Das Atomabkommen mit dem Iran ist Die Zeichen stehen auf Sturm. Warum aber haben die USA es aufgekündigt, gegen den erklärten Willen der Europäer? Obwohl sich Teheran an alle Verpflichtungen hält? Worum geht es in diesem Konflikt? Um die Eindämmung eines «Schurkenstaats» oder aber die Vorherrschaft in der Region? Gewohnt anschaulich erklärt Michael Lüders die Hintergründe und macht Ein Angriff auf den Iran hätte kein westlich orientiertes Regime in Teheran zur Folge, sondern Armageddon im Orient – mit katastrophalen Folgen auch für uns in Europa. Der Orient kommt nicht zur Ruhe. Während die Kämpfe vor allem in Syrien andauern, nehmen Präsident Trump und seine Verbündeten den Iran ins Visier. Dahinter steht auch ein Machtkampf zwischen Riad, Tel Aviv und Teheran, der in die ganze Region ausstrahlt und sich der gewohnten Einteilung in «Gut» und «Böse» entzieht. Denn Saudi-Arabien führt im Jemen einen brutalen Bombenkrieg mit entsetzlichen Folgen für die Zivilbevölkerung. Michael Lüders beleuchtet die Hintergründe und macht deutlich, warum Washington einseitig Partei ergreift. Ein Blick hinter die Kulissen, der enthüllt, was leider nur allzu selten in der Zeitung steht.
Nach „Die den Sturm ernten“ ist dies das zweite Buch, das ich von Michael Lüders gelesen habe. Theoretisch hätte ich die Rezension kopieren können, denn das, was mir im ersten Buch aufgefallen war, war im zweiten Buch genauso.
Michael Lüders schreibt, wie die USA, Israel und Saudi-Arabien versuchen, den Einfluss vom Iran im Nahen Osten einzudämmen, und wie die Kriege im Jemen und Syrien damit zusammenhängen. Er schreibt klar und spannend. Das Buch habe ich sehr schnell durchgelesen. Die Hintergrundinformationen zu zum Beispiel Saudi-Arabien sind detailliert und hilfreich. Das Buch ist für diejenigen geeignet, die wissen möchten, warum die USA und Saudi-Arabien im Nahen Osten so agieren.
Aber was ist mit dem Iran? Ein Kapitel handelt vom Iran, aber auch nur von der Innenpolitik. In welchen Ländern ist der Iran selbst involviert? Syrien, Jemen? Wo unterstützen sie die Schiiten? Erfährt man leider nicht. Wie schon im anderen Buch beleuchtet auch diesmal der Autor nur eine Seite. Es ist schön, dass es noch Autoren gibt, die eine andere Meinung haben, als derzeit in den Medien publiziert wird. Es ist schön, dass jemand kritisch und sachlich auf die Absichten von den USA, Israel und Saudi-Arabien blickt. Aber warum lässt er die Gegenseite weg?
Wieder vergebe ich nur drei Punkte. Das Buch ist gut, aber halt nicht ausgewogen. Michael Lüders wird häufig als würdevoller Nachfolger von Peter Scholl-Latour bezeichnet. Dem muss ich widersprechen, da Scholl-Latour viel objektiver geschrieben hat. Da muss Lüders noch nachlegen.
Ich meine, was habe ich bei diesem Titel erwartet?
Ich habe erst überlegt 2 Sterne zu geben, da ich das Anfangskapitel mit der Geschichte und Gründung des Staates Saudi-Arabien gut fand, aber das Buch wurde immer tendenziöser und schlechter.
Wie gesagt, der Titel lässt bereits vermuten, dass der Autor eine gewisse Richtung einschlägt. Ich finde es grundsätzlich nicht falsch, die einseitige Unterstützung der USA gegenüber Saudi-Arabien und andererseits die Verteufelung des Irans zu kritisieren. Diese Ansicht versucht der Autor jedoch ins andere Extrem zu ziehen, sodass er bei Iran immer wieder von "legitimen Sicherheitsinteressen" spricht, die Iran nichts anderes übrig ließen, als Gruppen wie die Hizbollah zu unterstützen und Israel offen zu bedrohen. Andererseits schreibt er, dass Israels Sicherheitsinteressen immer nur vorgeschobene Gründe seien.
Ich möchte weder Handlungen der saudischen, amerikanischen noch israelischen Regierung verteidigen, aber dass er diese Staaten als grundsätzlich böse und Iran als grundsätzlich gut einschätzt, ist zu knapp gefasst. Manche seiner Aussagen grenzen stark an Konspirationen (so die amerikanische Weigerung, saudische Mittäter von al-Qaida nach 9/11 verhaften zu wollen) und manche sind auch offen anti-jüdische Verschwörungstheorien (jüdische Milliardäre, die die Weltpolitik bestimmen und Iran vernichten wollen). So kommen Sätze wie "Alles hängt mit allem zusammen" oder "Das können alles Zufälle sein - muss aber nicht" immer wieder im Buch vor.
Als Quellen nennt er vor allem andere Journalisten, die sich - ebenso wie er - als Nahostexperten bezeichnen oder auch extremistische Einzelpersonen, die jeweils seine Argumentation unterstützen. Da ich gelesen habe, dass er Islam- und Politikwissenschaft studiert hat und wohl auch als Gastdozent an der Uni Marburg gelehrt hat, habe ich schon eine gewisse wissenschaftliche Arbeitsweise (neutral, mit Fakten unterlegt) erwartet, aber die fehlt bei ihm völlig.
Alles in allem würde ich von dem Buch abraten. Wenn man sich mit der Nahostpolitik beschäftigen möchte, würde ich wirklich wissenschaftliche Artikel empfehlen (die können auch wirklich spannend und nicht trocken sein), die durch ein Peer-Review gegangen sind - denn nur weil man etwas veröffentlichen kann, heißt es nicht, dass es die Wahrheit ist.
Der Klappentext hat viel versprochen, man sollte ihn aber genauer lesen: "Worum geht es in diesem Konflikt - um die Eindämmung eines 'Schurkenstaates' oder die Vorherrschaft in der Region?" Kann dieser Ansage eine nüchterne Analyse folgen? Nein.
Und so plätschert das Buch dahin und reiht ohne jeglichen roten Faden Anekdoten aus der Weltgeschichte aneinander. Es werden keine Konzepte aufgebaut, die Erzählungen hangeln sich an Regionen entlang. Kapitel werden mit Überschriften wie "Lieben lernen" oder "Das Feuer an der Lunte" nicht gegliedert, sondern unterbrochen.
Alles in allem eine verwirrende Ansammlung von längeren Artikeln, kein systematischer Überblick.
„Armageddon im Orient“ von Michael Lüders ist ein tolles, sehr lesenswertes Werk, das ich sehr gern gelesen habe und wärmstens weiterempfehle. Diese Inhalte sollte jeder kennen, das gehört einfach zur Allgemeinbildung. Das Buch liefert viel mehr als man vllt zunächst vermutet: Daten, Fakten, Hintergründe, Ursachen der Konflikte, Zusammenhänge, messerscharfe Analysen uvm. Der Autor versteht es, den Inhalt schlicht und ergreifend auf den Punkt zu bringen und für alle verständlich darzulegen. Für so manchen Leser, der seine Meinung übers Weltgeschehen aus den sog. Leitmedien erfährt, kann dieses Buch zu einem wahren Augenöffner werden, denn der Autor redet hier Klartext und füllt somit die Lücken aus, die die offiziellen Meinungsmacher durch ihre oft oberflächliche und fragmentierte Berichterstattung hinterlassen haben. Man bekommt hier ein viel vollständigeres Bild des Geschehens, klar und deutlich vor Augen geführt. Das Buch liest sich sehr gut. Die Kapitel sind in kleinere Segmente von paar Seiten unterteilt. Man kommt gut voran und gewinnt an Wissen, das man sonst nirgends herbekommt. Und wer denkt: Orient, das ist weit weg, das betrifft mich nicht. Falsch. Warum? Steht in diesem Buch. Rund 230 Seiten sind in 12 Kapitel geordnet. Zunächst gibt es etwas Geschichte, was hilft, u.a. den heutigen Konflikt zw. Sunniten und Schiiten zu verstehen, und führt vor Augen, was Arabien früher mal war, wovon da die Leute lebten, und warum die Konflikte in der Form überhaupt möglich sind. Weiter folgen die Ausführungen aufeinander aufbauend. Alles ist sehr verständlich erklärt, sodass jeder das Buch problemlos lesen kann. Einiges muss besonders hervorgehoben werden: Im Kapitel „Regimewechsel in Teheran? Warum ein Friedensangebot Washington empörte“ schreibt Lüders, warum Iran ins Visier der Saudi-Connection geraten ist, welche Seite was sich davon verspricht und noch vieles mehr. „Der Neokonservatismus, der mit George W. Busch 2001 an die Macht gelangte, ist eine in den 1960er Jahren entstandene, ursprünglich stark antikommunistisch ausgerichtete Bewegung, die Werte wie Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit ideologisch instrumentalisiert, um sie als Rammbock machtpolitischer Interessen einzusetzen. So soll amerikanische Hegemonie weltweit durchgesetzt und verteidigt werden, in Verbindung mit einem so weit wie möglich deregulierten, am Finanzkapital ausgerichteten Wirtschaftssystem. Gleichzeitig dienen die Neocons als eine Art ideologische Speerspitze pro-israelischer Gruppen in den USA.“ S. 90. Lüders spricht auch über solche Ereignisse, die in den Zeitungen &Co. kaum zutreffend, wenn überhaupt, beleuchtet wurden, z.B. über den seit einigen Jahren andauernden Krieg in Jemen, wer dort die Machtspiele treibt, auf welch grausame wie perfide Weise und warum. Auch das Kapitel über Syrien ist sehr stark und aufschlussreich, selbst für diejenigen, die sich mit dem Thema bereits befasst haben. Lüders fasst das offizielle Narrativ der Leitmedien zusammen und sagt, warum dies sowohl wenig zutreffend, heuchlerisch als auch gefährlich ist. S. 189-191. Auch hier nennt er die Dinge beim Namen, deckt Hintergründe, zeigt die Motive auf, weist auf die wenig rühmliche Rolle Deutschlands als Mitläufer bei den fragwürdigen Aktionen der Saudi-Connection hin uvm. Nicht zu vernachlässigen ist der Ausblick, S. 231-240. Lüders spricht hier über mögliche Wege aus dieser Situation, sowohl für die schwindende Weltmacht USA als auch für die Leser. Klar sagt er: „Dummheit und Verblendung sind mächtige Triebkräfte menschlicher Entwicklung, und sie beherrschen die anti-iranische Agenda. Das Projekt Regimewechsel im Iran ist ohne Wenn und Aber völkerrechtswidrig. Davon unabhängig wäre jeder Angriff auf die Kulturnation Iran nichts weniger als ein Menschenverbrechen. Wer sich daran beteiligt, gleich unter welchem Vorwand, macht sich mitschuldig, mögen die vorgeschobenen Motive noch so edelmütig klingen.“ S. 234.
Des Öfteren musste ich während der Lektüre an Peter Scholl Latour (PSL) und sein „Fluch der bösen Tat“ denken. Auf Klappentext geschaut: Michael Lüders „…ist Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, in Nachfolge des verstorbenen Peter Scholl-Latour. Als Nahostexperte ist er häufiger Gast in Hörfunk und Fernsehen.“ Ich hatte den Eindruck, Lüders geht da ein Stück weiter als PSL, spricht sehr offen über die Dinge, über die sonst kaum jemand so deutlich zu reden vermag. Auch an „Illegale Kriege“ von Daniele Ganser, „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“ von Ulrich Mies/Jens Wernicke (Hg.), „Lügen die Medien?“ von Jens Wernicke, „Plot zu Scapegoat Russia“ von Dan Kovalik, alle sehr lesenswerte Werke, musste ich zurückdenken. Wer also die o.g. Bücher gut fand, wird auch hier sehr zufrieden sein. Wer sie noch nicht gelesen hat, auf den wartet eine sehr spannende und aufschlussreiche Lektüre.
Fazit: Warum also dieses Buch lesen? Um sich Klarheit über die Kräfteverhältnisse und die allg. Lage in der Weltpolitik verschaffen, jenseits des gewohnten Narratives der Leitmedien. Um adäquat informiert zu sein, was läuft und warum dies deutlich verbesserungswürdig wäre, da brandgefährlich und verantwortungslos. Die Inhalte dieses Werkes sind definitiv KEIN 08/15 Zeitungswissen. Es ist viel, viel mehr. Unbedingt lesen.
Dieses Buch sollte zur Pflichttlektüre jedes Abioturienten gehören. Die Gefahr, welche von den USA, Saudi-Arabien und Israel ausgeht ist viel größer als die Klimakatastrofe in Deutschland. Auch jeder Politiker sollte dieses Buch gelesen haben, damit nicht alles als Wahrheit akzeptiuert wird, was in der Presse oder im Fernsehen verbreitet wird; vor allem nicht, wenn diese Standpunkte aus die USA stammen. Es wird Zeit, dass Deutschland und die EU lernen selbständig zu denken und nicht alles abnicken, was aus den Westen kommt.
meaningful and serious plot well handled by Lüders. The narration about Iran's and Saudi-Arabia history are not too long and fit well. Nevertheless there are some statements and narrations which seem odd like they don't belong to the main story. In some parts the book's structure appears to be puzzled with no common theme. The last chapters or the "climax" about dirty intrigues in Yemen and Syria is really good and gripping.