Jedes Zeitalter hat seine Krankheit. Und keine Krankheit prägte das 19. und frühe 20. Jahrhundert so sehr wie die Tuberkulose, damals bekannt als Schwindsucht. Ulrike Moser wirft anhand des zeitgenössischen politischen, medizinischen und kulturellen Umgangs mit dem Lungenleiden, das Tausende dahinraffte, einen neuen Blick auf die deutsche Gesellschaftsgeschichte. Dabei rekonstruiert sie anschaulich, wie die Schwindsucht zunächst als schicksalhafte Krankheit der Genies, der Künstler und der Bohème verklärt wurde, deren Individualismus man damals wertzuschätzen begann. Sie lässt die dazu erschaffene Welt der Sanatorien wieder auferstehen und schildert ihren Niedergang, der mit der Massengesellschaft eintritt. So wird die Schwindsucht während der Industrialisierung zur Krankheit der zu Sauberkeit zu erziehenden „schmutzigen Proletarier“ abgewertet. Angesichts der am Horizont stehenden Radikalisierung dieses Kampfes um den gesunden Volkskörper, der später im Nationalsozialismus zu Internierungslagern und Tötungen führte, kann Thomas Manns Schwindsucht-Roman „Der Zauberberg“ als letzter Auftritt der morbiden Romantik des Einzelgängers und der Schwindsucht gelten.
Очень грустный и очень хороший нонфикшен. Очередной респект немецким гуманитариям за невероятное умение не замалчивать, проживать и осмыслять травмы. Ульрике Мозер просто прекрасно пишет, за что ей отдельное спасибо.
Das Buch ist intelligent und gut geschrieben, sehr sorgfältig recherchiert und gibt einen hochinteressanten Einblick in die historische und soziale Dimension der Krankheit Tuberkulose. Besonders erschütternd ist der Bericht über den Umgang mit Tuberkulosepatienten und Menschenversuchen im Dritten Reich, aber auch die hier ausführlich dargelegte Einstellung von Wissenschaftlern und Ärzten zur sogenannten Rassenhygiene, die schon vor dem ersten Weltkrieg einsetzteund lange vor der Nazizeit vollkommen etabliert und akzeptiert war. Sehr lohnenswertes Buch.
Небольшая, но интереснейшая книга об истории туберкулеза (почему-то в контексте немецкой истории). Очень увлекательно было читать о художниках и писателях, больных этим недугом, - с точке зрения искусствоведения абзацы, им посвященные, очень емкие.
Это не история чахотки. Туберкулез зачастую не на первом плане, а его заменяют истории поэтов, художников и писателей (где присутствуют элементы из истории живописи), террор врачей СС.