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Die Abgehobenen: Wie die Eliten die Demokratie gefährden

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Die Eliten werden immer mehr zur geschlossenen Gesellschaft. Das gilt nicht nur für die Wirtschafts-, sondern zunehmend auch für die politische Elite. Ihre Lebenswelten und die der Bevölkerung driften seit Jahrzehnten auseinander. Sie glauben, dass für sie eigene Regeln gelten und produzieren einen Steuer- und Finanzskandal nach dem anderen. Der renommierte Elitenforscher Michael Hartmann benennt die Folgen: Politikverdrossenheit und Rechtspopulismus.

Die einen schimpfen auf "die da oben", andere auf das Elitenbashing. Dabei lohnt es sich, genau hinzusehen:

- Wer sind die Eliten?

- Wie erneuern sie sich?

- Wie hängen ihre Haltungen und ihre Herkunft zusammen?

Hartmanns Befund: Die Eliten sind ein abgehobener Selbstrekrutierungsbetrieb, der die Demokratie aushöhlt. Nur durch eine durchgreifende soziale Öffnung der politischen Elite ist eine Wende möglich.

Michael Hartmann, renommierter Elitenforscher, setzt mit seinem Buch ein klares politisches Statement zu einem brisanten Thema mit gesellschaftlicher Sprengkraft.

276 pages, Hardcover

Published August 16, 2018

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About the author

Michael Hartmann

94 books11 followers

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Frank.
599 reviews125 followers
September 15, 2019
Dankbarerweise hat sich die Bundeszentrale für Politische Bildung des Buches angenommen und es für einen Schutzbetrag von 4,- Euro der interessierten (auch finanzschwachen) Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Das ist in Anbetracht der genuin links- demokratisch ausgerichteten Argumentation hervorhebens- und begrüßenswert. Ansonsten steht die Hauptaussage im Untertitel: Eliten gefährden die Demokratie. Die Interessen, die dabei im Vordergrund stehen, analysiert Hartmann genau und zutreffend auf der Basis eines reichen statistischen Materials, was verwundert, denn normalerweise weiß man zumindest von den finanziellen Verhältnissen des obersten Perzentils nicht eben viel. Was man aber wissen kann, steht bei Hartmann! Freilich ist nicht alles neu. Wer "Der Mythos von den Leistungseliten" (2002) gelesen hat, kennt die Kernthesen. Dafür reicht das gebotene statistische Material hier bis 2018. Gut auch der Vergleich der Situation in den europäischen Hauptländern untereinander und mit den USA. Dabei ist es sicher nicht Hartmanns Versagen, wenn der Focus rein westeuropäisch ist und die Rekrutierungsbedingungen der neuen osteuropäischen Eliten außen vor bleiben. Hier tut sich ein Desiderat der Forschung auf, denn wenn Hartmanns These stimmt, dass soziale Herkunft und Bildungsweg entscheidend für das politische Programm der jeweiligen Teil- Eliten sind, dann wäre es spannend zu sehen, wo das Verhalten der korrupten Machteliten zwischen Bug und Schwarzem Meer seine soziologische Basis hat. Vielleicht zeigt sich dann die soziokulturelle Begrenztheit der westeuropäischen Deutungsmuster. Aber gerade wegen der aktuellen Debatten in der EU und darüberhinaus weltweit (China!) wäre das wichtig. Nur ist das nicht Hartmanns Thema. Ihm ist zu danken für dezidierte Einsichten in das bundesdeutsche "Milieu" und für die Erkenntnis, dass die zunehmende Macht- und Hilflosigkeit der abgehängten Mehrheit der Bürger und besonders der sozial Deklassierten diese (in Ost- und West!) dazu führt, mit der AfD eine gefühlte Protestpartei zu wählen. Warum können die Chefredakteure der Mainstreammedien das so nicht erkennen? Erstens, weil sie als westdeutsche Elite keinen Zugang zu Ostdeutschland haben, zweitens, weil sie aufgrund ihrer sozialen Herkunft und Situation (Milieu) keinen Zugang zu Problemen des Prekariats haben und drittens, weil sie aufgrund ihrer politischen Interessen lieber eine das Volk spaltende Sichtweise eines "kulturellen Unterschieds" zwischen Ost und West pflegen, als sich einem Problem zu stellen, das ihren eigenen Status in Frage stellt. Das kann man bei Hartmann finden und dafür kriegt das Buch fünf Sterne. Ich hoffe, es findet viele interessierte Leser.
Profile Image for Wedma.
438 reviews11 followers
August 21, 2018
Von diesem Buch von Michael Hartmann habe ich einen sehr guten Eindruck gewonnen und empfehle es auch gern weiter. Lesenswerte Inhalte gepaart mit einem angenehmen, klaren Schreibstil bereiten paar erfüllte Lesestunden mit Erkenntnisgewinn, insb. für die Einsteiger.

„Michael Hartmann war bis Herbst 2014 Professor für Soziologie an TU Darmstadt. Sein Schwerpunkt ist Elitenforschung“, so Klappentext.

Das Werk ist sehr gut strukturiert. Ca. 242 Seiten ergeben 5 Kapitel.
Kap. 1. „Einleitung: Parallelwelt mit eigenen Regeln“, in dem Hartmann u.a. vier Thesen präsentiert, die er im weiteren Verlauf auch begründet: Die Eliten sind, dank ihrer Herkunft, sozial exklusiv und homogen, gute Basis für die neoliberale Politik. Um dem entgegen zu wirken ist das Aktivwerden der Bevölkerung und Erneuerung der Parteien vonnöten, u.a. um dem Rechtspopulismus und der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Dadurch würde sich die politische Elite sozial öffnen.
Im Kap. 2 „Eine zunehmend geschlossene Gesellschaft“ beschreibt Hartmann die Eliten näher. „Elite heißt macht ausüben“. Dass die Eliten nach dem Prinzip „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ bilden, liest man auf S. 64-70. Hier gibt es paar gute Beispiele, die das Wirken dieses Prinzips verbildlichen. Eliten vierer Länder wurden unter die Lupe genommen: Deutschland, Großbritannien, USA, Frankreich und grundlegende Gemeinsamkeiten festgestellt. „Die Mär von den kosmopolitischen Eliten“ schließt Kap. 2 ab.
Kap. 3 „Wie Eliten die soziale Ungleichheit vorantreiben“ fängt gleich gut mit „Großbritannien und die USA: Politiker aus der Upperclass machen Politik für die Upperclass“ an. Hier ist die Rede von der politischen Wende der 1980ger Jahre, die Emmanuel Todd in seinem sehr lesenswerten Werk „Traurige Moderne“ (2018) als die neoliberale Revolution bezeichnet. Das liegt in der Herkunft begründet, sagt auch Hartmann. Unter Reagan wurden beiden Kabinetten von den Vertretern der Upperclass dominiert, was vorher nicht der Fall war. Bei Thatcher Regierung sah es ähnlich aus. Kleine aber feine Unterkapitel „Selbst zu Feudalzeiten war die Einkommenskonzentration geringer“, „Die Reichen wurden reicher, die Armen ärmer…“ belegen diese Thesen mit Zahlen und Fakten. Diese Ausführungen erinnerten mich an ein weiteres sehr aufschlussreiches Werk „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“ von U. Mies/J. Wernicke (Hg). Ein Blick zu Deutschland zeigt ähnliche Entwicklungen, nur etwa zwanzig Jahre später. „Herkunft der politischen Elite prägt ihre Entscheidungen“ schließt das 3. Kapitel ab und sagt, basierend auf einer fundierten Studie: „In den Fällen, in denen die Ministerpräsidenten eine niedrigere Herkunft aufwiesen, werde signifikant häufiger eine Politik betrieben, die soziale Unterschiede zu reduzieren versuche, indem die Ausgaben für Bildung, soziale Sicherheit, Infrastruktur und Gesundheit gesteigert würden. Bei den Ministerpräsidenten, die aus der Mittel- oder Oberschicht stammten, sei das nicht der Fall.“ S. 152. Das gilt für die alten Bundesländer von 1972 bis 2009, für die neuen von 1992 bis 2009.
Kap. 4 beschäftigt sich mit „Eigennutz vor Gemeinnutz – so ticken die Eliten“ und besagt u.a., dass „Steuern als staatlicher Raubzug, Steuerhinterziehung“ bei den Eliten als Kavaliersdelikt gilt. Hier ist die Rede von den aus der Presse bekannten Fällen: Klaus Zumwinkel, Uli Hoeneß, Alice Schwarz usw. Dabei wurde auf die übliche Handhabe der Eliten eingegangen: „Selbstmitleid statt Unrechtbewusstsein“ S. 158-164, „Klage über die Gier des Steuerstaates“ S. 164-168, „Legitimierung krimineller Finanztricks: Die Dreistigkeit der Cum-Ex-Geschäfte“ S. 168-177. Mit zahlreichen Daten und Fakten belegt, seht gut und zugänglich erklärt. Auch für Einsteiger verständlich.
Kap. 5 „Eine Politik jenseits des Neoliberalismus ist nötig und möglich“ erläutert, dass „in den letzten Jahrzehnten dominierende neoliberale Ausrichtung der Politik“, die „bis heute von der großen Mehrheit der Eliten“ geteilt wird, keineswegs alternativlos ist, dass die heute herrschende Politikverdrossenheit und das Aufblühen des Rechtspopulismus, hier ist u.a. von AfD Erfolgen die Rede, der dank der neoliberaler Politik der Eliten einen fruchtbaren Boden bekommen hat, der aktiven politischen Beteiligung der breiten Massen weichen kann und sollte. Unterkapitel „Vier Modelle für die Zukunft…“ beschreibt, was momentan der Fall ist, im „Ein Politikwechsel ist machbar – hier und jetzt“ wurden Vorschläge unterbreitet, wie die für die arbeitende Bevölkerung die längst fälligen Veränderungen vollzogen werden könnten. In dem Bereich hätte gern etwas mehr sein können, aber auch so ist es schon mal ein guter Schritt in die für die Massen richtige Richtung.
Man kann noch viel über dieses Buch schreiben, da steht noch viel mehr als man im Rahmen einer Rezension ansprechen kann, besser, man liest es selbst.

Da Buch ist sehr gut und hochwertig gemacht: Festeinband in Rot, Umschlagblatt aus festem, glatten Papier, rotes Lesebändchen. Die Schriftgröße erlaubt recht viel Text pro Seite, ist aber auch nicht zu klein. Einige s/w Diagramme und Schaubilder verdeutlichen die Ausführungen.

Die Quellen sind in „Anmerkungen“ nach Kapiteln geordnet worden. Hier findet man auch einige Kommentare. Literatur, ca. 190 Werke auf Deutsch und Englisch, ist in alphabetischer Reihenfolge extra aufgeführt worden.

Fazit: Ein sehr lesenswertes Werk, das das Treiben der Eliten fundiert, mit Daten und Fakten untermauert, dabei klar und zugänglich das Wesentliche darlegt, und einige Vorschläge zur Besserung der heutigen Lage zugunsten der arbeitenden Masse unterbreitet. Prima für Einsteiger. Toll als Geschenk.
Profile Image for Marcel Schwarz.
447 reviews
December 13, 2021
Gute Zusammenfassung was heute in der Schere zwischen Arm und Reich falsch läuft, insbesondere mit vielen Beispielen aus Deutschland, Frankreich, UK und US. Keine großen Neuheiten oder originellen Lösungen aber eine gute Synthese.
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