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Kranichland

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Die Groen-Schwestern wachsen im Ost-Berlin der sechziger Jahre heran. Unterschiedlicher könnten die beiden Mädchen nicht sein: Charlotte, die ältere, brennt ebenso für den Sozialismus wie ihr Vater Johannes, der am Ministerium für Staatssicherheit Karriere macht. Die künstlerisch begabte Marlene hingegen eckt überall an und verliebt sich Hals über Kopf in Wieland, einen Pfarrerssohn, der die DDR kritisch hinterfragt. Mit jedem Tag wächst die Sehnsucht nach einem Leben in Freiheit. Als das junge Paar beschließt, in den Westen zu fliehen, trifft Marlenes Vater eine Entscheidung - mit fatalen Folgen, die noch Jahrzehnte später spürbar sind …

"Kranichland" erzählt anhand des bewegenden Schicksals der Familie Groen fast achtzig Jahre deutsche Zeitgeschichte: von Bombennächten und Vertreibung, Wiederaufbau und Gründung der DDR, über das geteilte Deutschland und die Wende bis heute.

432 pages, Hardcover

First published January 1, 2018

8 people are currently reading
132 people want to read

About the author

Anja Baumheier

4 books3 followers
Anja Baumheier wurde 1979 in Dresden geboren und hat ihre Kindheit in der DDR verbracht. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet als Lehrerin für Französisch und Spanisch an einer Berliner Schule. "Kranichland" ist ihr erster Roman.

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5 stars
72 (25%)
4 stars
115 (40%)
3 stars
67 (23%)
2 stars
25 (8%)
1 star
3 (1%)
Displaying 1 - 24 of 24 reviews
Profile Image for Cindy.
341 reviews49 followers
December 11, 2019
abgebrochen

Ich fand es langweilig und beliebig, sprachlich konnte es mich auch nicht packen. Ein Roman unter vielen...
510 reviews16 followers
April 21, 2018
«Einen Fehler durch eine Lüge zu verdecken heißt, einen Flecken durch ein Loch zu ersetzen.» (Aristoteles)

Meist guter Unterhaltungsroman. Text meistens top, Lektorat meistens Flop
wie das? Nun, die Geschichte an sich, der „Plot“ ist stimmig, die Figuren sind gut gezeichnet, es gibt Entwicklungen, sie sind nicht eindimensional. Es ist immer wieder einmal gefühlvoll (nicht zu oft, nicht zu viel), aber einige Male dann doch sehr emotional (naja – nicht so meins; nie). Vergleichbar vielleicht mit „Die Nachtigall“, Kristin Hannah.

Text: Ich habe das Hörbuch gehört, vorgetragen von Beate Rysopp, die ich als sehr angenehm empfand und die dafür sorgt, dass ich gut mitbekomme, welcher Person ich gerade folge. Allerdings gibt es zwischen jedem der 206 Abschnitte auf den 2 mp3-CD sehr deutliche Pausen – findet ein Wechsel zwischen den Zeitebenen statt (damals und heute alternieren im Handlungsfortschritt), sind die hilfreich zur Unterscheidung, jedoch nicht auch bei einer Fortsetzung der Handlung. Dadurch war es für mich zu Beginn schwierig, die Zeiten zuzuordnen und die Charaktere. Überhaupt, die Charaktere: es wäre nett, wenn bei fast allen Hörbüchern, die ich kenne, eine grobe „Personalliste“ beiläge; und ja, ich weiß, das kann auch spoilern (im Krimi würde ja z.B. der Mörder nicht fehlen). Hier würde reichen:
die Eltern: Johannes und Elisabeth Groen
Elisabeths Mutter Käthe
die Nachbarin Hertha
Elisabeths Freundin Eva
die Kinder: Charlotte, Marlene und Theresa, sowie Theresas Tochter Anna
Tom – Miterbe von Theresa
Anton
Wieland – Mitschüler und Freund von Marlene

Die Erzählung beginnt 1936 und endet in der Jetztzeit gegen 2012, umfasst die Zeit des Nationalsozialismus, die DDR und die Zeit nach der Wende, mit Handlungsorten hauptsächlich Berlin (Ost) und Rostock. Anhand der Familie Groen und ihres Umfeldes erzählt Autorin Baumheier über die deutsche Geschichte; sie macht plausibel, woraus gerade zu Beginn viele Hoffnung schöpften bei der Staatsgründung, den Chancen auch für nicht Privilegierte, dem Anspruch auf ein Leben in Gleichheit und ohne Krieg. Parallel dazu wird durch den Strang im Heute klar, dass es mindestens ein Geheimnis gibt in der Familie.

Tochter Theresa, geschieden und Mutter einer studierenden Tochter, erhält ein Testament, das alles durcheinanderwirbelt. Sie und ein Tom, von dem sie nie vorher gehört hat, haben von Tochter Marlene geerbt. Dabei war doch Marlene schon länger tot – und wer ist Tom? Auch die inzwischen demente Elisabeth trägt eher zu weiterer Verwirrung bei: „Anton hat sie gerettet“. Anton? Charlotte, Anna und Theresa machen sich auf die Suche.

Die Familie Groen ist „linientreu“, Vater Johannes arbeitet im Ministerium für Staatssicherheit, bis auf die Anfänge lebt die Familie in Berlin. Marlene ist das Kind, das aus der Reihe tanzt. Damit zeigt sich eine kleine Schwäche des Buches, denn über das „normale“ Leben in der DDR, wie es der entsprechende Teil meiner Familie erlebt hat, erfährt man wenig. Von Johannes‘ Seite gab es weniger Versorgungsprobleme als für „Normalos“, die Übereinstimmung mit der Ausrichtung war gegeben, die meist verhassten „Russen“ (eigentlich ja Sowjets) waren in der Person von Kolja väterliche Freunde. Und die aufmüpfige Marlene ging weiter als die meisten – es wurde ja eher über die Versorgungslage gemeckert, die kleine Flucht statt der großen „echten“ in Erwägung gezogen. Mir fehlt, ehrlich gesagt, phasenweise etwas mehr DDR in dem Buch, und ich selbst bin „Wessi“. Mir fehlt der Fahnenappell, die Schulessen, Horte, Partnerbetriebe der Schulen, Demo zum 1. Mai, Feiern im Arbeitskollektiv, Wehrlager, Ferienstätten der Betriebe – irgendetwas davon; alles, was gleichzeitig „im Westen“ nicht von Bedeutung war (es gibt nur Panzer malen, Thälmann-Pioniere, Micky-Maus-Verbot). Versorgungsnot wird thematisiert nur über Elisabeths Freundin Eva, das ist angesichts der anderen Situation der Familie nachvollziehbar, aber genau wie die Situation auf dem Wohnungsmarkt wiederum eher typisch für die meisten. Einzig Charlotte durchläuft merkbar zumindest einige der Stationen des üblichen Lebens. Dafür wird aufgezählt, was man aß (ohne das Ost-Jägerschnitzel zu erklären, das Theresa mit ihrem Patienten isst). Das alles ist jedoch nur ein persönliches Befinden, es tut der weitgehenden Nachvollziehbarkeit des Buches keinen Abbruch.

Ich lese keine Liebesromane, mag keine Rührseligkeit, und weitestgehend kommt der Text bei mir „durch“. Das Ende ist mir etwas zu dick aufgetragen, kleinere Stellen zwischendurch (vor allem bezüglich Wieland – dem begegnet man ZWEI MAL zufällig??). Sehr eindringlich und gut dargestellt fand ich hingegen die Szenen im Gefängnis, die Demenz-Anfänge, die psychischen Probleme, die Änderungen bei Johannes. Bis auf die Hochzeit hatte ich alle „Personenstandsentwicklungen“ dank des (*grummel*) Klappentextes geahnt bei Anna, Theresa, Tom, fand das Buch aber dennoch spannend, da ich das „Warum“ erfahren wollte. Ein „Leitmotiv“ im Roman störte mich sehr: ALLE Probleme hätten geringer sein können, wenn man miteinander geredet hätte – und vor allem, wenn man nachgefragt hätte. Was immer schief lief, es wurde angenommen, alle anderen hätten die jeweilige Person verraten, zuletzt so Theresa. Das lief auch wirklich permanent wiederholt immer gleich ab: Handlung, teils mit besten Absichten. Es wird etwas vertuscht. Schlechtes Gewissen bei denen, die es vertuschen. Weitermachen. Wenn es herauskommt, Ablehnung aller durch den, dem man etwas nicht erzählt hatte. Keiner fragt irgendwie nach, geht offensiv damit um. Das ist nicht logisch, Menschen sind verschiedenen: es müsste schlicht verschiedene Reaktionen geben.

Schlecht hingegen einiges, was ein Lektorat hätte glattziehen müssen (selbst Geschriebenes ist IMMER schwieriger zu korrigieren, das schmälert die Leistung der Autorin nicht):
Wiederholungen.
 Da bekommt z.B. erst der Vater taube Hände beim Anblick von Marlene, später die Mutter. Das ist kein gängiges Bild für überwältigte Emotionen, aber selbst gängigeres Herzrasen oder ähnliches sollten nicht beide GLEICH bekommen.
 der Text, den Johannes verfasst hat, wird zweimal hintereinander vorgelesen – in kurzem Abstand, wozu?
Logiklücken
 Johannes und Anton schreiben einander. Die DDR hat großen Aufwand ins „Mitlesen“ gesteckt, gerade bei Briefen von/nach der Bundesrepublik UND Kolja hatte ein Augenmerk auf Johannes. Und die Briefe gingen durch? Warum kein Bote stattdessen, man muss hier nicht den gesamten Inhalt ändern.
 Anton unterschreibt an Johannes mit Doktortitel – wie logisch ist das in privaten Briefen, wenn man nicht dem anderen irgendetwas damit sagen will? Ins Hotel in Dresden checkt er ein ohne Titel
 Anton gibt seiner Enkelin Schlafmittel, die sie einen Tag außer Gefecht setzen, also fast Narkose. Er ist Arzt, aber nicht ihr Arzt – es könnte zu Unverträglichkeiten kommen bis hin zum Tod. Das tut niemand, von der rechtlichen Komponente ganz abgesehen
 (etwas verschleiert formuliert, da sonst Spoiler) Das wirkliche Alter des Babys soll vertuscht werden gegenüber Charlotte, damit sie keinen Verdacht schöpft – aber später hat das erwachsene Kind Geburtstag und Alter genau so, wie es korrekt ist. Wie logisch ist das?
 die späte Hochzeit – eigentlich entdeckt man so etwas bei der Beerdigung, Totenschein, Stammbuch, Behörden? Von vorangehender Pflege einmal ganz abgesehen, da melden sich Behörden ebenfalls
 der Lungenkrebs am Ende. Chemos/Bestrahlungen hatten in meinem Umfeld immer so eine Dauer von ½ Jahr oder einem Jahr – Ausnahme: man hat das von Anfang an gestreckt, weil ohnehin keine Hoffnung auf Heilung bestand, nur auf Verzögerung, oder es kam zu Unverträglichkeiten. Von einem Rückfall spricht man, wenn es nach der Behandlung erst einmal Stillstand oder Heilung gab. Hier gibt es die Diagnose und 4 Monate später einen Rückfall? Verschlimmerung wäre hier passender. Und: Lungenkrebspatienten ersticken meistens (wenn nicht etwas anderes vorher versagt). Und hier sitzt der Patient aufrecht am Kaffeetisch kurz vor Ende?

Das ist das Debüt von Anja Baumheier, ich möchte fast keinen der Kritikpunkte ihr anlasten, bis auf die Wiederholungen im Verhaltensschema und die Zufälle bei Wieland: bei so etwas hat ein Lektor etwas zu merken. Der Stil ist mitreißend und der Vortrag von Frau Rysopp hat dafür gesorgt, dass ich die Mängel fast nicht bemerkt hätte, wäre es nicht so gehäuft gewesen.

Geschichte an sich 4 ½ Sterne.
Gestaltung des Audiobuchs, Audiobuch generell, Lesung: 4 Sterne (Lesung dabei besser)

Die vielen Fehler, die Wiederholungen, ein paar Klischees… 2 ½ Sterne.
Also gesamt 3 ½ Sterne.
Ich mache jetzt „Welpenschutz“ für ein sonst tolles Debüt, weil ich nur 3 Sterne echt schade fände, das hat die Autorin nicht verdient.
Profile Image for Binta Colson.
146 reviews11 followers
December 26, 2020
Prachtig weergegeven in dit boek hoe mensen op het eind van de jaren ' 60 in de DDR op hun woorden en tellen moesten letten.Want je wist nooit wie de verrader was.Je was nooit veilig.
Eigenlijk kunnen we ons dat moeilijk voorstellen omdat het zó dichtbij was.
Vele families werden uit elkaar gehaald,terecht...of onterecht.Niemand was écht veilig.
Het boek brengt ons naar Berlijn en Rostock, naar vroeger en nu.
Voor mij 4*
Profile Image for Sternenstaubsucherin.
725 reviews2 followers
June 22, 2023
Sprachlich ist das Buch jetzt keine große Herausforderung, die Sätze sind knapp und kurz.
Der Schreibstil erinnert eher an einen Deutschaufsatz der 6. Klasse. Daher liest es sich auch sehr flüssig.
Und auch wenn ich die Reaktion der ein oder anderen Protagonistin oft nicht nachvollziehen konnte, hat mir die Geschichte im Grunde gut gefallen.
Profile Image for Gerti.
317 reviews
December 22, 2019
Eigentlich hat das Buch nicht einmal einen Stern verdient so furchtbar ist es. Nützt Eure Zeit lieber für wirklich gute Bücher.
Profile Image for Cathrin.
406 reviews14 followers
February 17, 2019
Ausgezeichnete Leseunterhaltung, fesselnd, aber recht oberflächlich geschrieben. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, bei dem Thema hätte es aber gern auch etwas mehr Tiefgang haben können. Und leider finden sich einige ziemlich krasse logische Fehler. Da hat das Lektorat wohl ein bisschen geschlafen?
Nichtsdestotrotz kann ich das Buch unterm Strich weiterempfehlen.
Profile Image for Natira.
572 reviews18 followers
Read
December 26, 2019
2,5
Zugunsten einer Vielzahl von Charakteren im Heute einerseits und im Rahmen der erzählten Geschichte von 1936 bis Heute gerieten Charakterentwicklung und dramatische Ereignisse für mich leider zu sehr ins Hintertreffen und entfalteten kaum Wirkung auf mich.
Profile Image for Jenny Eulenmatz.
395 reviews16 followers
November 7, 2018
Eine wirklich tolle Familiengeschichte in der Zeit, wo Deutschland geteilt war.
Profile Image for Tinstamp.
1,119 reviews
April 21, 2018
Mit ihrem Debütroman ist Anja Baumheier ein Volltreffer gelungen. Die Familiengeschichte der Groens, die sich über fast 80 Jahre erstreckt, beginnt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Der erst 16-jährige Johannes Groen hat seine gesamte Familie verloren und landet nach seiner Flucht aus Schlesien in Rostock. In einem Flüchtlingslager trifft er auf den Russen Kolja, der der FDJ (Freie deutsche Jugend) angehört und ihm einen Arbeitsplatz verschafft. Obwohl Kolja nicht viel älter als Johannes ist, wird er zu Johannes "Vaterersatz" und sein bester Freund. Die beiden jungen Männer sind beim Aufbau der neuen deutschen demokratischen Republik von Anfang an dabei. Johannes glaubt an das System, das alle Menschen gleichstellen soll. Als er Elisabeth kennenlernt, heiraten die Beiden und leben im Haus von Elisabeths Mutter in Rostock, wo auch Töchterchen Charlotte geboren wird. Doch Kolja verhilft Johannes zu einer höheren Stelle in Berlin und die Familie muss umziehen. Elisabeth bekommt als Krankenschwester einen Platz in der Charité. Sie ist alles andere als glücklich, da Johannes in Berlin noch weniger Zeit für sie hat und eine tolle Karriere beim Ministerium für Staatssicherheit hinlegt. Nach Charlotte kommt Marlene zur Welt, doch während Charlotte der Augenstern ihres Vaters ist und im Sozialismus aufgeht, ist Marlene aufrührerisch und bezweifelt immer stärker die Politik des Landes....

Gegenwart. Theresa erhält von einer Anwaltskanzlei die Benachrichtigung, dass sie in Rostock gemeinsam mit einem gewissen Tom Halász ein Haus geerbt hat. Das Mysterische daran ist, dass sie es von ihrer Schwester Marlene vererbt bekommt, die vor ihrer Geburt mit 17 Jahren bei einem Bootsunfall ums Leben gekommen ist. Wie kann das möglich sein ? Die Nachfrage bei ihrer Mutter bringt Theresa nicht wirklich weiter, denn Elisabeth leidet an Demenz. Auch ihre Schwester Charlotte kann sich nicht erklären, was hinter diesem Testament stecken könnte. Theresa und ihre Tochter Anna machen sich auf die Suche nach dem ominösen zweiten Begünstigten, Tom Halász....

Die beiden Erzählstränge wechseln sich ab und das Familiengeheimnis der Groens wird nach und nach aufgedeckt. Die Atmosphäre hat die Autorin dabei großartig eingefangen. Einige Dinge waren dabei ein bisschen vorhersehbar, was jedoch nicht weiter schlimm war. Einen Roman, der sich über fast 80 Jahre deutscher Zeitgeschichte spannt, ist dies "verziehen", denn hier war auch sehr viele Recherchearbeit der Autorin nötig. Zwar selbst in der DDR aufgewachsen, war sie Teil dieses Regimes, jedoch noch ein Kind. In diesem Alter nimmt man Dinge noch ganz anders wahr...

Als Österreicherin war ich zwar von kommunistischen Nachbarländern umgeben, aber sehr viel wusste ich damals als Kind und Jugendliche auch nicht darüber. In diesem Alter hat man auch meistens andere Dinge im Kopf, um sich mehr mit diesem Thema auseinderzusetzen. Ich hatte damals eine sehr nette Brieffreundin aus der DDR, Sylka, die sich aber kurz vor dem Mauerfall nicht mehr bei mir gemeldet hat. Gerne würde ich erfahren, was aus ihr geworden ist....
Dieses wichtige und sehr emotionale Ereignis habe ich damals im TV gesehen und freute mich über die Wiedervereinigung. In diesem Roman von Anja Baumheier habe ich nun hinter die Fassade der damaligen DDR geblickt und so einiges mehr erfahren. Die Bespitzelungen, die mit der Zeit immer schlimmer wurden und den Menschen kaum mehr ein "normales" Leben ermöglichte, lassen jeden, der es nicht selbst miterlebt hat, ungläubig den Kopf schütteln. Besonders grausam fand ich den Abschnitt über einen Gefängnisaufenthalt. Isolation, Schlafentzug und psychische Spielchen waren dort Alltag. Der Freikauf von Häflingen durch die BRD zeigt auch ein unseriöses Bild des Westens.
Auf den über 400 Seiten erlebt man nicht nur den Zerfall des ehemaligen Ostdeutschland, sondern auch den einer ganzen Familie...

Schreibstil:
Anja Baumheier erzählt in einem berührenden und flüssigen Schreibstil. Man kann sich schwer ihrer Erzählweise entziehen. Die Charaktere sind detailliert gezeichnet und im Kopf entstehen Bilder der einzelnen Figuren. Sie haben alle Ecken und Kanten und entwickeln sich weiter.
Die politischen Zusammenhänge wurden sehr gut erklärt. Die einzelnen Kapitel werden mit einer Ortsangabe und der Jahreszahl gekenntzeichnet. Toll fand ich den Zusatz bei den Seitenzahlen unten von "Damals" und "Heute".

Fazit:
Ein wirklich starkes Debüt! Ein Roman, der deutsche Zeitgeschichte über fast achzig Jahre lebendig macht und aufzeigt, wie eine Familie daran zerbrechen kann...und wieder aufstehen. Eine spannende Zeitreise, toll recherchiert und absolut lesenswert!
Profile Image for Monerl.
482 reviews10 followers
June 19, 2018
Meine Meinung
Die Autorin erzählt eine spannende Familiensaga vor dem Hintergrund der Geschichte der DDR, die voller Geheimnisse ist und die nach und nach aufgedeckt und zusammengefügt werden. Dabei wird die Vergangenheit aufgewühlt und entblößt so manch hässliche und unerwartete Wahrheit, die alles, an was die Schwestern Charlotte und Theresa geglaubt haben, zum Einstürzen bringt.

Es gibt viele Personen und viele Verwicklungen, denen man als Leser folgen muss. Die beiden Handlungsstränge, Damals und Gegenwart, sind sehr schön aufeinander abgestimmt und geben immer, Stück für Stück, die Geheimnisse preis. Doch sobald man denkt, man wäre im Bilde, kommt wieder eine neue Entwicklung und ein neues Geheimnis. Das hat die Geschichte sehr spannend gemacht, sodass ich kaum aufhören wollte das Buch zu hören.

Die Charaktere reifen mit dem Fortgang der Geschichte. Am meisten fällt dies bei Charlotte auf. Als Lieblingstochter des Vaters, immer im Kampf um die Liebe und Aufmerksamkeit der Mutter, die scheinbar die jüngere Marlene bevorzugt, ist sie der Vorzeigebürger der DDR: Systemtreu, leichtgläubig, formbar und brennt für ihren Beruf als Staatsbürgerkundelehrerin. Nach dem Mauerfall braucht sie erstmal eine Weile, um sich der neuen Situation anzupassen und ihren Weg in der BRD samt der Freiheit, die sie nun genießt, zu finden. Und trotz vieler Beweise fällt es ihr sehr schwer zu glauben, was die DDR und das Regierungssystem den eigenen Bürgern damals angetan hat.

Anhand von Marlenes Schicksal ist es Anja Baumheier ebenso gelungen aufzuzeigen, wie Künstler und Freidenker in der DDR bestraft wurden und wie ihr Leben systematisch zerstört wurde. Ohne Rücksicht auf Verluste, familiäre Bände oder auch das Alter wurde gegen Personen vorgegangen, die sich kritisch äußerten oder auf andere Art und Weise auffielen und nicht ins System passten.

Die Autorin zeigt glaubhaft auf, mit welchen Emotionen alle Beteiligten zu kämpfen hatten. Es gibt nicht nur die Bösen und die Guten. Ein jeder hatte bestimmte Umstände, an die er sich anpassen und sein handeln danach ausrichten musste.

Durch einfache und dem Buch angepasste Sprache konnte mich Anja Baumheier mit ihrem Debüt fesseln.

Zum Hörbuch
Beate Rysopp liest einfühlsam und eindringlich. Sie konnte mich als Sprecherin überzeugen und für sich gewinnen. Ich freue mich schon auf das nächste Hörbuch mit ihrer Stimme.

Fazit
Eine Familiensaga, die ohne Kitsch auskommt und dennoch von großer Liebe mit vielen Höhen und Tiefen erzählt. Wer die Geschichte der DDR, nicht nur auf Fakten reduziert, erleben will, setzt sich am besten in einen gemütlichen Ohrensessel und lässt sich von Beate Rysopp in 80 Jahre verzwickte Familiengeschichte entführen.
Profile Image for Minnie.
41 reviews
May 6, 2018
Kranichland ist ein Roman von Anja Baumheier und ist 2018 im Wunderlich Verlag erschienen.
Der Roman erzählt die Geschichte einer Familie, welche durch die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse des geteilten Deutschlands stark beeinflusst wird.
In den zwei Schwestern - Charlotte und Marlene - zeigt sich das Vermächtnis der Teilung Deutschlands.
Das Leben in unterschiedlichen politischen Systemen unvoreingenommen und anhand von einer Familiengeschichte abzubilden ist so gut wie ein unmögliches Vorhaben (vor allem in dieser Kürze), aber der Autorin ist meiner Meinung nach ein sehr guter, spannender und anspruchsvoller Roman ohne wertende Eigenschaften gelungen.
In kurzen Kapiteln erfahren wir Episoden aus dem Leben der Protagonisten angefangen von 1936 bis 2016, die am Ende ein Gesamtbild ergeben. Die Autorin hält sich dabei wenig mit Beschreibungen auf, sondern pickt gezielt bestimmte Ereignisse der Protagonisten heraus, die die zukünftigen Handlungen erklären. Sie springt dabei sowohl zeitlich als auch charakterperspektivisch hin und her.
Kritisch, objektiv und auf menschlicher Ebene beschreibt die Autorin die Gedanken- und Gefühlswelt eines Stasi-Mitarbeiters, wobei hier nicht die eigentliche Arbeit der Stasi im Vordergrund steht, sondern die durch die Mitgliedschaft entstehenden Konflikte, die am Ende auch die nächsten Familiengenerationen beeinflussen. Auch werden der Überwachungsstaat thematisiert, sowie die Verfolgung und willkürliche Gefangenschaft von Menschen, sowie die Freikäufe und damit die finanziellen Beziehungen zwischen der DDR und Westdeutschlands.
Das Buch ist in einem einfachen Sprachstil geschrieben, wobei der unterschiedliche Sprachgebrauch der DDR und Westdeutschlands sehr authentisch wiedergegeben wird. So wurden in Westdeutschland englische Wörter und in der DDR die teils typischen sozialistischen Wörter (Solidarität, Imperialismus...) und russische Wörter in den Dialogen eingebunden. Besonders aufgefallen ist mir zum Beispiel auch der für mich altmodische Gebrauch der Wörter wie Vati und Mutti, was die Zeit, in welcher die Geschichte spielt sehr glaubwürdig wirken lässt.
Die Geschichte ist teils vorhersehbar, was manchmal daran liegt, das der/ die Leser_in mehr Wissen hat als die Romanfiguren. Zwar wird dadurch dem Roman etwas Spannung entzogen, was ich aber als nicht allzu störend empfand.
Fazit: Kranichland ist ein Roman, der die Teilung Deutschlands vor allem auf menschlicher Ebene aufarbeitet und zeigt das es kein Besser oder Schlechter von Ost oder West gibt, sondern am Ende die Menschen das Kranichland, das Land der Liebe und Geborgenheit, suchen und finden möchten, welches durch äußere Umstände manchmal im Nebel verborgen ist
Profile Image for Harmke.
568 reviews30 followers
September 30, 2022
Historische roman in 2 tijdvensters: nu en toen. Toen begint in Rostock, 1945. Je volgt Johannes en Elisabeth als zij een gezin stichten in Rostock, naar Oost-Berlijn verhuizen en vervolgens oud worden. Nu gaat over hun dochters en kleindochter. Theresa krijgt een mysterieuze erfenis van haar dode zus Marlene. Langzaam leer je wat er gebeurd is Marlene.

Mooi verhaal. De soms al te toevallige gebeurtenissen (echt, die figurantenrol als gids was over de top) doen wel echt afbreuk aan het verder indrukwekkende verhaal over leven in een dictatuur en keuzes die je dan maakt. Het waarom zat ook meer in: waarom ging Johannes bij de Stasi werken? En koos Charlotte voor een loopbaan als lerares socialisme?
Profile Image for Estelle P..
3 reviews
December 31, 2024
Poignant ! Un roman dont les rebondissements m’ont empêchée de poser le livre avant de l’avoir terminé.
La justesse et la finesse de l’écriture m’ont touchée. Le cadre historique passionnant et sans parti pris permet de retracer la vie, les choix d’hommes et de femmes face à leur époque et leurs idéaux en s’identifiant tour à tour aux personnages. Merci Anja pour cette œuvre qui est un véritable coup de cœur.
Profile Image for Marias_Bücher.
164 reviews
June 15, 2025
Mir hat die Geschichte der Familie Groen sehr gut gefallen. Es ist gut geschrieben, die Charaktere schön gezeichnet, der Aufbau mit den Rückblicken war auch gut gestaltet.
Den Bezug und die Einblicke zur DDR fand ich besonders interessant.
Ich kann das Buch empfehlen.
Profile Image for Hannah.
10 reviews1 follower
June 20, 2019
Ich habe das Buch gerne gelesen, allerdings war es inhaltlich ein bisschen zu wenig gefüllt für die vielen Seiten und ich hatte das Gefühl, dass sich vieles immer wieder wiederholt hat.
Profile Image for buchwoerter.
243 reviews
June 20, 2019
Ein fesselnder und emotionaler Roman über die Bedeutung von Lügen, Geheimnissen, die ihre Folgen bis heute zu verzeichnen haben. Absolut lesenswert.
Profile Image for Brigitte.
568 reviews7 followers
May 24, 2021
Hoe is het toch mogelijk dat mensen elkaar dit aandoen? Hoe is het om te moeten leven volgens strikte regels en dat alles wat je doet wordt gezien? In dit boek is die spanning goed voelbaar.
101 reviews
February 18, 2022
Très bon roman sur l'Allemagne de l'est avec 2 sœurs qui découvrent des secrets de famille à l'occasion d'un héritage. Très intéressant sur le plan historique.
Displaying 1 - 24 of 24 reviews

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