Though best known for his editing and posthumous publication of his friend Franz Kafka's writing, Max Brod was a major novelist in his own right. Tycho Brahe's Path to God, widely considered his finest work and viewed by many as a small masterpiece, concerns the relationship between the great Danish astronomer and the younger, intellectually superior Johannes Kepler. Brod's representation of this complicated relation grew out of his acquaintance with the young Albert Einstein, reproduces his struggles with the Expressionist poet Franz Werfel, and strangely anticipates the most famous act Brod would ever publishing Kafka's writings without his permission. As Brahe attempts to create a diplomatic compromise between the old Ptolemaic system of planetary motion and its modern, Copernican revision, Kepler discards the principle of compromise root and branch. Their conflict thus becomes an emblem of the struggle between a weakened tradition and a self-conscious modernity. The novel manages to convey the intimate, emotional reality of a seventeenth-century political conflict as well as the psychological, political, and artistic turmoil of Brod's own time. This revival of the richly allusive and deeply resonant Tycho Brahe's Path to God is a true literary event.
Max Brod was a German-speaking Czech Jewish, later Israeli, author, composer, and journalist. Although he was a prolific writer in his own right, he is most famous as the friend and biographer of Franz Kafka. As Kafka's literary executor, Brod refused to follow the writer's instructions to burn his life's work, and had them published instead.
1601 kommt Kepler als Schüler zu Tycho Brahe nach Prag an den Hof Rudolf des Zweiten. Die beiden Astronomen unterscheiden sich sehr: Während der exilierte und von Förderern abhängige Tycho Brahe gelernt hat, dass seine Wissenschaft den Mächtigen Gefallen muss und zu Kompromissen bereit ist, lebt Kepler bedingungslos für die Astronomie. Er lässt sich in seinen Studien weder durch Intrigen noch durch politische und kirchliche Interessen beeinflussen. Tycho Brahe ist ein unglaublich genauer Beobachter der Sternen- und Planetenbahnen gewesen und legte umfassende Tabellen an, noch vor der Erfindung des Teleskops. Allerdings war er bemüht, das ptolemäische Weltbild insofern nicht grundsätzlich zu verwerfen, als die Erde im Zentrum der kosmischen Bewegungen bleiben sollte. Entsprechend konnte er bestimmte Himmelsbewegungen nicht erklären. Kepler hingegen ist reiner Mathematiker, der auf grundsätzliche Annahmen und Theorien verzichtet und sich ganz der exakten Beobachtung verpflichtet. Tycho Brahes tiefe Zuneigung zu Kepler führt zu Intrigen und familiären Desastern, deren Schilderung einen bedeutenden Teil des Romans ausmachen. Auch Tycho Brahe selbst gerät durch die "Zuchtrute" Kepler in eine Krise, in der er sich über sich selbst klar werden muss. Auch wenn die Begegnung zwischen Kepler und Tycho Brahe eine "Sternstunde der Menschheit" im Sinne Stefan Zweigs ist und als solche auch von Brod beschrieben wird, ist das eigentliche Thema des Romans genau das, was der Titel sagt: Es geht um Tycho Brahes Ringen, das Wahre zu erkennen und sich mit Gott ins Einvernehmen zu setzen. Die Grundierung ist also eine zutiefst religiöse, aber Brod schildert Tycho Brahes innere und äußere Konflikte so beeindruckend, dass auch mir als Agnostiker das Buch sehr gut gefallen hat, zumal es viele Fragen existenzielle Fragen aufwirft.
Dem THEATRUM ASTRONOMICUM gilt Tycho Brahes Streben: der Allheit himmlischer und irdischer Gesetze. "Das ist eben die große und letzte Frage meiner Kunst, ob es mir gelingen wird, das Gesetz Gottes in all diesem Wust von irdischem Unglück zu erkennen und mich mit diesem Gesetz zu vereinigen. Ich glaube nicht, daß ich gegen Gott kämpfe. Manchmal in traurigen Stunden kommt mir dieser Gedanke, dann aber scheint es mir wieder, als sei es der Teufel, gegen den ich Gottes Gesetz verteidige. Denn glaube ja nicht, daß es mir nur darum zu tun ist, die Harmonie der Sternenwelt zu ergründen. Das wäre immer noch Stückwerk. Diese obere Harmonie ist nur ein Abglanz der unteren; einen tiefen Zusammenhang hat Gott zwischen mein Glück und die Gesetze des Himmels gespannt, und das Gesetz dieser beiden, des irdischen Weltregiments wie des Himmels, muß ich in der Faust halten, sonst habe ich vergebens gelebt." Aber genau diese Gesetze vermag er nirgends eindeutig zu erkennen, weder in der Astronomie noch im banalen Alltag. Überall gibt es Störungen, nirgendwo ist Perfektion zu finden. Das führt dazu, dass Tycho Brahe mit seinem Gott hadert. "Zur Wahrheit aber kann niemand geführt werden, jeder muss seinen weg allein gehen", heißt es an einer Stelle, und dieser Satz erinnert mich sehr an die Türhüter-Parabel Kafkas, dem Freund Max Brods, dem er diesen Roman auch gewidmet hat. Es ist ein schmerzhaftes, zähes Ringen, dass Tycho Brahe mit sich und seinem Gott führt, und im Laufe des Romans wurde mir immer klarer, wie zentral der Bibelvers 1. Mos. 32 für das Buch ist, den Brod als Motto vorangestellt hat.
TYCHO BRAHES WEG ZU GOTT ist ein religiöser Roman, der zuweilen sehr pathetisch ist. Und trotzdem hat er mir - zu meiner eigenen Überraschung - wirklich gut gefallen, weil Brod die Konflikte hervorragend darstellt. Doch nicht nur die Wucht der Szenen, auch die Sprache hat mich beeindruckt: „Niemand beachtete, wie die Freundlichkeit dieser Gebüsche in der Nähe, dieser blauen und bleigrauen Wälderreihen, weiß durchnebelt längs des Flusses, wie all diese Ruhe und Frische zu dem glücklichen Daliegen des zarten Menschen paßte, ja wie der gesunde Schlaf diese Dinge gleichsam traumartig aus sich heraus zu bilden, bei jeder Wegbiegung bis auf Sehweite zu verteilen und dann wieder in sich einzuziehen schien. So waren diese beiden, der schöne Schlaf und die schöne Gegend von den Reisegenossen unbeachtet, nur füreinander da, spiegelten sich ineinander und hielten, ganz für sich und ohne eines Menschen Zustimmung, ihre stummen Formen einander entgegen.“ Ich liebe solche Passagen! Der schlafende Kepler in der Kutsche, auf der Fahrt zu Tycho Brahe, und die Landschaft entlang der Elbe in geheimnisvollem Einvernehmen (besonders passend am Hof von Rudolf II).
Ein weiterer Gedanke hat mich beim Lesen beschäftigt: Erschienen ist der Roman in den Wirren des ersten Weltkriegs. Damals war er noch möglich. Aber nach Auschwitz wäre er undenkbar gewesen. Was haben wir im 20. Jahrhundert eingebüßt?
"(…) offenbar hängt dieses fieberhafte Zucken der Gestirne, die niemals genau da erscheinen, wo wir sie berechnet haben, hängt dieses wirre und scheinbar ganz gesetzlose Gestammel des Himmels, an dem wir uns vergeblich abmühen, mit diesen anderen unerklärlichen Bahnabweichungen, Störungen, Gemeinheiten und Verbrechen unserer Mitmenschen, aller Menschen, also auch mit den törichten verblendeten Wünschen unseres eigenen Herzens, mit unseren Leiden und Fehlschlägen zusammen. Das heißt: beides, himmlische wie irdische Unordnung, kommt aus einer Quelle. Und die ist doch wohl Gott. Nun hab´ ich dir mein äußerstes, letztes Unglück genannt: Ich verstehe Gott nicht, mehr noch, ich fühle in nirgends (…)"
This was the final book of the holiday reading and most of it was read on the journey home. The book comes with a hefty 58 page introduction and explanation with some 99 footnotes to make sure we know why we are reading this Modernist best seller from 1913. Also the introduction makes sure that any idiots who don't know who Tycho Brahe was do before they read the book, as it is based on the final years of the life of the last great pre telescope era Danish Astronomer Tycho Brahe's life in exile in Benatky in Bohemia and Prague and his fight to prove that his Tychonic system of the universe is correct as he set out to prove Copernicus wrong, as Tycho believed the sun orbited the earth but all the other planets orbited the sun. His great achievement was proving what the exact orbits of all the planets were and thus actually proving Copernicus right. His downfall and reason for exile were to do with telling the truth to power namely the emperor Rudolph who he told that Astrology and planning battles using astrology were hokum. The intro then explains that the book isn't really about this at all but about Einsteins search for proof of his theories or maybe about Kafka's inner conflict in getting his writing published or about another feud or two from the guys hanging out at Berta Fanta's in Prague at the time. What the overly scholarly intro fails to say however, of this book that sold well over 100,000 copies, is that it is a first rate story and a rip roaring read with a good bit of S & M going on in the parts of the story that Max has imagined as he has novelized Tycho's story. I loved this book as it is just a great story and it is clear why some people think that Kafka took this book as the outline idea for The Castle, if he did he only took from the final two chapters and of course from how The Castle is in Prague.