Le 4 juillet 1954, dans un village perdu de Hesse, à un jet de pierre de la «zone soviétique», un gamin de onze ans, fils de pasteur, est réveillé comme tous les dimanches par les cloches du temple voisin qui sonnent à toute volée pendant un quart d’heure et l’arrachent régulièrement au refuge de ses rêves. Mais ce dimanche-là n’est pas comme les autres: le 4 juillet 1954, l’équipe nationale allemande de foot-ball va disputer contre la Hongrie la finale de la coupe du monde. Dans la République fédérale d’Adenauer, confrontée à un passé encore proche et plongée dans son effort de reconstruction morale et économique, le quotidien de ce petit garçon est réglé par toute une série d’interdits et de devoirs contraignants. Dans cette finale se joue une rédemption: pour le narrateur d’abord, qui, avant et pendant le match – suivi à la radio –, se libère du monde en vase clos qui l’entoure, de la toute-puissance de son père et de l’hypocrisie de sa religion; pour l’Allemagne ensuite, cette Allemagne vaincue qui, neuf ans après la fin de la guerre, se retrouvera dans le camp des vainqueurs.
Né en 1943 à Rome, Friedrich Christian Delius a grandi dans le Land de Hesse, au centre de l’Allemagne. Aujourd’hui, il vit entre Berlin et Rome. Auteur d’une quinzaine de romans, il a reçu en 2007 le «Joseph-Breitbach-Preis» couronnant l’ensemble de son œuvre.
Friedrich Christian Delius (born 1943) is an acclaimed German writer.
He was born in Rome and grew up in Wehrda and Korbach in the state of Hesse. He studied German literature at the Free University and the Technical University in Berlin. He graduated in 1970 and went to work in publishing. Between 1970 and 1978, he worked at the publishing firms Klaus Wagenbach and Rotbuch.
He has published more than a dozen novels and a number of poetry collections. His work has been translated into seventeen languages. He has won numerous German literary prizes including the Joseph Breitbach Prize, the Georg Büchner Prize, and the Critics Prize. He is a member of the Freien Akademie Hamburg, the Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung and the Akademie der Künste Berlin.
Since the late 1970s, he has divided his time between Berlin and Rome.
Als gnadenlos realistisches Psychogramm und Sprachkunstwerk hätte das Buch sicherlich fünf Sterne verdient. Die Eltern vielleicht doch ein wenig mehr Gerechtigkeit, sprich ein paar Splitter mehr von ihrem Lebensweg. Von daher brachte „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ für mich einen zu kleinen Ausschnitt Familiengeschichte, um rundum zufriedenstellend zu wirken. Großartige Prosa ja, ein Wortfluss, an dem sich ein entsprechend sensibilisierter Leser über 110 Seiten berauschen kann, aber doch ein zu schmaler Handlungskern, der Spaziergang der jungen Mutter durch Rom hat mich irgendwie mehr befriedigt.
4. Juli 1953. Das Tag des Fußballs Endspiels Deutschland gegen Ungarn. Wir sind sind in einer Deutschen Familie. Der Vater ist Pfarrer und nur ein Sohn ist Fussballfan. Wr sind dabei wie dieser Tag in der Familie vergeht. Ein Tag, der nur für einen was ganz besonderes ist. Der Rest der Familie verlebt einen Sonntag in einer deutschen Stadt nach dem Krieg. Schön erzählt.
Puh, hätte ich das Buch als Pflichtlektüre in der Schule gehabt, wäre ich wohl verzweifelt.
Die Schreibweise ist umständlich, die Protagonisten bleiben namenlos und das Thema ist ziemlich trocken.
Die Geschichte handelt von einem Pfarrerssohn, der in in den letzten Kriegsjahren geboren wurde und in einem kleinen hessischen Dorf aufwächst. Er wird von Stottern und Schuppenflechten beeinträchtigt und muss sich mit dem religiösen und dem weltlichen Dasein auseinandersetzen.
Ich hatte mir das Buch in Erwartung einer Fußballgeschichte gekauft, aber - wie ich finde - tapfer zu Ende gelesen.
Dieses Buch suchte ich mir für die Supernatural-Challenge aus, ausserdem wollte ich schon lange mal etwas von Delius lesen. Mit dieser Erzählung konnte ich mir nun ein Bild vom Schreibstil des Autoren machen und ich muss sagen, er hat mich überzeugt.
Als Hinweis für alle Interessierten: es ist ein sehr langsames Buch, das sich bis zum Ende hin aufbaut. Auch ich hatte zwischendurch ein paar kleinere Hänger, aber zum Schluss realisiert man, dass es all dies braucht, damit die Schlussszenen so richtig Eindruck schinden können.
Die Erzählung ist stark autobiographisch und das merkt man auch. Das Leid, das dem kleinen Jungen widerfährt, ist ein psychisches, kein physisches. Gegen aussen mag alles idyllisch scheinen in dieser Pfarrersfamilie, aber hier, schriftlich, schildert der Autor, wie sehr er unter der Angst gelitten hat. Dieser Text kriecht einem durch Mark und Bein. Es ist intensiv und wahrscheinlich auch Selbsttherapie.
Wir erleben mit, wie dieser elfjährige Junge zittert, leidet, entfliegt ins Dorf, sich Gedanken macht über Gott und die Welt und wie er am Nachmittag dieses geschilderten Sonntages etwas ganz Neues entdeckt: er sagt sich los vom alles dominierenden Gott seines Vaters und entdeckt den "Fussballgott".
Hier nimmt das Buch eine neue Wendung auf. Es brauchte die Stille und die Zurückgezogenheit der ersten 100 Seiten, um dann auf den letzten diese Wende im Leben eines Jungen so drastisch zu schildern wie sie war. Die ganze Stimmung wird plötzlich losgelöst, jubelnd, lebensbejahend.
Wo zuvor noch Angst und Beklommenheit war, ist jetzt Freude und Stolz. Man merkt dies in jeder Zeile und auch als Leser wird man mitgerissen von dieser Energie, die plötzlich durch den Text und den kleinen Jungen strömt. Was für eine Entwicklung! Was für eine Wende! Da wurde tatsächlich ein Junge Weltmeister, der noch nicht einmal in Bern war.
Er wurde an diesem Nachmittag Meister seiner eigenen Welt.
"Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" ist kurz, hochgradig aufwühlend und auf einer Ebene berührend, die ich bisher nicht kannte. Was für ein Autor, was für ein Text, was für ein Nachmittag!
4 luglio 1954, Friedrich viene svegliato dalle campane della chiesa di cui suo padre è pastore e comincia così la giornata in cui diventerà campione del mondo. Lui più dei giocatori della squadra nazionale che battono la grande Ungheria, la squadra di calcio forse più forte della storia. Un libro d'ambientazione,in cui la giornata viene descritta con tutti i dettagli, fino ai minuti che seguono la fine dalla radiocronaca. Molto presente, e ben riportata, la pesante cappa data dalla costante presenza della religione nello scorrere delle ore.
Diese Geschichte ist ziemlich clever, würde ich sagen. Glauben an Gott wird bei dem elfjährigen Erzählen durch Fußball ersetzt, weil es im Fußball mehr um die Mannschaft und Zusammenarbeit geht, nicht um die allwissende Autorität im Himmel. Christliche wie nicht-christliche Fußballfans könnten wahrscheinlich in der Geschichte etwas finden, mit dem sie sich identifizieren könnten.
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Despite the annoying beginning, I ended up quite liking the book. The confusion of the protagonist regarding God is something I actually found myself understanding quite well; and in the end I was quite taken in by the writing style. The whole match Germany-Hungary was just written so compellingly that I couldn't help but be taken in, and so this book which frankly just annoyed me at first, turned into quite a nice read.