Der Protagonist beschreibt im Rückblick den Sommer 2004. Die erste Trennung, die ersten Geldprobleme, die Zweifel, welche Weichen er in seinem zweiundzwanzigjährigem Leben er vielleicht ohne es zu wollen stellt.
Es ist ein ruhiges, sorgsam geschriebenes Buch über die Liebe, das Leben, den Tod und die Natur. Für mich ist es vor allem auch ein Buch über die Zukunft, die immer im Raum steht. Selbst der todkranke Professor beschäftigt sich mit ihr.
Am Besten haben mit tatsächlich die Szenen mit der Beschreibung des Flusspferdes und die Pflegearbeiten für das Tier gefallen. Diese Aufgaben, die mit liebevoller Disziplin ausgeführt werden müssen, damit das anvertraute Tier hochgepäppelt werden kann, um dann auch seine Zukunft zufinden. Aber für das ganz und gar nicht kleine Zwergflusspferd bleibt nur die Gefangenschaft, weil es vom Aussterben bedroht ist.
Bezug zur Realität im Sommer 2004 geben die medialen Ereignisse: die Olympischen Spiele in Athen, der Überfall auf die Schule im Beslan und das anschließende Massaker, bei dem hunderte von kleinen Schulkinder starben. Das Buch verleitet zum eigenen Rückblick und zur Selbstreflexion.
Die ruhige Erzählweise dieser Lebens- und Trennungsgeschichte ist sicher nicht geeignet für Leserinnen und Leser, die Aktion und Spannung erwarten.
Wer die leisen, langsamen Erzählungen mag, der wird diese poetische Geschichte und das Flusspferd mögen. Nebenbei ist der Roman ein Plädoyer für den bewussten Umgang mit der Natur, für die Kraft die in ihr steckt.