Die Samurai bildeten viele Jahre lang die politische und soziale Elite Japans. Wolfgang Schwentker, einer der besten Kenner der japanischen Geschichte, zeichnet die legendenumwobene Geschichte dieses Kriegerstandes von seinen antiken Anfängen bis zu seiner formellen Abschaffung im 19. Jahrhundert nach. Ein Kapitel über das Erbe der Samurai, das bis heute - nicht zuletzt durch zahlreiche Kinofilme - im modernen Japan fortlebt, beschließt diese ebenso kenntnisreiche wie faszinierend zu lesende Einführung.
Der vorliegende Band beschreibt Entstehung, Aufstieg und Niedergang der Samurai über einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren. Er erzählt die Geschichte des legendären Kriegerstandes im Spiegel der politischen Sozial- und Kulturgeschichte Japans. Dabei wird der Bogen von den frühen Kriegern des 5./6. Jahrhunderts bis zur formellen Abschaffung der Samurai als sozialer Stand nach der Meiji-Restauration von 1868 gespannt. Auch nach der Auflösung der Samurai als Herrschaftsstand lebt die ältere Ideologie des bushidô ("Der Weg des Kriegers") in Politik und Wirtschaft des modernen Japan fort.
Als absoluter Laie der japanischen Geschichte, kein leichter Stoff. Anfangs eher schwer zu lesen, ich hätte auch gerne mehr Worte im Glossar gefunden. Die Kapitel zum Alltagsleben der Samurai, Rüstung, Frauen und Geschichte um 1868, waren aber doch (für ein Sachbuch) fast spannend.
Wolfgang Schwentker illustriert faktenbasiert die Realitäten des Lebens im Stand der Samurai im Wandel der Zeit. Hierbei beleuchtet er gleichzeitig verschiedene Epochen und Aspekte der japanischen Kultur in Bezug auf seinen Schwertadel.
Das Werk versinnbildlicht und demystifiziert die wahren Samurai, ohne deren Mythos ungerecht zu werden. Das Buch ist fliessend lesbar, enthält teilweise jedoch Stellen, in welchen japanische Fachbegriffe gehäuft auftreten. Zudem springt der Text in einzelnen kleineren Abschnitten chronologisch zurück, was das Verständnis erschwert. Dies könnte mit einem Zeitstrahl gelöst werden, insbesondere da sich die japanische Kulturgeschichte in klare Perioden teilen lässt.
Die Illustrationen sind indes von guter Qualität, unterstützen das Leseverständnis jedoch nicht besonders.