil von Ilisch ist angenehm, sodass sich das Fantasybuch flüssig lesen lässt. Sie schafft es gekonnt, eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Man kann sich gut in diesem Buch fallen lassen und gebannt folgt man der Handlung. Besonders der Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen und zu gerne habe ich weitergelesen und wollte erfahren, wie es weitergeht. Als Leser ist man gespannt, wie dieses Abenteuer für die Charaktere ausgehen wird und welche Hürden sie noch meistern müssen. In „Das gefälschte Siegel“ wird viel Altbewährtes in die Geschichte eingebunden – ein böser Dämon, eine alte Legende, dazu eine geheime und gefährliche Mission, welche für das ganze Land wichtig ist. Auch stehen ein Prinz und seine Gefährten im Mittelpunkt, zusammen müssen sie ohne große Vorbereitungen dieses Abenteuer meistern und der Ausgang ist bedeutend für die Geschichte des Landes. Und damit kommen wir auch schon den Schwachpunkten des Buches, meiner Meinung nach. Zum einen wird mehrmals diese relevante Legende angedeutet. Vor einigen Generationen hat ein bösartiger Dämon das Land bedroht und eine Magierin aus einem fremden Land hat geholfen, diesen zu bannen. Einige Andeutungen werden gemacht, aber leider erfährt der Leser nichts Genaueres. Konkrete Informationen sucht man hier vergebens, es wird nur immer wieder angedeutet, wie schlimm diese Ereignisse damals waren. Außerdem empfand ich das Worldbuilding als mangelhaft. Es gibt ein paar interessante Ansätze. Aber mir haben hier zu viele Informationen gefehlt. Man erfährt nicht viel über die fantastische Welt. In dieser existiert Magie und scheint ein komplexes Wesen zu haben, dennoch erfährt man einfach nichts über dessen Wirkungsweise. Auch über die Stadt Neraval hinaus erfährt man wenig über das Land, dessen Bevölkerung oder dessen Traditionen. Dies finde ich schade, denn das Potential ist durchaus vorhanden. Man hätte diese umfangreicher gestalten sollen, hier hätte man besser ein paar Hintergrundinformationen mehr einbauen sollen – dann wäre das Worldbuilding nicht so bruchstückhaft gewesen. Ein paar zusätzliche Details hätten diesem Buch gut getan. Zwar ist „Das gefälschte Siegel“ erst der Reihenauftakt und in dessen Bezug kann noch viel folgen, dennoch fand ich es schade, dass wirklich nur wenige Informationshappen in die Story eingebunden werden.
Die Charaktere sind ein wichtiger Bestandteil für dieses Buch und dessen Entwicklung nimmt den Hauptteil der Geschichte ein. Im Mittelpunkt steht Tymur, er ist einer der Prinzen des Landes. Sein Schwerpunkt liegt nicht in der Kriegsführung oder in dem Führen eines Schwertes. Sondern eher im diplomatischen Geschick. Tymur kann gut reden und sich selbst darstellen. Er gibt sich charmant und ist sehr redegewandt. Durch dieses Talent konnte er die Reisegruppe vor einigen Schaden bewahren. Im Verlauf der Handlung entwickelt sich Tymur nicht immer zum Positiven. In manchen Situationen hätte ich ihn nur zu gerne geschüttelt. An seiner Seite ist Lorcan, er ist ein Soldat und ein ehemaliger Steinerne Wächter, welche die dämonische Schriftrolle bewachen. Lange Zeit seines Lebens hat er isoliert von der Zivilisation gelebt, daher ist es nicht verwunderlich, dass er weltfremd ist. Dann ist da noch Kevron. Er ist ein Fälscher, der sein Handwerk versteht. Doch leider gibt er sich seinem Elend leidenschaftlich hin. Er ertrinkt seinen Frust im Alkohol und fürchtet sich vor allem und jeden. Und natürlich muss noch eine Frau diese Gesellschaft vervollständigen. Daher ist Enidin, eine Magierin auch noch Teil dieser Gruppe. Auch sie ist recht naiv, hat sich hinter ihren Mauern und ihren Büchern verschanzt. Sie hält sich für etwas Besseres und trägt dennoch nicht viel zum Erfolg der Mission bei. Ich habe mich zum Teil mit den Charakteren etwas schwer getan, besonders Tymur und Enidin hätte ich nur zu gerne öfters in den Hintern treten wollen.
Dieses Fantasybuch endet mit einem bösen Cliffhanger, sodass man nur zu gerne wissen möchte, wie es weitergeht.

Insgesamt konnte mich Maja Ilisch mit ihrem Reihenauftakt „Das gefälschte Siegel“ gut unterhalten. Ein paar kleine Kritikpunkte hatte ich dennoch. Besonders die fehlenden Informationen fand ich störend für die Geschichte. Daher möchte ich insgesamt 4 Sterne vergeben und bin schon sehr auf die Weiterführung der Reihe gespannt.

Profile Image for Ceciliasophie.
219 reviews10 followers
April 1, 2019
In einer Kammer liegt bewacht von einer Gruppe Steinerner Wächter eine Schriftrolle, die einen Dämon beherbergt. Doch ist dieser Dämon noch immer in ihr gebannt?
Um diese Frage zu beantworten machen sich Prinz Tymur, der Steinerne Wächter Lorcan, die Magierin Enidin und der Fälscher Kevron auf den Weg zu den Alfeyn, jenem vergessenen Volk in einer anderen Welt.

Es ist wirklich sehr erfrischend, mal ein Buch zu lesen, in dem keiner der Charaktere wirklich ein Sympathieträger ist. Jeder von ihnen hat seine Macken und nicht so positiven Eigenschaften. Doch erstaunlicher Weise sind die Charaktere dadurch sehr greifbar und fühlen sich real an. Ich mochte eigentlich keinen von ihnen gerne, aber es interessierte mich durchaus, was aus ihnen wird und eine grundlegende Abneigung gegenüber Einzelnen wollte sich auch einfach nicht einstellen.
Tymur kann sich gut in andere Menschen hineinversetzen und ist sehr wortgewandt, doch diese Gewandtheit kann in einem Moment schmeichelnd, im nächsten aber sofort sehr grausam sein.
Kevron hat sich schon fast aufgegeben, er versinkt in Selbstmitleid, hält sich selber für einen Feigling und schwach und ist dem Alkohol und Drogen vollkommen verfallen. Doch Seite für Seite öffnete er mir mehr die Augen für seinen Schmerz und sein Innenleben. Ich verstand und litt mit ihm. Und dann zeigt er dem Leser, was eigentlich in ihm steckt und was Loyalität bedeuten kann.
Enidin ist furchtbar arrogant und hält wirklich große Stücke auf sich. Doch auch hier muss ich zugeben, dass ich sie ab und an wirklich richtig toll fand. Warum soll man denn nicht mal stolz sein auf Dinge, die man sich hart erarbeitet hat und es anderen auch zeigen? Im Prinzip ist sie die Stimme, die für Selbstbewusstsein wirbt. Nur, dass sie an der ein oder anderen Stelle ein wenig zu selbstbezogen schreit.
Und Lorcan könnte der Ritter in strahlender Rüstung sein, doch seine willenlose Verfallenheit der Gefühle und seine im Hintergrund mitklingenden Vorurteile vernichteten diesen Eindruck etwas.
Kurzum, keiner der Charaktere ist ein glänzender, polierter Schönling ohne Fehl und Tadel. Hier sind die Charaktere, nach denen ich schon lange gesucht habe. Menschen, wie du und ich mit guten aber auch schlechten Seiten. Einfach eine eigenständige, ungeschönte Persönlichkeit.
Das einzige, was mich wirklich lange Teile des Buches über gestört hat, ist die blinde Liebe, die Enidin plötzlich befällt. Ich bin kein Fan von Insta Love – egal in welchem Genre – und hier störte es mich schon etwas. Zum Glück legt sich das Ganze irgendwann, aber vor allem in der ersten Hälfte fiel mir dies sehr negativ auf. Auch fand ich es ein wenig schade, dass Enidin die einzige Frau ist, die in diesem Buch die Handlung vorantreibt. Ein wenig mehr weibliche Unterstützung wäre wirklich fabelhaft und wünschenswert gewesen.
Der Schreibstil ist so beschreibend, das die Welt und die Charaktere unglaublich lebhaft erscheinen. Mir hat er wirklich gut gefallen. Diese detailreichen und ausgeschmückten Sätze führen zu ein wenig Länge. Gestört hat mich das nicht, im Gegenteil, ich fand den eher ruhigen Ton wirklich gelungen und langweilte mich nie. Hatte ich das Buch einmal in Händen, so verschlang ich Kapitel um Kapitel. Wer nach einem Pageturner sucht, dem kann ich das Buch von daher nicht empfehlen. Wer sich auf ein paar Längen und Erzählungen einstellt, der wird viel Freude mit dem Buch haben.
Das Ende hingegen ist an Spannung kaum zu überbieten und der Cliffhanger ließ mich mit dem unbefriedigenden Gefühl und der Lust nach mehr zurück. Den zweiten Teil werde ich von daher mit Spannung erwarten.
Die Handlung an sich ist wirklich toll gestalten, so mancher Plot-Twist kam durchaus unerwartet und konnte mich sehr positiv überraschen. Man merkt Seite für Seite wie viele Ideen und Gedanken die Autorin im Buch verwoben hat. Ich gehe mit einem sehr positiven Gefühl aus der Geschichte und bin erleichtert, dass sich die Eindrücke anderer Rezensenten für mich nicht bewahrheitet haben.
Ein gelungener Auftakt einer Reihe, die viel Potential bereithält. Ich bin wirklich sehr gespannt auf den Verlauf der Geschichte.
Profile Image for Miss Pageturner.
423 reviews32 followers
September 12, 2022
Dieses Buch war mein Buddy-Read des Monats im August. Wir waren beide super gespannt auf das Buch, leider und da waren wir uns einig, entpuppte es sich schnell als Enttäuschung.


Wie aus dem High Fantasy-Baukasten
Dabei fing es eigentlich ganz gut an, denn die Autorin, das muss man ihr wirklich lassen, kann sehr gut schreiben. Ihr Schreibstil und Wortwahl waren wirklich sehr gut. Leider kann ich das von ihrem Erzählstil überhaupt nicht sagen. Fangen wir zum Beispiel mit dem Worldbuilding an oder eher dem Fehlen eines solchen. Das Buch spiel in einer mittelalterlichen angehauchte Welt. Das Land heißt, wie auch die Hauptstadt, in der wir starten, Neraval. Es gibt einen König, eine Magierakademie, eine Königstraße, ein paar Gasthöfen und vereinzelte Dörfer.
Was, diese Infos reichen euch nicht? Das klingt erstmal wie jedes x-beliebige High Fantasy Buch? Da muss doch mehr sein? Ne sorry, ist nicht. Das ist tatsächlich wirklich alles, was man auf fast 500 Seiten über die Welt erfährt. Was die Magierakademie so treibt? Kein plan. Gibt es mehr Städte als nur diese eine? Kein Plan. Wie ist die Kultur der Menschen? Ich wiederhole: KEIN PLAN. Das ganze Worldbuilding ist so austauschbar, als hätte die Autorin ihre Welt aus einem High-Fantasy-Baukasten zusammengebastelt und dabei auch noch die Hälfte der Teile vergessen.

Dabei sind vereinzelt tatsächlich gute Ideen und Ansätze zu finden. Einen Fälscher als Protagonisten zu haben ist bei all den Dieben und Assassinen in diesem Genre mal etwas Neues, auch gibt es eine ganz interessante Legende zur Gründung des Landes und doch, wie bei fast allem in diesem Buch, wird es zwar erwähnt, aber nicht näher drauf eingegangen. Im Verlauf der Handlung erwähnen die Charaktere diese Legende in einem fort und nennen immer wieder Figuren daraus, aber zu keinem Zeitpunkt hält es die Autorin für nötig, diese Legende, mal wenigstens kurz als Ganzes zu erzählen. Man wird als Leser*in mit ein paar Schnipsel hiervon und davon abgespeist, den Rest soll man sich offenbar alleine denken. Und so geht es einem in diesem Buch immer wieder. Die Autorin schneidet Dinge an und lässt sie schon im nächsten Moment fallen, wie eine heiße Kartoffel. Das ist furchtbar frustrierend und nervtötend. Da wird z. B. jemand ermordet, kurze Zeit später ist da schon wieder vergessen da es offenbar nur eine Möglichkeit war, um eine Figur in eine bestimmte Position zu bringen. Das ist erzählerisch wirklich plump. Überhaupt wirkt alles sehr unausgereift und nicht gut durchdacht.


Gezanke wie auf dem Schulhof
So, die Welt ist also schon mal enttäuschend, waren denn vielleicht wenigstens die Charaktere überzeugend? Nö, waren sie nicht. Sie waren anstrengend, nervtötend, unsympathisch und albern. Zudem bleiben sie, wie auch die Welt, so blass, wie ein Toastbrot in der Wintersonne. Sie haben alle ein festgefahrenes Handlungsmuster und das spielen sie den ganzen Roman lang einfach ab, ohne Entwicklung oder Änderung.

Da haben wir zu einem den Fälscher Kevron, er ist ein Feigling und ein Trinker und wird den ganzen Roman auf nichts anderes reduziert. Dann ist da der Krieger Lorcan der ohne ersichtlichen Grund von weltoffen zu verbohrt hin und her switcht und weil es natürlich noch eine Frau in der Gruppe geben muss, ist da noch Enidin. Einen größeren Nutzen scheint sie nicht zu haben, hält sich selbst aber für die Allergrößte. Ehrlich, selten ist mir eine so arrogante Frau untergekommen und das, obwohl sie praktisch kaum was zum Quest beiträgt und gleichzeitig verliebt sie sich in den erstbesten Mann, den sie sieht und läuft dann dem Prinzen wie ein sabberndes, hirnloses Hündchen hinterher, selbst als dieser sie beleidigt, nötigt und herabwürdigt, findet sie ihn noch ganz toll, solange er sich danach entschuldigt. Sorry aber da kommt einem ja die Galle hoch.
Und wo wir schon beim Prinzen Tymur sind. Der soll wohl mysteriös und geheimnisvoll sein, ist aber nur ein bockiges Kleinkind, dass alle um sich herum manipuliert und tyrannisiert und einen Trotzanfall bekommt, wenn es mal nicht nach seiner Nase läuft. Und der angebliche Plottwist mit ihm am Ende verdient diesen Namen auch nicht, denn offensichtlicher hätte man es nicht machen können.

Und wo diese vier Charaktere schon für sich alleine genommen super nervig sind, zusammen werden sie unerträglich. Die Heldenreise gestaltet sich wie der Klassenausflug der 7b. Der stänkert mit dem, dieser macht den doof an und alle himmeln den Cliquenanführer an. Ehrlich, das Buch hat 486 Seiten und ist zu 70% nur Gezanke und Stänkerei zwischen den Figuren und das auf dem Niveau von bockigen Kindern. Wie im Kindergarten.

Die Handlung, die keine ist
Das führt dann auch zu Problem Nummer drei: Wenn 70 % des Buches nur gestritten wird, was bleibt da noch an Handlung? Nicht viel. Ehrlich gesagt kann man das ganze Buch in drei Sätzen zusammenfassen. Ich tue es mal nicht, falls irgendwer der das hier liest, sich das Buch doch noch antun will. Trotzdem sei gesagt, dass die Handlung nicht nur furchtbar geradlinig war, sondern auch ziemlich fad. Eigentlich passiert kaum was, die ganzen Seiten füllen sich eben durch das ewige Gezanke. Eine Heldenreise mag das sein, eine epische, wie die Autorin in ihrem Nachwort behautet, aber ganz sicher nicht. Eher eine Pfütze, als ein epischer Ozean.

Fazit:
Ein Punkt für den wirklich guten Schreibstil, einen für die Ansätze, deren Umsetzung aber leider so löchrig ist, wie ein Schweizer Käse. Ein nicht existentes Worldbuilding, blasse nervtötende Charaktere und eine Handlung, die viel heiße Luft für nichts ist, vermiesen das Lesevergnügen. Eigentlich habe ich es nur durchgelesen, weil es ein Buddy-Read war.
Profile Image for Johenni.
689 reviews8 followers
March 23, 2019
Also dann fang ich mal mit dem Cover an, das Cover ist wirklich sehr schön und nach dem Buch passt es für mich auch wirklich gut zur Geschichte.
Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, das Einzige was mich etwas gestört hat war, dass ich immer ein bisschen gebraucht habe um wieder ins Buch reinzufinden.
Die Geschichte ist überragend, sie ist vielseitig, man hat Wendungen drin, die überraschend kommen und die Story ist so komplex, weshalb es wahrscheinlich immer etwas gedauert hatr um wieder reinzukommen. Aber das Buch hat über 400 Seiten, dass konnte ich nicht in einem Rutsch lesen, ich brauchte immer etwas Zeit um alles zu verarbeiten.
Das Buch ist was für Menschen, die Fantasie lieben und auch die eine komplexe Geschichte lieben.
Ich fand es auch nicht fair, dass das Buch an so einer spannenden Stelle geendet hat. Ich erwarte jetzt schon mit Spannung, die Fortsetzung. Ich hoffe es dauert nicht so lange, wie das erste Buch.
Fazit ein lesenswertes Buch welches mich wirklich sehr überraschen konnte und mitreißen. Gerne schnell mehr davon. ;)
Profile Image for Eggi.
110 reviews9 followers
January 22, 2020
Ich kann insgesamt leider nur zwei Sterne vergeben, denn von all den Figuren ist mir nur Kevron ans Herz gewachsen. Unser Prinz ging mir zu sehr auf die Nerven, die Magierin besserte sich zwar aber leider zu wenig und der Krieger war langweilig. Wenn dann ständig der Blickwinkel wandert und nur eine Figur Spaß macht, dann kann ich einfach nicht mehr vergeben. Die Story empfinde ich insgesamt als zu dünn. Klar sie reißen hin und her aber die Probleme bleiben mir zu bodenständig und unaufgeregt. Immerhin eine Sache hielt mich am Ball, weswegen ich bis zum Ende durchhielt.
Profile Image for Mia Perfect.
106 reviews
April 16, 2019
Mit dem ersten Teil der Neraval-Sage leitet Maja Ilisch eine fantastische Fantasy - Sage rund um das Königreich Neraval („Neuaufbau“) ein. Neubau, wie Neraval in ihrer Sprache bedeutet, wurde auf den Ruinen des vom gefürchteten Erzdämon gegeißelten Landes errichtet. Nur mit Mühe und Not gelang es einst Damar und seinen Gefährten unter großen Verlusten mithilfe der Aelfen Magierin Ililiané aus dem Nebelreich das Monster in eine spezielle Schriftrolle zu bannen. Nun liegt sie, gebannt und versiegelt, Tag und Nacht behütet durch Steinerne Wächter, verborgen unter dem Reichsschloss. Bis heute.

Denn eines Tages steht Prinz Tymur, fünfter Sohn des Königreichs und Diplomat vor der Haustür des versoffenen, abgestürzten Fälschers Kevron, der einst mit seinem Bruder als Kevron Kaltnadel und Kai Kupferfinger zu den Besten seiner Gilde zählten. Doch Kevs glorreichen Tage sind lange vorbei. Umso erstaunter ist er, als er vom Prinzen aufgepeppelt und ins Vertrauen gezogen wird. Von heute auf Morgen hängt die Zukunft des Reichs Neraval von ihm ab. Tymur will in die Fußstapfen seines bewunderten Ahnen treten und mit eigenen Gefährten die beschwerliche Reise ins Reich der Nebel anzutreten. Kevron ist der erste. Es folgen die arrogante Magierin Enidin und der einst Steinerne Wächter Lorkan.

Wir lesen die Geschichte immer Stückweise aus der Sicht der einzelnen Charaktere. Dabei geht Maja Ilisch gelungen auf den jeweiligen Blickwinkel des Charakters zu den jeweiligen Geschehnissen ein. Lorkans Text etwa vermittelt stets eine gewisse Ruhe, während angstbesetzte Situationen eher aus Kevrons Sicht erzählt werden. Jeder der Charaktere hat im Verlauf der Reise ins Ungewise eigene kleine und große Herausforderungen zu bestehen. Die Motivationen mit denen sie mitreisen sind genauso wechselhaf wie ihre Persönlichkeit und nicht für alle ist klar, was auf dem Spiel steht. Die Autorin schafft damit ein spannungsgeladenes zwischenmenschliches Verhältnis und oft erscheinen mir diese Verwicklungen und Vertrauensspielchen zentraler, als der Weg der Reise an sich. Der Fokus liegt für mich klar auf dem emotionalen statt auf den Abenteuern der Reise, hier habe ich fast schon ein bisschen etwas vermisst. Dieser Eindruck verschärfte sich gegen Ende. Atmosphärisch ist hier die Stimmung durch den Text wirklich spürbar und das überraschende Ende grandios, doch teilweise erschienen mir diese letzten Seiten ein wenig langgezogen.

Die Reise besticht besonders durch die Einzigartigkeit der Charaktere. Es gibt für mich hier mehrere, aber keine völligen Sympathieträger und meine Haltung zu dein einzelnen Gefährten ändert sich im Laufe der Reise. Kevron ist mir die meiste Zeit über sympathisch und sein Schicksal kann ich am Besten mitfühlen, in ihm sehe ich das größte Potential. Außerdem mag ich seinen Humor. Lorkan ist zwar ein netter Kerl, aber mir oft zu anhänglich. Abgesehen von seinem Verhältnis zu dem Prinzen wirkt er oft eher leer, das ist schade. Und Enid wirkt auf mich zu gespalten, das hat mich sehr verwirrt und kein rundes Bild abgegeben. Als zielstrebige und selbstbewusste, leicht bissige Magierin steigt sie ein und verknallt sich sofort in den Prinzen, wird zum „kleinen Mädchen“, blickt jedoch auf ihre Mitreisenden weiterhin hinab. Sie wirkt damit auf mich unsympathisch und ich hätte mir gerade von ihr, als einzigem weiblichen Charakter der Gruppe, etwas mehr Frauen Power und gerade Kevron gegenüber oft auch mehr Freundlichkeit gewünscht. Am Geheimnisvollsten bleibt Prinz Tymur. Nicht nur ist er der einzige, aus dessen Sicht wir kein Kapitel zu Lesen bekommen, er steht auf bei den anderen oft zentral im Mittelpunkt. Alle Gefährten blicken im Schwerpunkt zu ihm. Er hält die Gruppe zusammen, seine Mittel sind fraglich. Er polarisiert meine Meinung am Meisten. Zu Beginn wirkt er sehr sympathisch, im fortlaufenden Buch kann ich immer weniger mit ihm anfangen, was vielleicht aber auch der beschwerlichkeit seiner Reise zu Schulden ist. Auf seine Weiterentwicklung bin ich am meisten gespannt!

Fazit: Für Fantasy-Liebhaber und Herr der Ringe Fans ein toller Einstieg in eine neue Welt.
Profile Image for Jennys Bücherkiste.
816 reviews27 followers
March 15, 2019
Hier geht's zur vollständigen Rezension auf meinem Blog.

Rezension
Nachdem mich die Leseprobe dieses Buches so begeistert hat, musste ich unbedingt schnell wissen, wie es weiter geht. Tatsächlich hat das Buch das Niveau der ersten Kapitel fast durchweg gehalten. Besonders überzeugt haben mich die Charaktere, die ich fast alle sehr mochte. Das war insbesondere deshalb wichtig, weil sich das Buch größtenteils um die Gedanken, Erinnerungen und Einstellungen der Figuren dreht. Ihren Interaktionen wird viel Raum gegeben und ihre Beziehungen zueinander entwickeln sich. Es hat mir gefallen, ihre Geschichte zu verfolgen und zu beobachten, wie sie miteinander umgehen.
Prinz Tymur hat es mir angetan, obwohl er der einzige ist, aus dessen Perspektive nicht berichtet wird. Er ist intelligent, mysteriös, nervtötend und ein A*sch. Ich weiß gar nicht genau, warum mir das so gefällt, aber es war auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Er lockt die anderen Charaktere immer wieder aus der Reserve und treibt sie über ihre Grenzen hinaus, wodurch es viel Aufregung gibt. Aber auch Kevron, der feige Fälscher, hat mir Freude bereitet. Es gibt kaum etwas, wovor er keine Angst hat, und, so leid er mir tat, manchmal nahm das tatsächlich witzige Ausmaße an. Ich fand es auch lustig, wie er versucht, sich dem jungen Prinzen gegenüber angemessen zu verhalten, während er innerlich einfach nur völlig angenervt von Tymurs Mätzchen war. Ins Herz geschlossen habe ich von ihnen allen aber vor allem Lorcan, den Steinernen Wächter. Er ist ein begnadeter Kämpfer, sanftmütig und seinem Prinzen treu ergeben. Die Szenen, die aus seiner Perspektive erzählt wurden, haben mich immer ein wenig zur Ruhe kommen lassen.

Die einzige Figur, die ich überhaupt nicht leiden konnte, war die junge Magierin Enidin. Sie verfällt Tymur schon bei der ersten Begegnung. Das macht sie zum Glück nicht zu einer willenlosen Marionette, da ihr Verstand sich doch immer irgendwie durchsetzt, aber sie schmachtet ziemlich, sobald er in der Nähe ist. Außerdem ist sie unfassbar arrogant, hochnäsig und eitel. Zum Teil sagt sie das sogar selbst über sich und wird auch von anderen Personen so bezeichnet. Leider hat sie mir das auch nicht sympathischer gemacht. Sie sollte ein Teil des Teams sein und die anderen unterstützen, aber stattdessen legt sie ihnen eher Steine in den Weg. Bei den Kapitelstücken, die aus Enidins Perspektive erzählt werden, war ich immer froh, wenn sie vorbei waren.

Über die (größtenteils) tollen Charaktere hinaus hat das Buch aber auch spannende Handlung zu bieten. Es gibt insgesamt wenig Action und das Erzähltempo ist eher gering, weil die Bedrohung, der die Charaktere und ihre gesamte Welt ausgesetzt sind, latent ist. Es gibt kaum tatsächliche, gewaltvolle Auseinandersetzungen. Lorcan braucht zwar sowohl seine Fäuste als auch sein Schwert im Verlaufe des Buches, aber die Bedrohung, die der Dämon darstellt, heizt die Stimmung eher im Hintergrund auf. Trotzdem war das Buch teilweise echt nervenaufreibend. Die Charaktere suchen nach einem Weg, einen Dämon zu besiegen, von dem sie weder wissen wann noch wo oder wie er versuchen wird, die Welt zu vernichten. Diese dauerhafte psychische Anspannung und Belastung der Charaktere hat für viel Spannung gesorgt. Den Höhepunkt hat sich die Autorin allerdings für den letzten Satz des Buches aufgehoben. Nach diesem Cliffhanger würde ich den zweiten Band am liebsten sofort lesen.

Fazit
Besonders überzeugt haben mich an diesem Buch die unterhaltsamen, witzigen, mysteriösen und sanftmütigen Charaktere. Ich habe mich gefreut, ihrer Geschichte folgen zu dürfen. Da das Buch den Interaktionen und Beziehungen der Charaktere viel Platz einräumt, bin ich dort voll auf meine Kosten gekommen. Außerdem hat das Buch spannende Handlung zu bieten und eine ständige latente Bedrohung, die wirklich nervenaufreibend war. „Das gefälschte Siegel“ hat mir, abgesehen von Enidin, sehr gut gefallen und bekommt dafür vier Schreibfedern.

Ich bedanke mich bei der Hobbit Presse und bei Vorablesen für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Fallendreams.
315 reviews2 followers
April 17, 2019
Vorab hier auch: vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar. Doch auch ein kostenloses Exemplar kann meine Meinung nicht beeinflussen.


Die Story:

Vor vielen Jahren wurde der Dämon  La-Esh-Amon-Ri von der Zauberin Illiane und dem tapferen Helden Damar in eine Schriftrolle gebannt. Um die Schriftrolle perfekt zu überwachen, stellte Illiane die sogenannten steinernen Wächter auf. So vergingen viele Jahre.


Doch nach vielen Jahren stellt sich der jetzige König die Frage: ist das Siegel der Schriftrolle noch original oder wurde dieses vor Jahren gebrochen?


Um diesen Gedanken auf den Zahn zu fühlen beginnt sich der junge Prinz Tymur auf dem Weg zu dem einst begnadeten Fälscher Kevron. Doch das ist lange her. 


Zusammen mit zwei anderen "Freunden" bestreiten unsere vier "Antihelden" das Abenteuer um der Sache auf dem Grund zu gehen.


Meine Meinung:

Zuerst ein riesen Lob an das Cover. Es hat mir auf Anhieb super gut gefallen und wird sicherlich den ein oder anderen Leser dazu verlocken, dass dieser nach diesem Buch greifen wird. Weiterer Pluspunkt sind die überaus schönen Seiten! Ich habe selten ein Buch gelesen, welches so schöne weiche und glatte Seiten besitzt. Da musste ich in den ersten paar Kapiteln fast dauerhaft an den Seiten rumfummeln!


Der Schreibstil von Maja Ilisch hat mir auch sehr gut gefallen und hat super gut ins Buch gepasst. Allerdings wurde mein Lesefluss ein paar mal Unterbrochen und so musste ich das Buch auf mehrere Male durchlesen.


Leider hat sich neben der tollen Story viel langgezogen und es wurden, für mich, manche Kapitel viel zu langgestreckt, sodass man für eine Szene fast 100 Seiten hatte. Fetter Minuspunkt in dem Fall für mich.


Doch zum Ende hin ging es meiner Meinung so richtig los und ich konnte nur schwer aufhören zu lesen! Das Ende kam dann sehr plötzlich und schnell. Doch dort gab es wieder eine Szene die mit Rätseln etc. gestreckt wurde und das hat mich leider wieder etwas ermüdet.


Die Charaktere haben mir sehr gefallen, besonders Kevron. Er hat für mich im Laufe des Buches eine super schöne Entwicklung durchgemacht, wohin gegen unsere Zauberin leider nichts dergleichen durchlebt hat. 


Es war manchmal anstrengend zu lesen wie viel Zwietracht andauernd zwischen unseren Protagonisten geherrscht hat, besonders wie sehr aufeinander herabgesehen wurde.


Doch bis zum Schluss mochte ich besonders Kevron. Tymur war mir etwas unsympathisch, doch ich bin der festen Überzeugung, dass da mehr dahinter steckt! 


Fazit:

Das Buch bekommt von mir 3 - 3,5 Sterne von mir, da es mir manchmal echt schwer fiel, das Buch weiterzuleyen

Doch ich sehr Potential nach oben und warte mal auf den zweiten Band.


Für Fantasyfans welche nicht die große Schlacht suchen, ein passendes Buch! 
Profile Image for Kamingeflüster.
87 reviews1 follower
February 28, 2019
In diesem Fantasyroman geht es um eine alte Schriftrolle, in der ein Dämon gefangen ist. Sie liegt gut verwahrt und von den Steinernen Wächter bewacht unter der Burg des Königs. Zumindest sah es so aus, denn eines Tages stellt man fest, dass das Siegel nicht mehr das echte Siegel ist, sondern gefälscht wurde. Irgendjemand hat die Schriftrolle geöffnet. Niemand weiß, ob der Dämon nun freigelassen wurde oder noch in der Schriftrolle gebunden ist. Kurzerhand stellt der Prinz eine Expedition zusammen, um das gute Stück zu der einzigen Person zu bringen, die das feststellen kann: Einer Magierin der Aelfeyn. Zusammen mit einem Kunstfälscher, einem Steinernen Wächter und einer jungen Portalmagierin macht sich der Prinz auf die lange Reise in das ferne Land.

Die Geschichte beginnt spannend und stellt in verschiedenen Abschnitten die Personen vor, die die Hauptrollen spielen werden. Allesamt interessante Charaktere mit einer eigenen Geschichte, die mich von Beginn an neugierig gemacht haben. Alle haben ihre eigenen Sorgen und Probleme, die sie mit auf die Expedition nehmen. Diese an sich gute Grundvoraussetzung wird allerdings auf der wirklich langen Reise lästig. Vieles wird einfach zu oft wiederholt und erneut durchgekaut. Das Alkoholproblem des Fälschers oder die Verliebtheit der beiden anderen in den Prinzen haben mich irgendwann nur noch gelangweilt. Da habe ich ganze Passagen überflogen, bis endlich wieder was passierte.
Zudem wurden mir die Charaktere zunehmend unsympathischer. Sie werden oft aus der Sicht der anderen Gruppenmitglieder betrachtet, was zumeist nicht positiv ausfällt. Das hat sich auf mich übertragen, so dass ich am Ende keinen der Protagonisten mehr sympathisch fand.

Das ist echt schade, denn das erste Viertel des Buches ist richtig gut und auch das Ende bietet nochmal Spannung. Die Thematik um die Steinernen Wächter sowie die Idee mit der Schriftrolle haben mir total gut gefallen. Der Schreibstil ist ansprechend und lässt sich flüssig lesen. Leider hat die Geschichte mich irgendwann verloren, da die Handlung sich zu oft im Kreis dreht. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass die Nachfolgebände der Reihe noch einige Ideen zu bieten haben werden und es im Verlauf spannender wird.

Wer gerne Fantasy liest und nicht allzu anspruchsvoll ist, kann auf jeden Fall einen Blick in die Reihe riskieren.
Profile Image for In A Place of Solace.
77 reviews
March 5, 2019
Das Cover des Buches zog mich sofort in den Bann und da ich vom Klett-Cotta Verlag bereits einige tolle Geschichten gelesen habe, erwartete ich wieder auf eine geheimnisvolle Reise zu gehen. "Das gefälschte Siegel" konnte der interessanten Leseprobe jedoch nicht ganz gerecht werden.

Auch in diesem Buch wird das langerprobte Konzept der Heldenreise versucht umzusetzen. Der Großteil der Handlung gestaltet sich jedoch recht vorhersehbar und es gibt wenig links und rechts vom Weg zu entdecken, was das Buch aus der Masse des Genres hervorgehoben hätte.

Aber erstmal zu den Charakteren und der Geschichte. Zuerst lernt man den Prinzen Tymur kennen und den Steinernen Wächter Lorcan, der die Schriftrolle mit anderen Soldaten bewacht. In dieser wurde vor vielen Jahren von der Zauberin Illiane der Erzdämon gebannt, aber es kommt die Vermutung auf, dass das Siegel gebrochen wurde und der Erzdämon vielleicht nicht mehr in der Schriftrolle verweilt. Aus diesem Grund machen sich der Fälscher Kevron, die Zauberin Enidin, Lorcan und Tymur auf den Weg, um die Befürchtung von Illiane prüfen zu lassen, die im Land der Alfeyn lebt.
Die Geschichte wird dabei aus verschiedenen Perspektiven erzählt und man bekommt Einblicke in die Gefühle der Gruppe. Jedoch blieb für mich am Ende kein Charakter mehr übrig, den ich sympathisch fande. Vor allem die Liebesgeschichte um Tymur hat mir überhaupt nicht gefallen und auch ansonsten blieben die Charaktere doch eher blass.

Auch die Handlung hat sich für mich an einigen Stellen sehr hingezogen und im Bezug auf manche Dialoge hatte man das Gefühl, dass manche Themen immer wieder aufgegriffen werden und sich immer wieder wiederholen. Stattdessen hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung etwas schneller in Gang kommt und sich vielleicht mal die eine oder andere Situation ergibt, die die Gruppe zusammenwachsen lässt. So hat man oft einfach nur das Gefühl, dass ständig auf den Ecken und Kanten der einzelnen Persönlichkeiten herumgehackt wird.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der für mich sehr verwirrend ist, jedoch bleibt Potential für die Folgebände und ich würde deswegen der Geschichte auch noch eine Chance geben.
Profile Image for Roman-Tipps.
27 reviews1 follower
August 4, 2020
Der Fantasy-Roman „Das gefälschte Siegel“ von Maja Ilisch ist der Auftaktband der Neraval-Sage und konnte mich nicht nur ziemlich schnell überraschen, sondern auch ganz herrlich unterhalten! Nach dem Klappentext klingt alles nach einer sehr ernsthaften Heldenreise. Verständlich, denn die Lage ist brisant, ein rachsüchtiger Dämon, welcher seit tausend Jahren in einer Schriftrolle gebannt worden ist, könnte sich aus seinem Gefängnis befreit haben und wieder Tod und Verzweiflung über das Land bringen. Doch so ernst das klingt, umso erstaunter war ich, dass alles durch die Charaktere eine ordentliche Portion Humor und dadurch einiges an Heiterkeit erlangt, wodurch ich nicht selten zum Schmunzeln gebracht worden bin. ^^ Und so bekommt diese Heldenreise eine wunderbare Lockerheit und die Story wird zu einem sehr guten und amüsanten Leseerlebnis.

Wenn du niemandem mehr trauen kannst – nicht einmal dir selbst

„Es war eine Falle – nicht so eine, in der man von hinten gepackt und niedergeschlagen wurde, sondern eine, die eine Entscheidung verlangte, die sich nicht mehr ungeschehen machen ließ.“

(S. 204, „Das gefälschte Siegel“ von Maja Ilisch, Klett-Cotta Verlag)

In „Das gefälschte Siegel“ dreht es sich darum, dass über das Reich Neraval vor tausend Jahren Tod und Verzweiflung durch einen Dämon gekommen ist. Doch die mächtige Magierin Ililianè und der legendäre Held Damar konnten den Dämon in eine Schriftrolle bannen, die für alle Zeit im Kellergewölbe unter der Burg von Steinernen Wächtern bewacht werden sollte. Doch ein Zwischenfall erweckt den Verdacht, dass das Siegel dieser Schriftrolle wahrscheinlich gefälscht ist. Konnte der Dämon sich also bereits aus der Schriftrolle befreien? Nur die Magierin Ililianè kann diese Frage beantworten. Doch diese lebt weit weg im unerforschten Nebelreich der Alfeyn – und seit damals vor tausend Jahren hat es auch keinen Kontakt dorthin mehr gegeben. Für den äußerst redefreudigen und tatenlustigen Prinz Tymur bietet sich hier die perfekte Chance nicht nur das Land zu retten, sondern auch seine eigene Position zu stärken. Denn er begibt sich gemeinsam mit seinen für eine Expedition ausgesuchten drei Reisegefährten auf eine gefahrvolle und verzweifelte Reise nach Ailadredan, ins Nebelreich. In seinem Gepäck: Die Schriftrolle. Doch nicht der Weg allein ist das Problem, sondern auch die Schwierigkeiten zwischen den Reisegefährten. Vor allem auch, weil Tymur jedem eine andere Version erzählt, was den Grund und das Ziel ihrer Reise betrifft. Und dazu noch ständig die Unsicherheit, ob der Dämon sich aus der Schriftrolle befreien konnte und nun von einem von ihnen Besitz ergriffen hat, sodass sie allmählich niemandem – nicht mal sich selber – noch trauen können. Noch dazu sind die Reisegefährten untereinander nicht im Klaren über ihre jeweilige Rolle auf dieser mysteriösen Reise.

Wunderbare Charaktere, Humor und ein geschickter Schreibstil

„Jeder Dämon in diesem Wald lacht sich doch gerade schlapp, wenn er uns Helden hier sieht – ziehen aus, um dem Unaussprechlichen zu trotzen, und finden nicht einmal zurück zum Gasthaus.“

(S. 209, „Das gefälschte Siegel“ von Maja Ilisch, Klett-Cotta Verlag)

Es gibt hier so viele Andeutungen und Ereignisse, die durch Humor, Lockerheit und einem geschickten Schreibstil einfach herrlich unterhalten können, oftmals so nebenher erwähnt, doch mit einer hervorragenden Wirkung. Zwar ist natürlich das Nebelreich das Ziel und die Reise hat eine enorme Wichtigkeit, doch der Fokus liegt ganz deutlich auf den Charakteren, ihren Interaktionen miteinander und besonders auch auf ihren Gedanken und Gefühlen. Somit ist das alles gut ausgebaut, wodurch es auch eher zu einem recht gemäßigten Tempo kommt. Hin und wieder gibt es einige langatmige Stellen, doch die Story schafft es immer wieder neue Spannungsbögen danach aufzubauen.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von Kapitel zu Kapitel aus der Sicht von Kevron, Enidin und Lorcan in Form des personalen Erzählers. Da Tymur der einzige ist, der eigentlich über den wahren Grund ihrer Mission vollständig informiert sein sollte und aus dessen Sicht leider überhaupt nicht erzählt wird, bietet sich hier die Gelegenheit mitzurätseln – und ich stellte mir allmählich die Frage, ob es überhaupt irgendeine richtige Version der Geschichte gibt. Umso lustiger jedes Mal, wenn Tymur mit seiner unglaublichen Überzeugungskraft eine weitere Version jeweils einem der Charaktere offenbart.

Was die Charaktere betrifft, so haben diese mir wirklich gut gefallen. Es macht Spaß von ihnen zu lesen, von ihren unterschiedlichen Verhaltensweisen, Beweggründen und Gedankengängen. Ein jeder von ihnen hat Schwächen und Stärken, wobei beides in der jeweiligen Situation mal mehr, mal weniger stark hervorsticht. Kevron, der hinter jeder Ecke einen Mörder und Gefahren vermutet, seine Angst offen zeigt und sich gerne versteckt, wenn es zu brenzlig wird. Eigentlich ein Feigling, doch es gibt Momente, da selbst er vom Mut befallen wird – wenn diese auch recht kurz ausfallen. In seiner Arbeit als Fälscher geht er vollkommen auf – und sein Hang zum Weintrinken sorgt für einige amüsante Szenen und Dialoge. Enidin, eine Magierin und von ihrer Fähigkeit so von sich eingenommen, dass sie anfänglich nicht besonders sympathisch wirkt. Eine ganze Zeit lang trägt sie nichts wirklich Bedeutendes zur Expedition bei, doch im Laufe der Geschichte lernt auch sie mit Problemen besser umzugehen. Lorcan, ein schweigsamer Krieger, tugendhaft, ruhig – ein Fels in der Brandung. Äußerlich versucht er sich keine Gefühle anmerken zu lassen, doch hinter der steinernen Fassade steckt doch noch einiges mehr. Und zu guter Letzt: Prinz Tymur. Er bringt die Handlung durch sein Verhalten richtig in Schwung und verwendet seine effektivste Waffe beinahe ständig: Seine Wortgewandtheit. Schwatzhaft, scharfzüngig, überdreht, von Tatendrang ergriffen, ruhelos, vergnügt und zumindest sehr lange unerschütterlich. Aber auch hinter seiner mühsam errichteten heiteren Fassade könnten sich Abgründe verstecken.

So lange bin ich um dieses Buch herumgeschlichen, unsicher, ob ich es lesen sollte oder nicht – ich liebe Fantasy und der Klappentext klingt spannend, jedoch wächst der SuB ständig. Aber zum Glück konnte ich schlussendlich und vor Kurzem von den Bloggerinnen von Das Bambusblatt überzeugt werden – denn „Das gefälschte Siegel“ von Maja Ilisch bietet definitiv eine sehr empfehlenswerte Fantasy-Unterhaltung. Und am Ende wird es nicht nur recht nervenaufreibend, sondern es wartet auch ein heftiger Cliffhanger. Nur zu gut, dass der zweite Band „Das gefälschte Herz“ bereits erschienen ist. ^^

Fazit:

„Das gefälschte Siegel“ von Maja Ilisch ist ein Fantasy-Roman um eine einerseits verzweifelte, andererseits amüsante Heldenreise – mit einem zwar ernsthaften Hintergrund, doch hier schwingt jede Menge Humor mit. Der Fokus liegt auf den facettenreichen Charakteren mit all ihren Schwächen und Stärken, wobei es Spaß macht von diesen zu lesen. Mich konnte die Geschichte ganz herrlich unterhalten und die Vorfreude auf die Fortsetzung „Das gefälschte Herz“ in die Höhe schrauben.
Profile Image for Scarlet.
393 reviews10 followers
July 27, 2019
Inhalt:
Seit tausend Jahren wird die Schriftrolle, in die der Erzdämon von Damar und der Zauberin Illiliane verbannt wurde, von den steinernen Wächtern in der Burg Neraval bewacht. Eines Tages wird der Verdacht gehegt, dass das Siegel der Schriftrolle gefälscht sein könnte und der Dämon nicht mehr gebannt ist. Der junge Prinz Tymur beauftragt den Fälscher Kevron mit der Überprüfung des Siegels, doch ob der Dämon noch gebannt ist, kann nur die Zauberin Illiliane feststellen. Doch diese hat sich in ihre Heimat, das Nebelreich der Alfeyn zurückgezogen. Tymur möchte sich auf die Suche nach Illiliane begeben und auf dieser Reise wird er von dem Fälscher Kevron, der Magierin Enidin und dem steinernen Wächter Lorcan begleitet. Die vier Gefährten könnten ungleicher nicht sein, was zu einigen Unstimmigkeiten führt.



Meine Meinung:
Das Cover ist in Blautönen gehalten und der Buchtitel eingerahmt von einem silbernen Ring, was mir sehr gut gefällt. Darauf sieht eine Stadt mit vielen hohen Türmen und 4 Gefährten. Ich finde das Cover passt zum Genre und auch zur Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin ist gewöhnungsbedürftig und vermutlich nicht für jeden was. Anfangs hatte ich etwas Probleme mit den langen, verschachtelten Sätzen. Aber nach einiger Zeit habe ich mich daran gewöhnt, nachdem ich das richtiges Lesetempo gefunden habe. Ich habe eigentlich ein schnelles Lesetempo, aber bei dieser Geschichte musste ich mich einfach etwas bremsen um den Schreibstil genießen zu können, da dieser nicht so leicht und locker ist. Die Autorin beschreibt die Umgebung und die Charaktere genau, was mir sehr gut gefallen hat. Ich würde den Schreibstil als bildhaft und detailgetreu beschreiben.

Die Geschichte beginnt mit einem interessanten Prolog, der mir bis zum Ende des Buches immer im Kopf geblieben ist. Die Atmosphäre war geheimnisvoll und auch etwas düster, das hat mir wirklich gut gefallen. Auch einige Theorien die ich mir im Laufe der Geschichte ausgedacht haben beruhen hauptsächlich auf diesem Prolog. Die weitere Handlung hatte ich mir etwas anders vorgestellt, da ich eine actionreiche und spannende Reise mit vielen Hindernissen erwartet hätte. Jedoch lag meiner Ansicht nach der Schwerpunkt hier auf der Entwicklung der Hauptprotagonisten, was mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Im Mittelteil hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich irgendwie nichts vorwärts bewegt und es hat sich dadurch etwas gezogen. Zum Ende hin wurde es dann auch spannender und der erste Teil endet mit einem Cliffhanger, der Lust auf den nächsten Band macht.

Die Hauptprotagonisten sind größtenteils keine Sympathieträger.

Da haben wir den jungen Prinzen Tymur, der gerne und viel redet. Anfangs fand ich das nur etwas nervig, aber mit der Zeit wurde Tymur immer unsympathischer. Er hat meiner Ansicht nach immer mehr Zwist in der Gruppe gesäht und bei seinen Stimmungsumschwüngen wurde mir selbst immer ganz schwindelig. Außerdem ist er manipulativ und gemein. Tymur war definitiv einer der Charaktere, bei dem ich immer wieder Überlegungen angestellt habe, warum er das jetzt tut und konnte seine Handlungen auch oft nicht wirklich nachvollziehen.

Kevron ist ein gebrochener Mann. Er hat Probleme mit Drogen und Alkohol und zerfließt in Selbstmitleid. Er kann weder kämpfen noch ist er besonders mutig. Trotz allem ist Kev einer meiner Lieblingscharaktere der Geschichte geworden. Er ist empathisch und erkennt Dinge, die seine Gefährten nicht sehen können. Ich finde er ist ein Charakter, aus dem man wirklich viel machen kann und ich habe während der Geschichte mit ihm mitgelitten.

Lorcan ist ein steinerner Wächter, der jedoch nicht mehr ihm Dienst ist. Außerdem ist er ein guter Freund von Tymur, der ihn schon seit seiner Kindheit kennt. Er ist treu, stark und hat ein gutes Herz. Er ist ein richtiger Sympathieträger in dieser Geschichte.

Enidin ist eine junge Magierin. Sie ist Novizin in ihrer Akademie und auch eine der Besten. Das lässt sie jedoch ziemlich raushängen und dadurch wirkt sie arrogant und hat auf die anderen herabgesehen, außer auf Tymur. Was mich an Enidin auch gestört hat, war ihre blinde Verliebtheit in Tymur. Ihre Intelligenz hat meiner Meinung nach ziemlich unter ihrer Verliebtheit gelitten. Aber zum Ende hin wurde mir Enidin etwas sympathischer und ich bin gespannt, wie sie sich noch entwickelt.


Fazit:
Ein guter Auftakt mit authentischen Protagonisten die nicht alle Sympathieträger sind. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn ich im Mittelteil etwas ins stocken gekommen bin. Das Ende macht jedenfalls Lust weiterzulesen.
Profile Image for Melanie Unger.
544 reviews6 followers
May 4, 2019
Das gefälschte Siegel - Maja Ilisch
Band 1 - Die Neraval-Sage 1
Verlag: Klett-Cotta
Gebundene Ausgabe: 22,00 €
Ebook: 17,99 €
ISBN: 978-3-608-96030-3
Erscheinungsdatum: 28. Februar 2019
Genre: Historisch / Fantasy
Seiten: 498
Inhalt:
Um Kevron, der einst ein begnadeter Fälscher war, steht es nicht zum Besten. Schulden, Alkohol und sein angeborener Hang zur Faulheit haben ihn fest im Griff. Da klopft es eines Tages an seine Tür. Vor der Kammer steht kein Geringerer als der geschwätzige Prinz Tymur und sein Anliegen duldet keinen Aufschub.
Es ist das größte und gefährlichste Geheimnis des Landes: Vor vielen Tausend Jahren brachten der sagenumwobene Held Damar und die Zauberin Illiane einen Erzdämon zur Strecke und bannten ihn in eine Schriftrolle. Unter den wenigen, die davon wissen, gibt es einen schrecklichen Verdacht: Wurde das Siegel der Rolle gebrochen? Ist der Dämon entwichen?
Ein verlotterter Fälscher Namens Kevron Kaltnadel erhält vom König den Auftrag der Sache nachzugehen. Es ist ungemütlich, es ist anstrengend und es ist gefährlich – aber Kevron bleibt keine Wahl. Die Spur führt ins ferne Nebelreich und wer hier verlorengeht, den wird man nicht vermissen.
Mein Fazit:
Zum Cover:
Das Cover gefällt mir gut und deshalb bewarb ich mich auch bei der Leserunde dazu. Im oberen Teil sehen wir das Siegel und im unteren den Weg den die Gefährten gehen müssen. Gehalten ist es in blau.
Zum Buch:
Kevron seinerseits total heruntergekommen, dem Alkohol verfallen, bekommt er nichts mehr auf die Reihe. Eines Tages steht der Prinz Tymur vor seiner Tür. Er hat einen Auftrag für ihn, doch dafür muss Kevron einiges ändert. Doch auch mit dem Auftrag ist es noch lange nicht vorbei.
Der Schreibstil ist ganz gut, wobei ich hier auch teilweise recht langgezogene Passagen hatte, die man meiner Meinung, oder besser gesagt, die mir kürzer lieber gewesen wären. Aufgrund dessen zog sich das Buch für mich ein wenig. Die Spannung wird hier nach und nach aufgebaut, dafür ist es recht schlüssig.
Die Protagonisten sind auch gut erzählt und dargestellt, allerdings mochte ich tatsächlich nur Kevron und Lorcan, die anderen waren mir zu arrogant und überheblich, sowas mag ich ja gar nicht. Lorcan war einst steinender Wächter, doch er wählte einen anderen weg, dann hatte er die Aufgabe Tymur bei seiner Reise zu begleiten und beschützen. Tymur und Enidin sind für mich wirklich furchtbar gewesen, aber das war nun einmal ihre Rolle in der Geschichte.
Die vier sind auf einer Reise voller Abenteuer, doch auch hier spielen Emotionen eine recht große Rolle. Ihre Handlungen basieren meistenteils darauf.
Die bildliche Darstellung hat mir gefallen, gerade die Szenen im Wald haben bei mir ein Gefühl der Beklemmung hervorgerufen, ich hätte dort nicht sein wollen. Alles in allem ein für mich durchschnittliches Buch.
Wären die Charaktere und die langgezogenen Passagen nicht gewesen, hätte dieses Buch definitiv mehr Sterne bekommen. So aber, kann ich nur 3 von 5 Sternen geben.
Profile Image for Jess_Ne.
201 reviews3 followers
June 12, 2019
Moderne Heldenreise

Nachdem mich ‚Die Spiegel von Kettlewood Hall‘ von Maja Ilisch begeistern konnte, musste natürlich auch ‚Das gefälschte Siegel‘ zeitnah auf meinem Reader einziehen. Das es sich dabei um ein Heldenepos handelt, war mir zwar bereits klar, die Handlung orientierte sich dann aber doch stärker an (klassischen) Vorbildern wie J.J.R. Tolkien, Tad Williams und Terry Goodkind, als ich zunächst angenommen hatte. Ich muss gestehen ich gehöre zu den Lesern, die ‚Herr der Ringe‘ von Tolkien abgebrochen haben, weil der Autor bei den Landschaftsbeschreibungen nicht gerade mit Worten geizt und die Reise, die den Mittelpunkt der Geschichte darstellt, sich schließlich über drei Bände zieht. Seitdem und seit mehreren Versuchen Homers ‚Ilias‘ zu lesen, reagiere ich ein wenig allergisch auf schier endlose Heldenerzählungen mit unzähligen (teils unaussprechlichen) Namen, deren Charaktere mich trotz mehrerer Stunden investierter Lesezeit noch immer so sehr interessieren, wie der berühmte Sack Reis in China.

Obwohl sich im Auftakt der ‚Neraval‘ – Saga viele dieser klassischen Elemente ausmachen lassen und sich die Geschichte deswegen streckenweise ein wenig zäh anfühlte, hatte ich trotzdem erstaunlich viel Spaß beim Lesen. Die Gruppe der reisenden Gefährten war überschaubar und interessant gezeichnet. Wir haben einen bunten Trupp bestehend aus dem undurchsichtigen Prinzen Tymur, dem Wächter Lorcan, der überhebliche Zauberin Enidin und dem abgewrackten und trunksüchtigen Fälscher Kevron. Zugegeben, besonders sympathisch war mir keiner der vier Charakterköpfe auf Anhieb, aber gerade ihre Eigenarten sorgen für Dynamik und Abwechslung. Der Weltaufbau nimmt erstaunlich wenig Raum ein, dafür erfährt man über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten umso mehr. Die ungleichen Gefährten wachsen auf ihrer Suche nach Gewissheit, ob der Dämon noch immer sicher in der Schriftrolle gebannt ist, mehr und mehr zusammen (wenn auch eher widerwillig und so wirklich ehrlich ist von ihnen keiner).

Eine spannende High-Fantasy Geschichte, die alte Motive neu aufleben lässt und der ‚Heldenreise‘ einen neuen und durchaus humorvollen Anstrich verpasst. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und kommt ohne epische Schnörkel in Form von endlosen Adjektiv-Ketten aus. Was mir nur ein wenig fehlte waren Hintergrundinformationen zu den Charakteren, denn über die Vergangenheit der Weggefährten erfährt man erstaunlich wenig. Vielleicht folgen diese Ausschnitte auch noch in den Folgebänden.

FAZIT

Ein modernes Heldenepos, welches (zum Glück) mit weitschweifigen Landschaftsbeschreibungen geizt, dafür aber das Augenmerk umso detaillierter auf seine Protagonisten richtet und den Grundstein für eine vielversprechende Reihe legt.
Mich konnte ‚Das gefälschte Siegel‘ sehr gut unterhalten, weshalb ich trotz kleiner Kritikpunkte 5 Sterne vergebe.
Profile Image for niggeldi.
385 reviews1 follower
June 13, 2022
Fantasievoller Auftakt mit kleinen Schwächen

Nach dem Tod seines Zwillingsbruders kommt Kevron nicht mehr mit seinem Leben klar und verbringt dieses in den Armen von Wein und anderen Drogen. Eines Tages jedoch steht plötzlich der Prinz vor seiner Tür, da er Kevs Fälschungskünste benötigt. Damit beginnt eine gefährliche Reise, die allerhand Geheimnisse mit sich bringt.

Das Cover finde ich sehr schön, es passt mit den darauf abgebildeten Gefährten gut zur Geschichte. Auch die hohen Berge, in denen sie wandern, versprechen eine fantastische Landschaft.

Der Schreibstil ist angenehm und die Beschreibungen der Welten schön detailliert, sodass man sich diese gut vorstellen kann.
Die Hauptprotagonisten sind nicht alle als Sympathieträger angedacht. Kevron ist mir noch am sympathischsten, wenngleich seine ständige Angst und sein Jammern ein wenig nervtötend sind. :D Der Krieger Lorcan, der für den Schutz des Prinzen Tymur zu sorgen hat, bleibt ein wenig geheimnisvoll, dennoch gehört er auch zu meinen Favoriten. Tymur finde ich sehr anstrengend, dieser ständige Wechsel zwischen freundlich und grausam machen ihn nicht gerade zu einem Helden, den man mag. Auch die Magierin Enidin ist mir zu überheblich und gleichzeitig zu kindisch/naiv. Das finde ich jedoch nicht weiter schlimm, denn das Grundgerüst der Geschichte mit dem Siegel und der fantastischen Welt ist überzeugend genug, trotz der beiden leidlich ertragbaren Personen weiterlesen zu wollen. Weshalb ich aber 2 Sterne abziehe, ist einerseits die Länge der Geschichte. An einigen Stellen in der Mitte geschieht nicht wirklich viel, bei diesen Szenen zieht sich leider ein wenig. Mein anderer Kritikpunkt ist das Ende. Klar spornt der Cliffhanger dazu an, unbedingt den nächsten Teil lesen zu wollen, doch für meinen Geschmack bleiben zu viele Fragen offen, um der Geschichte einen runden Abschluss zu verleihen.

Dennoch möchte ich den zweiten Teil auch noch lesen, um den Geheimnissen auf die Spur zu kommen und da der Rest der Geschichte trotz meiner Kritik überzeugt. 3 Sterne.
733 reviews5 followers
March 3, 2019
Meine Meinung zum Buch:
Dies war mein erster Fantasyroman aus einer deutschen Feder und leider haben wir in dessen Bereich im Gegensatz zu internationalen Werken noch deutlichen Nachholbedarf.

Zu allerersten wurde mit bereits nach wenigen Seiten bewusst, dass dieses Buch vielleicht als Jugendbuch bedeutend besser funktioniert hätte, als die hier gewählte Genrebezeichnung, denn dieses Buch bleibt sowohl sprachlich, als auch in der Charakterausarbeitung weit hinter den Erwartungen eines Erwachsenen Fantasybuchs zurück.

Das erste Kapitel des Buches macht wirklich sehr viel Freude und lässt einen als Leser gespannt auf den Fortgang blicken, doch
leider verflüchtigt dieser Eindruck sich relativ schnell. Die Charaktere bleiben blass und die einzelnen Dialoge wirken häufig sehr gestellt und wenig ausgearbeitet, so erging es mir leider auch mit dem Schreibstil dieser ist zwar größtenteils solide, doch ich stolperte über einzelne Sätze, die ich leider als nicht besonders gut gewählt empfand.

Die Geschichte an sich ist grundsolide, wenn auch im Mittelteil die ein oder andere langatmige Stelle auftritt, in der sich der Leser mehr Handlung wünschen würde. Doch das größte Problem ist einfach, dass ein worldbuilding, genaue Erklärungen und das Ausschmücken des settings zu kurz kommt. Für ein Jugendbuch wäre all dies okay gewesen, bei einem Erwachsenenroman erwarte ich leider mehr.

Das Ende ist zwar sehr gut gewählt, ob dieses die vorherigen Seiten zu kompensieren weiß, sodass man zu den weiteren Teilen der Trilogie greift, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit:
Ein solider Fantasyroman, mit einigen Schwächen, der aber auch grundsolide Elemente beinhaltet. Eine Genrebezeichnung des Jugendbuchs hätte meine Bewertung definitiv gemildert und wäre für dieses Buch auch passender gewesen, so sind es 2,5 bis 3 Sterne !
Profile Image for Archer.
629 reviews12 followers
March 15, 2019
Prinz Tymur war schon als Kind ein seltsamer Kerl, der unbedingt Dinge tun musste, die eigentlich verboten waren. Zum Beispiel die steinernen Wächter stören, zu denen Lorcan gehört, der mehr Zuneigung zu Tymur verspürt, als ihm eigentlich zusteht. Dann ist da noch der versoffene, heruntergekommene, aber einstmals geniale Fälscher Kevron und die junge Magierin Enidin. Diese vier haben eine klassische Heldenreise vor sich, denn sie müssen herausfinden, ob das Siegel, in das vor langer Zeit ein Dämon eingesperrt war, noch intakt ist oder nicht und dafür müssen die Zauberin von Alfeyn aufsuchen, das geheimnisumwitterte Nebelvolk.

Der Einstieg war fesselnd und man merkt auch gleich, dass es keine Helden im Sinne von edel, gut und immer bereit, das Richtige zu tun, ist. Mir gefiel der etwas undurchsichtige, ewig plappernde Prinz mit der eigenen Agenda, der ständig trunkene Fälscher mit schwerer Vergangenheit, der "junge" Wächter, der sich Gefühle erlaubte und die Magierin, die anfangs so frisch daherkam. Das Problem mit dieser Art von Fantasy ist, dass wir nicht mehr in der Zeit von Tolkien leben, und was bei ihm noch klassisch wirkte, ist jetzt einfach nur langatmig. Dieses Buch wurde immer zäher, weil auch nicht wirklich was voranging, ständig die Reibereien der einzelnen "Gefährten", dazu die Verliebtheit, die besser zu einem Jugendbuch gepasst hätte. So gab es zwar zum Ende hin einen krassen Cliffhanger, der auch neugierig gemacht hat, aber meine ursprüngliche Begeisterung ist ziemlich verhallt.
Profile Image for Thrillerbambi.
188 reviews7 followers
April 12, 2019
Mir gefällt das Cover sehr. Ich mag allgemein blaue Cover und es passt auch zum Buch. Der Klappentext verspricht eigentlich eine spannende Fantasygeschichte. Aber leider war dem nicht so.
Der Prolog gefiel mir fast am Besten. Er war mystisch und spannend. Je weiter die Geschichte voran ging desto langweiliger wurde es. Die Charaktere Tymur und Enidin waren echt furchtbar. Enidin war viel zu arrogant konnte aber schlussendlich nicht viel. Tymur war ein manipulatives A**** Einzig Lorcan gefiel mir von Anfang bis Ende wirklich sehr. Kevron mochte ich anfangs nicht aber mit ihm wurde es besser bis es gegen Ende wieder schlechter wurde. Trotzdem sind die Charaktere authentisch und haben auch Tiefe. Wer aber eine spannende Fantasygeschichte erwartet ist hier falsch. Es geht mehr um die Reise die leider nicht sehr spannend war da die Charaktere mehrheitlich gestritten haben und wieder manipuliert wurden von Tymur. Das Ende fand ich auch nicht so zufriedenstellend. Es kam relativ schnell obwohl vorher manche Dinge viel ausführlicher erklärt wurden. Das fand ich schade. Das Buch endet mit einem Cliffhanger der schon neugierig macht. Aber ob ich da Band 2 lesen möchte weiss ich ehrlich gesagt nicht

Fazit: Ein ganz nettes Buch für zwischendurch für solche die es lieber ruhiger haben. Für Fantasy Fans die Action möchten ist dieses Buch jedoch nichts. Ein schlechtes Buch ist es ganz sicher nicht. Aber mich überzeugte es nicht zu 100%


Deshalb vergebe ich hier nur 3 Sterne
Profile Image for Melissa.
106 reviews
March 15, 2019
Das Konzept der Geschichte erinnert stark an andere, große Werke des Genres. Eine Gruppe ungleicher Charaktere transportiert einen gefährlichen Gegenstand, der das Gemüt seines Trägers negativ beeinflusst (Herr der Ringe, Harry Potter, …).

Die vier Protagonisten könnten dabei in diesem Buch fast nicht unterschiedlicher sein:
Tymur, der jüngste Königssohn, von seinen Brüdern verachtet für seine Schwäche, mit unberechenbaren Launen und einem im Allgemeinen eher irritierenden Charakter.
Enidin, eine junge Magierin, eitel und vollkommen von sich überzeugt, die die Expedition als Flucht aus ihrer Unterdrückung an der magischen Akademie nutzen möchte.
Kevron, ein Säufer und Fälscher, auf der Jagd nach seinen ganz eigenen Dämonen und dabei fast der einnehmendste der vier Protagonisten.
Lorcan, ein ehemaliger Steinerner Wächter, mit einem ganz und gar nicht versteinerten Herzen und von allen vieren skurriler Weiße der liebenswürdigste.

Ich fand es einerseits irritierend, eine teils doch recht starke Abneigung gegen den einen oder anderen Protagonisten zu entwickeln, andererseits aber erfrischend, dass nicht mit Ach und Krach versucht wird, dem Leser die Figuren sympathisch zu machen. Durch das Misstrauen, das dadurch gegenüber manchen Charakteren aufkommt, entsteht ein recht konstanter Spannungsbogen. Man ist sich nie sicher, was als nächstes passiert und vermutet in jedem Moment eine unerwartete Wendung der Geschichte. Das hat mir sehr gut gefallen.
Außerdem macht sich dadurch im Verlauf des Abenteuers eine deutliche Charakterentwicklung bemerkbar und der ein oder andere wächst einem dann doch noch ans Herz.

Dennoch stört mich der ganze Aufbau der Geschichte etwas. Das ganze Buch arbeitet quasi auf dieses doch sehr, sehr eindeutige und vorhersehbare Ende hin (hierauf möchte ich aufgrund von Spoiler Gefahr nicht näher eingehen). Hier wurde meiner Meinung nach viel Potential verschenkt und der „Knall“ am Ende ist höchstens ein sanftes Lüftchen.


Fazit
Obwohl das Buch ohne großen Plot Twist endet, bin ich trotzdem gespannt, wie die Geschichte weitergeht und werde die folgenden Teile lesen. Auch wenn das Ende irgendwie nicht überraschend ist, hatte ich doch viel Spaß mit dem Buch. Manchmal braucht es keine unglaublichen Wendungen, um Spannung zu erzeugen.
Profile Image for Hortensia13.
454 reviews3 followers
May 12, 2019
Der Fälscher Kevron will sich nur zuhause vergraben. Nach dem Mord an seinem Bruder sieht er nur im Alkohol seinen Lebensinhalt. Als es eines Tages an seine Tür klopft, glaubt er seinen müden Augen nicht: Niemand geringeres als der Prinz Tymur höchstpersönlich steht vor ihm und hat einen eiligen Auftrag für ihn. Eine Reise beginnt, die nicht nur für Kevron gefährlich ist, sondern das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel steht. Werden wieder Dämonen ins Land einfallen?

Ich habe mich sehr auf diesen Auftakt der Neraval-Sage gefreut. Schon das Cover verheisst ein regelrechtes Fantasyabenteuer. Leider entpuppte sich die Geschichte als zäher Kaugummi. Ich vermute, es lag an den langen Kapitel (eines ist jeweils fast 20 Seiten lang) und dem Satzbau mit den teilweise vielen Nebensätzen.

Von der Idee an sich bin ich begeistert, ich liebe fantasievolle Welten. Aber hier ist leider die Umsetzung des Erzählens nicht vollends gelungen. Der Zugang zu den Charakteren war auch schwierig für mich. Es ist etwas ein Hin und Her und oberflächlich.

Eine tolle Fantasywelt mit Mangeln in der Umsetzung und zäh lesbaren Schreibstil erhält von mir 3 Sterne.
194 reviews
October 16, 2019
Leider nicht beendet.
Das Buch ist sehr mühsam zu lesen und es fällt schwer beim Thema zu bleiben. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig aber prinzipiell gut. Das Thema wurde u. a. einfach zu sehr in die Länge gezogen (Im Sinne von "Man kann auch ohne Thema reden"). Auch nach mehreren Versuchen konnte ich das Buch leider nicht zu Ende lesen. Es wurden viele unnötige Informationen an den Leser bereit gestellt und zwischendrin hatte man das Gefühl, dass selbst die Autorin den roten Faden verloren hatte. Als Leser konnte ich keinen persönlichen Zugang zu einem der Protagonisten finden, die Geschichte und die sich darin befindlichen Personen waren einfach nur düster und wenig interessant. Im Großen und Ganzen war die Geschichte selbst auch nicht richtig schlüssig. Für den Auftakt einer Buchreihe hatte ich etwas anderes erwartet - mehr Spannung und mehr Fantasie und weniger Drama und kürzere Dialoge bzw. Beschreibungen mit wirklich relevanten Informationen.
Displaying 1 - 30 of 37 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.