Interessante Kreuzung aus Historie und Lexikon, zahlreiche Fakten, die man immer mal wieder braucht, wie z.B. eine bestimmte SS-Division, ihre ethnische Zusammensetzung oder ihren militärischen Wert bzw. ihre prominentesten Greueltaten lassen sich so schnell nachschlagen.
Dasselbe gilt für die eingesetzten Waffen, sei es aus deutscher Produktion oder mehr oder weniger gern genutzte Beute. Auch das Wirtschaftsimperium ist leicht zugänglich aufgeschlüsselt und ziemlich brauchbar, wenn man in einem Roman über den zweiten Weltkrieg oder das Dritte Reich
über irgend welche Zusammenhänge stolpert, die der Autor manchmal selbst nicht so recht durchschaut hat. Gerade in der Frühzeit sind Williamson auch ein zwei kleine Fehler unterlaufen, Freikorps und die rechte Szene der Jahre bis 1923 sind auch ziemlich verwirrendes Gebiet.
Die Darstellung ist in leicht lesbarem Stil geschrieben, dafür mit ziemlich vielen Fakten gesättigt und lässt sich, aufgrund ihres teillexikalischen Status nicht so leicht wegschlabbern wie Heinz Höhnes Bestseller Der Orden unter dem Totenkopf.
Insgesamt handelt es sich aber, so weit es das Kriegsgeschehen angeht, um eine durchaus positive Würdigung der SS, an die sich kein deutscher Historiker gewagt hätte. GW lässt zwar kein Massaker an Zivilisten oder Angehörigen von Kriegsgefangenen aus, so wenig wie Einheiten ohne großen militärischen Wert, die sich nur durch Grausamkeiten ausgezeichnet haben, singt aber auch einige Heldenlieder, die für die Ohren meiner Generation fast zu schön sind, um wahr zu sein.
Der frühere Spiegel-Start-Autor Höhne, der viele alte Kameraden selbst ausführlich befragen konnte, ist in Sachen Faszinationsvermeidung sicherlich auch kein Ausweg, da viel von dem Geist, der die Angehörigen der SS angetrieben hat, permanent unterschwellig mitschwingt.