Ein halbes Jahr nach den ersten Kapiteln liegen gelassen, hat sich die Autobiografie von Hugo Portisch doch noch zu einem richtigen Lesevergnügen entwickelt. Eine Mischung aus weltpolitischer Geschichtsstunde und spannendem Journalismus-Einblick.
Nach den ersten Kapiteln war ich eher enttäuscht. Nicht von der Thematik, sondern dem Stil, Nebenkommentare zu machen, ohne den Gedanken dann zu Ende zu führen. Es ergab keinen Sinn, warum manche Personen oder Handlungen erwähnt wurden. Dies änderte sich im weiteren Verlauf und ich war nun doch begeistert von dieser Lektüre und den Sichtweisen auf historische Momente der Weltgeschichte. Absolut empfehlenswert!
PORTISCH, Hugo: „Aufregend war es immer“, Wals 2017 Ein Mann mit bewegtem Leben und noch dazu 90 Jahre alt: da hat man viel zu erzählen. Eine Biografie ist es aber nicht. Er erzählt Schnurren und Geschichten aus seinem Berufsleben (das anscheinend noch nicht endet). Viele Kapitel sind Kurzfassungen seiner früheren Bücher, die manchmal aber nicht mehr zeitgemäß sind. Andererseits – wie etwa beim Kapitel England – zeigt er an Hand der Geschichte auf, dass der BREXIT, der Austritt Englands aus der EU eigentlich immer schon präsent war. Im letzten Kapitel, auf den letzten zehn Seiten des 400 Seiten Buches versucht Portisch sich auch der Zukunft zu widmen und eine Antwort auf die Probleme der Europäischen Union zu geben. Für einen 90-jährigen, dessen Zukunft doch limitiert ist ein sehr respektvoller Ansatz, wenngleich er viele Fragezeichen in seinen Texten verwendet analysiert er die Probleme der heutigen Zeit. Aber trotz allem ein zeitgeschichtlich wichtiges Buch.
Eine sehr spannende Geschichte. Toll an diesem Buch fand ich die Mischung von Zeitgeschichte mit der eigenen Biografie - so versteht man mehr über die Gegebenheiten der Zeit und sieht noch besser, was für ein großartiger und interessanter (sowie interessierter) Mensch Herr Portisch ist