Das Buch hat so stark angefangen. De Winter beschwört klug das Mattscheiben-L.A. herauf, wohlbekannt aus Actionthrillern, Indie-Movies und vor allem FBI-Krimis, und versieht es mit einer Art rohem Scharfblick, den nur ein gefallener Insider haben kann. Die Story ist gut, der Plot spannend. Die Sprache zumindest - klipp, klar, natürlich drehbuchartig - lässt Langeweile nicht entstehen. Das geschieht vielmehr, weil die Geschichte an Drive verliert, als sie sich sowohl erzählerisch als auch formal in Kontemplation darüber verliert, was fiktiv ist, was real, wer wem was erzählt... Andere würde wahrscheinlich die Doppelbödigkeit und die absichtliche Irreführung der Lesenden begeistern, ich allerdings habe mich durch die letzten Seiten gequält, die ganze Farce hat mich nicht mehr interessiert, ebensowenig die verschrobene Jugend des Protagonisten, von dessen Erzählung ich zuvor eigentlich kaum genug kriegen konnte. Für mich hörte die Geschichte auf, wo jeder Groschenroman, Billigkrimi oder eben Hollywood-Movie (dann aber natürlich mit Sequel!) zu Ende wäre, der Rest interessiert mich nicht mehr, denn ich bin mir irgendwann so gründlich verarscht vorgekommen.
Da das vermutlich eher meine persönlichen Vorlieben verrät als dass es für die Qualität des Romans spricht, gibt es immernoch dolle drei Punkte.:)